Aktionen zum Muttertag

Mamamanifeste, arme Mütter und Rose gegen Gewalt

4. Mai 2011, 09:57
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    foto: apa/franz neumayr/montage: redaktion

    Mutter-Sein nicht gleich Sonnen- und Heiligenschein: Darauf machen 20.000 Frauen und die Stiftung für Weltbevölkerung anlässlich des 8. Mais aufmerksam.

"20.000 Frauen" machen klassischen Muttertag zu einem feministischen, Müttersterblichkeit wird eingemahnt und Armutskonferenz rückt Armutsrisiko ins Zentrum

Am Sonntag, 8. Mai, ist wieder Muttertag. Für die Stiftung Weltbevölkerung ein guter Zeitpunkt, in Erinnerung zu rufen, dass Mütter für den Zustand einer Zivilisation von außerordentlicher Wichtigkeit sind und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass viele Frauen trotz Schwangerschaft diese Rolle nie ausführen können.

Denn auch noch 2011 sterben rund 350.000 Frauen pro Jahr bei der Geburt oder an den Folgen: Todesfälle, die zum größten Teil durch bessere gesundheitliche Versorgung und verbesserte soziale Rahmenbedingungen verhindert werden könnten, mahnt die SWI ein.

Mutternacht 2011 in Wien

Um auf die dringende Umsetzung des Millennium Development Goals (MDG) 5 der Vereinten Nationen - die Senkung der Müttersterblichkeit - hinzuweisen, findet heuer auch erstmals in Österreich die Mutternacht statt. Zahlreiche Organisationen wollen mit Veranstaltungen Österreich als Mitglied der Vereinten Nationen an seine Verpflichtung in Bezug auf das 5. Millenniumsziel, die Gesundheit von Müttern zu verbessern, erinnern.

Aktionismus und Nachtgebet

Die teilnehmenden Organisationen planen am Freitag eine Aktion: Auf der mit "blutigen" Laken bedeckten Rahlstiege (beim Omofuma-Denkmal) werden sich Frauen wie Männer als Schwangere verkleiden und "tot" zu Boden fallen. Ebenfalls auf der Rahlstiege gibt es von 4. bis 6. Mai interaktive Aufführungen von "Eine Geburt zu überleben ist für viele Frauen in der Welt ein makabres Glückspiel". Im Rahmen der Mutternacht stehen daneben auch ein Filmabend (im Top Kino: "Dead Mums Don't Cry", 6.Mai um 18:30 Uhr), ein "Politisches Nachtgebet in der Mutternacht" der Katholischen Frauenbewegung gemeinsam mit der Evangelischen Frauenarbeit und ein Workshop zu den Milleniums-Entwicklungszielen am Programm.

Mamamanifeste

Auch die "20.000 Frauen" widmen sich dem Muttertag am 5. Mai am Urban-Loritz-Platz vor der Hauptbibliothek Wien. Sie fordern statt Kommerz und Ideologisierung von Mutter-Sein eine offene Diskussion über Strukturen und Bedingungen aktueller Versorgungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit, die Frauen leisten. Dazu gibt ein von 14 bis 16 Uhr abwechslungsreiches Programm mit revolutionären Muttertagsgedichten, "Mama-Monopoly", Speakers Corner oder "We can do it" zum "Do it yourself". AktivistInnen und KünstlerInnen werden sich kritisch mit dem Begriff der Mütterlichkeit auseinandersetzen und zur öffentlichen Diskussion einladen. Auch das Müttermanifest der Neuen Frauenbewegung wird in Umlauf sein.

Gegen Gewalt: Sag's mit einer Rose

Wer auf die klassischen Blumengeschenke für Muttern nicht verzichten will, hat heuer ebenfalls eine Alternative: Der Konzern Holland Blumen Mark lanciert ab 5. Mai die weiße Charity-Rose "Hope". Pro verkaufter Rose werden 10 Cent an Frauenhäuser in Österreich gespendet. Ein Teil des Erlöses wird dafür verwendet, im Frauenhaus in Wiener Neustadt einen Spielraum für Kinder (auch Toberaum und Gruppenraum für Frauen und Kinder) einzurichten, kündigte die Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) Maria Rösslhumer an.

Mutterglück macht Frauen arm

Die Armutskonferenz thematisiert bei einer Diskussion am 6. Mai im Club 4 am Stephansplatz das erhöhte Armutsrisiko von Müttern. Im Zentrum stehen neben Einblicken in konkrete Herausforderungen der Alltagsbewältigung armutsbetroffener Mütter die Auseinandersetzung mit strukturellen Hintergründen wie geschlechtsspezifische Einkommensdifferenzen, schlecht bzw. unbezahlte Sorgearbeit, mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten, sowie die gemeinsame Entwicklung von Strategien gegen Frauenarmut im Allgemeinen und Mütterarmut im Besonderen
und deren Umsetzung. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch die in mehreren Sprachen erhältliche Broschüre "Мärchen und Wahrheit über Frauenarmut" präsentiert.

"Arbeit und Frauen"-Info-Tag am Viktor-Adler Markt

Die Favoritner SPÖ und der Arbeiter Samariter Bund Favoriten laden am Samstag, den 7. Mai, von 10.00 bis 12.00 Uhr zu einem Info-Tag am Viktor-Adler-Markt rund um das Thema "Arbeit und Frauen". Neben den klassischen Blumengrüßen der Favoritner MandatarInnen werden auch Broschüren und Beratung zum Bereich Arbeit angeboten.
VertreterInnen des AMS-Favoriten, des abz*austria, der Kinderbetreuung der Stadt Wien und des waff (Wiener Arbeitnehmerinnen Förderungsfond) werden für Fragen rund um die Themen Arbeitssuche, Teilzeit-Arbeit, Weiterbildung, Nachmittagsbetreuung u.v.m. zur Verfügung stehen. (red)


Links

SWI - Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung

Mutternacht - Hintergrundinformationen, sowie weitere Veranstaltungshinweise

20.000 Frauen - Muttertagsaktion

Teaser-Video zum feministischen Muttertag

AÖF

AG Frauen und Armut / Die Armutskonferenz
Anmeldung zur Diskussionsveranstaltung unter e-mail bei Michaela Moser

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16 Postings
die rote baronin
00
Ich hasse den Mutter- wie auch den Vatertag!!!

Meiner Mutter hätte/habe ich auch so mal Blumen geschenkt oder mich für dies und das bedankt. Sie hat es sich aber verdient, wie auch mein Vater. Aber hätte ich mit meinen Eltern pech gehabt, dann hätte ich in der Schule was für sie pasteln müssen, ein Gedicht lernen usw. Wieviele Kinder werden u.a. von ihren Eltern getötet und waren vorher gezwungen, sich bei ihnen zu bedanken. Und es gibt keinen adequaten Kindertag, wo es mal umgekehrt wäre.
Oder anders: Wieviele v.a. ältere (gute) Mütter sitzen allein am Muttertag zuhause, weil sich ihre Kinder nicht um sie kümmern, obwohl sie alles für sie getan haben? Oder was ist mit all den Kindern die keine Mutter/keinen Vater (mehr) haben und die wegen diesem Tag noch mehr drunter leiden?

Philip II
00

was sind schon wieder 4 Jahre vorbei?

Anton J. Helmreich
01
zum thema muttertag gibts einen guten film

der sagt eigentlich alles aus

Ödipus1
00
Finde die Mutternacht geil!

Anton J. Helmreich
00

hängt satrk von der mutter ab - würde ich sagen

Panzerverband
00
Eine Familie

im Fadenkreuz? Oder was soll das für ein Bild sein?

K. K. Lacke
22
auf den Muttertâg wird g'schi**en...

dieses Zitat aus der allseits bekannten österr. Komödie ist für mich dieses Jahr Programm

ich hab überlegt ob ich mich für jahrelange Misshandlungen und Gewalt bei meiner Mutter erkenntlich zeigen soll, aber dann habe ich zu grübeln begonnen, welches Geschenk da wohl angemessen wäre und ich kam zu keinem Ergebnis...

da es um eine Anerkennung der Leistung der Erziehenden Mutter für ihre Familie gehen soll denke ich dieser "Konsumfeiertag" ist ohnehin schon längst am Rande seiner Bedeutung angelangt

denn einerseits ist die Erfüllung dieser Aufgaben nicht abhängig vom Geschlecht, weshalb wohl eine Umbenennung in "Elterntag" das Sinnvollste währe...

und da nur Müttern Anerkennung für ihre Leistungen um die Familien zusteht -> Boykott

e.kronberg
01
und das Zwangsausführen zum Muttertagsessen im ach so

schönen überfüllten Restaurant... unter den Linden

habens vergessen.

Ach bin ich froh, dass ich das rechtzeitig zu unser aller Erleichterung abgestellt habe.

Erimet
00
Auch mir geht es so, meine vollste Zustimmung.

Tethys
10
und da nur Müttern Anerkennung für ihre Leistungen um die Familien zusteht -> Boykott

http://de.wikipedia.org/wiki/Vate... 6sterreich

Lectrice
01

Ich finde diese Tage entbehrlich - beide. Man ist ganzes Jahr Mutter oder Vater. Einmal im Jahr dann beschenkt oder zum Essen eingeladen zu werden finde ich irgendwie nicht richtig und deshalb habe ich den Tag auch nie gefeiert.

sally
00
so wie den Frauentag

Lectrice
01

Stimmt - werde auch als Frau lieber täglich ernst genommen als 2x jährlich.

Da ist aber noch ein langer Weg hin - als Mutter wird man ja wieder ZU ernst genommen in Ö solange man die Go hält, genügsam ist, keine Forderungen stellt und und auch vor Armut nicht zurückschreckt.

Tethys
00

Ich brauch auch weder noch.

K. K. Lacke
01
sie scheinen es nicht zu verstehen...

sie werden ja auch net behaupten wollen daß die Existenz eines weiteren Konsumfeiertages IRGEND etwas über dessen Bedeutung aussagt?

oder sind alle Kinder die zu Weihnachten Geschenke erhalten strenggläubige Christen?

„Es wird heutzutage für den Handel immer wichtiger, sich auf alle möglichen Themen zu stürzen.", sagt Georg Krause, Leiter von Deloitte Consulting Österreich."

aus Sicht des HANDELS hat dieser eine Bedeutung. An einem tatsächlichen Verständnis für die Bedeutung dieses (und auch des Muttertages) ist nicht zu glauben, zumal ja schon der Muttertag nur ein Alibi ist

lesen sie evtl einmal ihre Quellen selbst bevor sie verlinken;

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oest... 2/index.do

Tethys
00

Sie haben die Zeile aus Ihrem eigenen Posting nicht gelesen, auf die ich mich bezog. Schauen Sie bitte nochmal nach.

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