Ab sofort sind sämtliche Kosten für Ferienbetreuung absetzbar - Heinisch-Hosek fragt sich, wem das nützt
Wien - Für Verwunderung bei der SPÖ sorgt ein neuer Erlass von Finanzministerin Maria Fekter (VP) zur Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Ab sofort sind sämtliche Kosten für Ferienbetreuung absetzbar, berichtet der Kurier. Bisher konnten Kosten für Verpflegung und Unterkunft, Sportveranstaltungen, Fahrtkosten und Nachhilfeunterricht nicht berücksichtigt werden.
Im Büro von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heißt es, der Fekter-Erlass sei nicht mit der SPÖ abgesprochen. Die Frauenministerin habe "andere Prioritäten". "Man muss schon die Frage stellen, wem das etwas nützt", sagt eine Sprecherin. Heinisch-Hosek gehe es vor allem um Frauen, die so wenig verdienen, dass sie auch keine Steuer zahlen (und somit nicht von Absetzbeträgen profitieren). Am Maximalbetrag ändert sich nichts: Für Kinder, die jünger als zehn Jahre sind, können pro Jahr weiterhin bis zu 2300 Euro an Betreuungskosten bei der Steuererklärung abgesetzt werden. Voraussetzung ist eine professionelle Betreuung, die mittels Schulungen nachgewiesen werden muss. (go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.7.2011)