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Wien - ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz möchte Frauenthemen diskutieren: Im Rahmen einer von ihm ins Leben gerufenen Diskussionsplattform "Medienqualität der Zukunft" will Wrabetz eine Reihe von Expertinnen unter der Leitung von FM4-Chefin Monika Eigensperger Fragestellungen rund um das Thema "Medien und Frauen" erörtern lassen. Das gab der ORF am Dienstag per Aussendung bekannt.
Konzept zur Umsetzung der Gleichstellung ist Pflicht
"Es sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Forderungen von Frauen in jeder Hinsicht gleichberechtigt wahrgenommen und behandelt werden. Wenn dem nicht so ist, machen auch die Medien Fehler", befindet der ORF-Generaldirektor in der Aussendung. Diese Sensibilität in Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern im ORF muss Wrabetz auch bei seiner neuerlichen Bewerbung zum Generaldirektor an den Tag legen. Der Stiftungsrat verlangt nämlich von den Generaldirektoren-AnwärterInnen "ein realistisches und effektives Konzept zur Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern im ORF".
Frauen-Positionen berücksichtigen
Inputs könnte Wrabetz die Expertinnengruppe liefern, die unter anderem über folgende Fragen diskutieren soll: Welche Rolle übernehmen Medien im "gender & diversity"-Diskurs? Welche Anliegen haben Frauen an die Medien? Wie kann der ORF im Rahmen professioneller Medienarbeit die Anliegen und Positionen von Frauen bestmöglich berücksichtigen? Neben führenden ORF-Mitarbeiterinnen haben auch externe Expertinnen wie die Journalistinnen und Autorinnen Sibylle Hamann und Elfriede Hammerl sowie Vertreterinnen aus Wissenschaft und der Kommunikationsbranche ihre Teilnahme zugesagt.
Frauenschwund
Ein oft kritisierter Mangel der Ära Wrabetz ist die geringe Anzahl der Frauen auf der DirektorInnenebene im ORF. Nach dem Abgang der ehemaligen Kaufmännischen Direktorin Sissy Mayerhoffer hält Brigitte Wolf hier als einzige Frau unter 13 Männern die Stellung. Im Falle seiner Wiederwahl soll dieser Frauenanteil unter den DirektorInnen und LandesdirektorInnen "signifikant steigen", wie Wrabetz unlängst erklärte.
Lob von Heinisch-Hosek
Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist die Expertinnengruppe ein Zeichen dafür, dass Frauenanliegen im ORF gestärkt werden: "Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn Anliegen von Frauen sind Anliegen der Hälfte unserer Gesellschaft. Dass sie jetzt noch stärker thematisiert und berücksichtigt werden, bringt uns alle weiter." (APA/red)
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