St. Pöltener Bischof gegen Bemühungen, AktivistInnen "aus dem Straßenbild zu entfernen"
Wien - Der St. Pöltener Bischof Klaus Küng hat am Wochenende Kritik an einem Urteil gegen vier AbtreibungsgegnerInnen geübt, die in Graz erstinstanzlich wegen Stalkings verurteilt wurden, und sich hinter die Aktivitäten der "LebensschützerInnen" gestellt.
Er habe den Eindruck, in Österreich und anderswo in Europa werde "gezielt versucht, Lebensschützer mundtot zu machen", kritisierte er laut Kathpress.
Ein Grazer Gynäkologe, vor dessen Praxis demonstriert worden war, hatte Anzeige erstattet, nachdem die AbtreibungsgegnerInnen eine Wohnung über seiner Ordination gekauft hatten. Auch Patientinnen hätten sich von den DemonstrantInnen belästigt gefühlt, gab er zu Protokoll. Der Grazer Gericht befand die Angeklagten - nicht rechtskräftig - des Stalkings für schuldig. Ein Termin für die Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Graz steht noch nicht fest.
Küng zeigte sich "verwundert" über dieses Urteil und stellt den Tatbestand des Stalkings "gegen einen Arzt" in Frage. "Es muss auch in Zukunft erlaubt sein, mit großem Respekt vor der Person eine Frau darauf aufmerksam zu machen, was eine Abtreibung bedeutet, und ihr beratend Hilfsangebote vorzustellen", findet er.
Der Bischof räumt ein, man könne "über die Methoden des Lebensschutzes" durchaus "unterschiedlicher Meinung" sein, allerdings ist er gegen Bemühungen, sogenannte LebensschützerInnen "aus dem Straßenbild zu entfernen". (APA)