Frauenfußball im "Playboy"

Ganz brav auf sexy Hexy

Ina Freudenschuß, 21. Juni 2011, 12:35
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    foto: ap/axel heimken

    Ball-Jongleuse Alexandra Popp hat sich bisher nicht nackt in den Medien präsentiert. Bei "Bild" heißt sie dennoch "unser blonder Tor-Engel".

Die deutschen Fußballspielerinnen sind weder lesbisch noch hässlich, das wollten sie mit ihrem "Play Boy"-Shooting klarstellen. Wie öd.

Die deutsche Nationalmannschaft im Frauenfußball vermarktet sich feminin-erotisch. Das zeigte sich im Vorfeld bereits durch diverse Fotoshootings in Abendkleidern und Werbeaufnahmen für Parfümerien und gipfelt jetzt, kurz vor dem tatsächlichen Anpfiff der WM, mit einem Erotik-Shooting im deutschen Playboy.

War das wirklich nötig? Wenn man die fünf Spielerinnen fragt, die sich dazu entschlossen haben, dann lautet die Antwort ja. Sie wollten mit der Aktion gegen das "falsche Bild der unattraktiven Fußballerin kämpfen", wird Spielerin Kristina Gessat im Playboy zitiert. „Wir wollen dieses Mannweiber-Klischee widerlegen. Die Botschaft ist: Seht her, wir sind ganz normale - und hübsche - Mädels", erklärt die 20-Jährige.

Sex sells

Dass "Sex sells" nicht zuletzt in der Sportwelt gilt, ist eine Binsenweisheit. Mit erotischem Glanz steigt auch die Vermarktbarkeit der Spielerinnen. Dieses Phänomen hat sich zuletzt erst bei den Beachvolleyball-Spielerinnen gezeigt, die, seit sie von den Verbänden zu knappen Höschen und Bikini verpflichtet werden, mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen und dadurch auch selbst mehr verdienen.

Dennoch: Im Jahr 2011 noch über das Klischee "Mann-Weiber" im Frauenfußball sprechen zu müssen, ist schon wirklich traurig. Was die einen als Errungenschaft feiern ("Es spielen immer mehr süße, hübsche Mädels Fußball, die auch shoppen gehen und Wert auf ihr Äußeres legen", Spielerinnen-O-Ton im "Playboy") ist für die anderen eine Niederlage. Denn der Frauenfußball konnte bisher als Oase für jene Frauen gelten, die sich eben nicht über Schminktipps und "Body Mass Index" identifizierten. 

Vertane Chance

Die Frauenfußball-WM hätte das Potential gehabt, jenseits dieser herkömmlichen standardisierten und sexualisierten Darstellungen Sportlerinnen als Stars zu feiern und damit auch jenen Frauen Mut zu machen, die den herkömmlichen Schönheitsanforderungen nicht entsprechen wollen bzw. können. Das gleiche gilt für die sexuelle Orientierung. Nun erweist sich die massenmediale Aufmerksamkeit für Frauenfußball als Boomerang für die bisherige Subkultur. Der Preis dafür ist auch bei Fußballerinnen auf Weltmeisterinnen-Niveau der heterosexuell-gefällige Körper.  "Seht her" Männer, alles im harmlosen (d.h. passiv-sexualisierten) Bereich. Aber warum sollen wir Feministinnen die Frauenfußball-WM dann bitteschön noch abfeiern? (freu, dieStandard.at, 21.6.2011)

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j.haug
00
11.7.2011, 21:06
scharf, die fußball-frauen!

"Im Jahr 2011 noch über das Klischee "Mann-Weiber" im Frauenfußball sprechen zu müssen, ist schon wirklich traurig."
ja. das sehe ich auch so. können die frauen denn nicht einfach fußball spielen? dass sie toll aussehen, sehen wir auch in den trikots :)

Amy4
00
schnell, schön, scharf sollen sie sein - die neue selbstdarstellung bedient alte klischees

der sport spiegelt eine gesellschaft, in der sexismus weiterhin eine grosse rolle spielt. von einem konservativen element wie dem fußball zu erwarten, daß dass er zum aufbrechen von rollenbildern beiträgt, ist illusionär. statt dessen herrscht klammheimliche freude, dass das lesbenklischee im `frauenfußball`langsam vom sexy-girl-klischee verdrängt wird - es passt besser ins patriarchale weltbild."
http://www.tagesspiegel.de/kultur/fu... 78166.html

merlin . west
10
Die gestiegene Aufmerksamkeit hat sicherlich ...

... auch zu der vermehrten Repräsentation sozial akzeptierter Geschlechterkonstellation, wie sie außerhalb dieser "Oase" funktionieren beigetragen. Das sollte man sicherlich nicht abfeiern.
Ob wir Feminist_innen solche Veranstaltungen generell abfeiern sollten, darf aber debattiert werden. Nationwettkämpfe sind ohne Nationalismus und nationalistische Vereinnahmung ihrer Protagonist_innen nicht denkbar. Dabei kommt hinzu, dass Nationalismus und Feminismus sich letztens Endes auch nur schwer zusammendenken lassen, ohne erst recht wieder in reaktionäre Denkmuster zurückzufallen - Feminismus wird von Nationalist_innen ja doch nur dann bemüht, wenn es daran geht die eigene emanzipative Überlegenheit gegenüber anderen Kulturen herauszustreichen.

die rote baronin
00
30.6.2011, 11:41
Der Frauenfußball hat für die Wahrnehmung von Frauen als gleichberechtigte Wesen sehr viel getan.

Diese Frauen konnten sich erfolgreich gegen Versuche wehren, ihnen möglichst sexy Dressen aufzuzwingen (bei anderen Sportarten ist das so gar nicht der Fall). Und gerade in Deutschland, werden die Fußballerinnen auch öffentlich wahrgenommen (z.B. in der Werbung).
Natürlich ist es bedauerlich, dass Frauen immer wieder gezwungen sind, zu beiweisen dass sie ja eh weiblich sind. Und dass sie Männern auch wirklich gefallen können. Und dass sie grad mit solchen Sachen eher in die Medien kommen, als mit ihrer Leistung (zumindest hierzulande).

Salzburgerin007
00
29.6.2011, 09:45

ja echt!

Timagoras
 
00
27.6.2011, 18:10
auch männliche fußballer (und sonstige sportler) setzen beim vermarkten oft auf erotik oder sex appeal.

die fotos in diversen hochglanzmagazinen von leuten wie David Beckham, Christiano Ronaldo, Fernando Torres, Fabio Cannavaro, Frederik Ljungberg oder auch Felix Sturm lassen diesbezüglich nix "zu wünschen übrig".

ich halte das sowohl bei sportlern als auch bei sportlerinnen für durchaus legitim.

wirklich skandalös finde ich hingegen die verpflichtung für beachvolleyball-spielerinnen, knapp(st)e höschen und bikinis tragen zu müssen.

und wenn frau Freudenschuss resignierend resumiert: "warum sollen wir Feministinnen die Frauenfußball-WM dann bitteschön noch abfeiern?",
muss ich eine gegenfrage stellen:
wieso sollten feministinnen die frauen-wm überhaupt "abfeiern"?
und wenn, warum geht das jetzt (wegen der fotos?) nicht mehr?

Susi Wolf
05
27.6.2011, 15:39
Herrje, was will den

Also ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Ina Freudenschuss da versucht, gleichzeitig links und rechts vom Pferd runterzufallen:

zuerst breitet sie genüsslich das bösartige Vorurteil von den fußballspielenden Mannsweibern aus, um anschließend die neue "Sexy-Hexy"-Tour zu beklagen. Wie auch immer frau kicken mag - ob mit oder ohne Lippenstift: Emanze Ina hat einen Grund zum frauenkritischen Kommentar.

In Wahrheit ist der Artikel von Ina Freudenschuss selbst durch und durch sexistisch, weil er nur die weibliche Seite des sportlichen Körperkults sieht. Die Wahrheit ist viel geschlechtsneutraler: Egal, ob Frau oder Mann - bei im Spitzensport tätige und einer breiten Öffentlichkeit bekannte Menschen ist der sportgestählte Körp

Huckleberry Fynn
02
27.6.2011, 12:29
alle die glauben...

...dass es in diesem Artikel um Neid geht, haben's leider nicht verstanden, und bestätigen die Problematik nur.

Folgender Zustand wäre wünschenswert: Ein Frauenfußballteam, bunt gemischt aus kurz- und langhaarigen Frauen, manche mehr, manche weniger "feminin", homo- und heterosexuell... Und KEINERLEI Kommentare seitens der Öffentlichkeit was das Äußere der Spielerinnen betrifft, keine dummen Bemerkungen von wegen "keine richtigen Frauen, Mannweiber" oder sonstwas, sondern allein an deren spielerischen Leistungen interessiert.

Klingt utopisch? Ist es leider derzeit noch. Genau darum geht es in diesem Artikel. Dass leider noch das Bedürfnis entsteht, der Öffentlichkeit zu vergewissern, dass das "eh alles normale, fesche Mädels" sind. Alle j

TRockenmilch
00
29.6.2011, 13:56
tut mir leid. darum geht es , in meinen augen, eben nicht.

ob es um neid geht ist schwer zu beurteilen. vorallem geht es aber darum sich von frauen abzugrenzen die auf ihren körper so stolz sind, dass sie ihn auch der öffentlichkeit präsentieren wollen.

das problem der sexuellen vermarktung wird ja gar nicht richtig behandelt.
die autorin bleibt in ihrer "der fußball ist für diese und jene frauen und nicht für solche"-argumentation stecken ohne ann jemals wieder raus zu finden.

genau deswegen könnte man auch behaupten: "fußball ist nix für homosexuelle männer. weil fußball ist das letzte rückzugsgebiet der machoisten heteros. da ist kein platz für weichlichkeiten"

der wunsch nach entsexualisierung wird bei der schwulendiskussion auch bemüht. vom baric und so.. möchte man da dazugehören?

super Typ
00
30.6.2011, 03:39
Es geht um die Begründungen.

Es geht darum, dass die Frauen glauben es nötig zu haben, Männern zu zeigen, dass sie eh, obwohl sie Fußball spielen, hübsch und sexy sind. Aber müssen sie das sein?

Warum sollen sie das zeigen müssen? Warum gibt es so eine Erwartungshaltung?

Fußball ist Fußball und hübsch und sexy sein ist hübsch und sexy sein. Warum wollen Fußballerinnen zeigen, dass sie (als Fußballspielerinnen) hübsch und sexy sind?

bixente uhudla
 
01
30.6.2011, 16:45

...und warum sollen fussballerinnen die dazu auch noch hübsch und sexy sind das nicht zeigen dürfen?

dürfen dann fussballerinnen die dazu auch noch intelligent sind ihrer meinung nach keine intelligenten interviews mehr geben...schliesslich geht es ja nur um fussball und sonst nichts.oder?

und warum gesteht man den frauen nicht zu,selbst zu entscheiden wie sie sich präsentieren und wieviel von ihren körper sie der öffentlichkeit zeigen und verlangt stattdessen von ihnen sich einem puritanisch-feministischen dogma zu unterwerfen?

super Typ
00
30.6.2011, 17:23

Erstens einmal geht es hier nicht um ein Dürfen. Das ist eine kindische Art der Argumentation, eine kritische Meinungsäußerung als ein Verbot hinzustellen. Ja, wenn diese Fußballerinnen meinen es ist cool seinen schönen Körper Playboy-Käufern als Schauobjekt darzubieten, dann dürfen sie das tun. Man muss das aus feministischer Sicht aber nicht super finden, wenn Frauen sich so affirmativ gegenüber Rollenzuschreibungen wie "Eine richtige Frau soll hübsch und sexy sein und gerne shoppen gehen." verhalten.

TRockenmilch
00
30.6.2011, 09:24

warum wollen manche fußballer beweisen dass sie keine primitiven proleten sind?

weil es ein vorurteil gibt dass an ihrem stolz nagt.

ein vorurteil das in diesem fall von der autorin verteidigt wird.

super Typ
00
30.6.2011, 17:29

Ich kann nicht erkennen, wo Freudenschuss das Vorurteil, Fußballer seien primitive Proleten, verteidigt.

Eher stellen sich doch diese Fußballerinnen als primitive Tussies dar: "süße, hübsche Mädels [...], die auch shoppen gehen"

Huckleberry Fynn
00
27.6.2011, 13:19

Alle jene, die das nicht verstehen, bestätigen die Relevanz dieses Artikels...

Mathias
 
20
25.6.2011, 11:57
übler Artikel...

... ob da der Neid ein Wörtchen mitgesprochen hat?

Die jungen Spielerinnen hatten sicher auch an die Eigenwerbung gedacht, schließlich stehen die noch im Schatten von Prinz & Co, sind aber schon erfahren genug, daß sie in deren Fußstapfen treten werden.

Aber was wundert es mich, wenn die Frauen Fußball WM im "derStandard" mehr Beachtung findet, als im "dieStandard". Das spricht schon Bände!

sonja1978
20
26.6.2011, 17:01

müssen sich jetzt alle fußballerinnen beim match schminken?
werden nur diejenigen anerkannt, die hübsch übers spielfeld springen? die andern?
darf sich frauensport nur in der nische von diestandard.at abspielen? was ist das problem wenns im "allgemeinen" sportteil steht?

Poldi Fesch
00
26.6.2011, 17:05
nach Nig : Fr

ja

sonja1978
20
26.6.2011, 17:09

das müssen Sie noch üben. So gibt das keinen sinn. versuchen Sie es nochmal.

Mathias
 
00
27.6.2011, 08:34
Eher sollten Sie wohl lesen üben!

Überfliegen Sie meinen Kommentar, den versteht sogar Alice Schwarzer!!

Poldi Fesch
00
26.6.2011, 17:16
bitte

müssen sich jetzt alle fußballerinnen beim match schminken?
werden nur diejenigen anerkannt, die hübsch übers spielfeld springen?
Nach der peinlichen Fehlpassorgie bei Nig : Fr, lautet die Antwort JA

ugo tognazzi
15
25.6.2011, 10:11
diestandard entwickelt sich zum richtigen jammerblatt

alles und jedes wird gelästert, beschwert usw usw

Poldi Fesch
11
26.6.2011, 11:45
was heiszt

"entwickelt", dasz ihr Daseinszweck

sonja1978
10
26.6.2011, 17:02

Sie haben ein z zu viel.

Poldi Fesch
01
26.6.2011, 17:04
eher ein

"ist" zuwenig

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