"Wenn es ein Zeichen der Wertschätzung der Frauen und ihrer Leistungen ist"
Eisenstadt - ÖVP-Bundesparteiobmann Spindelegger hat kein Problem damit, auch die Töchter in der Bundeshymne zu besingen. Im ORF-"Report" zeigte sich Spindelegger am Dienstagabend einer diesbezüglichen Änderung des Textes der Hymne gegenüber "aufgeschlossen". Gegen die Präsentation eines entsprechenden Antrags waren männliche ÖVP-Abgeordnete im Nationalrat zuletzt noch mit Endlos-Reden angegangen.
Wenn es ein Zeichen der Wertschätzung der Frauen und ihrer Leistungen sei, dann sei er dafür, sagte der Vizekanzler im "Report". Er sprach sich dafür aus, die Frage in einem breiten Rahmen zu diskutieren und zeigte sich zuversichtlich, dass man "relativ rasch" eine Lösung finden und zu einer Beschlussfassung kommen werde.
Aktion von Rauch-Kallat "keine gute Tradition"
In der Frage des Stils stellte sich der Parteiobmann auf die Seite von Klubobmann Karlheinz Kopf. Die frühere Frauenministerin Rauch-Kallat hatte mit Kolleginnen der SPÖ und der Grünen im Geheimen einen Gesetzesantrag zur Änderung des Textes der Bundeshymne vereinbart und wollte diesen in ihrer Abschiedsrede im Plenum des Nationalrates am Freitagabend vortragen. Dies wurde aber offensichtlich von der Klubführung verhindert, weil wegen Endlos-Reden männlicher ÖVP-Abgeordneten keine Redezeit mehr für sie übrig blieb. Spindelegger meinte dazu, es sei gute Tradition, solche Dinge nicht hinter dem Rücken der Klubführung auszumachen.
Der ÖVP-Obmann kündigte aber an, dass Kopf mit Rauch-Kallat ein Gespräch führen werde, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Diese Frage solle nicht zu einem Sommerthema werden.
Mikl-Leitner: "Auch Männer haben Gefühle"
Zuvor hatte bereits Innenministerin Mikl-Leitner erklärt, nichts gegen einen Änderung des Textes der Bundeshymne zu haben: "Wenn das ein ganz großer Wunsch unserer Frauen ist, dann werde ich das selbstverständlich unterstützen", meinte sie. Auf die Frage, ob die ÖVP-Herren am vergangenen Freitag auf ihre Aktion hätten verzichten sollen, antwortete die Innenministerin knapp: "Auch Männer haben Gefühle und offensichtlich haben sie sich hier überrundet gefühlt." (APA)