Viele Bundesländer haben für ihre Landesbeamten bereits ein vergleichbare Regelung im Köcher oder bereits umgesetzt
Wien - Der Papa-Monat - seit Jahresbeginn für Väter im Bundesdienst bereits Realität - wird auch in einigen Bundesländern für die Landesbeamten umgesetzt. In Wien wird er am Donnerstag beschlossen, in Niederösterreich tritt die Regelung schon per 1. Juli in Kraft, Tirol plant die Übernahme der Bundes-Maßnahme. In Oberösterreich hingegen besteht die Möglichkeit für Papas, sich die Auszeit fürs Kind zu nehmen schon seit 2009. Noch kein Thema ist dies in Kärnten.
In Niederösterreich ist der Papa-Monat bereits fixiert. Er wurde im April im Zuge einer Dienstrechtsnovelle im Landtag beschlossen. Mit 1. Juli tritt die Regelung, wonach Väter nach der Geburt eines Kindes für bis zu vier Wochen unbezahlt zu Hause bleiben können, in Kraft, hieß es im Büro von ÖVP-Landesrätin Barbara Schwarz.
Großes Interesse in Oberösterreich
In Oberösterreich besteht die Möglichkeit, sich einen Papa-Monat zu nehmen, seit 2009, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Franz Hiesl (V) auf Anfrage. Die Auszeit sei unbezahlt, die Männer würden aber versichert und der eine Monat als Dienstzeit angerechnet. Das Interesse daran sei groß - Tendenz steigend, so das Büro Hiesl. Heuer hätten sich bisher neun Personen angemeldet.
In Kärnten ist der Papa-Monat für Landesbeamte laut Personalreferent Harald Dobernig (FPK) bisher noch kein Thema in der politischen Diskussion.
In der Steiermark gibt es einen Frühkarenzurlaub für Väter schon ab Sommer dieses Jahres. Der entsprechende Beschluss zur Dienstrechtsnovelle für die Landesbediensteten wurde in der Landesregierung im April gefasst, erklärte ein Sprecher von Personallandesrat Hermann Schützenhöfer (V).
Auch Männer, die bei der Stadt Wien beschäftigt sind, haben künftig einen Anspruch auf ein Monat Väterkarenz. Ein entsprechender rot-grüner Initiativantrag soll am Donnerstag in der Sitzung des Wiener Landtages beschlossen werden. Ziel ist es, den Männeranteil in der Elternkarenz zu heben und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern.
In Vorarlberg gibt es Überlegungen, die Regelung des Bundes zu übernehmen. Möglich, dass diese in eine künftige Dienstrechtsnovelle eingebracht wird. Derzeit sucht man aber eher individuelle Lösungen, hieß es aus der Personalabteilung des Amts der Vorarlberger Landesregierung.
Tirol werde die familiensteuerpolitische Maßnahme vom Bund übernehmen. Bereits bei der nächsten Dienstrechtsnovelle solle die Väterkarenz mitlaufen, sagte der zuständige ÖVP-Personallandesrat Christian Switak.
Verhandlungen in Salzburg
In Salzburg stieß Personalreferent ÖVP-Landesrat Sepp Eisl auf eine unerwartete Hürde: Er möchte den Papamonat analog zur Regelung des Bundes auch im Landesdienst einführen, bei einem Jour fixe zu diesem Thema habe aber die Personalvertretung Bedenken geäußert, weil in diesem Monat die Bezüge entfallen sollen, hieß es im Büro Eisls. Der Landesrat hat daraufhin eine schriftliche Stellungnahme eingefordert, die noch nicht vorliegt. Eisl möchte dem Landtag im Herbst den Gesetzesvorschlag vorlegen.
Im Burgenland hingegen befindet sich die Novelle, mit der der Papa-Monat für den öffentlichen Dienst eingeführt wird, laut dem Büro von Landeshauptmann Hans Niessl gerade in Umsetzung. Der Gesetzesentwurf sei derzeit in Begutachtung und soll demnächst beschlossen werden. "Es ist schon seit langem eine Forderung der SPÖ, dass wir den Papa-Monat für alle realisieren können", so Niessl. Durch einen "Vaterschutzmonat" würden die Mütter in der schwierigen Anfangszeit entlastet werden - und die Männer könnten von Anfang an in ihre Vaterrolle und die gemeinsame Erziehungsarbeit hineinwachsen.
In der Privatwirtschaft gibt es diese Möglichkeit weiterhin nicht. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat zuletzt anlässlich der Umsetzung in Wien auf die Einführung eines Papa-Monats auch in der Privatwirtschaft gepocht. (APA)