Kaltenbrunner und der K2

"Hallo, da spricht die Gerlinde"

25. August 2011, 17:56
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    foto: apa/ national geographic/ralf dujmovits

    Kaltenbrunner hatte "ein anderes Gefühl" als bei früheren K2- Expeditionen. Es sollte sie nicht trügen.

Kaltenbrunners erstes Interview nach der K2-Besteigung

K2/Wien - "Hallo, da spricht die Gerlinde. Im Moment bin ich einfach sehr, sehr müde, sehr erschöpft. Es waren anstrengende zehn Tage am Berg. Ich bin überglücklich, ein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen. Manchmal sind Zweifel aufgekommen, wir waren ein sehr kleines Team auf einem sehr großen Berg, die Route war schwierig. Aber ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl, ein anderes Gefühl als bei früheren Expeditionen."

Sie hatte auf dem Weg ins chinesische Basislager eine kurze Pause eingelegt, saß auf einem Stein, schaute hinauf zum Gipfel. Via Satellitentelefon sagte sie zum Standard: "Ich bin sehr erleichtert, dass wir bis zum Schluss konzentriert geblieben sind." Der Abstieg gemeinsam mit den zwei kasachischen und einem polnischen Kollegen sei "sehr, sehr schwierig" gewesen. "Wir haben gewusst, dass wir in die Dunkelheit kommen, hatten Stirnlampen und Reservebatterien mit."

Auch das Magazin National Geographic hatte Kaltenbrunner quasi auf den K2 begleitet und die gestrige Telefonkonferenz organisiert. Die 40-Jährige war am Dienstag die erste Frau, die ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff auf den 14 Achttausendern stand. Nebenbei ist Österreich nun in der Liste jener 27 angeschrieben, die alle Achttausender bestiegen. So gesehen ist die Tochter größer als alle Söhne dieser Heimat.

Daran dachte Kaltenbrunner nicht, sie dachte zurück an die Strapazen. "Am Gipfelcouloir standen wir hüfthoch im Schnee, wir haben gezweifelt, aber uns Meter für Meter hinaufgearbeitet." Sie dachte an die Viertelstunde, die sie alleine auf dem Gipfel verbrachte, ehe die anderen ankamen. "Man sieht in alle Richtungen, es war ergreifend. Ich hab einfach nur weinen müssen." Sie dachte an das Wiedersehen mit ihrem Ehemann Ralf Dujmovits, der die Besteigung früh abgebrochen hatte. "Das Wiedersehen war das Allergrößte."

Kaltenbrunner sagte, ohne Karl Gabl, den Innsbrucker Wetterexperten, wäre die K2-Besteigung "nicht möglich" gewesen. Das Wetter sei zunächst so schlecht gewesen, dass man eigentlich hätte zuwarten müssen. Da Gabl einen Umschwung ankündigte, stiegen sie auf, er sollte Recht behalten. "Ohne ihn wären wir zu spät dran gewesen, hätten wir die schönen Tage verpasst."

Von 302 K2-Besteigern sind nur vier ein zweites Mal auf dem Gipfel gewesen. Ob sie sich vorstellen kann, den K2 noch einmal anzugehen, wollte der Standard von Kaltenbrunner wissen. "Ich glaub, ganz ehrlich, eher nicht", antwortete sie. "Diese Besteigung hat mich total erfüllt. Aber ihn von herunten bestaunen, das werde ich ganz sicher wieder." Das Gefühl, in ein Loch zu fallen, habe sie jedenfalls nicht. "Ich habe noch sehr viele Ziele gemeinsam mit meinem Mann. Es kommt immer wieder etwas daher."

In den nächsten fünf Tagen kommt ein langer Marsch daher, auch darauf freute sich Kaltenbrunner, schließlich führe er "durch ein wunderschönes Tal". Außerdem freut sie sich "auf frisches Quellwasser in Spital am Pyhrn", auf die Familie, auf die Freunde. An Feiern war gestern jedenfalls nicht zu denken. "Das wird auf später verschoben." (Fritz Neumann, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 26. August 2011)

minna bagage
21
28.8.2011, 23:15

kann sie jetzt bitte endlich ruhe geben und in der versenkung verschwinden? danke.

Andersen
23
26.8.2011, 13:14

"So gesehen ist die Tochter größer als alle Söhne dieser Heimat.

Daran dachte Kaltenbrunner nicht,"

Stimmt, daran denkt nur ihr unterbelichteten dietandard Redakteusen.

knurrhoernchen
00
26.8.2011, 15:33
Was bist du denn für ein schlechter Verlierer?

Ich kann der Dame nur neidlos gratulieren.
Und ja, es gehört dazu, die Verlierer etwas zu hänseln :)

Für die Redakteusen
Heimat bist du noch einer großen Tochter, damit Körper und Geist vereint sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_... ielerin%29

metternich
01
26.8.2011, 11:10
die im Dunklen sieht man nicht .....

Zentralanstalt für Meteorologie undGeodynamik in Innsbruck, - Karl (Charlie) GABL. Letztendlich der Vater des Gipfelsieges. In einem Pkt ist Messner wohl nicht zu widerlegen. Nämlich, die Unwägbarkeit des Wetters, eine plumpe schwere Ausrüstung, schwerer Proviant, ect.ect. zu seiner Zeit. im Gegensatz zu Heute sprich Ultraleichtzelten+Hightechbekleidung+ ultrl.Proviant, Satellitentelefon,+ hochaktueller WetterVorhersage + Windstärke/Richtung, + Internetzentrale im Basislager + hygienischer Bedingungen (sprich Duschzelt mit Solarwarmwasser anlage.) All das macht den Berg nicht minder riskant aber um vieles nervenentspannender. In diesen Pkt hat ein R.Messner vollinhaltlich recht, - sorry.

verena lettmayer
14
25.8.2011, 22:01
ich freu mich für sie ...

... und das sie wieder wohlbehalten im tale angekommen ist ...

... tja, ruhe wird sie wohl nicht geben, denn es gibt noch viele schöne berge zu besteigen. und das freut mich umso mehr :)

pricci
 
00
26.8.2011, 14:33
sorry?

Wohl keine stichhaltigeren Argumente, als die, dass die Welt nicht mehr jene von vor 30 Jahren ist gefunden.

Duschzelt? 2er Biwakzelt zu Viert auf über 8300m. An Nerven fehlt es da oben dann wohl niemandem. Und die Gnade der frühen Geburt ist ja eine - als gelernter Mitteleuropäer - wahre Leistung.

Besonders gelungen finde ich deine misogyne Behauptung, ohne Wettervorhersage (sic) hätte sie den Gipfel nicht "besiegt". Weiß man wenigstens gleich aus welchem Stall du kommst.

metternich
00
29.8.2011, 14:00
... wohl keine stichhaltigeren Argumente ....

Ein. R.Messner ist also selbst Schuld das für ihn keine
präzisen Wettervorhersage vom "anderen Ende des Globus möglich war ? Ich meine: gerade diese Info ist an hohen Bergen in Timing u.administrativen Ablauf (rauf oder runter) (über)Lebenswichtig. Zu Messner,s Zeiten war all dies ein Cannossagang und hat in vielen Fällen über Sein oder Nicht Sein, über Leben u.Tod, über Erfolg oder Drama entschieden.
Das Bergsteigen von heute hat einzig noch die Physis
(sofern nicht auch gedopt, was in vielen Fällen der Fall ist) von Damals gemein. 1970 also mit 2011 im Sinne von Higtech gleichzusetzen ist entweder NLP, blauäugig oder schlichweg informationsignorant.

Ätschibätschi
29
25.8.2011, 21:11
Sehr schön. Sie hat den Berg bestiegen

und JETZT IST ENDLICH RUHE!!!!

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