Reaktionen

Familienministerium will abwarten, Wirtschaft kritisch

25. Juli 2011, 13:45

Industriellenvereinigung stößt sich an bezahltem Papa-Monat - Grüne und BZÖ dafür:

Wien - Der Vorschlag von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, einen Papa-Monat auch in der Privatwirtschaft einzuführen und dies im Kindergeld-Gesetz zu regeln, ist am Montag auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Die Industriellenvereinigung (IV) zeigte sich skeptisch und erwartet Mehrkosten. Im Familienministerium wurde betont, man wolle zunächst die Auswirkungen der zuletzt eingeführten Kindergeld-Varianten genau überprüfen.

Zögerlicher Mitterlehner

Bei Heinisch-Hoseks Vorschlag könnte der bezahlte Papa-Monat vorgezogen und vom Ende der Karenz abgezogen werden - ein kostenneutraler Kompromissvorschlag, wie es hieß. Das Familienministerium will aber noch abwarten. "Es ist nicht sinnvoll, den zweiten oder dritten Schritt zu machen, ohne dass man die Wirksamkeit des ersten Schrittes kennt", sagte ein Sprecher. Wie lange das noch dauern wird, wollte man im Ressort von Minister Reinhold Mitterlehner nicht sagen.

Ablehnende IV

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer hält die Väterbeteiligung in einer Aussendung zwar für einen "wichtigen Bestandteil moderner Familien- und Gleichstellungspolitik". Er erklärte jedoch auch: "Der Idee einen bezahlten 'Papamonat' in der Privatwirtschaft einzuführen, stehen wir kritisch gegenüber." Eine lange Abwesenheit eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin bedeute immer eine organisatorische und finanzielle Mehrbelastung, begründete er. Zudem warnte der IV-Generalsekretär davor, dass das System des Kinderbetreuungsgeldes dadurch noch "komplizierter" würde. Skeptisch äußerte sich auch die JVP. Sie pocht auf Wahlfreiheit statt Zwang.

Ungeduldige Grüne

Zustimmung hingegen kommt von den Grünen. "Es wäre erfreulich, wenn in Sachen Papa-Monat nun endlich Taten gesetzt werden und nicht nur Ankündigungen", meinte Familiensprecherin Daniela Musiol. Der Vorschlag Heinisch-Hoseks sei "besser als gar nichts": "Klar muss jedenfalls sein, dass es sich um einen vollen Einkommensersatz handeln muss, damit es sich alle Familien leisten können."

Erwartungsvolles BZÖ

Das BZÖ sieht sich in einer langjährigen Forderung unterstützt und erwartet, dass die SPÖ einen bereits eingebrachten BZÖ-Antrag für ein mögliches Vorziehen von einem oder zwei Monaten Väterkarenz unterstützt. Familiensprecherin Ursula Haubner sprach sich allerdings gegen Änderungen bei der Kindergeld-Langzeitvariante (30+6 Monate) aus: "Die SPÖ soll die Eltern nicht zwangsbeglücken, sondern ihnen die Wahlfreiheit lassen." (APA)

CrazyBird
00
25.7.2011, 15:00
schon spassig...

..einerseits verlangen diverse Wirtschaftsspitzen von ihren MitarbeiterInnen, "flexibel" zu sein, etwa durch "Arbeitszeitflexibilisierung" - wenn's dann aber selber darum geht, mal "flexibel" zu sein, ist's aber schnell damit vorbei.

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