"Diese Frauen isolieren sich"

15. April 2011, 18:20
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    foto: der standard/picturedesk

    Badinter: "Vor zehn Jahren hat man in Europa keine einzige Frau mit Burka gesehen. Das ist eine neue Entwicklung, an die man die Gesetze anpassen musste.

     

Die Philosophin und Feministin Élisabeth Badinter tritt vehement für das neue Burkaverbot in Frankreich ein - Ihre Argumente besprach sie mit Georges Desrues

Standard: In der "New York Times" ist ein Artikel über die zunehmende Islam-Feindlichkeit in Europa erschienen, der sowohl das Schleierverbot in Frankreich als auch das geplante Verbot von Minaretten in der Schweiz als Beispiele anführt. Sehen Sie da Parallelen?

Élisabeth Badinter: Da gibt es nichts zu vergleichen. Ich bin erstaunt, dass eine angesehene Zeitung so etwas schreibt. Solche Verwirrungen liest man sonst nur in der Boulevardpresse. Selbstverständlich sollten die Muslime ihre Gebetsorte haben und Minarette bauen dürfen. Hier geht es um den Vollschleier, also darum, dass man sein Gesicht verdeckt. Normale Schleier, die das Gesicht freilassen, darf in Frankreich jede/r tragen. Die Frage ist doch, ob die Republik es zulassen soll, dass man sich auf ihrem Staatsgebiet das Gesicht verhüllt.

Standard: Aber sollte die Republik nicht den Frauen die freie Entscheidung überlassen, wie sie sich kleiden wollen?

Badinter: Also bitte ... es könnte doch genauso gut Sekten von verrückten AnhängerInnen der Freikörperkultur geben, die darauf bestehen, im Sommer nackt durch die Stadt zu laufen. Denen würde man auch sagen: Hier läuft man nicht nackt herum. Hier geht es ebenfalls um Sekten. Diese Frauen im Vollschleier stehen als Sinnbild für den Angriff von radikalen IslamistInnen, die nichts weiter wollen, als abzutasten, wie weit sie in unserer Gesellschaft gehen können. Die große Mehrheit meiner muslimischen Landsleute ist von dieser Diskussion nicht betroffen.

Standard: Sie würden also nicht sagen, dass der Islam frauenfeindlicher ist als andere Religionen?

Badinter: Sicher nicht. Alle drei großen monotheistischen Religionen sind frauenfeindlich. In dem Moment, in dem sie sich gegen die laizistischen Gesetze eines Landes auflehnen, werden sie zur Gefahr für die Freiheit, und zwar nicht nur für die Freiheit der Frau. Es gibt zurzeit mehrere Beispiele für die Gefahr von sich radikalisierenden Religionen. Ob das extrem orthodoxe Juden sind, die mehr Siedlungen in Palästina fordern oder protestantische Sekten, die in Amerika immer mehr Einfluss gewinnen; oder aber, ob das einige, meist salafitische islamische Sekten betrifft, die ihre religiösen über die demokratischen Gesetze stellen wollen - es geht immer um das Gleiche: Sie wollen ihre Auffassung von Recht über das Recht der Republik stellen. Dass die katholische Kirche etwa die Abtreibung ablehnt, ist legitim. Dass man versucht, seine Ablehnung der Gesellschaft aufzudrängen, ist illegitim. Ich denke nicht, dass der Islam und die Werte der Republik inkompatibel sind. Es geht lediglich um ExtremistInnen, die ihre Werte anderen Muslimen aufzudrängen versuchen. Es entsteht hier ein Missverständnis, dem sowohl extreme Linke als auch extreme Rechte immer wieder erliegen, nämlich der Verwechslung von Islam und Islamismus. Für die extreme Linke gibt es kein Problem: Der Islamismus stellt für sie keinerlei Gefahr dar, und wer das Gegenteil behauptet, ist ein Rassist. Und die extreme Rechte vermischt diese zwei Begriffe gerne, um dann behaupten zu können, dass der Islam mit der Republik nicht vereinbar sei.

Standard: Manche werfen dem Gesetz vor, es wäre eine Art Paternalismus des Staates gegenüber seinen Bürgerinnen, und dass sich der Staat nicht einmischen dürfe, was den Körper einer Frau betrifft.

Badinter: Es geht hier nicht um den Körper, sondern um das Gesicht. Das Gesicht ist das Zeichen der Identität einer Person. Stellen sie sich das perverse Vergnügen dieser Frauen vor, wenn sie die Aufmerksamkeit der anderen erregen, ohne gesehen zu werden. Das wirklich Perverse daran ist, dass sie sich das Recht nehmen, die Identität der anderen zu sehen, ihre eigene aber zu verstecken. Es gibt da keine Gegenseitigkeit, und das ist wohl der Gipfel der sozialen Unsittlichkeit.

Standard: Es gibt das Argument, dass diese Frauen durch das Verbotsgesetz nicht mehr aus dem Haus gehen werden und so noch mehr isoliert würden.

Badinter: Na und? Was sollen wir dagegen tun? Im Namen dieses idiotischen Arguments werden in Schwimmbädern geschlechtlich getrennte Öffnungszeiten eingerichtet, obwohl das gegen das Gesetz der republikanischen Gleichheit verstößt. Auch da hört man immer wieder: "Ja, aber sonst gehen ja diese Frauen gar nicht mehr ins Schwimmbad und werden total isoliert." Wen kümmert's? Diese Frauen isolieren sich doch selbst, in dem sie den Blickkontakt mit anderen verweigern! Na dann bleiben sie eben zu Hause. Deswegen werden wir nicht unsere republikanischen Gesetze ändern. In der Geschichte gibt es nur ein einziges Beispiel für eine Person, der es erlaubt war, ihr Gesicht zu verhüllen: Es war der Scharfrichter!

Standard: Gut, aber das Gesetz der Republik wurde in Frankreich ja gerade verändert, um das Verbot durchzusetzen.

Badinter: Vor zehn Jahren hat man in Europa keine einzige Frau mit Burka gesehen. Das ist eine neue Entwicklung, an die man die Gesetze anpassen musste.

Standard: Wäre es nicht wirkungsvoller, einen erzieherischen Dialog mit den Frauen zu führen, anstatt ein Gesetz zu erlassen? Viele dieser Frauen werden doch nicht freier sein, nur weil sie keinen Schleier mehr tragen dürfen.

Badinter: Wir sind doch nicht in Afghanistan! Hier bei uns können diese Frauen ohne Schleier auf die Straße gehen, wenn sie das wollen. Wenn sie allerdings so etwas wie ein Glücksgefühl der freiwilligen Unterwerfung verspüren, kann man es ihnen auch nicht mit Gewalt nehmen. Was die Erziehung und den Dialog betrifft: Daran wird seit Jahren gearbeitet, vor allem von Ärzten/Ärztinnen und KrankenpflegerInnen. Trotzdem wird es immer mehr zum Problem, dass Frauen sich weigern, sich vor männlichen Ärzten auszuziehen oder sich von ihnen angreifen zu lassen. Auf einigen Ämtern wollen sie sogar ihre Identitätspapiere erneuern, ohne den Schleier abzunehmen! Fast allen geht es dabei nur um eine Provokation, die durch keine Art von Pädagogik zu lösen ist. Darauf deutet auch hin, dass es sich bei einem geschätzten Drittel der 2000 Burka-Trägerinnen in Frankreich um Konvertiten handelt, die vom Christentum oder einer anderen Religion zum Islam übergetreten sind. Es gibt natürlich solche, die zum Tragen des Schleiers gezwungen werden. Auch ihnen hilft das Gesetz, zumindest dadurch, dass es denen, die behaupten, freiwillig zu handeln, den Schleier symbolisch verbietet.

Standard: Das Gesetz ist also nur symbolisch zu sehen?

Badinter: Durchaus. Schlimmstenfalls droht den Frauen ein Kurs über Gesittung. Oder sie bekommen 150 Euro aufgebrummt, aber das wird nicht gleich beim ersten Mal passieren.

Standard: Darum beschweren sich viele PolizistInnen und meinen, das Gesetz sei nicht durchsetzbar.

Badinter: Es ist nur dann nicht durchsetzbar, wenn man sich vor der Reaktion des Umfelds fürchtet. Aber das Gesetz existiert, um die ExtremistInnen daran zu erinnern, was unsere republikanischen, laizistischen Werte sind.

Standard: Haben Sie dann nicht Angst, dass das Ganze doch zu einem Kampf der Symbole wird, wie im Fall der Minarette? Sollte unsere Gesellschaft nicht stark genug sein, um jede Art von religiöser Symbolik auszuhalten?

Badinter: In diesem Fall gibt es überhaupt kein Problem mit religiösen Symbolen. Es geht darum, dass diese Frauen unsichtbar sind. Würden Sie so einer Frau ihr Kind übergeben, wenn sie es in der Schule abholen kommt? Diese ExtremistInnen wollen nur unsere Toleranzgrenze testen - und immer einen Schritt weitergehen.

Standard: Meinen Sie wirklich, die Regierung hatte nur gute Absichten, als sie das Gesetz beschloss? Sarkozys Regierung flirtet zunehmend mit ausländer- und islamfeindlichen Aktionen.

Badinter: Was dieses präzise Gesetz betrifft, kann ich keine schlechten Absichten erkennen. In anderen Themen, die Sarkozy aufgegriffen hat, wie etwa jenen über die französische Identität und über den Laizismus, sehe ich sehr wohl einen beunruhigenden Flirt mit den Ideen rechtsextremer Parteien und ein Schüren von Islamfeindlichkeit. Man darf das nicht verwechseln. Man darf nicht leugnen, dass sehr viele Frauen schockiert sind, andere Frauen zu sehen, die sich in schwarzen Gewändern verhüllen. Man sollte also keine Angst haben, als islamfeindlich dazustehen, wenn man ein Gesetz befürwortet, das uns an unsere gemeinsamen Werte und Regeln erinnert. Die überwältigende Mehrheit der Muslime in Europa sieht das genauso.

Standard: Viele der Muslime in Europa sehen sich aber auch zunehmend an den gesellschaftlichen Rand gedrängt und befürchten, dass sich das verschlimmert.

Badinter: Der Kampf gegen den radikalen Islamismus gehört genauso geführt wie jener zur Durchsetzung des Respekts für den Islam. Wie ich schon sagte: Der Islam ist durchaus mit den Werten der Republik und mit der Gleichberechtigung der Frau vereinbar - zumindest so vereinbar wie das Christentum. Deswegen hat es bis vor wenigen Jahren diesbezüglich auch niemals Probleme gegeben.

(Die Fragen stellte Georges Desrues, DER STANDARD, Printausgabe 16./17.4.2011)

 

Élisabeth Badinter, geb. 1944, ist fanzösische Philosophin, Historikerin und Feministin. Sie ist Professorin an der Eliteuniversität École polytechnique in Paris. Bekannt wurde sie mit ihrem provokanten Buch "Mutterliebe". Zuletzt erschien "Der Konflikt. Die Frau und die Mutter" (H. C. Beck, 2010).

Rezension von Beate Hausbichler zu "Der Konflikt. Die Frau und die Mutter" auf dieStandard.at/Darf Mama auch Mensch sein?

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Absurdio
23
20.4.2011, 13:58
!Gute Argumentationslinie Frau Badinter!

Sie haben in ihrer Analyse völlig recht. Nicht zustimmen kann ich Ihnen, dass es nicht um Symbole geht. In Österreich sind zum Beispiel völlig zu Recht Nazisymbole verboten. Das gilt auch für die Burka. Sie ist ein Symbol für die Unterdrückung von Frauen. Daran geknüpft sind Unterdrückung und extreme kulturelle und soziale Gewalt (Zwangsheirat, drohende Ehrenmorde für Abweichlerinnen, usw.) Das Argument, dass es Frauen gäbe, die den Wunsch hätten, die Burka öffentlich zu tragen, ändert daran gar nichts. Das tragen von Symbolen der kulturellen und sozialen Gewalt zu verbieten ist keine Verletzung von Menschenrechten oder Toleranzgeboten. Im Gegenteil.

Cerberus303
24
20.4.2011, 09:56
Ich finde sie hat Recht...

Helmut Moesl
15
18.4.2011, 20:51
Substanzielleres als die persönliche Einstellung ist, scheint's, schwierig aufzubringen. Das Interview glänzt ja auch zuvorderst durch die Meinung der Frau Badinter als durch stichhaltige Argumente.

Ein staatsrechtlicher Versuch: Die öffentliche Ordnung verletzt, wer Grundregeln des friedlichen sozialen Umgangs missachtet,die von der gesellschaftlichen Mehrheit nicht nur als sittlich erwünscht, sondern geboten erachtet werden.

Das kann nackertes Herumhüpfen auf der Mahü, provokative Verkleidung oder Müllentsorgung auf der Straße sein. Die bei uns völlig unübliche Ganzkörperverschleierung bringe ich da ohne viel Kopfzerbrechen auch darunter.

Ein Verbot wäre wohl zwar ein Eingriff in die Religionsfreiheit (wie auch in die Privatsphäre nach Art 8 EMRK), aber im Sinne der öffentlichen Ordnung gerechtfertigt, weil keine unverhältnismäßig schwere Beeinträchtigung der geschützten Rechte.

Freilich Wertungssache, aber mE eine tragbare Lösung

Slarti Bartfass
 
50
18.4.2011, 21:17

Seltsam, es gibt Menschen (oder sehen Sie diese nicht als Menschen) die sind sehr wohl der Meinung, daß es eine schwere Beeinträchtigung der geschützten Rechte ist. Wer steht jetzt über wem?

Kleines Sumpfhuhn
02
18.4.2011, 22:20
Niemand steht über irgendjemandem, so eine dumme Frage.

Es geht um die relativ beste Lösung des Problems, gestützt auf die relativ besten Argumente. Dafür muss man allerdings überzeugen und nicht nur wadlbeißen.

Also her mit Ihren unangreifbaren Weistümern, sonst bitte bescheiden bleiben und andere Meinungen gelten lassen.

Slarti Bartfass
 
30
18.4.2011, 22:29

Wir haben eine relativ beste Lösung des "Problems"

Alles, was man dem Extremismus unterstellt, ist seit Jahrzehnten verboten. Sie brauchen es nur umzusetzen.

Und ja, jemand, der seine Vorstellung was man anzuziehen hat, über die eines anderen stellt, stellt sich wohl oder übel über andere.

Nein, sie werden es nicht schaffen eine Ideologie abzuschaffen indem sie Kleidungsvorschriften erlassen. Das hat noch genau nie funktioniert sondern stets Gegenwehr und "jetzt erst recht" hervorgebracht.

Nein, Sie werden keine Frau befreien, indem Sie ihr doppelten Zwang auferlegen.

Was Sie aber schaffen werden ist, Öl ins Feuer der Antiislamisten zu gießen.

Kleines Sumpfhuhn
01
18.4.2011, 22:39

Die Opportunitäts- ist von der Legitimitätsfrage aber bitteschön zu trennen.

Ist es zulässig, Obdachlose aus öffentlichen Toiletten zu scheuchen? Ja.
Ist es auch zielführend, Obdachlose aus öffentlichen Toiletten zu scheuchen? Nun ja...

Slarti Bartfass
 
00
22.4.2011, 12:05

Ich verstehe nicht, woher hier stets diese undifferenzierten Betrachtungen kommen.

Nein, es ist nicht unter allen Umständen zulässig einen Obdachlosen aus einer öffentlichen Toilette zu scheuchen. Seine Notdurft wird er hoffentlich verrichten dürfen, sonst wäre es diskriminierend.

Helmut Moesl
05
18.4.2011, 22:04
"oder sehen Sie diese nicht als Menschen": Auf sinnfreie Unterstellungen gehe ich nicht ein.

Absolute Kleidungsfreiheit gibt es nicht und ist nirgends verbürgt. Im öffentlichen Raum ist das Auftreten und Benehmen seit jeher verbindlichen gesellschaftlichen Umgangsformen unterworfen. Die Verletzung der öffentlichen Ordnung ist nichts anderes als ein (erheblicher) Verstoß gegen diese Prinzipien.

I s t ein solcher Grundsatz auch das Zeigen von Gestalt und Gesicht im sozialen Umgang (und dafür gibt es, sofern nicht aus einem inneren Zusammenhang mit der Vermummung sachlich gerechtfertigt, gute Anhaltspunkte), d a n n darf eine als "anstößig" empfundene Ganzkörperverschleierung auch untersagt werden. Weltanschauung allein reicht nicht, schützt nicht alles.

Der Weisheit letzter Schluss? Nein. Aber haben Sie Gescheiteres zu bieten?

Slarti Bartfass
 
10
18.4.2011, 22:17

Und diese Volksgruppe verstösst nun gegen "seit jeher verbindlichen gesellschaftlichen Umgangsformen"?

Wenn diese so seit jeher verbindlich sind, sollte es da nicht schon lang Verbote aus noch viel sittenstrengeren Zeiten geben? Ich würd Sie bitten mir diese zu zeigen.

Und natürlich haben wir hier absolute Kleidungsfreiheit. Nennen Sie mir ein Kleidungsstück, das verboten ist. Nicht Symbole, die sie nicht auf Kleidung drucken dürfen. Kleidungsstücke!

Helmut Moesl
04
18.4.2011, 22:45

Ad letzteres: Die Reduktion auf Kleidungsstücke ist ein Scheinargument, auf sie kommt es nicht entscheidend an. Sondern auf die (unerwünschte) Außenwirkung, die mit dem Auftreten in der konkreten Situation erzielt wird. Nichts anderes darf die Öffentlichkeit, und das betrifft durchaus nicht nur die Burka, legitimerweise beschränken.

Pointiert: Sturmhauben und Schals sind prinzipiell ok, nicht aber für Demonstranten, die damit ihr Gesicht verbergen; mutatis mutantur gilt selbiges auch für die Nacktheit am FKK-Strand.

Slarti Bartfass
 
51
18.4.2011, 22:56

Welche "unerwünschte Aussenwirkung", ausser jender, daß sie ganz persönlich ein Problem damit haben, hat so eine Verhüllung denn im Allgemeinen?

Und was unterscheidet _diese_ Verhüllung in der unerwünschten Aussenwirkung so dramatisch von kulturell seit "Ewigkeiten" etablierten Verhüllungen, wie Krampus, Nikolo, Weihnachtsmann, Fasching, Skifahren, diverse andere Sportarten, Motorradhelme?

pox vobiscum
02
21.4.2011, 21:33

Wenn sich in der Öffentlichkeit die Menschen verhüllen sind sie für ihr Gegenüber nicht mehr identifizierbar, es ist keine soziale Interaktion möglich und das beunruhigt viele.
Was ist, wenn sich alle verhüllen, auch die Männer? Die meisten Leute finden es eben bedrohlich, wenn die Gesichter nicht erkennbar sind wie bei Bankräubern. Ich würde es auch nicht wollen.
An Tagen wie Fasching oder beim Motorradfahren nimmt man das in Kauf, sie dienen der kurzfristigen Unterhaltung bzw der Sicherheit, und sie werden nicht jeden Tag und überall getragen, doch ständige Verhüllung macht misstrauisch.
Diese Verhüllerei macht auf mich neben den schon erwähnten Kritikpunkten wie der Verdinglichung der Frau auch einen sehr asozialen Eindruck.

Slarti Bartfass
 
00
22.4.2011, 00:35

Ich kann Ihren Standpunkt bezüglich der Beunruhigung vollkommen nachvollziehen und danke, daß Sie so ehrlich sind, das Kind endlich beim Namen zu nennen. Das bringt auch gleich eine ganz andere Qualität in die Diskussion. Denn wenn man das wirkliche Problem kennt, kann man auch daran arbeiten.
Über einzelne Aspekte kann man sicher diskutieren. Ich bin aber nach wie vor dagegen, das Verhüllen generell unter Strafe zu stellen.

Kleines Sumpfhuhn
02
20.4.2011, 12:28

Hallihallo, "Kleidung ist Kleidung" ist aber schon ein bissl sehr naiv. Verkleidung zu Volksfesten, öffentliche Nacktheit am FKK-Strand (und bitte nur dort) und Sportausrüstung ist also dasselbe wie die kulturell bedingte ganzjährige Vollverschleierung der Frau?

Ja, wenn man alle Unterschiede wegreduziert, hat man plötzlich lauter Äpfel und keine Birnen mehr. Man kann getrost alles mit allem vergleichen und kommt zu tollen Schlussfolgerungen.

Frau an der Leine ist dann wohl auch nur ein Kleidungsstück wie jedes andere, und wir haben ja schließlich absolute Bekleidungsfreiheit, nicht wahr?

Slarti Bartfass
 
20
20.4.2011, 13:18

Erklärens mir bitte, warum Sie sich anmassen unsere Beweggründe uns zu verhüllen über die Beweggründe anderer zu stellen.

Warum sich jemand verschleiert, kann ihnen/mir/allen anderen vollkommen wurscht sein, solange es freiwillig passiert.

pox vobiscum
00
21.4.2011, 21:37

Ich kann nachvollziehen, dass viele meinen, in einer offenen, modernen Gesellschaft sollte man in der Öffentlichkeit und im normalen gesellschaftlichen Umfeld die Gesichter der Mitmenschen erkennen können.

Timagoras
 
00
21.4.2011, 13:02
"Warum sich jemand verschleiert, kann ihnen/mir/allen anderen vollkommen wurscht sein, solange es freiwillig passiert"

.
womit wir wieder bei den kukluxklan-kapuzen sind, gegen deren verbot Sie sich also mit o.a. "begründung" vehement aussprechen?

zitat:
"Warum sich jemand verschleiert, kann ihnen/mir/allen anderen vollkommen wurscht sein, solange es freiwillig passiert" (und bei diesen kukluxklanleuten ist die freiwilligkeit sogar ziemlich sicher).

Slarti Bartfass
 
00
21.4.2011, 14:16

Ja natürlich. Solange diese Menschen zamsitzen und Bier trinken sollen Sie.

Es sind doch nicht die Kappen, die Verbotenes tun sondern die Menschen dahinter und die werden von ihrer Gesinnung nicht ablassen, nur weil sie das Hauberl nicht mehr aufsetzen dürfen.

Im Gegenteil, ich bin sogar froh, daß diese - äh - seltsamen Menschen solche Kappen tragen. Damit kann ich sie nämlich eindeutig erkennen. Was ich nicht könnte, würden sie in "zivil" herumlaufen.

Timagoras
 
00
21.4.2011, 16:00
"Im Gegenteil, ich bin sogar froh, daß diese - äh - seltsamen Menschen solche Kappen tragen. Damit kann ich sie nämlich eindeutig erkennen. Was ich nicht könnte, würden sie in "zivil" herumlaufen"

.
und wieso bitte wollen Sie Muslime (bzw. offenbar nur weibliche) in der öffentlichkeit "eindeutig erkennen"?

das versteh' ich nicht ...

Slarti Bartfass
 
00
21.4.2011, 17:50

Damit ich hingehen kann ihnen dazu zu gratulieren in einem so schönen, liberalen und aufgeschlossenen Land wie Österreich leben zu dürfen.

Timagoras
 
00
21.4.2011, 18:01
"Damit ich hingehen kann ihnen dazu zu gratulieren"

.
und die männlichen muslime wollen'S nicht gleich erkennen, bzw. ihnen nicht gratulieren?

aha ....

Slarti Bartfass
 
00
21.4.2011, 18:13

Die gehen immer ein paar Schritt vor den Frauen.

Tethys
00
21.4.2011, 12:30
unsere Beweggründe uns zu verhüllen

Wer ist "wir"?

Und welche Beweggründe sind das konkret?

Slarti Bartfass
 
00
21.4.2011, 13:05

Wer sind "Die"? Oder anders, warum stösst Ihnen die Verallgemeinerung "wir" hier sauer auf, andere Verallgemeinerungen aber nicht?

Zum Wiederholten Male: Es kann uns egal sein, welche Beweggründe das sind, solange es niemandem schadet und die betroffene Person diese Entscheidung aus freien Stücken getroffen hat.

Und ja, auch die Wahl der Religion mit allem was dazu gehört, ist eine höchst Private. Man hat sogar das Recht, eine ganz private Religion zu "erfinden". Siehe Menschenrechtskonvention.

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