Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Nina Clementi ist Postdoc an der Universität Innsbruck.
Die DNA speichert den Bauplan des Lebens. Ohne RNA und Ribosomen bliebe dieser jedoch ein Buch mit sieben Siegeln. Leben ist erst mit Proteinen und durch Proteine möglich, die alles im Körper bewerkstelligen und aufbauen.
Im Prozess der sogenannten Genexpression wird die DNA zunächst in Boten-RNA (mRNA) umgeschrieben. In großen Komplexen der Zelle, den Ribosomen, wird die mRNA dann in eine Abfolge von Aminosäuren übersetzt und zu einer wachsenden Proteinkette verknüpft (Proteinbiosynthese oder Translation). Eine Art Förderband im Ribosom schafft dabei nach jedem Arbeitsschritt Platz für das nächste Glied der Proteinkette. Das Förderband ist der Elongationsfaktor G (EF-G). Er schiebt stets um genau eine Position weiter. Unklar war jedoch, wie und von wem der EF-G eingeschaltet wird.
Nina Clementi, Postdoc an der Sektion für Genomik und RNomik der Medizinischen Universität Innsbruck, fand nach fünfjähriger experimenteller Suche diesen Schalter. Die Ergebnisse ihrer Dissertation publizierte die 30-jährige Innsbruckerin in der Fachzeitschrift Nature Chemical Biology. Ihre Arbeit wurde zudem mit einem Liechtensteinpreis und dem Award of Excellence des Wissenschaftsministerium ausgezeichnet. Für ihre Suche setzte sie auf atomare Mutagenese. Diese Methode wurde bereits 2005 in ihrem Labor entwickelt und erfolgreich eingesetzt. "Das Ribosom wird auf atomarer Ebene ganz präzise manipuliert, indem stellenspezifisch nichtnatürliche RNA-Bausteine eingebaut werden", erläutert die Molekularbiologin.
In vielen Versuchen wurde so klar, dass das Ribosom selbst im richtigen Moment eine Art chemischen Zuruf ausschickt: "Eine bestimmte Aminogruppe der Base Adenosin in der ribosomalen RNA ist essenziell, um mit EF-G zu kommunizieren und das Signal für eine Aktivierung zu senden", erklärt Clementi. Sie findet es faszinierend, "dass man eine einzelne chemische Gruppe der ribosomalen RNA in dem riesigen Komplex austauschen kann und so tiefere Einblicke in die Funktion der Proteinbiosynthese bekommt".
Das molekulare Verständnis der Übersetzung von DNA in Proteine ist kein Selbstzweck. Das Ribosom ist ein beliebter Angriffspunkt für viele klinisch verwendete Antibiotika, die fast jeden Schritt der Proteinbiosynthese spezifisch hemmen können. Neue Erkenntnisse sind daher immer gefragt.
Schon während des Magisterstudiums machte Clementi ein Genomikpraktikum in der Gruppe von Start-Preisträger Norbert Polacek und begann dort mit ihrem Forschungsprojekt bereits während der Diplomarbeit. Von ihrem Gruppenleiter hat sie wissenschaftlich selbstständiges Arbeiten gelernt und den langen Atem, dessen es dafür bedarf, verinnerlicht: "Zahllose Biochemie- und Mutationsstudien sowie die Aufklärung der Kristallstruktur des Ribosoms (Nobelpreis 2009) in verschiedenen funktionellen Stadien haben unser Wissen über den Ablauf der Translation vertieft", sagt Clementi und fährt fort: "Wir haben zwar schon einen guten Einblick, aber viele weitere biochemische und strukturelle Analysen sind noch notwendig."
Auch ihren Mann hat sie im Labor kennengelernt - beide arbeiten am Ribosom. Die Freizeit aber verbringen sie lieber mit Familie und FreundInnen. (Astrid Kuffner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.7.2011)
Die Chemikerin Dagmar Graber ermöglicht Schnappschüsse der Proteinsynthese
Monika Haider initiierte die erste Bibliothek mit Werken in Gebärdensprache: "Es gibt noch kein gestisches Standard-Deutsch"
Die Politikwissenschafterin Saskia Stachowitsch analysiert Rollenbilder im Militär
Angewandte Statistik: Ulrike Kleb vom Joanneum Research sucht nach Indizien für Krankheiten und Kriminalitätsentwicklung
Doris Neumann-Rieser analysiert Metaphern der österreichische Nachkriegsliteratur
Was in den verschiedenen Frequenzen passiert: Monika Dörfler erforscht Klänge und deren Strukturen bis ins kleinste Detail
Stecknadel im Heuhaufen der Sterne gefunden: Die Astroseismologin Victoria Antoci erforscht die Schwingungen von Sternen
Oksana Havryliv erforscht die sozialen Dimensionen des Wiener Schimpfwortschatzes und stieß auf geschlechtsspezifische Unterschiede
Simulationen von Daten aus Molekularbiologie: Die Bioinformatikerin Tanja Gesell versucht Wissenschaft und Kunst zu verbinden
Demograf Tomáš Sobotka untersucht die Bevölkerungsentwicklung in Europa: Hohe Scheidungsraten sorgen jetzt für hohe Geburtenraten, im Gegensatz zu früher
Suche nach "verständlichen und eleganten" Theorien: Angelina Vidali analysiert mit algorithmischer Spieltheorie Auktionen im Internet
Veronika Schöpf erforscht mit Mathematik die olfaktorische Wahrnehmung
"Gewohnte" Arbeit im männlich dominierten Feld: Montanui-Absolventin Angela Harrison optimiert die Produktion von Legierungen
Die Informatikerin Agata Ciabattoni erhielt als einzige Frau einen Start-Preis
Die Anthropologin Sylvia Kirchengast erforscht Einflüsse auf Fett und Muskeln
Cordula Bartel erforscht mit 3-D-Zellkulturen die canine Gebärmutterschleimhaut
Die Historikerin Edith Blaschitz rekonstruiert ein vergessenes Nachkriegsphänomen
Die Molekularbiologin Claudine Kraft studiert Abbauprozesse in der Zelle
Die Finanzmathematikerin Ranja Reda ging von der Kernphysik in die Wirtschaft
Biologin und Elise Richter-Stipendiatin Andrea Grill forscht über Schmetterlinge und schreibt ausgezeichnete Romane
Christine Klapeer forscht erfolgreich im Bereich Gender Studies und Queer Theory
Biochemikerin Katrin Watschinger entdeckte eine neue Enzymfamilie - 2012 will sie nach Oxford, um dort an "ihrem" Enzym weiterzuforschen
Die Anthropologin Jelena Tošić forscht zu Migration und dem Wandel am Balkan
Die Biologin und Hertha-Firnberg-Stipendiatin Marcela van Loo erforscht DNA und Diversität von Pappeln
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.