Reding schwingt die Quoten-Keule

11. Juli 2011, 10:42

"Dann werden die Herren Firmenchefs sich schon bewegen": EU-Justizkommissarin will 2012 harte Gangart anschlagen, wenn sich in Top-Etagen weiterhin nichts tut

München/Stuttgart - Nur minimale Fortschritte hat EU-Justizkommissarin Viviane Reding dem Versuch bescheinigt, mehr Frauen in Führungspositionen zu holen. Wenn die Unternehmen nicht bis März kommenden Jahres "beweisen, dass sie genügend Frauen in Führungspositionen holen", werde es von 2015 an eine 30-prozentige Frauenquote geben, drohte sie im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" erneut.

Das Aber bei der Freiwilligkeit

Auch die erste Frau im Daimler-Vorstand, Christine Hohmann-Dennhardt, sprach sich für eine Frauenquote aus. Es müssten Konsequenzen daraus gezogen werden, dass unter rund 180 Vorstandsmitgliedern der 30 Dax-Konzerne nur fünf Frauen seien, sagte Hohmann-Dennhardt dem Magazin "Der Spiegel". "Ich persönlich bin für eine Quote." Freiwilligkeit sei zwar immer besser als Zwang. Es habe schon früher Versprechungen der Unternehmen gegeben, mehr Frauen in entsprechende Positionen zu bringen. Aber erst in jüngster Zeit seien Anstrengungen in dieser Richtung sichtbar geworden.

Hohmann-Dennhardt betonte, dies sei ihre "ganz private Meinung", "da spreche ich nicht für das Unternehmen". Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin bekämpft bei dem Autobauer seit Mitte Februar die Korruption. Sie ist für das Ressort Integrität und Recht zuständig und die erste Frau, die den Sprung in den Vorstand der Daimler AG geschafft hat.

"Frauen systematisch ausgeschlossen"

"Wenn ich jetzt die Keule schwinge, werden die Herren Firmenchefs sich schon bewegen", sagte EU-Kommissarin Reding dem "Focus". Selbstverpflichtungen für mehr Beteiligung von Frauen im Top-Management seien "fruchtlos" geblieben. "Zurzeit gibt es in vielen Unternehmen in der Praxis eine 90-prozentige Männerquote. Frauen werden in vielen Unternehmen systematisch ausgeschlossen", kritisierte Reding. Eine europäische Quotenregelung böte einen verbindlichen Rechtsrahmen für alle Mitgliedsländer. (APA/dpa)

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13 Postings
frauen sache
10
14.7.2011, 18:13
und seid ihr nicht willig, dann brauch ich gewalt!

bisher war es immer umgekehrt. Danke frau Reding!

Wyle E. Koyote
00
13.7.2011, 13:07
sind wir leicht persönlich betroffen?

immerhin hats mit den roaming gebühren auch erst funktioniert als die dame persönlich betroffen war...

Graph Bobby
03
11.7.2011, 17:25
In manchen Branchen...

...muesste zuerst mal der Anteil an Frauen in allen Ebenen der diversen Firmen steigen, sonst braucht man sich nicht wundern, dass in den Vorstaenden keine Frauen sitzen.

Siehe z.B.:
http://www.heise.de/open/bild... e=1;bild=9
...und dabei handelt es sich nicht etwa um eine Firma, die sich ihre Mitarbeiter aussucht und vielleicht Frauen benachteiligt, sondern um ein oeffentlich zugaengliches Forum, wo alle lesen und posten duerfen, die das Thema interessiert. Trotzdem ist der Frauenanteil so gering.

Minister der Ökomonie
11
11.7.2011, 18:33
Korrekt...

...wenn in der Basis schon keine Frauen sind, woher sollen die in die Vorstände kommen?

Können dann nur noch Branchen- und Firmenfremde Frauen sein.

Was weiters, wenn es nicht genug Frauen gibt, die diese Stellen besetzen können und wollen (denn ich denke Qualifikation zählt ja trotzdem noch, ebenso wie die Freiwilligkeit der Karrieristinnen).

Kommen Schließungen solcher Firmen, schaut es bald noch düsterer aus - Norwegische Firmen müssen mittlerweile Frauen importieren oder sich von der Börse zurückzuziehen - um einer Schließung zu entgehen...

Immerhin wird damit gleichzeitig der Börsenwahnsinn eingeschränkt... und um qualifizierte Frauen wird man sich prügeln, oder eben weniger qualifizierte einsetzen. Gute Nacht.

Erasmus von Mises
35
11.7.2011, 12:01
von oben herab verordneter gesellschaftlicher Umbau

egal, ob von edlen oder weniger edlen Motiven getragen - hat noch selten zu wirklicher Verbesserung geführt. Eher hetzt er die Menschen gegeneinander auf.

frauen sache
00
14.7.2011, 18:17
aber nur die ganz primitiven, zu denen sie sich hoffentlich nicht zählen!

es gibt nämlich auch männer, die gleichberechtigung richtig verstehen können. nur in den chefetagen sind sie eher selten anzutreffen.

feminismus tritt nämlich für die gleichberechtigung beider geschlechter ein!

R.M. S.
00
15.7.2011, 12:44

"feminismus tritt nämlich für die gleichberechtigung beider geschlechter ein!"

LOL - können Sie mir ein praktisches Beispiel nenne wo sich 'der Feminismus' für die gleichberechtigung von beiden geschlechtern eingeszt hat nennen?

Tikitiki
32
11.7.2011, 14:11
Geistiges Leichtgewicht ...

Sie haben aber schon verstanden, wozu es Politik gibt oder? Wenn diese nur Entwicklungen, die so oder so passieren würden, wie beispielsweise das Recht des Stärkeren, auszubauen bzw. zumindest zu prolongieren, dann bräuchte es sie gar nicht.

Erasmus von Mises
13
11.7.2011, 14:24
gut erkannt!

es braucht die Politik nicht; zumindest nicht jene, wie sie im heutigen Sinne verstanden wird - also der gesellschaftliche Komplett-Umbau, der sämtliche Bereiche des Lebens erfüllt. Angefangen von Gesetzesflut bis eben zur Vorschreibung, wer wen wo anzustellen hat. Per staatlichem Zwang durchgesetzte Gesellschaftsutopien sind - das sollte die Geschichte lehren - stets mit höchster Skepsis zu beäugen!

Tikitiki
31
11.7.2011, 14:33

Immer noch nicht verstanden???

Minister der Ökomonie
11
11.7.2011, 18:19
Mir scheint, SIE haben nicht verstanden...

Politik ist die in ein System gepresste Ordnung einer Gesellschaft. Es wird gemacht was die Mehrheit will. Die Wahlen zielen ebenso auf genau das ab. Die Mehrheit hat somit die Macht und bestimmt was passiert. Die Mehrheit ist damit Stärker.

Einzige gelebte Ausnahme: Wenn die Minderheit über mehr Kapital als die Mehrheit verfügt und daher die gewählten Machthaber korrumpiert.

Lobbyarbeit ist sohin Teil der Politik, die durch Geld verzerrt wird.

Diese Verordnungen wie hier angesprochen können nur erfolgreich sein, wenn die Mehrheit dahinter steht und es annimmt. Also Frauen sich entsprechend um Karrieren kümmern und Männer sich entsprechend zurückziehen aus dem Geschäft.

Passiert das nicht, wird mehr zerstört als erschaffen.

Tikitiki
01
13.7.2011, 09:02

Naja, falls Sie in irgendein Königsgeschlecht reingeboren wurden oder einen Hang zu Diktaturen haben, verstehe ich Ihre Argumentation, ansonsten wäre es gut, wenn Sie noch mal nachdenken gehen. Gute Politik wird auch Minderheiten oder weniger Mächtigen bzw. Unterdrückten gerecht werden.

die naive
03
11.7.2011, 13:50

Stimmt!

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