Heinisch-Hosek

"Papa-Monat" in der Privatwirtschaft

28. Juni 2011, 12:37

Die Frauenministerin fordert mehr Väterbeteiligungsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft - Einige kollektivvertragliche Lösungen gibt es bereits

Wien - Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Dienstag auf die Einführung eines Papa-Monats auch in der Privatwirtschaft gedrängt. Im Bundesdienst gebe es ja seit 1. Jänner 2011 diese Regelung, meinte die Ressortchefin und zeigte sich erfreut, dass nun auch Beschäftigte der Stadt Wien die Möglichkeit bekommen - dieStandard.at berichtete. "Es wird Zeit, hier eine Lösung für die Privatwirtschaft zu finden", erklärte Heinisch-Hosek.

Männer, die bei der Stadt Wien beschäftigt sind, haben künftig einen Anspruch auf ein Monat Väterkarenz. Der entsprechende rot-grüne Initiativantrag soll am Donnerstag im Wiener Landtag beschlossen werden, kündigte Personal- und Frauenstadträtin Frauenberger an. Heinisch-Hosek zeigte sich erfreut und sprach von einem "wichtigen Schritt zu mehr Väterbeteiligung".

Kollektivvertragliche Lösungen

Die Frauenministerin pocht aber auf die Einführung des Papa-Monats auch in der Privatwirtschaft: "Es gibt immer mehr Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die den Wert von Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die männlichen Beschäftigten aber auch für die Unternehmen erkennen." Laut Angaben ihres Büros haben Beschäftigte der Arbeiterkammer oder des ÖGB Anspruch auf vier Wochen bezahlten Sonderurlaub. Im Kollektivvertrag Finance sind ebenfalls maximal vier Wochen vorgesehen (bei einem gemeinsamen Haushalt, während des Mutterschutzes). Auch im Rahmenkollektivvertrag Forschung sind maximal zwei Wochen bezahlter Sonderurlaub vorgesehen - dadurch gebe es etwa Betriebsvereinbarungen bei Salzburg Research oder Joanneum Research.

Grüne fordern bundesweite Umsetzung

"Nun müssen Frauenministerin Heinisch-Hosek und Familienminister Mitterlehner die Einführung des Papamonats bundesweit für alle Väter vorantreiben", fordert die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol in einer Aussendung. Die Einführung des Papamonats im Bundesdienst ist laut Musiol ein wichtiger erster Schritt. "Heinisch-Hosek und Mitterlehner müssen endlich Rahmenbedingungen schaffen, damit sich auch Männer gleich nach der Geburt voll und ganz ihren Kindern widmen können. Ein bezahlter Papamonat mit einem Rechtsanspruch für alle Väter - egal ob in Privatwirtschaft oder Bundesdienst - ist daher das Gebot der Stunde", so Musiol. (APA/red)

K. K. Lacke
00
29.6.2011, 10:42
so lange keine UNBEZAHLTE PFLICHTKARENZ draus wird wie bei der Gemeinde...

ist das voll und ganz zu unterstützen

evtl auch gerne mit "Pflicht", denn derzeit gibt es die Möglichkeit ja. Eine solche Pflicht würde mMn die Möglichkeiten zur Repression gegen Karenz konsumierende Mitarbeiter reduzieren.

allerdings ist eine Verpflichtung zum Nulltarif einen Papamonat zu nehmen wegen des Verlustes an Einkommen für die Familie ein absoluter Wahnsinn

ein solcher Einkommensverlust direkt nach der Geburt ist vermutlich für viele Männer der ausschlaggebende Grund keinen "Papamonat" auszuschöpfen, sondern eher Urlaub zu verbrauchen

sofern die Freistellung nur einen reduzierten Verdienst nach sich zöge (80%?) und keinen TOTALAUSFALL wäre es sicherlich weit attraktiver als die aktuelle Lösung

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