Strauss-Kahn-Affäre

"Alter, Macht, geiler Typ"

17. Juni 2011, 09:38
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    foto: ap/shannon stapleton

    Dominique Strauss-Kahn als Symbol für die Machtverhätlnisse der globalen Wirtschaft - so ein Fazit der am Donnerstagabend stattfindenden Diskussion zum Thema "Der IWF - globale Ökonomie und/oder Sex & Crime?".

Die Affäre Strauss-Kahn als Symbol für Ausbeutung - Fazit einer Debatte: Sinnbild globaler Machtverhältnisse - "Herrschaft des Nordwestens über den Süden personifiziert"

Wien - Die öffentliche Auseinandersetzung mit der Affäre Strauss-Kahn bedürfe einer ökonomiekritischeren Deutung. So lautete das Fazit der Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion "Der IWF - globale Ökonomie und/oder Sex & Crime?" am Donnerstagabend in Wien. Der Akt privater Machtdemonstration durch den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, in Form der mutmaßlich versuchten Vergewaltigung eines Zimmermädchens, könne auf die globale Wirtschaftspolitik umgelegt werden.

Damit könne der Fall als Folie für das Aufzeigen von Ausbeutungsverhältnissen fruchtbar gemacht werden, so der Tenor der vom Verein "Frauensolidarität" und dem Institut für Internationale Entwicklung organisierten Veranstaltung. Der Internationale Währungsfonds (IWF), repräsentiert durch den weißen Mann, und die dunkle Frau, das Opfer dieser Institution - dieses Bild sei symptomatisch für die Herrschaftsordnung der globalen Ökonomie, so die Politikwissenschafterin und Ökonomin Gabriele Michalitsch.

Fünf Sektoren der globalen Ökonomie

"Ich denke, dass wir hier die Herrschaft des Nordwestens über den Süden personifiziert haben", interpretierte Michalitsch den Fall Strauss-Kahn. Gleichzeitig greife dieser aber auch die Problematik des Ungleichgewichts im Verhältnis der Geschlechter auf, welcher der Weltwirtschaft nach wie vor eingeschrieben sei.

Die globale Ökonomie sei, so die Politikwissenschaftlerin und Ökonomin, in fünf Sektoren strukturiert. Dabei bilde der Finanzmarkt, gefolgt von dem realen und profitorientierten Sektor der Kultur- und Leistungsproduktion, die Spitze. Darunter befänden sich die staatliche Dienstleistungsökonomie, der informelle Sektor und schließlich der unbezahlte Bereich der häuslichen Versorgungsarbeit.

Während die Spitzenbereiche stark maskulin dominiert seien, fände sich am unteren Ende der Hierarchie das verkehrte Bild. Diese Sektoren seinen stark feminisiert. Besonders problematisch sei daran, dass nur die ersten drei Sektoren als Ökonomien anerkannt und damit sichtbar seien. Der informelle oder unbezahlte, weiblich dominierte Sektor hingegen sei "allgemein nicht Gegenstand ökonomischen Denkens in unserer Tradition", meinte Michalitsch, die hier dringenden Handlungsbedarf sieht.

Folie eines globalen Ausbeutungssystems

Auch die Ökonomin Karin Schönpflug spann die Affäre über die Überlegung "Alter, Macht, geiler Typ, wieder mal das falsche gemacht" hinaus weiter. Der Fall sei vor der Folie eines globalen Ausbeutungssystems zu verstehen. "Diese wenigen Frauen, die es im Nahverhältnis erwischt, auf die schaut man halt mehr", so Schönpflug. Tatsächlich seien aber Millionen Frauen von Ausbeutung verschiedenster Art betroffen. Dass der Skandal aber mehr bewege und interessiere, sei menschlich. "Weil diese Millionen Frauen, die sieht man nicht", erinnerte Schönpflug.

Die Kommunikationswissenschafterin Brigitte Geiger zeigte im Fall Strauss-Kahn auch eine positive Dimension auf. Die rasche Verhaftung und Aklage Strauss-Kahns weise darauf hin, dass die feministischen Bemühungen der vergangenen Jahre auf fruchtbaren Boden gefallen seien: "Das heißt, es hat sich was verändert, auch institutionell." Sexueller Missbrauch sei nicht mehr so leicht zu bagatellisieren, schlussfolgerte Geiger.

Die Frage, wie mit der medialen Berichterstattung, mit dem Aufwerfen von immer neuen Nebenschauplätze in der Affäre Strauss-Kahn, umzugehen sei, zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussion. Genauso wie die kursierenden Verschwörungstheorien sei auch die Debatte über sexuell Handlungsspielräume nur schwer einzuordnen. Angesichts dieser Komplexität sei hier nicht verwunderlich,"dass man lieber auf den Kasperl aus der Kiste schaut", schloss die Ökonomin Schönpflug die Diskussionsrunde. (APA)

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17 Postings
Amelia Earhart
00
20.6.2011, 08:11

Affaire Strauß Khan als Symbol für Ausbeutung:
Sommerloch? Interpretationswut? Zu wenig
Geld am Konto - Hilfe ich brauch ein Thema?

Kleines Sumpfhuhn
02
19.6.2011, 11:32

Ja, man kann auch in jeden Scha* einen Orkan hineininterpretieren.

GeWi, oft unfreiwillig komisch.

Radio Eriwan
00
18.6.2011, 15:48
Und begonnen hat alles so.

Gottvater schuf ...

Dr Stänkerer
14
17.6.2011, 18:43
Wer sich über sexuellen Missbrauch und Ausbeutung von Frauen und Kindern (zurecht) echauffiert...

sollte bedenken, dass es nicht nur der "Nordwesten" ist, in dem Menschenhandle und Zwangsprostitution und - kirchlich begünstigter - Kindesmissbrauch üblich sind. Während diese Sachverhalte jedoch im "Nordwesten" strafbar sind und richtigerweise zu Festnahmen führen dürfen in vielen Dutzenden der "augebeuteten" südlichen Länder alte geile Männer sich ein oder mehrer kleine Mädchen (denen meistens zuvor von Mutter und Tante die äußeren Geschlechtsorgane abgesäbelt wurden) von deren Eltern kaufen und für den Rest ihrer Tage einsperren, missbrauchen, vergewaltigen, schwängern, verprügeln, und bei Misfallen "verstossen". Vollkommen legal und mit dem Segen der "heiligen Männer" und Stammesältesten. Daran ist sicher auch der "Nordosten" schuld...

Attila der Hunnenkönig
 
00
17.6.2011, 17:36
Eine eigenwillige Interpretation

Das politische Verhältnis von Frankreich und USA ist hier überhaupt nicht untersucht.
Vergewaltigung ist ein schweres Verbrechen.
DSK ist als sexuell besonders aktiv auch schon vorher bekannt gewesen. Er war eine Zeitbombe die tickte. Für mich ist die Behauptung des Zimmermädchens glaubwürdig. Die Ableitung der Politikwissenschaftlerin halte ich für extrem polemisch und unakademisch.

LadyDoolittle
00
18.6.2011, 19:10
Auch ich glaube dem Zimmermädchen.

Ich verstehe aber einen Punkt nicht:

Es war nicht in einem menschenleeren Park, nicht in Folge eines Überfalles, etc.

Ich hätte ihn so gebissen und seine Bällchen gequetscht, dass er so gebrüllt hätte, dass das ganze Hotel zusammenläuft.

Im Hotel hätte er mich nicht umbringen können. Im Schmerz kommen auch die Aggressionen später. Und der Nachweis wäre auch einfacher gewesen.

kopfsalat
00
19.6.2011, 14:10
seine bällchen?

johnson?

noirc80
22
18.6.2011, 19:57

interessanter einwurf. ich würde nicht in einen anderen rein beißen wollen. denken sie, es würde ihnen tatsächlich so leicht fallen? zweitens: sie sind allein in dem zimmer mit jemandem, der ihnen vielleicht deutlich körperlich überlegen ist, wir wissen ja nicht, wie die angestellte physisch so drauf ist, der dsk sieht jetzt nicht grad sehr schwach aus.. dann erwartet man doch auch nicht, dass da ein nackter ums eck kommt und auf einen drauf springt. theoretisch klingt das alles so schön, was sie schreiben, in der praxis: schreck, angst, ekel, schock...

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
17.6.2011, 17:29
Mein Gegenargument

wurde von 5-6 weissen Frauen unterschlagen.

Der Österreicher
01
17.6.2011, 15:35

Jung, Hübsch, geile Frau.

Gibts auch bei euch.

Anton J. Helmreich
11
17.6.2011, 14:00
da wurde was wesentliches vergessen

er ist auch noch schuld am ozonloch, treibhauseffekt und erdbeben - vulkanausbrüchen und zunami - bzw atomkathastrofe

man lese in der biebel über sodom und gom. - dann weiss man woran alles böse liegt

mein gott welch schwachsinn - und das im standard - ich bin entsetzt

Anton J. Helmreich
05
17.6.2011, 13:57
mein gott

wie wahnsinnig muss man sein, wenn man so absurdes hineininterpretiert !!

ein triebgesteuertet perverser nicht weniger, aber auch nicht mehr

alexanderletten
 
03
17.6.2011, 13:46

"Ich denke, dass wir hier die Herrschaft des Nordwestens über den Süden personifiziert haben", interpretierte Michalitsch den Fall Strauss-Kahn."

Das ist doch Mumpitz.
Die Geschichte ist noch nicht mal in den Gerichtssälen, geschweige denn überhaupt Stoff solche Interpretationen.

DV8
05
17.6.2011, 11:13
Erster!

der weiße, nordwestliche mann aber auch die weiße nordwestliche FRAU haben ihren jetzigen wohlstand der jahrhundertelangen, bis heute andauernden, ausbeutung der restlichen geografischen flächen zu verdanken. kritik zu üben ist OK, aber dem bösen immer nur eine männliche maske aufzusetzen ist ein bishen gar einfach. zeugt für mich eher von kronenzeitungsjournalismus.

und was auch lustig ist, ist die tatsache dass sich frauen in unserer gegend über unbezahlte hausarbeit aufregen, wo die jüngeren frauengenerationen ab den 80ern eh kaum noch was zu hause "hackln" bzw. was nicht tötliches kochen können, wo doch eigentlich die frauen der dritten welt diejenigen sind die wirklich geschützt werden sollen weil die tatsächlich arg ausgeb. werden.

Rahoul
00
22.6.2011, 08:15
Als Nicht-Nordwestler sag ich:

Der Vorsprung (ich nenn's nicht Überlegenheit) des Westens ist dem Erfinder-u. Ideenreichtum seiner Ingenieure und dem Blut, Schweiß u. Tränen der Arbeiter-u. Bauernschaft geschuldet.

Danke für den Aquädukt.

sljudanka
03
17.6.2011, 16:45
Naja, ihre Theorie dass EUropa reich wurde weil es andere Regionen ausbeutete ist reichlich umstritten

so wurde etwa Spanien durch den Raub des Inkagoldes nur kurz reich, verlor langfristig aber an Boden gegenüber anderen europ. Ländern die sich auf die eigenen Beine stellen mussten.

Die grossen ausbeuterischen Kolonialstaaten (England, Frankreich) konnten trotz der von ihnen aufgezeigten Ausbeutung der Kolonien auch keinen überragenden Wohlstand aufbauen, im vergleich zu Ländern mit wenigen/keinen Kolonien (Deutschland, Österreich, Russland).

Man munkelt sogar, dass die Rechnung des Kolonialismus negativ war, d.h. im Endeffekt die Kolonien mehr kosteten als einbrachten.

Und -nagut, China kaufte Rohstoffe in armen Ländern, Deutschland auch, was solls?

Heute leben rohstoffexportierende Länder ganz gut vonihren Rohstoffen...

noirc80
13
17.6.2011, 22:56

wow, das ist mal eine andere perspektive... gutes plädoyer für fair trade!

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