Wien

"Unsere Schule ohne Schlankheitswahn"

13. Mai 2011, 10:02
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    foto: apa/ap/paul sakuma

    Was können Schulen respektive Lehrpersonal fürs positive Körperempfinden und gegen Essstörungen bei ihren SchülerInnen tun? "We like everyBODY" soll darüber aufklären.

Frauengesundheitsprogramm startet SchülerInnen-Wettbewerb gegen Essstörungen und für positives "Körperklima" an Schulen: Kick-Off mit Vortrag und Workshop

Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Esssucht sind weit verbreitet. Rund 200.000 Österreicherinnen leiden einmal in ihrem Leben an einer Essstörung. Doch Magersucht, Bulimie und Esssucht sind keine Ernaärungsprobleme: Eine Essstörung ist eine seelische Erkrankung, die Betroffenen und deren Angehörigen viel Leid verursacht.

Da Essstörungen häufig erstmals in der Pubertät auftreten, sind Schulen oftmals mit Essstörungen ihrer SchülerInnen konfrontiert. Gleichzeitig ist die Schule eine wichtige Lebenswelt für junge Menschen und kann diese unterstützen und Schutzfaktoren durch ein positives "Koöperklima" aufbauen.

"We like everyBODY"

Deshalb veranstaltet das Wiener Programm für Frauengesundheit einen SchülerInnen-Wettbewerb, der im September 2011 an allen Wiener Schulen starten wird. Kick-Off zur Vorstellung von "We like everyBODY! Unsere Schule ohne Schlankheitswahn" ist bereits am 18. Mai: Dann erhalten die TeilnehmerInnen eine detaillierte Präsentation des geplanten Wettbewerbs sowie Informationsmaterialen wie Plakate, Postkarten und Infofolder, um diese dann an MitschülerInnen weitergeben und in den Schulen verteilen zu können.

Intensiv-Workshop zur Prävention

Außerdem wird Niva Piran von der University of Toronto einen Vortrag (in englischer Sprache) darüber halten, wie Schulen ein positives Körperbild ihrer SchülerInnen unterstützen und zur Prävention von Essstörungen beitragen können. Zum selben Thema folgt auch ein Intensiv-Workshop mit Piran am 19. Mai, speziell für PädagogInnen und Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

In diesem Rahmen werden die unterschiedlichen Faktoren, die zu Essstörungen fuüren, aufgezeigt und gleichzeitig wird mit den TeilnehmerInnen erarbeitet, welche Möglichkeiten Schulen haben und welche - oftmals einfachen - schulischen Maßnahmen diese ergreifen können, um Schutzfaktoren aufzubauen und somit präventiv tätig zu sein. Der Workshop wird simultan übersetzt. (red)


Termine

Kick-Off des Wettbewerbs und Vortrag am 18. Mai ab 14 Uhr
Altes Rathaus, Wipplingerstraße 8, 1010 Wien

Workshop am 19. Mai, 9-17 Uhr
Festsaal des Wiener Stadtschulrates 1, Wipplingerstraße 28

Anrechenbarkeit als Fortbildung

Beide Veranstaltungen sind von der Österreichischen Ärztekammer für das Diplom-Fortbildungs-Programm mit 3 (Kick-Off) bzw. 8 (Workshop) freien DFP-Punkten approbiert.
Die Veranstaltung ist beim Berufsverband der Österreichischen Psychologinnen und Psychologen (BÖP) zur Approbation als Fortbildung eingereicht.
Ebenfalls wird um Anerkennung beim Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) angesucht.

Beide Veranstaltungen sind kostenlos und auch unabhängig voneinander zu besuchen.

Anmeldung

Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldung bei Michaela Langer oder 01/4000 - 87 161

Links

Wiener Programm für Frauengesundheit
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien
Postadresse: Thomas-Klestil-Platz 8/2, 1030 Wien
Büroadresse: Schnirchgasse 12/2, 1030 Wien, Zimmer 12.204

Niva Piran

Naphtali
23
13.5.2011, 10:41
"Schlankheitswahn"

Wer durch eine x-beliebige Schule wie etwa die meiner Tochter (Unterstufe) geht, wird sofort, wirklich sofort und auf den ersten Blick feststellen, dass der angebliche "Schlankheitswahn" hier nicht das Problem ist.

Derart viele Übergewichtige sieht man sonst nur, ja wo eigentlich?

Spucks
00
18.5.2011, 08:00

Sie haben den Artikel offensichtlich nicht verstanden.

guggi102
12
16.5.2011, 06:46

Weil die Mädels alle mit 10 ihre erste Diät ausprobieren und dann schön in den Jojo-Effekt hineingeraten.

Thank God I'm A Country Boy
03
13.5.2011, 14:35

ich hab bei den Kids das Gefühl, dass es kaum noch normalgewichtige gibt, insbesondere bei den Mädels.
Da gibt es viele Übergewichtige, und viele total abgemagerte Mädchen.

Und das ist schon ein Symptom des "Schlankheitswahns", auch die Übergewichtigen, mMn, da einem ja überall vermittelt wird, dass "normal" eigentlich schon zu dick ist, und so viele Mädchen eigentlich nur noch lernen, dass ihr Körper nicht "richtig" ist.

Und wenn man nicht zufrieden ist mit seinem Körper und seinem Essverhalten, kann das in beide Richtungen ausschlagen.

Aber das ist nur mein Eindruck, kA, ob das stimmt.

Nevim
01
13.5.2011, 21:41
Da stimme ich Ihnen zu

Übergewicht und Schlankheitswahn sind zwei Seiten der selben Medaille. Es stimmt etwas nicht mit dem Körperbild und mit dem Verhältnis zu Essen.

Graph Bobby
31
13.5.2011, 12:07
Untergewicht vs. Uebergewicht

Stimmt, auch ich bin der Meinung, dass von "Schlankheitswahn" nur bei UNTERgewicht die Rede sein kann. Die Forderung nach der Vermeidung von UEBERgewicht, hat nichts mit Schlankheitswahn zu tun, sondern ist schon alleine aus gesundheitlicher/medizinischer Sicht durchaus angebracht; spaetestens dann, wenn es sich um wesentliches Uebergewicht handelt.

Minister der Ökomonie
01
13.5.2011, 22:50
Es ist zu unterscheiden zwischen...

...einer schlichen Fehlernährung durch etwa falsche Erziehung, oder aber einer Essstörung. Wie ich das verstehe, geht es hier um das Körperbild und das Körperbewusstsein. Wer seinen Körper nicht akzeptiert, zudem (oder dadurch) seelische Probleme hat, ist deutlich gefährdet, eine Essstörung zu entwickeln. Und diese kann eben drei Richtungen annehmen, hat aber dieselbe Ursache. Ein Kind kann moppelig sein, weil es vor einem Wachstumsschub ist, oder mager, weil ein Wachstumsschub voraus ging, oder aber durch die Vielfalt der Gene und der Lebensweisen. Das alles ist aber von krankhaftem Verhalten und einer SEELISCHEN Erkrankung deren Körperform ein SYMPTOM ist, zu unterscheiden!

rr772
11
13.5.2011, 12:40
Das will aber niemand hören.

Sondern meine Wampe will gepflegt sein, wenn ich Schokolade ess, bin ich glücklich und alles andere ist Schlankheitswahn, habt mich gern!

Minister der Ökomonie
04
13.5.2011, 22:57
Wissen Sie...

...es zieht einen die Gänsehaut auf, wenn ein achtjähriges NORMALGEWICHTIGES Mädchen anfängt, sich selber zu quälen, weil es verlacht wird, weil ihm nicht an allen Ecken und Enden Knochen raus stehen. Weil die Mitschülerinnen sich an den mageren Vorgaben der Medien halten und gar nicht mehr wissen, was normal ist und was fett. Wenn dieses Mädchen beginnt, zu hungern und seinen Körpern abzulehnen.
Glauben Sie mir, zwischen einem stolzen Ranzen und einer gequälten Schutzschicht liegen Welten! Niemand nimmt ab, nur weil man ihn auslacht - so wie Leistungssportler keine bessere Leistung bringen, wenn man sie laufend verunglimpft. Und wer keine Ahnung hat, hält sich besser sowieso von Kindern fern.

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