Jugendkulturforschung

Wie die moderne junge Frau tickt

1. August 2011, 14:42
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    grafik: institut für jugendkulturforschung wien

    Die "moderne junge Frau" definiert nur knapp jede Vierte in erster Linie über den Beruf.

Unabhängig und selbstbewusst: Bundesweite Studie zeigt Selbstkonzepte junger Österreicherinnen, die stark nach Bildung differieren

Selbstbestimmt sein und das Leben genießen sind Grundpfeiler der Lebensphilosophien junger Österreicherinnen in den 2010er Jahren, besagt eine Studie des Instituts für Jugendkulturforschung. Für diese erste bundesweite Repräsentativstudie hat das Institut 500 junge ÖsterreicherInnen zwischen 16 und 29 Jahren - 250 Frauen und 250 Männer - direkt gefragt, wie sie sich eine "moderne junge Frau" vorstellen und mit welchen Werten sie sich identifizieren.

Unabhängig, durchsetzungsfähig und genussbetont

So wird die "moderne junge Frau" von 43 Prozent der Befragten als handlungsfähige, öffentliche Akteurin gesehen, die intellektuell unabhängig ist, sich als eigenständig positioniert, selbstbestimmt agiert und teils auch sehr durchsetzungsfähig auftritt. Bei politisch links orientierten jungen Frauen ist dieses Bild der unabhängigen jungen Frau mit 53 Prozent Nennungen besonders stark verankert.

91 Prozent der Befragten können sich gut mit Menschen identifizieren, die Entscheidungen nicht anderen überlassen, sondern selbst entscheiden, wo es in ihrem Leben lang geht. Immerhin 81 Prozent zählen sich zu jener Gruppe von Menschen, die sich nicht gerne etwas vorgeben lassen, sondern Aktivitäten selbst planen und auswählen. 86 Prozent stehen dazu, dass sie Spaß haben wollen. 91 Prozent sagen, sie seien jenen Leuten, denen es wichtig ist, das Leben zu genießen, selbst sehr ähnlich.

Alle Bereiche unter einen Hut kriegen

Lebensgenuss stehe nicht in Widerspruch zur Bereitschaft, Leistung zu erbringen, betont Studienleiterin Beate Großegger: "Junge Frauen klagen bunte Realitäten ein und haben den Anspruch, alles verbinden zu können." Die Politik sei gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gezeigt habe sich auch, dass jene aus bildungsfernen Schichten ebenso wie jene aus bildungsnahen auf ein Schließen der Gehaltsschere drängen.

22 Prozent denken vorallem an Beruf

Knapp jede vierte junge Österreicherin definiert die "moderne junge Frau" in aller erster Linie über Erwerbsintegration: 22 Prozent denken an eine junge Frau, die im Berufsleben steht und sich klar über ihre berufliche Qualifikation definiert oder aber als junge Mutter Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen versucht (im bildungsnahen Segment der Befragten sind es 26,5 Prozent, im Segment "Ausbildung ohne Matura" 19,1 Prozent).

14 Prozent der jungen Österreicherinnen meinen darüber hinaus, eine "moderne junge Frau" würde sich durch spezielle Werte und Eigenschaften wie beispielsweise "sozial/engagiert", "spontan/flexibel", "tolerant/weltoffen", "zielorientiert/diszipliniert" oder hilfsbereit und freundlich auszeichnen. Intellekt wie auch (gutes) Aussehen werden nur von jeweils rund sechs Prozent als primäres Charakteristikum genannt.

In Bezug auf Gesellschaftspolitik zeigt sich ein Widerspruch zwischen deklarierten Werten und alltäglichem Handeln: Während sich 62 Prozent sehr stark mit Menschen identifizieren, die meinen, dass die "Völker der Welt in Harmonie zusammenleben sollten", zählt sich nur ein Drittel der jungen Frauen zu jenen, die auch selbst aktiv etwas für Frieden und Harmonie zwischen allen Gruppen tun.

Selbstkonzepte differieren nach Bildung

In den gebildeten Mittelschichten zeigt sich, dass junge Frauen von der Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte profitiert haben. Sie wollen einen interessanten Job finden, der Entwicklungsmöglichkeiten bietet, und sie möchten für gute Arbeit auch entsprechend entlohnt werden.

Jenseits des bildungsnahen Milieus ist die Situation ein wenig anders: Bei Mädchen und jungen Frauen mit niedriger und mittlerer formaler Bildung herrscht ein hohes Maß an Verunsicherung bei gesellschaftlichen und politischen Fragen und Themen der Zeit. Kompensiert wird diese Verunsicherung häufig durch betont erlebnisorientierten Konsum, aber auch durch Rückzug in private Beziehungswelten.

Je bildungsferner, desto traditioneller

Vor allem mit formal niedrigen Bildungsabschlüssen und schlechtem ökonomischen Background haben junge Frauen heute kaum Chancen, die soziale Stufenleiter emporzusteigen und sich in der Gesellschaft Anerkennung zu holen. In bildungsfernen Milieus wird Anerkennung von jungen Frauen daher weniger in der Erwerbsarbeitswelt und im öffentlichen Leben, sondern in den privaten kleinen Welten gesucht. Die Sehnsucht nach einer fixen Beziehung, die über eine traditionelle Rollenverteilung klar geregelt ist, spielt hier ebenso mit hinein wie ein verklärter Blick auf die Sicherheit und Stabilität einer eigenen Kleinfamilie.

Bei jungen Frauen aus bildungsfernen Milieus ist heute ein lebensstilistisch zwar "modernisiertes", hinsichtlich rollenspezifischer Kernwerte aber alles in allem nach wie vor sehr traditionelles Rollenverständnis zu beobachten.

Im Hinblick auf Geschlechterarrangements bemerkt die Studie, dass vor allem abseits bildungsnaher Milieus die junge Männerwelt mit dem Frauen-Typus der unabhängigen, selbstbewussten Akteurin wenig anfangen kann: Während im bildungsnahen Segment zumindest rund jeder vierte junge Mann bei einer "modernen jungen Frau" zuallererst an eine unabhängige, selbstbestimmte Akteurin denkt, sind es in der Gruppe der jungen Männer in/mit Ausbildung ohne Matura lediglich neun Prozent. (red/APA)

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16 Postings
sljudanka
00
Vor allem mit formal niedrigen Bildungsabschlu¨ssen und schlechtem o¨konomischen Background haben junge Frauen heute kaum Chancen, die soziale Stufenleiter emporzusteigen und sich in der Gesellschaft Anerkennung zu holen.

Das galt früher noch viel stärker als heute.

DOCH - fast alle Reichen, Tycoons von heute fingen mit nix an:
Wlaschek, Martinschitz, Androsch, Schwarz (Lidl), Albrecht (Aldi), Stronach (Magna), Dichand (Krone), HPHaselsteiner (Strabag), etc.

Diese Männer haben was aufgebaut, sind Grosssteuerzahler, geben vielen menschen Arbeit uind Brot, und niemand sollte sie dafür veruteilen!

http://www.oe24.at/oesterrei... cher/31110

Hier sieht man wie Männer ihr Vermögen selber durhc Eigenleistung geschaffen haben, Frauen nur aus erbschaft.

Woran liegt das und was können wir daraus lernen?

Verdammt Coole Schreckschrauwe
00
20.8.2011, 22:28
Der Trick bei diesen Typen: VITAMIN B !

Den Androsch-Skandal und die Unvereinbarkeit schon vergessen?
Bei Grasser ist alles schon anders...

Lectrice
02

Was können wir daraus lernen?

Das Deppen, die sozialgeschichtlichen Zusammenhänge nicht erkennen, offensichtlich nie aussterben.

Citizen357
01
WAS FÜR EIN.... DAS IST DOCH IRGENDWAS!

God_of_the_Wind
03

sollte das institut tatsächlich ein pie chart veröffentlicht haben, wäre diese "forschungseinrichtung" dringend zu schließen

Schaloo
00

Hihi... Noch dazu ein 3D Pie Chart. Imba :)

Gobi Todic
00
Grafik aufgemacht

... "mit beiden Beinen" gelesen und wieder weggeklickt.

her wig
00

Interessant wäre jetzt noch, wie das im wirklichen Leben aussieht.

srinivasa
03

Mann, da kann man sich aber leicht verlesen.

freaked
04

Wer kennt sie nicht:

Teenagerinnen, welche spuckend durch die Gegend laufen und dabei Musik am Handy laufen haben, in der Frauen als Bitches tituliert werden...

da oide
00
Wie macht das ...

... derStandard.at, dass hier die ä, ü und ö-Stricherl alle etwas nach rechts gerutscht sind ? Oder habe ich auf meinem Blechtrottel ein Problem ... ?

Gruß vom Oidn

politisch verfolgt
00
ntellekt wie auch (gutes) Aussehen werden nur von jeweils rund sechs Prozent als prima¨res Charakteristikum genannt.

na dann....

alexanderletten
 
09

Ein Schreck durchfuhr meine Glieder, als ich salopp die Überschrift überflog..

der fabelhafte Trolljäger
02

WAS DENN...Sie haben gleich mehrere?

eclecticon
21

DAS schreckt Sie?
Sie Armer
Und Beileid an die Gattin

alexanderletten
 
00

Es schreckte mich die erst fälschlich gelesene Überschrift. Wäre nicht wirklich Blattlinie.;-)

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