Oberösterreich kämpft seit fünf Jahren um neues Gesetz
Linz/Graz - In Oberösterreich dauert das politische Gerangel rund um ein - insbesondere von der Stadt Linz und der Polizei gefordertes - Prostitutionsgesetz bereits gut fünf Jahre. 2006 hatte der Linzer Gemeinderat eine entsprechende Resolution an den oberösterreichischen Landtag verabschiedet. Mit dem Ziel, gesetzliche Rahmenbedingungen für die Prostitution zu schaffen. 2009 wurde der Gesetzesentwurf dann im Landtag behandelt, es gab vier Unterausschüsse - und keine Einigung. Dann folgte die Landtagswahl in Oberösterreich, und das Thema wurde ad acta gelegt.
Erst jetzt wurde ein neuerlicher Versuch gestartet: Am 12. Mai langte der Gesetzesvorschlag für eine "Neuregelung von Sexualdienstleistungen" im Landtag ein und wird nun in einem Unterausschuss behandelt. Anfang 2011 arbeiteten 123 Prostituierte in Linz, die vor allem in den elf Bordellen beschäftigt sind, Schätzungen zufolge gibt es etwa 300 nicht registrierte Prostituierte.
Untersagung der "Anbahnung" in der Öffentlichkeit
In der Steiermark ist der Straßenstrich seit 1998 verboten. 1997 wurde die Untersagung der "Anbahnung" in der Öffentlichkeit im Landtag beschlossen. Erlaubt ist Prostitution seither nur noch in zugelassenen Bordellen, sowie "bewilligten bordellähnlichen Einrichtungen" (Laufhäuser) und Wohnungen, sofern dort keine Minderjährigen anwesend sind. In Graz sind rund 290 Prostituierte registriert. (cms, mro/DER STANDARD-Printausgabe, 28.6.2011)