Öffentliche Spitäler sollen Abbrüche ermöglichen

  • Gesundheitsminister Alois Stöger kann sich auch finanziellen Druck auf die Länder vorstellen.
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    Gesundheitsminister Alois Stöger kann sich auch finanziellen Druck auf die Länder vorstellen.

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In den westlichen Bundesländern ist dies derzeit nicht möglich - Gesundheitsminister mahnt Verantwortung der Länder ein

Wien - Abtreibungen sollen in ganz Österreich in öffentlichen Spitälern möglich sein. Das fordert Gesundheitsminister Alois Stöger in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe von "News". Vor allem dass in Tirol und Vorarlberg kein öffentliches Krankenhaus Abtreibungen durchführt, ist Stöger ein Dorn im Auge. "Es wird ja eine ganze Personengruppe, nämlich die Frauen, nicht ernst genommen, wenn es in ganz Westösterreich kein Angebot gibt. Das geht nicht." Frauen in diesen Bundesländern müssen bislang auf private Gesundheitseinrichtungen bzw. ÄrztInnen zurückgreifen.

Bevormundung unterbinden

Frauen hätten das Recht zu entscheiden, ob sie einen Abbruch wollen oder nicht, "da brauchen sie keine Bevormundung". Daher müsse es auch in den Spitälern ein Angebot geben. "Hier haben die Länder eine Verantwortung", so der Minister. Es müsse zwar nicht in jedem Bundesland, aber zumindest in jeder Region ein öffentliches Krankenhaus geben, das Abtreibungen durchführt, stellt der Gesundheitsminister klar. "Es geht aber nicht, dass man Schwangerschaftsabbrüche aus ideologischen Gründen prinzipiell nicht anbietet."

Der Vorarlberger Landesstatthalter und Gesundheits-Landesrat Markus Wallner ist "völlig anderer Meinung". Spitäler dürften nicht zu Abtreibungskliniken werden. "Abtreibungen vorzunehmen ist keine Aufgabe des öffentlichen Spitalwesens, und dabei wird's auch bleiben, Stöger hin oder her", betonte Wallner gegenüber ORF Radio Vorarlberg.

Ist-Situation

Derzeit sind Abbrüche in öffentlichen Spitälern in Tirol, Vorarlberg und im Burgenland nicht möglich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es aktuell 29 Stellen, an denen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden. Bei 17 davon handelt es sich um öffentliche Spitäler.

Die meisten Standorte befinden sich in der Hauptstadt. In Wien gibt es 13 Adressen, wo Abtreibungen vorgenommen werden, sieben davon sind öffentliche Kliniken. In Niederösterreich werden solche Eingriffe in fünf Krankenhäusern vorgenommen, alle fünf sind öffentlich. In Oberösterreich und Salzburg gibt es jeweils einen Standort in den Landeshauptstädten, bei beiden handelt es sich öffentliche Spitäler. In der Steiermark gibt es zwei Adressen, eine davon öffentlich, in Kärnten sind es vier, zwei davon öffentlich.

In Tirol und Vorarlberg kann man nur in privaten Ordinationen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. In Burgenland gibt es gar keine Möglichkeit (siehe Grafik links).

Finanzieller Druck für säumige Spitäler?

Stöger deutet auch an, diese Forderung durch finanziellen Druck in der geplanten Spitalsreform einfließen lassen zu wollen. "Es würde in allen medizinischen Bereichen Mindestanforderungen geben. Der Bund schüttet die finanziellen Mittel nur aus, wenn diese eingehalten werden."

SPÖ und Grüne dafür, FPÖ "schockiert"

Frauenministerin Heinisch-Hosek unterstützt wie zu erwarten ihren Kollegen bei seinem Vorstoß: "Ich unterstütze die Forderung, dass es auch in Westösterreich öffentliche Spitäler geben soll, die Abbrüche durchführen. Denn nur so ist gewährleistet, dass alle Frauen, die in Österreich leben, den selben Zugang zu medizinischer Versorgung haben", so die Frauenministerin.

Auch die Grünen äußern sich positiv. Gesundheitssprecher Kurt Grünewald betont: "Krankenanstalten sind nicht Privateigentum jeweiliger Landesregierungen und werden auch aus Steuergeldern, Bundesmitteln und Versichertenbeiträgen finanziert." Eine Ungleichstellung sei daher nicht zu begründen. Das entsprechende Gesetz gelte für alle Bundesländer. "Sollten Frauen hier weiter diskriminiert werden, dann könnte ein angestrebtes bundeseinheitliches Krankenanstalten-Gesetz hier die erwünschte Änderung sicherstellen", empfiehlt Grünewald.

Für ÖVP-Frauenchefin greifen die Pläne des Gesundheitsministers hingegen viel zu kurz. "Wir sollten uns viel mehr Gedanken in Österreich darüber machen, wie Frauen und Männern 'Mut zum Kind' gemacht werden kannn", gibt Dorothea Schittenhelm zu bedenken.

Die FPÖ zeigt sich "schockiert" von der Forderung des Gesundheitsministers. "Stöger hat offenbar die Fristenlösung nicht verstanden. Sie stellt die Tötung ungeborenen Lebens lediglich straffrei, dennoch ist sie weiterhin rechtswidrig. Jedenfalls gibt es nicht im Geringsten ein Recht auf Abtreibung", lässt Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein wissen.

Diskussion in Salzburg

Erst 2005 wurde im Landeskrankenhaus Salzburg als westlichstem Bundesland die Möglichkeit eingeführt, an einem Wochentag Abtreibungen durchführen zu lassen. Der Eingriff wird seither nicht von Spitals-ÄrztInnen, sondern von der Gynmed Ambulanz, die in Wien ansässig ist, angeboten. Im österreichischen Abtreibungsgesetz (§97 Strafgesetzbuch) ist festgehalten, dass kein Arzt/keine Ärztin dazu verpflichtet werden kann, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Weiters darf eine Weigerung zu keiner Art von Benachteiligung führen. (APA/red)

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"Abbruch"
Was für ein Euphemismus für die Tötung eines Menschen.
Jeden Tag 2800 offiziele "Abbrüche" im EU Raum, aber ja ist ganz wunderbar...

Abtreibungen sollten 100% selbst bezahlt werden

wieso sollte die allgemeinheit für abtreibungen bezahlen? das sollen die frauen selbst bezahlen bzw. derren kindeszeuger!

so lange ich in AT keine zahnkrone auf krankenschein bezahlt bekomme kann es nicht sein das man abtreibungen finanziert.

Die allgemeinheit bezahlt keine abtreibungen (außer in medizinischen notfällen), sie hätten sich also den atem sparen können.

Abtreibung auf Krankenschein...

...wurde aber bereits politisch von ein paar "kapazundern" gefordert. u.a. waren "die grünen" dafür und haben dies gefordert!

Klar, wurde gefordert, kann man diskutieren,
nur ist das eben derzeit NICHT der fall, abbrüche
müssen selbst bezahlt werden wo nicht medizinisch indiziert.

sooo geschützt sind Frauen in öffentlichen Spitälern vor den rabiaten Fötenfanatikern auch nicht - denn

es gibt so etwas wie eine Krankenhaus"Seelsorge" - und DA sind die auch vertreten!
Siehe z.B. die Rudolfstiftung in Wien: der Oberseelsorger ein Kapazunder der Legion Mariens,
eine HLI-Aktivistin im christlichen Andachtsraum. Die HLI Folder lagen selbstverständlich auch dort...

Die haben über genau diese Schiene ihre Pfoten in den Krankenhäusern, darauf kann frau sich verlassen! Und selbstverständlich sind ihnen Abteilungen wie die Gyn ein großes Anliegen.

?
Wenn sich eine Frau zur Abtreibung entscheidet, wird sie sich doch nicht von irgendwelchen Infofoldern umstimmen lassen, oder?
Ist doch egal. Persönliche Belästigung, ungefragtes Ansprechen ist nicht ok - aber einfach nur Infofolder?

Und die laufen ungefragt auf der gyn herum und belästigen patientinnen ?

Falls das so ist, DAS sollte ihnen jedenfalls abgeschminkt werden.

Abgesehen davon daß ich bezweifle daß der gesundheitsminister da direkte zugriffs- und weisungsrechte hat - hast du IHM das schon geschrieben ? Ich würde nicht erwarten daß er das HIER liest ;-)

sie laufen nicht auf der Gyn herum, aber sie haben vor Ort ein Beinchen im Spital!

Abgesehen davon, dass in der KA Rudolfstiftung - entgegen allen propagandistischen Behauptungen - pro Woche max. 3 Abbrüche stattfinden. Nachdem die Frauen in eine externe Beratung gezwungen werden, die sie mit einem Schein bestätigen müssen!!! Und der Preis, diese 279 Euro, sind ebenfalls Propaganda. Durch die "Nebenkosten", die da verrechnet werden, ist der Abbruch im Spital teurer oder gleich teuer wie in der privaten Klinik.
Ich schreib das deshalb hier, weil diese Umstände alles andre als erfreulich sind!

Welche nebenkosten ?

Rhesusfaktor, Aids-Test, Rezeptgebühr

hubert ungeist

wann und wo genau hat die jetzige österreichische regierung (oder irgendeine ö regierung seit 1975) angeordnet, daß herr und frau x abtreiben müssen?

Da fällt mir ein:

In Kanada wurde 1988 das Abtreibungsgesetz ersatzlos gestrichen. Und die Welt steht erstaunlicherweise dort auch noch ;-)

Und das Gesetz wurde durch eine Ethikcode der Ärztevereinigung ersetzt. Letztlich beinahe Gesetzeswirkung ohne parlamentarische Kontrolle.

In der Ärztevereinigung könnten sich auch radikale Abtreibungsgegner etablieren und dort ein Abtreibungsverbot durchsetzen. Würde ihnen dann auch noch Kanada als "Vorbild" so gefallen?

nein, natrülich nicht, wir übernehmen nur, dass die gesetzliche regelung einfach wegfällt:)

das ist in Österreich eh schon der Phall: Siehe Chef Dorner der Wiener Ärztekammer als

Mitglied in einer Opus Dei - Organisation, deren Chef Küng ist. So what? In Österreich sind solche Verhältnisse seit Jahrzehnten der Grund, warum Frauen noch immer nicht ins nächste Spital gehen können, um eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden.

Das problem ist eher daß auch dort die finanzierung länder(provinz)angelegenheit ist, und daher der zugang auch nicht flächendeckend gewährleistet ist.

tja

das ist meines wissens das einzige land weltweit, das den abbruch nicht im strafrecht hat.

Ich frag mich ja auch schon lange

was eigentlich frauenspezifische medizinische Eingriffe im Strafrecht verloren haben. Das ist ein Relikt aus dem Mittelalter und einer modernen Rechtssprechung unwürdig. Außerdem widerspricht es dem Gleichheitsgrundsatz.

hubert ungeist

viel beschämender als eine jubiläumsfeier finde ich die tatsache, daß in ö die trennung staat - kirche nicht vollzogen ist.

Ich hab das Volksbegehren

www.kirchen-privilegien.at schon längst unterschrieben.

ich auch

;-)

Irgendwie hätte ich mir da eine hoch-ungeistige antwort erhofft, aber die gibt das antiabtreibungsartikulationsbrevier wohl nicht her.

Endlich mal ein Fortschritt

Es ist an der Zeit, dass Frauen in allen Teilen österreichs die Möglichkeit bekommen in ihrer Nähe abzutreiben anstatt nach Wien fahren zu müssen.

Ich hoffe, dass es mindestens zehn neue Alternativen geben wird.

Ich verstehe nicht warum noch immer so ein Kasperltheater um jede einzelne Klinik gemacht wird. Das Recht auf Abtreibung war bereits da bevor diese selbsternanten Moralaposteln den Frauen das Leben schwer machen wollen.

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