Linzer Modell

Papa-Monat wird gut angenommen

26. Juli 2011, 13:12

Knappe Hälfte der frischgebackenen Väter unter den Stadt-Mitarbeitern nutzte Angebot - Mit zusätzlich bezahlter Urlaubswoche soll Kinderbetreuung für Männer attraktiver werden

Linz - Erfolgreich angelaufen ist das Papa-Monat-Modell für Mitarbeiter der Stadt Linz. "Fast die Hälfte aller frischgebackenen Väter haben heuer bereits das Papamonat in Anspruch genommen", so die Initiatorin Frauenstadträtin Eva Schobesberger.

Zuckerl für Väter

Um auch Männern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an eine intensive Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen, bietet die Stadt Linz ihren Mitarbeitern seit Beginn des Jahres ein spezielles Modell zum Papa-Monat. Im Gegensatz zum Land, wo die Väter die gesamte Dauer der Vaterschaftsfrühkarenz gegen Entfall der Bezüge in Anspruch nehmen können, erhalten die Mitarbeiter der Stadt Linz bei Inanspruchnahme der Kurz-Karenz eine zusätzliche Woche bezahlten Sonderurlaub. Das heißt, wer vier Wochen Vaterschaftsfrühkarenz beantragt, erhält dafür eine Woche als Sonderurlaub mit Bezügen. Die restlichen drei Wochen gelten als Sonderurlaub ohne Bezüge, sofern kein Erholungsurlaub beantragt wird. 

Knappe Hälfte nutzte Angebot

Das Papamonat haben im heurigen Jahr von den insgesamt 20 frischgebackenen Vätern rund die Hälfte, nämlich neun Mitarbeiter genutzt. Drei weitere Anträge für August und September liegen bereits vor.

"Das steigende Interesse an dieser Regelung zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für private Betriebe und Unternehmen immer wichtiger wird", meint Schobesberger. Um Veränderungen in der Familienpolitik herbeizuführen, sei eine Bewusstseinsänderung beim Thema Kindererziehung ein ganz wesentlicher Punkt, betont die Frauenstadträtin. 

Eben keine "rein weibliche" Angelegenheit

Untersuchungen zeigten, dass die Kinderbetreuung weiterhin zu mehr als 90 Prozent Frauensache ist. Nach wie vor zählt diese Aufgabe also zu den "rein weiblichen" Angelegenheiten, während die Männer mit ihrem Job die Familie ernähren. "Der neue Papamonat ist eine Chance, mehr Väter zu motivieren, in Karenz zu gehen", ist die Linzer Frauenstadträtin überzeugt. (red)

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14 Postings
frauen sache
11
29.7.2011, 07:49
Mit zusätzlich bezahlter Urlaubswoche soll Kinderbetreuung für Männer attraktiver werden

wer hat eine solche "belohnung" eigentlich je für die "natürlich" zuhause bleibenden mütter in erwägung gezogen? klassischer fall von ungleichbehandlung!

jeder mann (vater) sollte vom gesetz her verpflichtet werden, die hälfte der gesetzlich geregelten karenzzeit nach der geburt beim kind zu verbringen, derweil die mama -um nicht den anschluß zu verpassen- beruflich weiter zu positionieren.

haken: bei alleinverdienenden freiberuflern ist das so gut wie unmöglich. schwer, eine gerechte lösung
zu finden.

Nennt mich Loretta
 
00
29.7.2011, 13:51
Wie sich INDIVIDUELLE PAARE MIT INDIVIDUELLEN LEBENSSITUATIONEN ihre Karenz aufteilen, überlassen wir diesen Paaren wohl immernoch am besten selbst.

Gebärende Frauen sind sowieso schon im bezahlten Mutterschutz (8 Wochen vor der Geburt, 8 Wochen nachher). In dieser Zeit bekommen Sie die volle Höhe ihres Gehalts. Hier wird im Endeffekt, in der Praxis Jungpapis eine zusätzliche Urlaubswoche geschenkt, wenn sie die ersten 3 Wochen nach der Geburt Urlaub nehmen.

Mal abgesehen davon, dass diese Maßnahmen im Sinne der Mutter, im Sinne des Kindes und im Sinne des Vaters eine sinnvolle Unterstützung ist, sollte man doch bitte so weit sein zu hinterfragen, ob die Bereitschaft der Väter direkt nach der Geburt Urlaub zu nehmen um für die Famillie da zu sein wirklich so neu ist.

Aber ich versteh schon...hauptsache keifen.

frauen sache
00
30.7.2011, 08:42
hauptsache keifen?

eigenartige argumentaionsweise.

wir können gerne die entscheidungen den eltern überlassen, sobald die gesetzlichen vorgaben die entscheidungsmöglichkeit überhaupt ermöglichen. punkt.

Nennt mich Loretta
 
00
Die Möglichkeit zu entscheiden ist da, sofern man einen Krippeplatz findet. punkt

Epistula non erubescit
22
27.7.2011, 13:51

Statt Vätern so viel Bonus wie möglich in den A**** zu schieben, damit sie sich um ihre Kinder kümmern sollte man ihnen mal ehrlich sagen was für SCHLECHTE VÄTER sie sind. Denn so gut wie keine Familie geht pleite wenn Papi 2 Monate zu Hause bleibt ( und halt ZWEI Monate ein bischen weniger verdient). Aber einen Neuwagen brauch ma auf jeden Fall...

Nennt mich Loretta
 
00
29.7.2011, 15:21
Da gehts nicht darum ob der Staat pleite geht, sondern ob die Familie pleite geht.

Wär ich unbezahlt bei einer der beiden Geburten meiner Kinder 2 Monate auf "Urlaub" gegangen, hätten WIR als Familie grobe, finanzielle Probleme gehabt. War schon so knapp bei all den Dingen, die man braucht (Kinderwagen, KLeidung, Windeln, Spielzeug...).

Wenn Sie sich den Artikel genau durchlesen, werden Sie wahrscheinlich erkennen, dass hier auch (wahrscheinlich in der Praxis überwiegend) Jungvätern eine zusätzliche, BEZAHLTE Urlaubswoche geschenkt wird, die sowieso 3 Wochen auf Urlaub gehen.

Dass Väter direkt nach der Geburt auf Urlaub gehen und die Mutter im BEZAHLTEN MUTTERSCHUTZ unterstützen, ist wohl eher die Regel als die Ausnahme.

R.M. S.
03
27.7.2011, 16:24

Also wenn ich für 2 Monate ohne einkommen zuhause bleibe dann reden wir nicht über die 'verzögerung beim autokauf' sondern um kann die Miete nicht bezahlen und Essen!
Das Problem ist, das ich ein "SCHLECHTER VATER " bin weil ich Arbeiten gehe um meiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen (schöne Wohnung, nicht im Elendsviertel von MUC, gute Schulen für die Kinder, etc.).
Ich gehe Arbeiten nicht zu Selbstverwirklichungs Zwecken sondern weil ich meine Familie Liebe und das Beste für sie will, wenn ich dadurch ein schlechter Vater bin dann bin ich es gerne.

Währe ich ein besserer Vater wenn ich sage - ich bleibe Zuhause, lebe von HARZ 4 in einer schlechten Gegend, mit dementsprechenden Schulen?

frauen sache
00
29.7.2011, 07:55
das ist ja das dilemma:

unsere gesetzgebung ermöglicht derzeit den männern nicht, bei großzügigem lohnausgleich 50% der kinderbetreuungszeit zu übernehmen. in schweden ist das durchaus möglich.
und es würde allen gut tun: den ehefrauen, den kindern und nicht zuletzt den männern selbst. und die scheidungsrate würde vielleicht auch sinken, wenn den männern erlaubt würde, sich auch zu "guten" und vor allem präsenten vätern zu entwickeln.

Jane Lane
 
00
28.7.2011, 16:26

In der Karenz bekommt man Null Einkommen? Das wäre mir neu.

Nennt mich Loretta
 
00
29.7.2011, 15:23
Im Mutterschutz bekommen Mütter ihr volles Gehalt.

..danach gibts, je nach gewählter Variante, Kinderbetreuungsgeld.

Quer denker1
45
27.7.2011, 09:33
Verliebt - verlobt - verheiratet - Kinder - obdachlos.

Was ändert sich für Männer? Über 60% Scheidungsrate.

frauen sache
21
29.7.2011, 07:51

über 60% scheidungsrate!
darüber sollten die männer zuerst nachdenken, warum das so ist!

Nennt mich Loretta
 
20
29.7.2011, 15:24
Ganz klar!

"Die Männer" sind schuld.

frauen sache
00
30.7.2011, 08:43

meine antwort: unnötig

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