Nach der Bundeshymne soll nun auch die Salzburger Landeshymne geändert werden - SPÖ und ÖVP sind sich einig, spielen aber mit "Eltern-Begriff" in den Obsorge-Streit
Salzburg - Nach der Einigung über eine Änderung der Bundeshymne verlagert sich die Diskussion nun offenbar auf die Länder: Für eine frauenfreundliche Textänderung der Salzburger Landeshymne trat die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler am Donnerstag ein. Der Beginn der ersten Strophe "Land unsrer Väter" gehöre "dringend" in "Land unsrer Eltern" geändert, schlug Riezler vor. Die ÖVP-Landesfrauenvorsitzende zeigt sich für eine Änderung aufgeschlossen.
Die Melodie könne dann genauso gesungen werden wie vorher, und beide - sowohl Väter wie Mütter - seien in dem Wortlaut "Land unsrer Eltern" miteingeschlossen, erklärte die Landtagsabgeordnete. In der dritten Strophe komme zwar die Textpassage "...Mutter und Wiege bist du nur uns allen, Salzburg, du Kleinod von Österreich" vor, doch es werde ja immer nur die erste Strophe gesungen.
"Land unserer Ahnen" gefällt ÖVP besser
Der Salzburger ÖVP-Landesfrauenvorsitzenden Brigitta Pallauf gefällt wiederum eine Abänderung in "Land unsrer Ahnen" besser. Denn Eltern bestehend aus Väter und Mütter würden heutzutage seltener auftreten als früher. Sie finde es "witzig", dass Riezler das Wort "Eltern" vorgeschlagen habe, wenn doch die SPÖ gegen die gemeinsame Obsorge sei, sagte LAbg. Pallauf.
Aus dem Büro der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller von der SPÖ hieß es, diese Debatte könne ja im Landtag geführt werden. ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer stellte die Frage, ob es denn keine anderen Probleme gebe.
Eine Landeslegistin sagte, sie gehe davon aus, dass nicht nur die Bundeshymne, sondern auch die Salzburger Landeshymne geändert werden könne, "wenn ein absoluter Wille besteht". Der Text der Hymne stammt von Anton Pichler, die Melodie von Ernst Sompek. (APA)