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Berlin - Jörg Kachelmann ist am Dienstag vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Eine langjährige Geliebte hatte den 52-Jährigen beschuldigt, er habe sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für den Fernsehmoderator gefordert. Kachelmann hatte die Vorwürfe stets bestritten, es stand Aussage gegen Aussage. Das Gericht folgte letztlich der Verteidigung.
"Fatale Signalwirkung"
In einer ersten Reaktion kritisierte die Frauenrechtsorganisation Terres des Femmes den Freispruch: "Durch die Berichterstattung um diesen Prozess und die Vorverurteilung der Klägerin in Teilen der Öffentlichkeit geht ein fatales Signal aus an alle Betroffene von sexualisierter Gewalt", befürchtet Geschäftsführerin Christa Stolle. "Sie werden sich in Zukunft noch weniger trauen, Anzeige bei einer Vergewaltigung zu erheben."
Außerdem werde gewalttätigen Männern nicht das Gefühl vermittelt, dass übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen verwerflich sei, so Stolle weiter: "Selbst eine moralische Ächtung durch die Öffentlichkeit ist kaum noch vorhanden, wenn sich Prominente für beschuldigte Männer öffentlich einsetzen."
Schwarzer auf Seite der Anklägerin
Indes bekommt auch "Bild"-Kolumnistin Alice Schwarzer nach dem Freispruch Vorwürfe von einem Kollegen zu hören. Sie hatte für die "Bild"-Zeitung über den Prozess gegen Jörg Kachelmann wegen schwerer Vergewaltigung seiner Ex-Freundin geschrieben und sich dabei deutlich auf die Seite der Frau gestellt.
Die "Emma"-Verlegerin hat damit nach Ansicht von "Süddeutsche"-Autor Hans Leyendecker jegliches journalistisches Renommee verloren. "Die war ja nicht Berichterstatterin, sondern die hat sich selbst zum Mittelpunkt gemacht", kritisierte Leyendecker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Sie hat eine These gehabt, an der hat sie immer festgehalten."
Die 68-jährige Feministin habe sich nicht an die journalistischen Grundsätze wie Objektivität gehalten, sondern immer nur den einen Film abgespielt, egal was passierte.
Bleibt auf ihrer Linie
Trotz Kritik bleibt die Frauenrechtlerin auch nach dem Freispruch bei ihrer Haltung: "Man muss auch Respekt vor dem möglichen Opfer haben", sagte sie.
Die Nebenklägerin - Kachelmanns Ex-Geliebte - habe "sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe". Der Prozess habe gezeigt, dass Kachelmann "nicht nur diese Frau gezielt manipuliert hat". "Er kommt nicht ins Gefängnis, es bleibt alles offen", sagte Schwarzer. (APA/red)
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Wer glaubt, in einem Strafprozeß geht es um Gesellschaftspolitik, der hat den Grundsatz des Rechtsstaates nicht verstanden.
Es geht nur darum ob der Angeklagte im "konkreten Fall" schuldig ist.
Für die Verurteilung darf keine Rolle spielen ob das ein gutes oder schlechtes Signal ist.
Frau Schwarzer schließt Vergleich: (auch interessant)
http://www.hoecker.eu/rechtsfragen.htm
die in ihren frühen jahren sehr viel positives für die frauen geleistet hat, sich jetzt in solche untiefen begibt. damit schadet sie nicht nur ihrem lebenswerk, sondern auch der sache selbst.
Laut bildblog.de hat Alice Schwarzer gerade einen Vergleich mit Kachelmanns Ex-Anwalt abgeschlossen. D.h. sie gesteht ein, dass sie gelogen hat und muss 14.000 EUR zahlen. Soviel zu ihrer Integrität und wahrheitsgemäßen Berichterstattung.
Hier ist eine andere Quelle:
http://www.hoecker.eu/rechtsfragen.htm
Ich kann nicht viel über den Prozess sage, da ich die Sache kaum verfolgt habe.
Aber mir scheint, Fr. Schwarzer und andere wollen, dass an Kachelmann ein Exempel statuiert wird. Egal ob er schuldig ist oder nicht - man muss ihn verurteilen, um zu zeigen, dass es geht und um die Opfer von sexueller Gewalt zu bestärken.
Ich fürchte, da erweisen Sie eben jenen Opfern einen Bärendienst.
dass die vom sta bestellte gutachterin (!) schon nicht bereit war die aussagen des angeblichen opfers zu bestätigen.
ich habe größten respekt vor vergewaltigungsopfern ( deren schmerz ein leben lang nicht vergeht) die es schaffen sich einem langwierigen und für sie sehr belastenden verfahren zu stellen und bin selbstverständlich dafür jeden, dem eine vergewaltigung eindeutig bewiesen werden kann, so lange wie möglich im gefängnis schmoren zu lassen.
aber in diesem fall muss man auch akzeptieren können, dass die präsentierte geschichte einfach zu schwammig war. und wir dürfen uns - das ist ein eiserner grundsatz unseres rechtssystems für das wir sehr lange gebraucht haben - nicht dazu verleiten lassen aus (mit-)gefühl zu verurteilen
eines der mutmaßlichen OPFER ist der Herr Kachelmann, das andere die Klägerin
egal wie sie es drehen und wenden, es sind BEIDE mutmaßliche Opfer, einerseits einer MÖGLICHEN Vergewaltigung, andererseits einer MÖGLICHEN Verleumdung
Kachelmann wird weiterhin den Makel anhaften haben, MÖGLICHERWEISE doch eine Vergewaltigung begangen zu haben
da wir leider keineswegs in der Lage sind, die tatsächlichen Vorgänge zu rekonstruieren und es in der Vergangenheit nachweislich zu Falschbeschuldigungen gekommen ist, werden wir es nie erfahren
da es nachweislich auch Falschbeschuldigungen gibt
muss man sich auch die Frage stellen, ob die KLÄGERIN die Wahrheit gesagt hat oder nicht
ZWEIFEL sind immer legitim...
die bei einer sehr dünnen Beweislage ihn 4 Monate ihn U-Haft warf (erhielt nichtmal der U-Bahnschläger der ienen Schädelbasisbruch verursachte udn sogar dabei gefilmt wurde!), udn ihn ein ganzes Jahr lang einem unwürdigen und dem REchtsstaat verhöhnenden Verfahren unterwarf.
Was den Verantwortlichen da eingefallen ist entzieht sich meiner Kenntnis, ruft jedoch Bestürzung und Abscheu auchbei vielen Juristen hervor!!
das muss eine Gesellschaft aushalten. Wer aber an den Grundfesten des Rechtstaates rüttelt überschreitet für mich eine Linie die jeder weiteren Diskussion unwürdig ist. "In dubio pro reo" ist eine dieser Grundsätze - Basta.
Die Sachen die Schwarzer angeblich sagt/schreibt und ihre eigenen Worte stimmen so gut wie nie überein. Nicht mal ansatzweise.
Ich hab keinen Satz von ihr selbst gehört oder gelesen, in dem sie Kachelmann vorverurteilt hätte. Sie hat nur die Vorverurteilung der Nebenklägerin als Lügnerin verweigert.
Unschuldsvermutung muss halt für alle gelten.
"Es gibt kein Drumherum mehr: Jörg Kachelmann habe ein ,Verbrechen der besonders schweren Vergewaltigung begangen, so die Staatsanwaltschaft."
und „Ein männlicher Angeklagter ist gesellschaftlich, medial, ja sogar juristisch viel stärker als so eine weibliche Nebenklägerin. Wer in diesem Fall auch nur erwog, die Ex-Freundin könnte vielleicht die Wahrheit sagen, der wurde plattgemacht."
Beides Zitate von Alice Schwarzer.
Im ersten Zitat, zitiert Schwarzer die Staatsanwaltschaft. Ich nehm doch stark an, dass diese für einen Schuldspruch plädiert hat?
Das zweite Zitat entspricht ebenfalls den Tatsachen. Sie können sich die Stricherlverteilung hier im Forum selber anschaun, sobald man äussert, dass es nicht gesagt ist, wer von den beiden lügt.
Sie hat ihn wiederholt als Lügner und Betrüger hingestellt (nicht schön aber rechtfertigt kein Gefängnis) und ihre Ansichten zum Prozess verbreitet - wohlgemerkt, ohne dabei gewesen zu sein. Die Entrüstung der echten, professionellen Gerichtsreporterin sagt eigentlich alles.
Schwarzer war Prozessbeobachterin war also bei der Vehandlung sehr wohl dabei.
Kachelmann war ein Lügner und Betrüger, das ist aus dem Prozess eindeutig hervorgegangen und nichts anderes hat Schwarzer gesagt. Sie hat aber auch immer hervorgehoben, dass dies zwar seine Glaubwürdigkeit schädigt, aber eben auch kein Grund ist ihn der Vergewaltigung schuldig zu sprechen und an sich kein Verbrechen.
Aber klingt halt gut wenn die Schwarzer genau so unreflektiert und vorverurteilend wie die Gegenseite geschrieben hätte, also (partial) zitiert man sie halt einfach so. Leute die es gern glauben und zu unkritisch sind um selber nachzulesen finden sich immer.
stimmt, die meisten vergessen ganz gern, wer damit angefangen hat, mit der vorverurteilerei und dass die schwarzer dann erst die bühne betreten hat, weil sie meinte, da würde zu einseitig aus der kachelmannwarsnicht-perspektive geschrieben... womit sie nicht unrecht hatte. ob man allerdings unrecht mit unrecht ausgleichen kann, nun ja.
und mei, die wenigsten lesen doch, was die schwarzer tatsächlich schreibt, ca. 99% dessen, was man ihr vorwirft, findet sich in ihren texten nicht, ich hab mir mittlerweile angewöhnt nachzuschlagen, wenns wieder einen vorwurf gibt, aber meistens stehts bei ihr ganz anders. nun ja, jetzt gibts ja endlich mal einen vorwurf, der zu stimmen scheint! also schwarzerhasser: drauf haun! so oft gibts die chance nicht!
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