Hotelangestellte bringt nun auch Zivilklage ein
New York - Die AnwältInnen einer Hotelangestellten Nafissatou Diallo in New York haben nun auch Zivilklage wegen Sexualverbrechen gegen den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn eingereicht. Der 62-jährige Franzose habe sein 32-jähriges Opfer "gewalttätig und sadistisch" attackiert, heißt es in der Klageschrift der aus Guinea stammenden Frau. Sie sei erniedrigt, degradiert und ihrer "Würde als Frau beraubt" worden.
In dem Dokument werden die gleichen Vorwürfe erhoben, die auch Grundlage der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Strauss-Kahn sind. Er soll die Hotelangestellte in seiner Suite überfallen und zum Oralsex gezwungen haben. Die Klageschrift enthält keine konkreten materiellen Forderungen.
Diallos Anwalt, Kenneth Thompson, war zunächst nicht zu sprechen. Eine Mitarbeiterin bestätigte lediglich, dass die junge Witwe Wiedergutmachung fordere für den körperlichen und psychologischen Schaden durch Strauss-Kahns angebliche Sexattacke vor drei Monaten.
Verteidigung: Vorwürfe haltlos
Strauss-Kahn war wenige Tage nach seiner Verhaftung im Mai vom Posten des IWF-Chefs zurückgetreten. Er hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Nach anfänglichem Leugnen jedes sexuellen Kontakts verlegte sich die Verteidigung des ehemaligen sozialistischen Politikers auf die Verteidigungsstrategie, wonach es einvernehmlich zu Sex gekommen sei.
Seine AnwältInnen erklärten auch nach Einreichung der Zivilklage am Montag, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Der Schritt zeige, dass es der Klägerin nur darum gehe, Profit aus der Sache zu schlagen. Strauss-Kahn muss am 23. August erneut vor dem Gericht erscheinen. (Reuters/APA)