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Die Handlungsanweisungen des Gesundheitsberichtes sollen Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Frauengesundheit liefern.
Wien - Die Forcierung geschlechterdifferenzierter und frauenspezifischer Herangehensweisen im Gesundheitswesen ist nicht nur sinnvoll, sondern auch dringend nötig, so das Fazit des Österreichischen Frauengesundheitsberichts 2010/2011, der nun dem Parlament vorliegt. Den unterschiedlichen Bedürfnissen von Männern und Frauen in Prävention, Diagnostik und Versorgung entsprechend Rechnung zu tragen, könne zur Vermeidung von Über- , Unter- und Fehlversorgungen beitragen, heißt es im Vorwort des 583 Seiten starken Kompendiums. Die Handlungsanweisungen des Berichtes sollen Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Frauengesundheit liefern. Der Bericht berücksichtigt dabei die soziodemographische und epidemiologische Situation von Frauen, ihre Lebensrealitäten und geht auf Gesundheitsförderung, Prävention und Entwicklung der Frauengesundheitsförderung ein.
Keine biologische Determiniertheit
Gender Mainstreaming dürfe im Gesundheitswesen aber nicht dazu führen, eine biologische Determiniertheit der Kategorie Geschlecht festzuschreiben. Es soll laut Bericht vielmehr darum gehen, die Bedürfnisse von Frauen, die sich vor dem Hintergrund des sozialen und kulturellen Kontextes ergeben, zu berücksichtigen. So nehmen etwa Frauen aus niedrigen Einkommensklassen weniger häufig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch als Frauen aus höheren Einkommensklassen. Wissen und Erfahrungswissen der betroffenen Frauen seien laut Bericht grundlegend für ihre wirkungsvolle Gesundheitsversorgung.
Vorsprung der weiblichen Lebenserwartung wird kleiner
In den letzten beiden Jahrzehnten wurde laut Bericht eine Verringerung hinsichtlich des Vorsprungs der weiblichen Lebenserwartung verzeichnet: Betrug dieser 1981 noch 7 Jahre, waren es 1991 6,5 Jahre und 2008 5,4 Jahre. Im Jahr 2008 hielt die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern bei rund 77,6 Jahren und jene der Frauen bei 83 Jahren. Männliche Neugeborene haben im Durchschnitt 61,7 Lebensjahre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung vor sich, weibliche Neugeborene 63,7 Lebensjahre, was 80 Prozent der Gesamtlebenszeit der Männer und 76 Prozent der Gesamtlebenszeit der Frauen entspricht. Das verdeutliche, dass Frauen zwar länger lebten, aber auch längere Zeit (durchschnittlich 19,4 Jahre) mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu kämpfen hätten, heißt es im Bericht.
Frage von Lebensrealitäten und Lebensweisen
Laut Aussendung widmet sich der Bericht auch ausführlich dem Thema der gesundheitsbezogenen Lebensrealitäten und gesundheitsbezogenen Lebensweisen von Frauen. Die Beeinträchtigungen auf der physischen, psychischen und sozialen Ebene fallen dabei je nach Altersgruppe unterschiedlich aus. Der Bericht stellt beispielsweise fest, dass Mädchen sich ab dem Beginn der Pubertät weniger gesund fühlen und weniger zufrieden mit ihrem Leben sind als gleichaltrige Burschen. Körpernormierung, Tendenzen zur Medikalisierung und Rollenstereotypien haben Auswirkungen auf das Gesundheits- und Risikoverhalten von Mädchen und jungen Frauen, etwa wenn sie die Ernährungsgewohnheiten negativ beeinflussen. Mädchen machen weniger Bewegung als gleichaltrige Burschen.
Keine Statistik über Abbrüche
Für Frauen im reproduktiven Alter sind Menstruation, Verhütung, Notfallverhütung ("Pille danach") und Schwangerschaftsabbruch ein Thema. Über die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche liegt keine österreichweite Statistik vor, die vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass Österreich hier über dem westeuropäischen Durchschnitt liegt.
Auch wenn repräsentative Daten über die Gesundheitssituation von Migrantinnen im Bericht fehlen, ist laut Aussendung doch evident, dass keine Chancengleichheit im Gesundheitssystem für Migrantinnen besteht. So nehmen sie seltener Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.
Lesbische Frauen nicht berücksichtigt
Keine Berücksichtigung finden im österreichischen Gesundheitssystem lesbische Frauen. Studien zu Gesundheitsverhalten und Krankheitsrisiken liegen für Österreich nicht vor, Untersuchungsergebnisse aus anderen Ländern legen aber nahe, dass lesbische Frauen aus Angst vor Diskriminierung seltener zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, und dass sie höheren psychischen Belastungen, insbesondere im Coming-out Prozess, ausgesetzt sind. Für Menschen mit Behinderung bestehen kaum geschlechtsspezifische Gesundheitsangebote. Frauen und Mädchen mit einer solchen Beeinträchtigung würden aber, was die Bereiche Schwangerschaft, Geburt und Kinder anbelange, häufig diskriminiert: Ihre sexuelle Aufklärung, gynäkologische Versorgung und Mutterschaft beäuge die Gesellschaft immer noch kritisch, heißt es dazu im Bericht.
Der Bericht behandelt weiters die Themen Sucht, Essstörungen und Adipositas, Wohnungslosigkeit, Prostitution, Gewalt gegen Frauen, Frauenarmut, Frauen als pflegende Angehörige sowie die Zusammenhänge zwischen weiblichem Körperbild und psychischer Gesundheit.
21 Ziele für das 21. Jahrhundert
Den Rahmen für die im Bericht enthaltenen Handlungsempfehlungen bildet das Konzept "Gesundheit 21" der Europäischen Region der WHO. Das Konzept, das 21 Ziele für das 21. Jahrhundert definiert, soll Bestandteil der gesundheitlichen Entwicklungspolitik jedes Mitgliedsstaats der Region, die 51 Mitgliedsstaaten mit ca. 870 Millionen EinwohnerInnen umfasst, werden. Die Formulierung und die Auswahl der Zielbereiche erfolgte analog zum inhaltlichen Aufbau des Frauengesundheitsberichts, sodass jedem Kapitel des Berichts eine detaillierte Liste von Handlungsempfehlungen zugeordnet ist. (red)
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"...dass keine Chancengleichheit im Gesundheitssystem für Migrantinnen besteht. So nehmen sie seltener Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch."
den autoren sollte man erklären, was "chance" bedeutet.
ideologisch eingefärbter m*st, wie immer.
"So nehmen etwa Frauen aus niedrigen Einkommensklassen weniger häufig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch als Frauen aus höheren Einkommensklassen."
Das gilt auch für Männer.
Seltsam, dass alle Daten auf eine Vorteil gesundheitlich und im Ergebnis) von Frauen hinweisen und diese dennoch als diskriminierte Opfergruppe dargestellt werden.
über die übertragung von krankheiten bei schwulem sex scheint man ja genauestens bescheid zu wissen.
bei lesben dagegen fehlanzeige, weil man da schwerer gegen diese hetzen kann.
man würde meinen, man unterdrückt sogar bewusst das thema, damit man nicht mädchen und frauen zum "lesbentum" anregt - "österreich braucht viele kinder."
KÖnnen lesbische Frauen denn wirklich NUR an Krankheiten erkranken, die über lesbische Sexpraktiken übertragen werden können?
Welche Übertragungsmöglichkeiten soll es denn nur bei lesbischen Sexpraktiken (welche Praktiken sollen das sein?) geben? Inwiefern soll das Gesundheitssystem hier auch nur irgendwetwas zur Verhinderung oder Behandlung beitragen, was es nicht jetzt auch schon tut?
Oder meinen Sie ernsthaft, dass eine FRau nicht behandelt wird, weil ihre Krankheit durch eine lesbische Sexpraktik eingefangen wurde?
"Die Standard" wäre gut beraten, etwas weniger reißerisch zu formulieren.
konzentrieren sie sich bitte auf den artikel und interpretieren sie nicht ihre fantasien hinein.
im artikel steht "berücksichtigung", ich lese nirgendwo von beachtung!
werden für studienzwecke 20-30jährige männliche studentische studienteilnehmer verwendet, darf man doch auch sagen, dass 60jährige oder frauen nicht wirklich berücksichtigt werden.
d.h. nicht, dass diese nicht die resultate der studien in anspruch nehmen.
das führt bekannterweise manchmal zu nebenwirkungen, weil die medikamente bei senioren oder frauen ein wenig anders wirken, zb wegen des geringeren durchschnittsgewichts oder geringerer durchschnittskörpergröße oder anderen hormonhaushaltes.
Ich hab ja nicht zitiert, als dürfens ruhig ein wenig flexibler sein.
Meine Kritik bezog sich speziell auf die Behauptung, dass LESBISCHE Fraeun keine Berücksichtigung finden?
Zu sprichwörltichen 99,99 % haben lesbische Frauen die selben Anforderungen an das Gesundheitssystem wie andere Menschen.
Zu Ihrem Studienbeispiel: Inwiefern sollen Medikamente bei LESBISCHEN Frauen anders wirken als bei heterosexuellen Frauen?
Welche Krankheiten sollen denn speziell durch lesbische Sexpraktiken (welche?) hervorgerufen werden und was soll konkret das Gesundheitssystem dazu beitragen, dass die Übertragung besser behandelt oder vermieden werden kann?
Anscheinend gibt es nicht den geringsten Grund dafür anzunehmen, dass Lesben in irgendeiner Weise speziell gesundheitlich gefährdet sind und diese besondere Gefährdung wie auch immer gesondert durch das Gesundheitssystem bekämpft werden muss. Wodurch konkret sollen Lesben nun speziell gesundheitlich gefährdet sein und was konkret erwartet man sich an zusätzlichen Leistungen vom Gesundheitssystem? Oder gibts leicht irgendeinen Virus, der sich seinen Wirt nach dessen sexuellen Vorlieben aussucht? ;-)
Naja, hauptsache bestimmte Gruppen können sich wieder diskriminiert fühlen.
Was heisst , es bestehe " keine Chancengleichheit im Gesundheitssystem für Migrantinnen"?? . Sie haben, wenn sie in Österreich legal leben, dieselben Rechte im Gesundheitswesen wie Nicht-Migrantinnen. Es liegt an ihnen, diese wahrzunehmen- z.B. Vorsorgeuntersuchungen. Wenn sie es nicht tun, ist das keine fehlende Chancengleichheit, sondern Desinteressse oder Nachlässigkeit.
oder intelligenz.
nehmen wir einerseits die frau mit mirgrationshintergrund die zuhause kocht und isst, deshalb gesund ist, und nicht zum arzt muss, andererseits die frau ohne migrationshintergrund die nur fastfood isst und deshalb oft zum arzt muss.
weil frauen der größte wählerblock sind den es gibt
und sie deswegen besonders beworben werden.
weil männer wenig interesse an gesundheitsvorsorge haben und polit. engagement in der richtung deshalb kaum belohnt würde.
weil männer keine eigene politische lobby haben.
Früher lebten Frauen klar gesünder als Männer. Heute ist das klar anders. Junge Frauen rauchen mehr, trinken ähnlich viel Alkohol (zumindest bezogen aufs Körpergewicht) und treiben weniger Sport als ihre männlichen Altersgenossen. Wen wunderts, dass sich die Lebenserwartung angleicht?
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