Italien

Homophobie-Gesetz durchgefallen

27. Juli 2011, 11:39

Nach Serie von Gewalttaten an Homosexuellen scheitert ein Gesetzesentwurf der Demokraten im Parlament

Rom - Das italienische Parlament hat ein Gesetz zur Bekämpfung der Homophobie abgelehnt. Mit 293 Stimmen gegen 250 und 21 Enthaltungen hat die Abgeordnetenkammer in Rom den Gesetzentwurf abgelehnt, das "sexuelle Intoleranz" als erschwerenden Umstand bei Delikten gegen die Person betrachtet. Das Gesetz war von der Parlamentarierin der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), Paola Concia, nach einigen gewaltsamen Aktionen gegen Homosexuelle in Rom entworfen worden und hatte den Segen der Ministerin für Chancengleichheit Mara Carfagna erhalten.

"Europäische Standards" verfehlt

Concia kritisierte die Ablehnung des Gesetzes. "Italien hat die Chance verpasst, sich im Kampf gegen Homophobie europäischen Standards anzupassen", sagte die Parlamentarierin. Ihr Anliegen spaltete die Opposition. Während der linkere Flügel der oppositionellen PD für den Gesetzentwurf stimmte, wurde er von der katholischen Komponente der Partei um die Abgeordnete Paola Binetti scharf kritisiert. Die katholische Oppositionspartei UDC betonte, das Gesetz verletzte das in der italienischen Verfassung verankerte Gleichheitsprinzip.

Druck katholischer Kreise

Teile der oppositionellen PD hatten aktiv das Gesetz unterstützt, nachdem in den vergangenen Monaten eine Serie von Angriffen gegen Homosexuelle für Schlagzeilen gesorgt hatte. Eine große Demonstration für die Rechte der Homosexuellen hatte im Juni in Rom stattgefunden. An der Europride-Parade hatten sich laut den Organisatoren hunderttausende Menschen aus ganz Europa beteiligt. Gesetzesautorin Concia kritisierte, dass der Entwurf wegen des starken Drucks katholischer Kreisen im Parlament abgelehnt worden sei. (APA)

reveur M
10
oops....falscher knopf...

es ist echt krass... ich hätte mir in den 80er Jahren niemals vorstellen können, dass religiöser Fundamentalismus noch einmal so stark in die Geschicke der Gesellschaft eingreifen können wird. War mir damals unvorstellbar.

Und wie man sieht macht da keine Religion den Unterschied... durch die Bank weg sind sie alle gleich schlimm...

Austritt ist das eine (schon lange geschehen, ich kann keinen Schwulen verstehen, der noch in einem solchen Verein ist) aber was, wenn das Austreten gar nicht hilft.... weil über die ganzen konservativen-nazi Anhänger trotzdem das Leben zur Hölle gemacht wird....

Bah pfui..

reveur M
00
es ist echt krass....

reveur M
00
es ist echt krass....

Léonor de Guzman
24
28.7.2011, 10:20
und wiedereinmal

sei darauf hingewiesen: www.kirchenaustritt.at

Sabrina Hauser
69
27.7.2011, 17:29

Immer diese religiösen Fanatiker, ich kann es langsam echt nicht mehr hören bzw. lesen! Predigen Nächstenliebe und lehnen gleichzeitig Gesetze zur Verbesserung der Menschenrechte ab... was für Heuchler!

domanz
56
27.7.2011, 21:13

Geht mir genauso... abgesehen davon ist Homohass einfach nur verachtenswert weil keine mildernden Umstände wie bei anderem Gruppenhass dabei sind. Ok... bei Ausländern fallen einem halt wegen selektiver Aufmerksamkeit die nervigen Exemplare auf... aber was bitte haben Homosexuelle jemals getan dass sie diesen ungerechtfertigten Hass verdient haben?

Pygar
 
66
27.7.2011, 20:17

Das schlimme daran ist, dass diese religiösen Fanatiker es sogar noch schaffen Anhänger zu rekrutieren. Ich meine, ich könnte es mir nicht vorstellen mich einer Gruppe anzuschliessen, die konkret daran arbeitet, dass es allen Menschen (incl. mir selbst) bald schlechter geht und sich alle sinnlosen Regeln unterwerfen müssen. Es bleibt mir unbegreiflich, dass man die gesamte Lebensenergie darauf verwendet sich selbst und anderen das Leben schwer(er) zu machen.

Ein Mann
23
28.7.2011, 10:03

"Es bleibt mir unbegreiflich, dass man die gesamte Lebensenergie darauf verwendet sich selbst und anderen das Leben schwer(er) zu machen."

Dieser Satz ausgerechnet von Ihnen hier im Forum ist wirklich ironisch bis tragisch-komisch ;-)

Ein Mann
31
28.7.2011, 10:02

Vor allem schaffen sie es aber AnhängerINNEN zu rekrutieren. Schauen Sie mal in eine beliebige Kirche - voll von alten Frauen. Hier wäre wirklich mal ein Ansatzpunkt, wo Frauen selbst dafür sorgen könnten, nicht jedem Unsinn hinterher zu laufen. Aber irgendwie scheinen sie dafür anfälliger, so wie auch bei Homöopathie und anderen "glauben heißt nicht wissen" Dingen.

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