Jugendmonitor-Studie

Junge Generation nach dem Geschmack der ÖVP

Ina Freudenschuß, 23. Mai 2011, 16:48

Endlich hat sich die schwarze Wundertüte "Wahlfreiheit" geöffnet: Mädchen können Hausfrau werden - Kommentar

Jetzt haben wir es wieder einmal schwarz auf weiß: Österreichs weiblicher Nachwuchs sieht seine Zukunft bei Heim und Herd. So in etwa lautet die Message der brandneuen Jugendmonitor-Studie des Wirtschafts- und Familienministeriums, die am Montag präsentiert wurde.

Stereotypen regieren?

Besser hätten es die ÖVP-StrategInnen nicht lancieren können, um ihr Dogma von der "Wahlfreiheit" für Mütter einmal mehr empirisch unter Beweis zu stellen. Gleich hieß es bei der Pressekonferenz von Familienminister Mitterlehner dann auch, man "müsse Rollenbilder akzeptieren", die Politik dürfe nichts vorschreiben. Die Höhe der Frauenpensionen ist für die ÖVP also offensichtlich kein politisches Thema.

Skandalisierung gerechtfertigt?

Doch lässt sich aus dieser Studie tatsächlich eine einheitliche Aussage über die Familienvorstellungen von Jugendlichen treffen und ist die Skandalisierung der Ergebnisse somit gerechtfertigt? Immerhin 55 Prozent der befragten Mädchen befürworten die Aussage, Hausfrau sein zu wollen, wenn der/die PartnerIn so viel verdient, dass der Lebensunterhalt gesichert ist. Das liest sich in der Tat wie ein Schlag in die Magengrube von Feministinnen und Frauenpolitikerinnen, die für ein ökonomisch unabhängiges Leben von Mädchen und Frauen kämpfen.

In der Studie lassen sich aber auch noch andere Meinungen finden: Dieselbe Ansicht ("Hausmann sein") teilen nämlich auch 34 Prozent der Buben, was darauf schließen lässt, dass bei dieser Frage wirklich reines "Wunschdenken" Mutter des Gedankens war. Auch die Reaktion auf die Aussage "Die Männer sind genauso für die Kindererziehung verantwortlich wie die Frauen" liest sich nicht wie die Bestätigung reaktionärer Geschlechterstereotypen: 79 Prozent der Buben und 87 Prozent der Mädchen bejahten diese Aussage. Immerhin 75 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Buben finden es gut, "wenn beide Elternteile abwechselnd einen Teil der Zeit in Karenz gehen und zu Hause bleiben". Am Telefon befragt, hört sich für Jugendliche eben vieles gut an, auch wenn sich die Aussagen als Ganzes genommen gehörig widersprechen.

Wunsch nach einem sorgenfreien Leben

Es mag schockieren, dass Mädchen die Option der Hausfrau für sich noch immer in Betracht ziehen. Wenn Scheidungsstatistiken, sich wiederholende Wirtschaftskrisen und die Ausdünnung der sozialen Sicherungssysteme nicht in Bezug zum eigenen Lebensentwurf gesetzt werden, grenzt das schon an pathologischer Realitätsverweigerung, könnte mensch meinen. Andererseits drückt dieser Wunsch aber nur auf stereotype Weise aus, was der Herzenswunsch ganz vieler ÖsterreicherInnen ist: nicht sinnentleert arbeiten zu müssen und dabei wohlhabend zu sein.

Es ist wirklich nicht schwer, aus Studien jene Aspekte herauszuholen, die für die eigene politische Agenda von Nutzen sind. Die Skandalisierung solcher Studien-Ergebnisse hilft aber am wenigsten jenen Frauen, die gern "die Wahl" auf ein unabhängiges Leben hätten - mehr wird ihnen von der Regierungspartei bis heute ja nicht zugestanden. Selbst die ÖVP weiß, dass adäquate Kinderbetreuung in Österreich an allen Ecken und Enden fehlt. Mit der Verwirklichung von tatsächlicher Wahlfreiheit für Frauen wäre deshalb schon einmal ein großer Brocken geschafft. Träumende Mädchen vorzuschieben, weil die eigene Umsetzungskraft fehlt, ist im Jahr 2011 hingegen der eigentliche Skandal. (freu, dieStandard.at, 23.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 97
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Alwis
 
01
15.9.2011, 19:44
Und die Kinder?

Warum eigentlich fragt kaum einmal jemand, was die kleinen Kinder möchten:
Bei Mama + Papa sein, bei der Oma, bei der Tagesmutter.....?
Wie viele Kleinkinder möchten wohl in die Krabbelstube?

Daher fragen wir:
Was brauchen die Kinder - was tut ihnen gut?

http://www.wolfmayr.org/familie/v... p?f=1&t=40

aqualung
00
25.6.2011, 13:39
teffend auf den punkt gebracht

dieselben jugendlichen, die vermehrt fpö wählen, stellen sich ihr ideales erwachsenendasein tatsächlich so vor: egal, ob mann oder frau, ist für sie perfekt, nicht arbeiten zu müssen (wobei ich denke, dass ihnen egal ist ob sinnvoll oder sinnentleert) und dennoch finanziell keine probleme zu haben, ob durch unterstützung vom staat oder vom partner.
deshalb sehe ich auch die wirkliche herausforderung darin, diesen jugendlichen motivation zu vermitteln, so dass sie selbst etwas beitragen wollen - indem sie einige jahre in gute kindererziehung investieren oder einen guten job finden ist da eher sekundär!

M Ivan Undso
10
13.6.2011, 21:39
bitte bitte ich..

ich will hausmann und von meiner frau ernährt werden!!!!!
ich überzieh das bett, putz das klo und mach ein kind?!? wir wärs??

Freigeistin1
02

Frauen sollen doch bitte die freie Wahl haben! Kinderbetreuungsplätze für die, die es wünschen - finanzielle Unterstützung für die, die lieber ihre Kinder selbst grossziehen und erziehen.

Alwis
 
01
15.9.2011, 19:40
Richtig - Wahlfreiheit

Wir befürworten:
Wahlfreiheit für Mütter, Mütter sind mündige Bürgerinnen!

Dagegen meinen die Linken immer, sie müssten den Frauen vorschreiben, wie sie leben sollen.

Mehr hier:
http://www.wolfmayr.org/familie/v... ?f=1&t=830

Flea
20
25.5.2011, 16:53

"Es ist wirklich nicht schwer, aus Studien jene Aspekte herauszuholen, die für die eigene politische Agenda von Nutzen sind."

ersetze 'politische' durch 'feministische'

Alwis
 
00
15.9.2011, 19:58
Studien und Experten

Gegen Studien und Experten sind wir sehr misstrauisch geworden. Sie werden hauptsächlich dazu verwendet, die eigenen Ziele zu untermauern - oft auch mittels massiver Manipulation.
Und was sich alles Experte schimpft!

Deswegen haben wir einmal selber eine Umfrage gemacht, damit wir erfahren, was die jungen Eltern wirklich bei der Kinderbetreuung möchten.
Und hier das Ergebnis der privaten Umfrage:

http://www.wolfmayr.org/familie/v... f=30&t=156

A.B. Artig1
10
30.5.2011, 18:46

Oder maskulistische.

Und?

Thomas Felder1
00

oder klerikale ;-)

A.B. Artig1
00

oder bürokratische :))

miss
11
25.5.2011, 13:18

Geht es bei der Gleichbehandlung und beim Feminismus nicht auch um die freie Wahl (der Frau)? Dass ihr zwar Optionen angeboten werden, aber sie immer noch die freie Wahl hat, was sie machen möchte und was nicht? Warum werden wir Frauen nun wieder zu etwas gezwungen und dürfen nicht selbst entscheiden, was wir tun möchten?

Früher wurden Frauen gewzungen zu Hause zu bleiben, nun werden sie zum Arbeiten gezwungen. Es hat sich also letztendlich absolut NICHTS an der Entscheidungsfreiheit der Frau geändert! Außer dass man es jetzt so darstellt, als ob man den Frauen damit was gutes tut...

red15rose1096
01
22.6.2011, 20:47

Sie haben recht, viele Frauen trauen es sich in der heutigen Zeit nicht mehr zu sagen, dass sie "Hausfrau" sind, obwohl das genauso ein Beruf ist. KEINE Frage, ich glaube wir sind so weit, dass wir nicht darüber diskutieren müssen, dass es natürlich ist, dass Frauen arbeiten, doch sollte man die Gleichstellung nicht vergessen und Frauen respektieren, die ihre Kinder (wenn sie Zeit und die Möglichkeit haben, sich Zeit zu nehmen) zuhause erziehen wollen. Es ist eine Art wie jede andere Form der Erziehung und es sollte keine negative Aufmerksamkeit geben, wenn eine Frau (oder auch ein Mann!) das Kind bis zum dritten oder vierten Lebensjahr nicht in eine Krabbelgruppe oder Kindergarten senden will.

Nevim
01
26.5.2011, 07:04

Die "freie Wahl" zwischen den Optionen Karriere und Kinder ist in Wirklichkeit keine. Echte Freiheit würde bedeuten, sich gar nicht entscheiden zu müssen, für Männer ist es ja auch selbstverständlich, dass sie beides haben.

Freigeistin1
11

Echte Freiheit? Was soll denn das sein?
Frauen bekommen nun einmal Kinder. Traurig dass biologische Tatsachen ignoriert werden und Frauen den Männern "gleichgestellt" werden!
Frauen sind Frauen und Männer sollen Männer bleiben (dürfen)!

Thomas Felder1
00

ganz im gegenteil, männer haben weniger wahl als frauen

Drughi
41
26.5.2011, 13:23

kurze antwort , ist denke ich biologie unterricht 2. oder 3. klasse unterstufe wenn ich mich nicht irre. oder googeln sie nach wie werden babys gemacht.

Thomas Felder1
01

ich fürchte ich verstehe den zusammenhang nicht

A.B. Artig1
00
30.5.2011, 18:47

Clockwork Orange war viel zu komplex für Sie, fürchte ich.

Drughi
00
30.5.2011, 20:51

die kunst ist nicht etwas komplexes komplex wiederzugeben , sondern komplexe themen einfach zu erklären.

zu komplex war es nicht , aber auch dort ist nicht der erste gedanke der richtige wie sich zum schluss herausstellt.

A.B. Artig1
01

Komplexe Themen einfach zu erklären nennt man Populismus.

miss
31
26.5.2011, 08:26
Teil I

Ja, aber Männer können nunmal keine Kinder bekommen! Sie werden auch die nie Möglichkeit haben zu erfahren, wie es sich anfühlt, für 9 Monate ein Kind in sich zu tragen und welche Bindung man zu diesem ungeborenen Kind aufbaut. Das ist der Lauf der Natur. Wir können nicht gegen unsere biologische Ausstattung angehen, daher versuchen wir das beste draus zu machen - nämlich wir geben Frauen die Möglichkeit, sich zu entscheiden. Wie man aus dieser Studie sieht, ist es für Frauen kein "Fluch" oder irgendwas negatives, dass sie Kinder bekommen und Männer nicht und sich daraufhin entscheiden müssen - sie sehen es sogar als etwas positives.

A.B. Artig1
13
30.5.2011, 18:48

Das ist absolut unerheblich für die weitere Gestaltung der Karrieremöglichkeiten.
Auch schwedische Männer werden dieses Gefühl nicht kennen, trotzdem hindert sie nichts daran, auch in Karenz zu gehen und damit die Karriere ihrer Partnerin oder der Mutter ihrer Kinder zu ermöglichen.

Freigeistin1
00

Es ist einzig und alleine Angelegenheit der Familie wer/ob in Karenz geht. Warum soll man jmd. dazu zwingen? Auch Frauen werden nicht dazu gezwungen! Karenz ist immer noch freiwillig!
Nur das zu Hause betreuen/oder Tagesmütter soll eben genauso gefördert werden wie das Geld in Kinderbetreuungseinrichtungen zu investieren!
Das wäre dann eine echte freie Wahl.

A.B. Artig1
00

Frauen werden nicht gezwungen?

Klar, lassma das Balg einfach allein zu Huas, während wir arbeiten gehen, oder wie?
Wenn nur 1-5% der Männer dazu bereit sind, werden die Frauen eine IRRE Wahl haben.

Thomas Felder1
01

richtig !!!!!!!!!!!!!! sign

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