SPÖ für mehr Sach- und weniger Geldleistungen

  • Schon bei der Kampagne für mehr Väter in Karenz haben sich die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel gemeinsam engagiert. Nun verlangen sie familienpolitisch mehr Sach- anstelle von Geldleistungen, vor allem um die Kinderbetreuung auszubauen, um den Frauen so die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zu erleichtern.
    foto: apa/roland schlager

    Schon bei der Kampagne für mehr Väter in Karenz haben sich die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel gemeinsam engagiert. Nun verlangen sie familienpolitisch mehr Sach- anstelle von Geldleistungen, vor allem um die Kinderbetreuung auszubauen, um den Frauen so die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zu erleichtern.

Regierungsparteien stecken Familienförderungs-Positionen ab - SPÖ für Sachleistungen - ÖVP will finanzielle Entlastungen

Wien - Die Regierungsparteien stecken einmal mehr ihre Positionen in Sachen Familienförderung ab. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ sprach sich am Freitag gemeinsam mit AK-Präsident Herbert Tumpel für mehr Investitionen in Sachleistungen wie Kindergartenplätze und weniger Geldtransfers aus. Der neue ÖVP-Obmann Michael Spindelegger hatte indes rund um seinen Antritt als Vizekanzler eine künftige Steuerreform zugunsten von Familien ins Spiel gebracht.

Heinisch-Hosek und Tumpel verwiesen anlässlich einer AK-Veranstaltung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Wiedereinstieg nach der Karenz auf die bekannten und unlängst von der OECD wieder bestätigten Daten, wonach Österreich im internationalen Vergleich viel mehr in direkte Förderung als in Sachleistungen investiert. Zudem monierte Tumpel einmal mehr, dass es nicht genügend Kinderbetreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen gebe. Investitionen in Kindergartenplätze so früh wie möglich seien aber wesentlich auch für den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen, ergänzte Heinisch-Hosek.

Schon 2011 Geld lockermachen

Die Anstoßfinanzierung des Bundes für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen für die Kleinen in den Ländern wurde ja 2011 ausgesetzt und soll einem entsprechenden Ministerratsbeschluss zufolge evaluiert werden. 2012 könnte es dann wieder Geld geben. Heinisch-Hosek hat mittlerweile aber mehrmals darauf gedrängt, doch schon 2011 wieder Mittel lockerzumachen.

Zuständig für die Familienagenden in der Regierung ist Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, das entsprechende Staatssekretariat in seinem Ressort ist im Zuge der Regierungsumbildung entfallen. Um die Bedeutung des Themas für die ÖVP zu unterstreichen, erklärte Spindelegger es zudem bei seiner Bestellung zum geschäftsführenden Parteiobmann zur "Chefsache".

In der Folge führt er auch schon aus, wie sich die Volkspartei die Zukunft der Familienförderung in Österreich vorstellt: Bei einer nächsten Steuerreform, die womöglich schon 2013 kommen könnte, sollen Familien profitieren. Ins Detail ging Spindelegger dabei nicht, brachte aber wieder die Idee eines Familiensplittings aufs Tapet, die man durchrechnen und ausformulieren müsse. (APA)

Share if you care
9 Postings

Familiensplitting wäre sehr begrüssenswert! Vielleicht wird die Övp ja doch wieder wählbar ;-)

Dass SIE familiensplitting für positiv halten ist allein schon ein klares indiz dafür daß es schwachsinn ist.

Denn wohin führt es uns ?

Frauen hinter den herd, denn den größten vorteil lukriert man dann wenn nur einer verdient, eine Frau mit eigenem einkommen schmälert den "gewinn".

Sehr einfache Sicht der Dinge

Eines steht wohl fest,mit zurück an den Herd wird das Familieneinkommen auch eimsteuerlichen Familiensplitting nicht größer sondern kleiner. Es befriedigt nur die Sucht für den Staat und damit uns allen möglichst wenig zu geben. Dass man trotzdem immer mehr Leistungen vom Staat verlangt ist dabei selbstverständlich. Hirn wo bist du.

Ach ?

Ich habe den "gewinn" betont, den familien aus dem splitting beziehen, und der ist natürlich am größten wenn nur eine(r) arbeitet.

Wer geht noch für ein paar hunderter tagtäglich arbeiten wenn daheimbleiben und vielleicht marginal weniger (wenn überhaupt, hängt von der progressionsstufe ab) überbleibt ?

Selbstverständlich ist familiensplitting eine maßnahme die potenziell viele frauen vom arbeitsmarkt fernhält.

Vom Gewinn,

der zu einer Verminderung des Familieneinkommens führen, wie dies bei einem Verzicht auf die Annahme einer Arbeitsstelle, gegeben ist, kann man nicht finanziell bessser leben. MAn hat vielleicht emotionellen "Gewinn", weil man weniger Steuer zahlt, abe das ist auch schon alles.
Die Durchschnittsverdiener werden sich diesen emotionalen Luxus kaum leisten können.
Nur zur Klarstellung, ich bin kein unbedingter Freun des totalen Familiensplittings, aber auch gegen die momentane Bevorzugung der DINKS, insbesondere bei der Pensipnsberechnung.

Typisch für die Sozialisten. Alles was Familien Unterstützung bringen würde, wollen sie abschaffen. Das Karenzgeld für ALLE Eltern wäre mit den Roten nie gegangen. Die wollen, dass Mami schnell wieder arbeiten geht - um die Erziehung und "Aufbewahrung" der Kinder kümmert sich "Papa Staat" *pfui*

In Ihrer Welt schafft Papi das Geld ran - was wollen SIE vom Staat?

Aha - also sind Sie auch gegen das Kinderbetreuungsgeld - das kommt auch "vom Staat"?

Ja bin ich - moderne Lösungen schauen anders aus!

Nämlich eine Arbeitssituation für beide Elternteile schaffen, dass beide Familienpflichten wahrnehmen.

Wer dann zu Hause bleiben will, der soll das - aber nicht auf Kosten derer, die arbeiten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.