Anti-Babypille

50 Jahre Pille in Europa

27. Mai 2011, 11:33
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    foto: reuters/kimimasa mayama

    Vor 50 Jahren war die Pille auch in Europa erhältlich. Neueste Forschungen ergeben, dass durch das Ausscheiden von Hormonrückständen männliche Fische weibliche Merkmale aufweisen.

Vor 50 Jahren kam die Anti-Babypille auf den europäischen Markt - In Österreich wurde sie 1962 zugelassen und als sexuelle Befreiung empfunden

Leipzig - Moralwächter vor allem in der katholischen Kirche sahen in ihr eine Gefahr für Sitte und Anstand. Für viele Frauen jedoch war sie ein befreiender Durchbruch. Vor 50 Jahren kam in Europa die erste Antibaby-Pille unter dem Namen Anovlar auf den Markt. In Deutschland war das Verhütungsmittel ab 1. Juni 1961 erhältlich, in Österreich wurde es 1962 zugelassen.

Niemand ahnte damals freilich, dass die Pille das Leben der Frauen derart beeinflussen würde. Heute ist sie eines der am meisten genutzten Verhütungsmittel. Mit der Pille konnten die Frauen erstmals selbst bestimmen, wann und wie viele Kinder sie bekommen wollten. Paare mussten keine Angst mehr vor ungewollten Schwangerschaften haben und empfanden die Pille als sexuelle Befreiung.

Die Antibaby-Pille war so revolutionär, dass sie 1961 zunächst als Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen eingeführt und anfangs nur verheirateten Frauen verschrieben wurde. Konservative Moralhüter aus Kirche und Politik liefen Sturm. Auch deshalb wurde die Pille anfangs eher verhalten aufgenommen.

Pillenknick der 70er-Jahre

Doch der aufbegehrenden jungen Generation kam sie gerade recht. Immer mehr Frauen schluckten das kleine Dragee, was Anfang der 70er Jahre zum sogenannten Pillenknick führte. Die Zahl der Geburten brach deutlich ein.

Die katholische Kirche bleibt bis heute schärfster Widersacher der Pille. Im Jahre 1968 veröffentlichte der damalige Papst Paul VI. die Enzyklika "Humana Vitae". Darin verbietet die katholische Kirche den Gläubigen jegliche Form von Verhütungsmitteln mit der Begründung, der sexuelle Akt sei nur dann sittlich gut, wenn er der Fortpflanzung diene. Auch Papst Benedikt XVI. hält daran fest.

Den Siegeszug der Pille konnte dies nicht aufhalten. Weltweit wird sie heute von rund 60 Millionen Frauen eingenommen. Anders als die Pillen der ersten Generation, die noch ein hoch dosierter "Hormon-Cocktail" waren, sind die heutigen Präparate wesentlich niedriger dosiert und verträglicher. Ohne Nebenwirkungen sind die Pillen aber nach wie vor nicht.

Männliche Fische mit weiblichen Merkmalen

Für Schlagzeilen sorgten zuletzt die von Bayer vertriebenen Antibaby-Pillen Yaz und Yasmin, die mit Lungenembolien und Todesfällen junger Mädchen in Deutschland, der Schweiz und den USA in Verbindung gebracht werden. KritikerInnen fordern einen Verkaufsstopp für diese Form der Antibaby-Pille. Bayer hingegen argumentiert, die Pillen seien "sicher und wirksam", sofern sie gemäß den Anweisungen genommen werden. Tatsächlich kann es nicht nur bei Yaz und Yasmin, sondern generell bei Antibaby-Pillen vor allem im ersten Jahr nach Beginn der Einnahme in seltenen Fällen zu Embolien kommen.

Darüber hinaus macht WissenschaftlerInnen noch eine ganz andere Beobachtung Sorge: Zumindest bei Fischen konnten sie nachweisen, dass Hormonrückstände der Antibaby-Pille im Wasser Schaden anrichten können. Die künstlichen Hormone der Pille werden über Toiletten und Klärwerke hinaus in Gewässer geschwemmt - mit der Folge, dass manche männliche Fische weibliche Merkmale ausbilden. (APA)

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NirvanArchie
10
für die männlichen fische mit weiblichen merkmalen

ist eher BPA in diversen plastik-mixturen verantwortlich als pillenrückstände....

Freigeistin1
54

Die Pille hat die Frau endgültig (zum jederzeit verfügbaren) Sexobjekt gemacht. Aber was solls, viele wollen das ja - und nennen es dann auch noch "selbstbestimmt" ;-)

Von den medizin. negativen Folgen der Hormone ganz zu schweigen ... Die Pille hat die Frau jederzeit verfügbar gemacht. Viele junge Mädls wissen heute gar nicht mehr wann ihre fruchtbaren Tage sind, wie man das berechnet ect.
Schade eigentlich so gegen den eigenen Körper zu handeln.

Aber klar, die Männer sind froh darüber - können ihren Spass haben (meist) ohne Konsequenzen ;-)

Hui Buh
44
Aber klar, die Männer sind froh darüber - können ihren Spass haben (meist) ohne Konsequenzen ;-)

Sie werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für möglich halten, aber auch Frauen haben ihren Spaß dabei, machen nicht nur die Beine breit daliegend, wie ein Brett um IHN gewähren zu lassen und dabei zu denken: Wann ist dieses Höllenspektakel denn endlich vorüber?
Schwer vorstellbar für Sie, ich weiß, aber glauben Sie mir, ich kenne sogar mehrere die Sex wirklich mögen. ;o)

Freigeistin1
13

Davon war auch nicht die Rede. Aber wieviele, va. junge Mädls machen es ihrem "Freund" zu liebe, weil sie eben glauben sie "lieben" ihn und sind dann furchtbar enttäuscht wenn der zur nächsten weiterzieht. Und von ONS ganz zu schweigen - (die meisten) Frauen wollen eben mehr als nur Sex - Vertrauen und Gefühle sind die Basis für guten Sex.
Ich mag Sex übrigens auch sehr sehr gerne - keine Sorge
:-)

baroli
30

Kriegen tuns halt keinen mehr, so ein Pech.

Freigeistin1
02

Echt? Sie wissen ja wirklich alles *lol*

Frustriert erscheinen eher Sie mir, mit solchen Aussagen ;-)
Ich bins nicht, keine Sorge. Sonst wären wir wohl nicht mehr verheiratet ;-)

baroli
30

Wenn alle Frustrierten geschieden wären, gäbe es gleich 80% statt 50%, Sie Weltfremde.

Freigeistin1
02

Wenn Sie die Ehe oder das Wort "Frust" nur auf Sex beziehen mag dies stimmen. Eine Ehe besteht aber eben aus mehr als nur Körperlichkeiten ;-)
Sie ist eine Einheit, sowohl auf wirtschaftlicher als auch emotionaler Ebene.
Wenn man sich wegen jedem "Frust" scheiden lassen würde, uiii, dann haben Sie Recht, dann hätten wir wohl die 100% erreicht ;-)
Zusammenhalten (auch in bösen/frustigen Zeiten) ist eben der Sinn der Ehe ... Auch wenns viele vergessen haben.

Hui Buh
11
Hehe, eine Mischung aus sowohl, als auch, denke ich. ;o))

Sie verstehen mich...*zwinker*

hedonis44
02
29.5.2011, 12:47
Danke!

ganz, ganz lieben dank dafür! ;-)

gnadevorrecht
81
29.5.2011, 19:58
Ja, was für eine Segnung war und ist diese Pille. Und die pöse, pöse röm.kath. Kirche ist schon wieder Mal der Spielverderber. Oder sieht die Wahrheit doch anders aus?

Was für eine Freiheit soll das sein? Liebe und Geschlechtlichkeit wurden getrennt; durch einschlägige Jugendmagazine werden Teenager (leider erfolgreich) zur Frühpromiskuität verleitet. Die Kirche ist KEIN Spaßverderber - sie sieht in der Geschlechtlichkeit etwas höheres und wertvolleres als die Wortführer der heutigen Gesellschaft(smagazine): Eine sakramentale Begegnung zwischen zwei Liebenden, die "sich" füreinander bis zur Ehe aufgehoben haben. Interessant werden die nächsten Jahrzehnte: Die Geburtenausfälle (auch durch Abtreibungen) werden die Pensionen der heutigen "Verhütungsgeneration" stark reduzieren.

Eigentlich hat der Teufel nur die Strategie gewechselt: Vom heidnischen Fruchtbarkeits- zum neuheidnischen Unfruchtbarkeitskult.

NirvanArchie
10
sex is an evil, disgusting, degrading act spawned by the devil himself

that you reserve for the person you love most
says the preacherman

Hui Buh
12
Großartig formuliert.

Hat mich sehr erheitert, Sie besitzen viel ironischen Humor. ;o))

Freigeistin1
42

Sehe ich genauso - auch wenn ich mit der Kirche nichts am Hut habe.
Traurig wenn viele heute Sex nur als "Freizeitbeschäftigung" oder nur aus Spass betreiben. Wo bleibt die Liebe? Die Verantwortung für den Partner?
Schade auch dass sich viele Mädls so billig hergeben - klar, den Männern machts Spass - heiraten werden sie solche Mädls sicher nicht. Die stehen dann schnell alleine da.

Hui Buh
24
*ROFL* Ich glaube immer wieder, ich lese einen

Backfischroman aus dem 19. Jhdt.
*kopfschüttel*

die rote baronin
15
30.5.2011, 13:16
So, so.

Gut, wenn das Bevölkerungswachstum gebremst wird. Das Pensionssystem kann man viel, viel leichter ändern, als später dann jene Problem zu lindern, die durch die Überbevölkerung verursacht wurden. Bei uns! In anderen Ländern würde eine bessere Geburtenkontrolle vielen, vielen Menschen einfach nur mal das Leben retten.
Zudem: Jede Sexualmoral gründet genau darauf, die Nachkommenschaft einzugränzen und die Väter der Kinder bestimmen zu können (in Zeiten, wo es noch keine Vaterschaftstest gab). Das hat nichts mit Liebe usw. zu tun. Sehr oft endete sowas ganz, ganz böse für betroffene Frauen.
Die Nachteile der Pille liegen ausschließlich im gesundheitlichen Bereich.

kaliope1
14
30.5.2011, 12:14

". Die Kirche ist KEIN Spaßverderber - sie sieht in der Geschlechtlichkeit etwas höheres und wertvolleres als die Wortführer der heutigen Gesellschaft(smagazine): Eine sakramentale Begegnung zwischen zwei Liebenden, die "sich" füreinander bis zur Ehe aufgehoben haben." wer nach den skandalen der letzten jahre noch immer solche sätze über die lippen bringt, muss wahrlich gläubig sein.

Helicopterman
15
30.5.2011, 10:09
Bei solchen ewiggestrigen und weltfremden Ansichten

darf sich ja wirklich niemand wundern warum die katholische Kirche in entwickelten Ländern von immer wenigeren noch irgendwie ernst genommen wird. "Verbietet die katholische Kirche den Gläubigen jegliche Form von Verhütungsmitteln mit der Begründung, der sexuelle Akt sei nur dann sittlich gut, wenn er der Fortpflanzung diene", das hört sich wohl eher nach einer Legebatterie als nach lustvollem und schon gar nicht selbstbestimmtem Leben an.

Freigeistin1
50

Man ist also ewiggestrig wenn man Gv vor der Ehe (oder zumind. festen Beziehung) ablehnt???
Ich finde man ist eher wählerisch!

gnadevorrecht
12
30.5.2011, 20:35
Sie dürfen den Medien halt nicht alles kritiklos glauben.

Die Kirche sagt nämlich auch, dass eine natürliche Empfängisregelung "sittlich gut" ist. Diese Art der Empfängisverhütung hat übrigens einen gleichen Wert im Pearl-Index wie Kondome.

Freigeistin1
23

Das stimmt. Ich habe immer nur mittels Temp./Tagemethode verhütet - seit über 25 J. klappt es hervorragend (2 Wunschkinder).

baroli
32

Bei der Frequenz Ihrer GVs kein Wunder.

Freigeistin1
12

Was Sie schon wieder alles wissen *lol*
Big Brother? Spanner?

baroli
20

Beides.

Freigeistin1
23

Aufpassen, sonst lernen Sie meine Hunde kennen ;-)))

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