30 Prozent der Sitze in börsennotierten Gesellschaften sollen für Frauen reserviert sein - Frauenministerin Carfagna: "Epochale Wende"
Rom - Italienische Frauen sollen in Unternehmen verstärkt Schlüsselrollen übernehmen. Am Tag, an dem der Verwaltungsrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) einstimmig die französische Finanzministerin Christine Lagarde zur neuen Geschäftsführenden Direktorin wählte, hat die italienische Abgeordnetenkammer am Dienstagabend einen Gesetzentwurf endgültig verabschiedet, der ab 2012 börsennotierte Gesellschaften und Unternehmen mit staatlicher Beteiligung zwingt, Frauen 20 Prozent der Sitze im Aufsichtsrat zu überlassen. Diese Quote soll 2015 auf 30 Prozent steigen.
Harte Strafen bei Verstößen
Unternehmen, die sich nicht an diese Vorschriften halten, drohen Strafen bis zu einer Million Euro und sogar die Auflösung des Aufsichtsrats. Auch die Opposition stimmte mit der Regierungskoalition für das Gesetz. Frauenministerin Mara Carfagna, Verfasserin des Gesetzentwurfs, sprach von einer epochalen Wende für das Land. Endlich passe sich Italien in punkto Chancengleichheit den modernen europäischen Demokratien an.
Wichtig sei es jetzt, auch Maßnahmen für die Beschäftigung aller Frauen zu ergreifen, forderte sie. Die Arbeitslosigkeit unter den Frauen sei wegen der Krise auf 9,8 Prozent geklettert. Im Süden sei die Arbeitslosigkeit unter den Frauen doppelt so hoch wie im Norden. Die Beschäftigungsrate bei den Italienerinnen liegt bei 45 Prozent, obwohl sie durchschnittlich über höhere Bildungsabschlüsse verfügen als die Männer. (APA)