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Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Jobs verdienen immer noch 12 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Gründe dafür geben ForscherInnen Rätsel auf.
"Dann müssen die Frauen eben einen gescheiten Beruf erlernen!" Diesen Vorwurf ernten Frauen heute vielfach, wenn sie die anhaltenden Gehaltsunterschiede in der Arbeitswelt thematisieren. Es leuchte doch jedem ein, dass Frisösen weniger verdienen als Automechaniker, genauso wie Altenpflegerinnen weniger als Marketing-Angestellte, tönt es meist weiter aus dem Hausverstands-Großmaul.
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass es bei dieser Argumentation gewaltig hapert. Denn einmal abgesehen davon, dass es für sie meist keine Argumente außer solche, die auf gesellschaftliche Hierarchien verweisen, gibt, hat eine Studie des US-amerikanischen Handelsministeriums nun herausgefunden, dass Frauen selbst in gefragten, sprich technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, signifikant weniger verdienen als Männer.
Weniger als die Kollegen, aber mehr als andere Frauen
Die sogenannten STEMs, ein Akronym für Berufe in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik, stehen in der Erwartung, ein gutes Einkommen zu sichern. Und tatsächlich verdienen Beschäftigte in diesen Bereichen quer durch die Bank mehr als in anderen Branchen. Nur der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen bleibt dennoch erhalten. Auch wenn er kleiner ist.
In der Studie, die auf Daten des US-Zensusbüros aus dem Jahr 2009 zurückgehen, wurden STEMs als Positionen im professionellen und technischen Support in Computerwissenschaften, Mathematik, Ingenieurs-, Bio- und Naturwissenschaften definiert. Sozialwissenschaften ebenso wie Lehrberufe wurden nicht inkludiert.
Frauen unterrepräsentiert
Die erstmalige Studie hat zwei zentrale Ergebnisse gebracht, wovon eines keine große Überraschung ist: Frauen in den STEM-Bereichen sind bis heute unterrepräsentiert. Sie stellen 24 Prozent der Jobs, während sie am gesamten US-Arbeitsmarkt fast die Hälfte (48 Prozent) ausmachen. Angesichts des Anstiegs von höher ausgebildeten Frauen lässt sich dieser seit Jahren feststellbare Stillstand nicht anders als deprimierend bezeichnen.
Das zweite Ergebnis besagt, dass der durchschnittliche Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern in den STEMs bei 12 Prozent liegt. Die StudienautorInnen verglichen dafür den Stundenlohn von Ganzjahres-Angestellten im Vollzeitmodell. Die geringste Gehaltslücke zeigte sich ausgerechnet in jenem Bereich, in denen Frauen besonders unterrepräsentiert sind: Im Ingenieurswesen betrug der Gehaltsunterschied "lediglich" sieben Prozent.
Rätsel nicht aufgelöst
Dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass dieser mit 12 Prozent bei STEM-beschäftigten Frauen noch vergleichsweise gering ist, im Gegensatz zu den herkömmlichen Branchen, wo Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger als ihre Kollegen verdienen. Der Rat an junge Frauen, sich im Bereich der Technik- und Naturwissenschaften auszubilden, hat also in Bezug auf Höhe und Gerechtigkeit des Einkommens weiterhin seine Gültigkeit. Warum es aber selbst in gefragten Branchen zu einem Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern kommt, gibt weiterhin Rätsel auf.
Rebecca Blank aus dem US-Handelsministerium erklärt: "Gehaltsunterschiede sind eine der großen ungeklärten Forschungsfragen in der Ökonomie. Warum scheinen sie immer noch auf, auch wenn alle anderen Produktivitätsfaktoren berücksichtigt werden?" Die Ökonomin hat den Verdacht, dass Frauen einfach nicht die gleiche Anzahl an Beförderungen und Gehaltserhöhungen wie Männer erhalten. Und das ist einfach nur eine höfliche Umschreibung für Benachteiligung und Minderbewertung von Frauen in der Arbeitswelt. (red, dieStandard.at, 14.8.2011)
Studie zum Download:
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"tönt es meist weiter aus dem Hausverstands-Großmaul."
liebe diestandard-redaktion: auch ein zensurtag mit löschung meines diesbezüglichen posts später bleibt die erkenntnis, dass ein als sachlich daherkommender artikel gleich im ersten absatz männerhassend formuliert ist. von mir aus zensierts mir diesen absatz. aber meinen inhaltlichen beitrag zur diskussion auch noch wegzuzensieren ist ein bisserl lächerlich.
ich nirgends einen Bergleich der gleichen Berufe erkennen. Es wurden eben die selben "Degrees" verglichen, aber das sagt ja auch nichts darüber aus was die Leute dann genau arbeiten.
Gerade in den Naturwissenschaften gehen die Gehälter sehr weit auseinander, je nachdem welche Tätigkeit man aussübt, auch wenn alle einen Master haben.
Es gibt aber auch Studien, die besagen, dass sich Frauen ganz automatisch in schlechteren Gehaltsstufen einstufen als ihre männlichen Kollegen. Also wird von vornherein die Gehaltsverhandlung geringer angesetzt.
zB diese hier: http://www.ingenjoren.se/2011/08/k... lagre-lon/
Frauen haben meist einen noch besser verdienenden Partner daheim. Da lässt es stark am Willen zur Mehrleistung, und seien es bezahlte Überstunden, hapern.
Gerade das macht den Wettbewerb untereinander und so die Bezahlung aus.
Sich wirklich reinhängen, vollste Leistung bringen,
fokusiert auf das Ziel Karriere zu machen, sich durchsetzen wollen,
das tun Männer besser, weil sie es wollen und weil sie männliche Kampfeshormone versprühen und weils bei ihnen Tradition hat sich durchsetzten zu wollen und z.B. noch einen geileren Schlitten zu fahren zu wollen....Schaut doch die Frauen an wie sie nett und rücksichtsvoll sind...keine Chance !
machen sich nicht so wichtig, streben weniger nach Oben, verlangen weniger Gehalt, fallen unsererorts wegen Kinderkriegen lange aus.....
Frage: Wieso stellen Unternehmen nicht nur Frauen ein (angeblich gleiche Leistung !?) und sparen sich so
10-30 % Lohnkosten ??
Schon länger konnte diese Frage nicht gut beantwortet werden !
Es gibt einen hohen Prozentsatz an Frauen, die rechtes und konservatives Gedankengut wählen.
Wie viele Frauen kennst du, die sich selbst bei einem Gespräch wahrnehmen?
Wer nimmt eine Frau für voll, die wie folgt spricht?
"Leistungsbezogenes Gehalt ist, dass mann mehr Gehalt bekommt, wenn mann eine gute Leistung bringt!"
Weil sich Frauen eben nicht nur in Gehaltsverhandlungen, sondern auch in Bewerbungsgesprächen schlechter verkaufen als Männer (im Schnitt natürlich). Und weil die prinizipiell gleiche Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen sich noch nicht überall herumgesprochen hat :)
... im bereich informationstechnik zeigen, dass der anteil der frauen verschwindend gering ist. dass frauen zu 28% in höher bezahlten technisch und wissenschaftlichen berufen vertreten sind bezweifle ich stark. ich habe mir nicht die mühe gemacht die stem berufe im detail zu prüfen. allerdings gibt es natürlich extreme wie biologie bei denen der überschuss an absolventInnen das zu Einkommen unweigerlich verringert.
als wirklich problematisch sehe ich, dass mit diesem artikel das signal ausgesendet wird, dass es finanziell nichts bringt den weg eines technischen berufs zu wählen. das stimmt einfach nicht.
ausserdem: ein großes problem ist dass männer so wenig in karenz gehen. was nicht unbedingt an den männern liegt meine lieben frauen!!
Frauen müssen lernen, zu ihrer Leistung zu stehen, ihr Bedürfnis, gemocht, sympathisch befunden oder Harmonie aufrecht zu erhalten ad Acta zu legen.
Am besten wäre, Frauen in "Gehaltsverhandlungskurse" zu stecken.
Meine Erfahrung: Männer gehen zum Chef, verlangen eine Gehaltserhöhung (oder einen Grundgehalt in gewisser Höhe) sie argumentieren mit ihren Aufwänden und nötigenfalls demonstrieren sie ihren Marktwert, indem sie bereit sind, Firma zu wechseln. Wieviel andere verdienen ist ihnen egal.
Frauen möchte nicht als unverschämt gesehen werden. Sie möchten gemocht werden und trauen sich daher nicht, Forderungen zu stellen. Sie stehen weniger zu ihrer Leistung und argumentieren eher mit Gehaltsvergleich und Ungerechtigkeit.
Da haben Sie Recht, Frauen verhandeln weniger gut. Außerdem scheuen sie sich, ihre Karriereziele so offen auszusprechen wie Männer. Das hängt bestimmt mit der Erziehung zusammen, wo Sachen wie Fleiß, Bescheidenheit, Zurückhaltung, Nettsein bei Mädchen und Leistung, Wettbewerb und Selbstbewusstsein bei Buben gefördert werden.
Wie kann eine Frau besser verhandeln, wenn der Mann in der Verhandlung, vom Gegenüber, als Familienernährer und die Frau als Zuverdienerin gesehen wird?
Im Prinzip nimmt die chefetagliche Gehaltsverhandlerin folgendes wahr:
1.) "Der arme Bub muss mit dem bisserl Gehalt, das er mir abschwatzen konnte, eine ganze Familie ernähren! Uiii, bin ich grausam :("
2.) "Die gierige Alleinerzieherin bekommt eh Unterhalt und braucht nur für sich selbst zu sorgen! Außerdem ist sie eh nur Zuverdienerin, weil sie schon wieder einen Lover hat"
Sind Sie Personalchef?
Wie man seine Gehaltsverhandlungen führt, ist persönliches Geschick. In meinen beobachtungen stand es nie "Alleinverdienerin" gegen "Familienvater" sondern, wie fast immer heutzutage: Singel vs Singel.
Weiters wäre es wohl blöd, wegen dem Familienstand um Rücksicht auf das arme Opfer zu nehmen. DAS ist nähmlich nicht das, worum es bei Gehaltsaushandlungen geht. Es geht darum: Das kann ich, das bin ich wert. Ich habe in meinem Job deutlich mehr als meine Kolleginnen verdient, weil ich von Anfang an keine Zweifel an meinem Potential gelassen habe. Versuchte ich, die Kolleginnen dazu zu ermutigen, es gleich zu tun, wanden sie sich mit Ausreden heraus. Selber schuld.
also Unternehmer die im fetten Teil der Alterspyramide schwimmen und die noch einige Zeit an den Hebeln der Macht sitzen!
Das sind keine bösen und/oder unitelligenten Personen! Sie setzen einfach nur das 1:1 um, was ihnen anerzogen wurde.
Im Normalfall genügt eh nur ein Satz, damit sie ihren Denkfehler korrigieren.
Nichts für ungut, du darfst dir deinen Glauben an die Verhandlungsgenialität der Männer natürlich bewahren. Das hilft denjenigen, die bereits Frauen als Verhandlungswaffen ganz bewusst einsetzen ;-)
Ich gebe Ihnen recht. Ich sehe das generell in der Genderdiskussion so. Während der Feminismus darum kämpft, Frauen in die Rolle der Männer zu stopfen, war ich immer schon für eine Annäherung.
Ich selber bin dafür, dass sich auch Männer mehr um ihre Work-Life Balance kümmern. Frauen achten sehr darauf, was zu den vielbeweinten finanziellen und karrierrebezogene Einbußen führt.
Das bedeutet, Arbeitsverhältnisse an sich müssen sich verändern. Das Wirtschaftssystem funktioniert aber so. Es ist Wettbewerb. Wettbewerb heisst: Gewinner und Verlierer, heisst, Kampf, heisst, (energetischer) Focus auf das Ziel.
Solange das so funktioniert, sind das die Regeln.
Sollte man generell ändern, bin ich schwer dafür. Würde Männer sehr entlasten.
und bin immer erstaunt, wenn diese dann mit um die 30 plötzlich familien u. kinderstress bekommen. der fokus karriere rückt dann plötzlich ganz weit weg, und kommt der richtige... dass sich so jemand, der unter derartigem hormonellem druck steht, nicht für "mehr" interessiert und andere prioritäten hat ist nicht verwunderlich. kommt er nicht und das warten ist beendet, dann sinds plötzlich zwischen 35 u. 40, frustriert, dass alle züge abgefahren sind, und auch nicht zum aushalten (und ja ausnahmen bestätigen die regel, auch die kenn ich, aber im 3. jt erwart ich mir das schon mehr)
deshalb mein guter rat: weg von den hormonen hin zum verstand, die kinder können warten, das geht auch noch bis 50, und er richtige kommt auch ohne warten ;)
Den Druck der Gesellschaft - Bekannte, die erzählen, das Glück der Welt liege in der Mutterschaft, Eltern, die endlich Enkelkinder einmahnen, und nicht zuletzt Leute wie Sie, für die kinderlose 35- bis 40-jährige automatisch frustrierte Existenzen sind - sollte man auch nicht gerade unterschätzen.
Jaja, das kenne ich auch die "Gesellschaft" übt druck auf mich aus, ich möge mir doch einen Zweitwagen kaufen. Haben doch alle einen. Und wenn ich mir all die traurigen Leute ansehe die keinen haben...
Noch kann ich dem Druck widerstehen... aber wie lange noch!?
Böse Gesellschaft!
teil 1 ihrer aussage, gesellschaft etc. stimm ich vorbehaltslos zu. teil 2, der auf mich bezogene teil überrascht mich, da ich ja von erlebten ausnahmen spreche, und so, mich selbst als des differenzierens mächtig bezichtige. und sie könne mir glauben ich schau da genau hin :)
in summe aber gilt es sich ja genau von diesen dingen zu lösen: hormone und gesellschaftlichem druck. ist nämlich m.e.n. nichts anderes wie selbstverschuldete unfreiheit.
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