Deutschland

Kampf gegen "Bitterfotzen"

24. Mai 2011, 07:00
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    foto: reuters/petar kujundzic

    Schreckensbild "Bitterfotzen Amazonen": Das gemeinsame Feindbild von der gegangenen Gleichstellungsbeauftragten Ebeling und Männerrechtlern.

Neuerlicher Zusammenstoß von Frauengruppen und Männerrechtlern: Der Fall um eine geschasste Gleichstellungsbeauftragte empört Männervereine - und bestärkt die Überzeugung von einer feministischen Verschwörung

Was muss eine Gleichstellungsbeauftragte falsch machen, damit man sie abwählt? Monika Ebeling im niedersächsischen Goslar macht's vor: Sie sperrte sich gegen "einäugige", sprich feministische, Agenden und legte sich für Männersachen ins Zeug. Und vergaß dabei selbst, ihr zweites Auge offen zu lassen. Sie boykottierte eine Ausstellung eines Netzwerks gegen häusliche Gewalt, attestierte einer weiteren Anti-Gewalt-Aktion (Stichwort Semmerl-Sackerl aka Brötchen-Tüten) Männerfeindlichkeit und wurde im Gegenzug nicht müde, für die unterjochten Männer in die Bresche zu springen.

Das stieß der Stadt, die Ebeling als Gleichstellungs- und nicht als Männerbeauftragte eingesetzt und bezahlt hat, schließlich sauer auf. Die Linken wollten ihren Abgang, Unterstützung kam von den Grünen und der Homebase der Renegatin, der SPD: Ebeling wurde letzte Woche mit 25 zu 10 Stimmen des Amtes verwiesen, die Stelle soll künftig nur mehr ehrenamtlich besetzt werden. Ihrem Einsatz gegen den staatlich verordneten Feminismus will Ebeling weiterhin nachkommen - und dagegen ist gar nichts einzuwenden, im Gegenteil: Eine überzeugte Frau soll ihren Weg gehen. Das Gleichbehandlungsbüro war allerdings die unpassende Kampfzone.

Dass das diverse Männerrechtsgruppierungen so nicht sehen, überrascht nicht: Die Feministinnen - von Ebeling vornehm "verbitterte Alt-Feministinnen", in Internetforen "Bitterfotzen Amazonen" genannt - haben eine edle Reckin im Kampf gegen das Unrecht zur Strecke gebracht, vernimmt man dem Internet-Tenor. Eine Frau, die das Gleichbehandlungsgebot der Stunde (für benachteiligte Männer) umsetzen wollte und gescheitert ist an den feingesponnenen Netzwerken der Feministinnen, wird da schnell zur Symbolfigur. Ein gestürzter Engel, der so ungemein vorbehaltlos die Dinge ansprach, die vielen Männern auf der Seele brennen: "Verhütungsbetrug", "Schwangerschaftsbetrug", "Zwangsvaterschaft", "Zwangsarbeit für die aufgezwungene Frau/Familie", die "tabuisierte Frauengewalt" - der ganze Pulk an Problemen eben, die sich aus "gesellschaftlich befürworteter Männerverachtung" entwickelt haben.

Ebeling packt auch in ihrem Blog alle möglichen Argumente gegen das drohende Matriarchat in verräterische Worthülsen mit wissenschaftlichem Anstrich: Sie lässt Walter Hollstein der guten Sache ebenso wie Gerhard Amendt fürsprechen. Dass es ihr mit solchem Backup nicht um Gleichbehandlung, sondern um die Beendigung selbiger geht, dämmert spätestens bei diesen Namen.

Ebeling hätte sich besser die Job Description durchgelesen, bevor sie den Posten als "Gleichbehandlungsbeauftragte" angenommen hat: Mit so wenig Verständnis für den geschlechtsneutralen Ansatz hatte sie dort nichts verloren. Bei einer offensiven Ablehnung ihres Kernaufgabengebietes muss man gar nichts von Feministinnen-Netzwerken und feministischer Verschwörung munkeln: Das wäre so, als wittere man ein Komplott der FIFA, wenn sie Marlies Schild nicht bei der Fußball-WM aufstellen. Ebeling war einfach fehl am Platz. (bto/dieStandard.at, 24.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
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derjungeroemer
02
17.7.2011, 15:51

Schreckensbild "Bitterfotzen Amazonen": Das gemeinsame Feindbild von der gegangenen Gleichstellungsbeauftragten Ebeling und Männerrechtlern.

Zitat Ende
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WER hat "Bitterfotzen Amazonen" gesagt?
monika ebeling?
a eh net, aber immerhin von unbekannt "in internetforen so genannt"......

diesen dummen ausdruck hier mit hineinzunehmen,
ALS ÜBERSCHRIFT, sogar als GEMEINSAMES feindbild,
ist journalistische sonderschule, tiefstes krone-niveau.

freiheitdermeinung
00
Man sollte die Dinge beim Namen nennen

die Stadt haette aufhoeren sollen von einer Gleichstellungsbeauftragten zu sprechen und haette wie es inzwischen in Oesterreich schon fast die Regel ist den Titel "Frauenbeauftragte" verwenden muessen. Klar: den job darf natuerlich nur eine Frau machen. Dann haetten die Maenner mit Fug und Recht einen "Maennerbeauftragten" fordern duerfen. Darf beiderlei Geschlechts sein. So wie es jetzt in Wien einen Fahradbeauftragte/n gibt. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Gackerl-Beauftragter faellt mir da auch noch ein.

q_e_d
16
"hätte sich besser die Job Description durchgelesen, bevor sie den Posten als "Gleichbehandlungsbeauftragte" angenommen hat"

Ein sehr wahrer Satz, denn unter "Gleichbehandlsungsbeauftragten" darf man sich niemanden vorstellen, der die Belange beider Geschlechter ernst nimmt ...

q_e_d
11

Verzeihung! Vergessen zu gendern ...

super1
10
Meine seriöse Erstzeitung berichtete:

>>Um den Konflikt zu verstehen, muss man zurück an seinen Anfang, zu den Brötchentüten. Diese wollten sie in Goslar anlässlich der Kinderschutzwoche mit dem Spruch "Gewalt gegen Kinder und Frauen kommt nicht in die Tüte" bedrucken. Ein Brötchen darf ja durchaus auch mal als politischer Denkanstoß dienen. Frau Ebeling aber erhob Einspruch: Diese Formulierung sei ideologisch; sie insinuiere, dass Frauen grundsätzlich Opfer und Männer grundsätzlich Täter seien. Dem Gedanken aber, dass durchaus auch Frauen von Zeit zu Zeit eheliche Konflikte mit der Kraft des Stiletto-Absatzes lösen, mochte sich das Netzwerk häusliche Gewalt offenbar nicht anschließen - jedenfalls kamen weder Männer auf die Tüte noch die Frauen von ihr runter. Einzige Konseque

SandalTolk
 
30
Mit Verlaub, soll das heissen, dass Sie in einer unseriösen Zeitschrift posten?

Ihr Zitat beweist lediglich wie tief unsere Gesellschaft gesunken ist: Es werden keine Zahlen, keine Studien als Grundlage politischer Entscheidungen genommen, sondern Gerüchte!

Es geht nicht primär um den Kinderschutz! Es wird lediglich die Stimmung verbreitet, der Mann sei der Täter, um die Existenzberechtigung der Frauenhäuser in den Zeiten eines Gewaltschutzgesetzes zu retten.

Obwohl der Mann - wenn er der Täter sein sollte - des Hauses verwiesen werden kann, werden noch immer Frauenhäuser statt Gewaltschutzhäuser betrieben. Sollte die Politik die Zahlen und Fakten genauer hinterfragen, so würde dies den Garaus dieser Einrichtungen bedeuten.

Sie durch die Erzeugung einer misandrischen Stimmung zu retten ist einfach schäbig.

F.B.
 
08
so ein falscher artikel - das gibts nur beim standard oder den grünen

sie hat sich gewehrt gegen diese ausstellungen weils dinge zum ausdruck gebracht haben wie: "frauen werden von männern misshandelt" - das ist ka gleichstellung, die realität zeigt auch dass es umgekehrt gewalt gibt und man eben bei gleichstellung nicht eine ausstellung machen kann die gewalt nur in die eine richtung zeigt sondern _alles_

aber nein das passt keiner fanatischen feministin ins bild: männer sind manchmal auch opfer - nene der gegner ist nie opfer sondern ein besiegter.

grauselig, und so wird feminismus keinen meter vorankommen weil ihn nichteimal frauen unterstützen unter diesen gesichtspunkten

obibiber
00

lustig, die Ö-variante hieß bandion-ortner, die wurde zwar "entsorgt", aber mit nem aufsichtsrat-posten+richter-ding versorgt...

Mac Smith
05
30.5.2011, 15:49
"attestierte einer weiteren Anti-Gewalt-Aktion (Stichwort Semmerl-Sackerl aka Brötchen-Tüten) Männerfeindlichkeit"

Mit der "Tütenaktion" verhielt es sich wie folgt:
anläßlich einer "KINDERschutzwoche" sollte "Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt uns nicht in die Tüte" auf die Tüten gedruckt werden.
Das blendet zum einen völlig aus, daß ein großer Teil der Gewalt gegen Kinder durch deren Mütter ausgeführt wird.
Zum anderen bringt es einen Geschlechts/Genderfaktor ein, der zum Erreichen des Ziels (Stellungnahme gegen Gewalt an KINDERN) völlig überflüssig ist.

obibiber
40

sie tun so, als wäre gewalt an kindern völlig ausgeschlossen aus strafrecht. gewalt gegen kinder kann a.) angezeigt werden und b.) wird gewalt gegen kinder auch strafrechtlich verfolgt und c.) müssen nicht kinder anzeigen, sondern haben (im gegensatz zu andren) etliche einrichtungen (kindergarten, schule, etc.), die anzeige erstatten bei gewalt gegen kind...
die mitsprache von kindern muss erweitert werden, aber ansonsten ist gewalt gegen kinder nicht straffrei.

SandalTolk
 
04
So lange nur "Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder" auf einer

Brötchentüte gedruckt wird, folgt, dass die Gewalt der Frauen gegen Kinder ausgeblendet werden soll: Unterschwellig wird signalisiert, dass ja nur der Mann als Gewalttäter in Frage kommt.

Wer sich ein bisschen mit der Psychologie der Werbung auskennt, kann den Sinn und Zweck solcher Botschaften klar erkennen: Es geht darum, die Verfolgung der Gewalt durch Frauen auszuschliessen! Und zwar auch dann, wenn sie sich gegen Kinder richtet.

Mit Verlaub, aber damit kann kein zivilisierter Mensch einverstanden sein.

K. K. Lacke
02
sie lesen nicht genau genug

"Das blendet zum einen völlig aus, daß ein großer Teil der Gewalt gegen Kinder durch deren Mütter ausgeführt wird.
Zum anderen bringt es einen Geschlechts/Genderfaktor ein, der zum Erreichen des Ziels (Stellungnahme gegen Gewalt an KINDERN) völlig überflüssig ist."

hier steht NICHTS über die straftechtliche Relevanz

bitte lesen sie genauer

Cocooning
07
30.5.2011, 13:40
Wer sich zu diesem spannenden Thema

gerne aus einer Seriösen Tageszeitung informieren möchte:

http://www.sueddeutsche.de/karriere/... -1.1099113

Alle anderen können ja weiterhin schlecht recherchierte und tendenziöse Beiträge wie oben stehenden lesen.

naturgemäßigt
14

So liest sich das also, wenn das Thema von einem richtigen Journalisten behandelt und nicht für einen persönlichen Kreuzzug gegen das Weltmännertum instrumentalisiert wurde..

Don schlau on
04
28.5.2011, 00:21
Leider bleibt uns die Standard die Hintergründe

für den Boykott schuldig.

"Sie boykottierte eine Ausstellung eines Netzwerks gegen häusliche Gewalt, attestierte einer weiteren Anti-Gewalt-Aktion (Stichwort Semmerl-Sackerl aka Brötchen-Tüten) Männerfeindlichkeit"

Der gewichtige Grund ist aber im Netz aufzufinden!

Daniil Charms
 
315
26.5.2011, 22:52

Der Artikel markiert einen weiteren Rekordtiefpunkt auf dem Niveau von diestandard: diffamierend-ironisch gegenüber Männern ("unterjochte Männer"), mit Schuld durch Assoziation argumentierend, und schlussendlich oberlehrerhaft vom "geschlechtsneutralen Ansatz" näselnd. Ich lass mir jetzt den Mageninhalt ein zweites Mal durch den Kopf gehen.

henning riepen
210
25.5.2011, 20:04
Gleichstellung in Österreich ?

Wie wir auf unserem letzten Väterkongress in Karlsruhe (www.vaeterkongress.vaeteraufbruch.de) aus "erster Hand" (erneut) erfahren haben, ist es um die Gleichstellung innerhalb von Österreich noch schlechter bestellt, als in Deutschland. Es gibt offensichtlich noch sehr viel zu tun - packen wir es an! Gelegenheit bietet dazu auch die Papatour (www.papatour.eu), die am 16. Juni in Bregenz startet. (Väter aus) Österreich, wir (Väter aus euren Nachbarländern) warten auf euch - auch Monika - und treffen uns am 25. Juni in Hamburg.
ALLEN KINDERN BEIDE ELTERN!

Gschisti Bohawiczek
95
29.5.2011, 11:55
wenn ich an meinen Vater denke, dann steigt in mir immer noch die Wut auf,

weil er so deppert und so männlich war, dass es einer nur grausen kann vor solchen dummen Typen!
Es ist einfach nicht wahr, dass Kinder solche Haberer als "Väter" brauchen.
Es ist aber wahr, dass solche Haberer über die Kinder und daher auch über die dazugehörige Frau die Kontrolle wieder haben wollen - und zwar ganz legal und per Gesetz! Daraus wird hoffentlich nix, Burschen.

polytropolis
02

hmmm...
Aber eine Frau hat diesen Mann zu ihrem Vater erkoren!
Trägt sie nicht auch einen Teil der Verantwortung ihnen gegenüber?

obibiber
03

diese leute sind aber auch ein schreckgespenst für väter, die sich tatsächlich um ihre kinder kümmern und sie nicht als besitz, prestige oder sonst was ansehen...

SandalTolk
 
06
29.5.2011, 22:20
Sie betrachten also alle Väter pauschal als Gewalttäter, nur weil Ihr eigener Vater einer war?

Haben Sie Ihren Psychotherapeuten schon mal danach gefragt, warum niemals die Verantwortung der Mutter in solchen Beziehungen hinterfragt wird?

Valerie Solanas, die Ikone des Radikalfeminismus (SCUM) wurde auch von ihrer Mutter misshandelt. Trotzdem hasste sie nur die Männer!

Ich hoffe sehr, dass solche hasserfüllte Menschen, niemals im Bereich Hilfen bei häuslicher Gewalt arbeiten: Nicht auszudenken welche katastrophalen Entscheidungen euresgleichen treffen, wenn Frauen behaupten, dass sie geschlagen wurden, aber selbst die Täterin sind!

Diese Frauen haben die Kontrolle über die Kinder und den dazugehörigen Vater!

Dass dies in 50% der Fälle so ist, gilt als international gesichert: http://www.csulb.edu/~mfiebert... ssault.htm

Mynnia
45
26.5.2011, 11:59

"Allen Kindern beide Eltern"...hm, immer diese komische Zweierzahl...ich wär mehr für "Mehr Eltern für jedes Kind" à "Mutual Adoption Club" in Aldous Huxley's "Island" :D
Aus dem einfachen Grund, dass ich "Schizophrenie und Familie", ein Thema mit dem sich mehrere Wissenschaftlergruppen beschäftigten, gelesen habe und da zum Schluss kam, dass eine Familie und insbesondere Kinder immer Personen außerhalb dieses engen Kreises brauchen. (Man stelle sich den Wahnsinn, der in Zweierbeziehungen vorkommen kann mal mit einem formbaren Kind dazwischen vor...)
Ist so mein Buchtipp für Eltern.

Frage:
Was machts für AlleinerzieherInnen, wo ein Elternteil einfach nicht mehr da ist, in welcher Form auch immer? Bietet ihr Hilfe im Alltag etc. an?

henning riepen
25
26.5.2011, 13:03
Hilfe für AE-Innen

@ Mynnia, die Beste Hilfe ist, wenn sie nicht auf sich allein gestellt ist. Kinder brauchen beide Eltern - auch nach der Trennung - häufig sogar dann noch mehr.
Es gilt also die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Aus eben diesem Anlass hat sich eine Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftragte engagiert - und wurde kurzerhand geschasst. Das ist doch hier die Fragestellung, oder nicht?

Lectrice
04
26.5.2011, 20:24

Kinder bräuchten vor allem VOR der Trennung beide Elternteile.

Der Unkurze
13
27.5.2011, 09:07

"nach einem Unfall brauchen Menschen medizinische Versorgung"

"Ja aber auch vorher sollten sie regelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen"

Das ist ziehmlich genau ihre Argumentationslinie.

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