Kindergartensperren

Kommentar der anderen | 22. Juli 2011, 18:39

70 Prozent der Kinder unter 15 von berufstätigen Eltern sind unbetreut - dank "Rabenvater Staat" und Politik von vorvorgestern

Manches ist einfach unglaublich: So haben Kinderbetreuungseinrichtungen, lebenswichtige Grundversorgung für die Kleinsten im Vorschulalter und für überwiegend berufstätige Eltern, auch im dritten Jahrtausend bis über zwölf "Schließwochen". Also ein Vierteljahr Kindertagesheimsperre en bloc - neben fast 120 sonstigen Sperrtagen - im Jahr. Kinder und Eltern bleiben bis zu 49 Prozent der Jahrestage "außerhäuslich" ausgesperrt. Trotz jahrelanger Beschwerden genau darüber - und die nachmittäglichen Sperrzeiten ab 14 Uhr (Tirol).

Zwei Drittel der betrieblichen Auszeit zulasten der davon existenziell abhängigen Familien werden als "Kindergartenferien" zudem gerade in den neun Wochen Hauptferienzeit verfügt, zu der ein Großteil der Eltern nur einen Teil ihres meist fünfwöchigen Urlaubs beansprucht. Allein im Sommer genehmigen sich öffentliche Monopolanbieter durchschnittlich vier, von knapp einer (Wien) bis zu sieben (Tirol), Wochen Urlaubssperre "ihrer" Kindertagesstätten.

Kindergartensperren bestimmen, was Bittsteller wann als Leistung für hohe Steuerlast erwarten dürfen, nämlich fast nichts - und wann genau Familien Urlaub machen dürfen/müssen. Neben Terminzwang schafft das unnötige Belastung, Stress und Zeitnot im Sommerlangeweileloch vor oder nach einer Reise: Wohin mit den Kindern während unvermeidlicher Arbeitszeit der Eltern im Sommer?

"Rabenvater Staat"

Fragts doch die Kinder! 35.000 unter drei Jahren sowie 200.000 bzw. 70 Prozent der Kinder unter 15 von berufstätigen Müttern sind unbetreut - dank "Rabenvater Staat" und Politik von vorvorgestern.

Und ohne genug - ständig geöffnete - Horte, Krippen, Kindergärten und Nachmittagsbetreuung von Schulkindern keine Beschäftigung von zuletzt zusätzlich etwa je 25.000 vollzeit- und teilzeit- erwerbswilligen Müttern.

Die Frauenministerin, sonst sehr entschlossen, wünscht bescheiden und schüchtern "kürzere Kindergartenferien" und "plant eine erhebliche Verkürzung" auf "maximal zwei Wochen". Ist der Familienminister nur halbherzig an ihrer Seite? Sie traut sich nicht mal, den mit 15 Millionen Kinder-Bundesmitteln subventionierten Herren Duodezfürsten Auflagen zu machen oder sonst wie die Rute ins Fenster missverstandener Landeshoheit und indolenter Selbstherrlichkeit auf Kosten ihrer Untertaninen zu stellen.

Flexibilität heißt etwa: Nur drei Prozent Nachtdienste sind nötig, um 365 mal 24 h Apotheken-Service sicherzustellen. Um wie viel leichter für Kinderservices, wenn schon nicht rund um die Uhr wie in Schweden, so doch wenigstens, wenn frau sie braucht. Nach französisch-schwedischen Standards bräuchten wir bis zu 650.000 Betreuungsplätze mehr, davon 83 Prozent für Nachmittagsbetreuung der Schulkinder.

Das heißt als Mindesterfordernisse: Recht auf Ganzjahres- und Nachmittagsbetreuung, Nulltoleranz für nicht von BürgerInnen bewilligte Betriebssperren (wie bei Altersheimen, Wachstuben, Apotheken, Spitälern, Kirchen, Museen, kommunalen Parks und Bädern, Freizeit- und Sportanlagen, Postpartnern), lokale Sammelkindergärten im Sommer nach Bedarf. Und Bundesmittel nur noch für offene Kindergärten. (Bernd Marin, DER STANDARD, 23./24.7.2011)

scoutclau
10
Dieser Artikel ist einfach nur peinlich.

Polemisch, einseitig, klischeehaftes Gebrüll. Bringen Sie bitte mehr Fakrten, z.B. die budgetäre Situation der Gemeinden, die für die Kosten der Kinndergärten aufzukommen haben. Wien mit dem ländlichen Tirol zu vergleichen und das Angebot der Stadt auf dem Land einzuklagen ist Proletenniveau.

Calimero22
00
25.7.2011, 10:50
Also ein Vierteljahr Kindertagesheimsperre en bloc - neben fast 120 sonstigen Sperrtagen - im Jahr

dh, kindergärten sind mind. 7 monate im jahr geschlossen ... sicher?

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