Neuer Asylantrag für türkische Transfrau bereits gestellt - Grüne Korun fordert Überprüfung des letzten Verfahrens
Wien - Die Menschenrechtssprecherin der Grünen Alev Korun fordert ein Neuaufrollen des Asylverfahrens der türkischen Transsexuellen Yasar, der bei Abschiebung am 15. Juni unmenschliche Behandlung bis hin zum Tod droht. Das Verfahren sei "äußerst mangelhaft" geführt und Transsexualität mit Homosexualität verwechselt worden, so Korun. Auch seien die "massiven Verletzungen und Narben" von Yasar vom Asylamt Innsbruck nicht berücksichtigt worden.
In einem fast identischen Fall hat eine türkische Transsexuelle nach wenigen Monaten in erster Instanz Asyl bekommen. Der "zusätzliche Skandal" ist laut Korun, dass der vom Innenministerium finanzierte "Verein für Menschenrechte" die Berufungsfrist ungenützt verstreichen ließ, was zu einem vorzeitigen Ende des gesamten Verfahrens geführt habe. "Der Asylfall von Yasar muss daher unverzüglich neu angeschaut und alle Beweise berücksichtigt werden. Jemand, der aufgrund seiner sexuellen Orientierung so schwer verfolgt und misshandelt wurde und dem Tod entronnen ist, darf nicht in Schubhaft angehalten werden und muss nach Genfer Flüchtlingskommission Asyl bekommen."
Neuer Antrag
Einen ersten Teilerfolg konnten TransX und Asyl in Not indes
verkünden: Am Freitag wurde neuer Asylantrag gestellt. Nun liegt es am Innenministerium, schnell
zu entscheiden. "So könnten die Fehler der Vergangenheit wieder gut
gemacht und Yasars Leben gerettet werden", meinen die beiden Vereine in einer Aussendung.
Auch Korun sieht in dem neuen Antrag eine Chance für Asylsamt und Innenministerin, den Fall neu zu bewerten und der verfolgten Person endlich Schutzstatus zu gewähren. "Alles andere wäre eine Verhöhnung der Genfer Flüchtlingskommission." (red)
Demonstration
Das Netzerk zum Schutz von LGBTIQ Flüchtlingen in Österreich und
viele Freundinnen und Freunde fordern das Aufenthaltsrecht für Yasar:
"Treten wir gemeinsam für Gerechtigkeit auf! Yasar darf nicht sterben!"
Am Montag, 13.6. um 18:30 Uhr wird dafür an der Uni-Rampe (Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien) demonstriert.
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TransX