"Angst vor Armut wird in Form von Körperfett bekämpft"

Interview |
  • Stephanie von Liebenstein ist Wissenschaftslektorin für Geisteswissenschaften und lebt in Berlin. Neben ihrem Engagement in der GgG arbeitet sie an ihrem Doktorat über den dicken Körper in der englischen Literatur der frühen Neuzeit.
    foto: von liebenstein/privat

    Stephanie von Liebenstein ist Wissenschaftslektorin für Geisteswissenschaften und lebt in Berlin. Neben ihrem Engagement in der GgG arbeitet sie an ihrem Doktorat über den dicken Körper in der englischen Literatur der frühen Neuzeit.

Stephanie von Liebenstein von der "Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung" über die alltägliche Ausgrenzung von Dicken, Abgrenzungsmechanismen der Mittelschicht und "Quotendicke"

Dicke Menschen müssen Tag für Tag mit Vorurteilen leben: Irgendwie, so die allgemeine Zuschreibung, stimmt mit ihnen etwas nicht. Die müssen ein Problem haben, und mehr noch: Sie sind selber eines und selbst schuld daran. Stephanie von Liebenstein ist selber dick und lässt die negativen Gedankenketten, die sich um dicke Körper wickeln, nicht gelten. In ihrem Verein "Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung" (GgG) geht sie gemeinsam mit vielen anderen deutschen DickenaktivistInnen das Thema von wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Seite an und versucht über Pressearbeit, Einmischung in aktuelle Diskurse und Vernetzung mit anderen dickenfreundlichen Organisationen den Blick auf Dicke zu verändern. Birgit Tombor sprach mit ihr über die Problematik des Dicken-Bashings, Formen der Diskriminierung und warum es "Quotendicke" braucht.

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dieStandard.at: Warum haben Sie eine "Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung" gegründet?

Stephanie von Liebenstein: Im Gründungsjahr 2005 gab es in Deutschland wenig dickenfreundliche Berichterstattung und praktisch noch keine deutschsprachigen Informationen über Gewichtsdiskriminierung im Internet, was mich dazu veranlasst hat, ein paar Leute zusammenzutrommeln, um gemeinsam die US-amerikanische Webseite des "Council on Size and Weight Discrimination" (CSWD) zu übersetzen. Damals hatte ich gerade einige Monate in New York gearbeitet und die "Fat-Acceptance"-Bewegung und damit auch Menschen wie Miriam Berg vom CSWD direkt kennengelernt. Diese hat mir erlaubt, die Inhalte der CSWD-Webseite auf Deutsch zu publizieren. Die Übersetzung der bestimmt hundert Dokumente war die erste Amtshandlung der GgG.

Wichtig war für uns zunächst, auf die Diskriminierung dicker Menschen aufmerksam zu machen, den Ernst der Problematik zu verdeutlichen und ein deutsches Wort dafür zu finden: Gewichtsdiskriminierung. Ich finde es gut, dass dieses Wort, das durch uns in die Diskussion eingebracht wurde, inzwischen ein üblicher Begriff zu sein scheint.

dieStandard.at: Mit welchen Formen der Diskriminierung sehen sich Dicke konfrontiert? 

Von Liebenstein: Gewichtsdiskriminierung gibt es in vielerlei Form, sei es in Gestalt der pauschalen Standpauke, der dicke Menschen beim Arztbesuch regelmäßig ausgesetzt sind, sei es in Form der sogenannten Downward Mobility im Arbeitsmarkt, der Dicke in vielen Fällen unterliegen: Dicke Menschen sind eher arm, eher arbeitslos, stecken eher in schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen.

Gewichtsdiskriminierung kommt aber auch in vielen Alltagsdingen zum Ausdruck, z.B. zu kleinen U-Bahn- und Flugzeugsitzen, Anfeindungen auf der Straße und im Schwimmbad, in nicht benutzbaren Fitnessgeräten für Menschen ab einem bestimmten Gewicht und vielem anderen. Vieles davon, u.a. medizinische Diskriminierung, erleben unsere Mitglieder regelmäßig. Einige Fluglinien verlangen inzwischen die Buchung eines zweiten Sitzes von Menschen, die wegen ihres Gewichts ihren Sicherheitsgurt nicht schließen können. Schwangere und Behinderte zahlen weiterhin nur einfach.

In Deutschland gab und gibt es zudem Probleme bei der Verbeamtung, wenn man einen BMI von über 30 hat. In viele dieser Dinge, speziell das Verbeamtungsproblem, kommt zurzeit glücklicherweise Bewegung, z.B. durch die jüngsten Urteile beispielsweise des OVG Nordrhein-Westfalen oder des VGH Baden-Württemberg, die für dicke VerbeamtungsanwärterInnen positiv ausfielen.

Nicht so leicht zu ändern sind die ganz alltägliche, auch unterschwellige Diskriminierung durch KollegInnen, ChefInnen, die Schule, ÄrztInnen, ErzieherInnen, zum Teil sogar die eigenen Eltern, aber auch die permanente Medienhetze und politische Maßnahmen wie z.B. den Nationalen Aktionsplan "In Form" für gesunde Ernährung und mehr Bewegung in Deutschland. In diesem werden Dicke schon rhetorisch massiv abgewertet, indem sie mit "unsportlich", "faul", "verfressen" und "unterschichtig" in Verbindung gebracht und damit ohne jede wissenschaftliche Grundlage in eine moralisch minderwertige Ecke gestellt werden.

Das Problem ist, dass die meisten Menschen glauben, sofort zu wissen, was mit einem dicken Menschen los ist, wenn sie ihn sehen: Sie/er ist disziplinlos, faul, krank, hat emotionale Probleme, ist unterschichtig, uninformiert, unbeliebt, unsportlich, schlampig, dreckig, hat ihr/sein Leben nicht im Griff usw. Das sind Zuschreibungen, die vor allem eins zeigen sollen: Ihr seid anders, ihr seid nicht wie wir. Das ist das Grundproblem, wogegen es zu kämpfen gilt.

dieStandard.at: Was - denken Sie - steckt hinter diesen Vorurteilen?

Von Liebenstein: Dicke Menschen so zu sehen hat eine sehr lange Tradition. Schon in der frühen Neuzeit hat man bestimmte Stereotypen mit dicken Menschen verbunden, z.B. Triebhaftigkeit, Faulheit und Verweichlichung. Schon Heinrich VIII. wurde als "fettes Schwein" bezeichnet, auch Händel und der englische Dichter Ben Jonson: Der Topos ist also nichts Neues. Auch die Rhetorik vom "Terror von innen" kennen wir schon von Thomas Morus. Was allerdings zunächst nicht mit Dicken verbunden wurde, ist ein vorrangig medizinischer Diskurs. Diese Entwicklung begann erst im 19. Jahrhundert. Aus dieser Ära haben wir ganz viel, was wir heute über dicke Menschen glauben. Und manche Dinge haben sich verschärft in den letzten zehn, fünfzehn Jahren.

dieStandard.at: Welche Verschärfungen denn?

Von Liebenstein: Die Probleme des Gesundheitssystems zum Beispiel, für die irgendwer verantwortlich gemacht werden muss. Am besten ist es, diejenigen zur Kasse zu bitten, die vermeintlich selbst schuld sind an ihrem Gesundheitsrisiko. Dass Dicke zumindest weitestgehend "selbst schuld" sind, wird erst einmal als selbstverständlich angenommen, denn man müsste ja einfach nur weniger essen und sich mehr bewegen, so das allgemeine Credo. Auch Hobbyfußballer sind zwar verantwortlich für ihr Gesundheitsrisiko: Der größte medizinische Kostenfaktor bei Männern unter 40 sind Sportverletzungen. Das jedoch ist vollkommen unproblematisch, denn im Bewusstsein der Öffentlichkeit gilt: Sport ist gut, Übergewicht ist schlecht.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass wir immer älter und gesünder werden. Von irgendetwas müssen aber ÄrztInnen, die Pharmaindustrie und die Fitness- und Diätindustrie auch noch leben. So wurde der riesige Markt der Präventivmedizin entdeckt, neue Risikogruppen werden erfunden. Dass die Mehrzahl der Menschen angeblich zu dick ist, einen vermeintlich zu hohen Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel hat und diversen anderen "Risikogruppen" angehört, hat hauptsächlich etwas damit zu tun, dass es ein immenses wirtschaftliches Interesse daran gibt, Vorsorgeuntersuchungen, Blutdruckmedikamente, cholesterinsenkende Margarine, Diätjoghurt und Sportstudiomitgliedschaften zu verkaufen. Wenn die Mehrzahl der Menschen mit ihrem Körper zufrieden wäre, würden ganze Branchen zusammenbrechen.

dieStandard.at: In den Medien hört und liest man von der Fett-"Epidemie", das Bild einer mehrheitlich zu dicken Gesellschaft wird gezeichnet und problematisiert. Diskriminieren/problematisieren wir uns also selbst?

Von Liebenstein: Meiner Meinung nach gibt es einen Zusammenhang zwischen der Diskriminierung von Dicken und der Diskriminierung von Menschen aus der sogenannten "Unterschicht". Durch immer mehr prekäre Lebensverhältnisse, die inzwischen auch die Mittelschicht betreffen, gibt es ein erhöhtes Bedürfnis der mittleren Einkommensschichten nach einer Abgrenzung von der "Unterschicht". Symptomatisch dafür ist zum Beispiel das Einkaufen in Bioläden, der Kult um gesundes Essen und das selber Kochen, das ja angeblich so gut für den Körper ist. Solche Dinge werden einfach nur zelebriert, um zu zeigen: Wir sind anders als die "Unterschicht". Und die ist natürlich dick, hängt den ganzen Tag vorm Fernseher rum und stopft sich mit Chips voll. Die eigene Angst vor Armut wird also in Form von Körperfett bekämpft.

Natürlich geht es bei der Diskriminierung von dicken Menschen nicht nur gegen die "Unterschicht", sondern auch gegen andere Gruppen, die im Durchschnitt dicker sind als die klassische Mittelschicht: Menschen mit Migrationshintergrund und ältere Menschen. Im Kampf um immer knapper werdende Arbeitsplätze gibt es ein Interesse daran, diese Gruppen mit Adjektiven in Verbindung zu bringen, die sie für die Arbeitswelt eher disqualifizieren: nicht so leistungsfähig, ständig krank, unbeweglich und unflexibel und wegen ihres unerwünschten Äußeren nicht in der Lage, ein Unternehmen nach außen zu repräsentieren. Die Diskriminierung von Dicken kann so auch die Gestalt einer mittelbaren Diskriminierung von älteren Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund annehmen, da diese durchschnittlich dicker sind.

dieStandard.at: Gibt es auch Schnittpunkte von Frauen- und Dickendiskriminierung?

Von Liebenstein: Selbstverständlich: Schon Susie Orbach schrieb "Fat is a Feminist Issue". Frauen leiden in ungleich höherem Maße als Männer unter dem Druck, dünn sein zu müssen. Der Irrglaube, Frauen seien von Natur aus leichter als Männer, ist ja nicht aus den Köpfen zu bekommen. Tatsache ist: Frauen vertragen selbst erhebliches Übergewicht wesentlich besser als Männer und müssen schon 180 kg wiegen, um annähernd dasselbe Erkrankungs- und Sterberisiko zu haben wie ein normalgewichtiger Mann. Es verwundert daher nicht, dass es auch wesentlich mehr adipöse Frauen gibt als adipöse Männer.

Doch nicht nur dicke, sondern gerade auch dünne Frauen sind permanent mit ihrem Körper beschäftigt und haben das Gefühl, noch nicht dünn, fit und schön genug zu sein. Wie gut für die männlichen Kollegen, wenn die 42-jährige promovierte Juristin, die ihnen ihr Projekt zu klauen droht, sich plötzlich lieber den ganzen Tag mit Gesundheit, Fitness und Schlankheit auseinandersetzen möchte und eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin macht. Gewichtsdiskriminierung ist eben nicht nur ein Problem von Dicken, sondern mindestens in gleichem Maße von Dünnen. Gleichzeitig werden Frauen eben auch im Beruf immer noch viel zu sehr über ihren Körper bewertet. Sich dann zurückzuziehen und zu sagen: Die gesunde Ernährung meiner Familie ist mir wichtiger als mein Beruf - damit machen sich Frauen selber so viel kaputt.

dieStandard.at: Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die Medien dabei, dass das "Fett = schlecht und ungesund-Paradigma" unwidersprochen Eingang in unsere Köpfe gefunden hat?

Von Liebenstein: Eine Studie von Anja Hilbert, Winfried Rief und Elmar Braehler von der Universität Marburg zeigt, dass 75 Prozent der Deutschen stigmatisierende und 25 Prozent stark stigmatisierende Vorurteile gegen Dicke haben. Die Rolle der Medien ist in diesem Zusammenhang natürlich sehr wichtig, weil Informationen über sie stark gefiltert werden bis hin zur massiven Verzerrung von beispielsweise Studienergebnissen. Fakt ist, dass die meisten Medien fast nur negative Berichterstattung über Dicke bringen und dass Dicke fast ausschließlich im medizinischen oder politischen Themenumfeld auftauchen: als medizinisches oder volkswirtschaftliches Problem. Besonders bezeichnend sind die dazugehörigen Abbildungen: der klassische "headless fattie", also dicke Körper ohne Kopf, Fokus auf Fettröllchen oder einen bildfüllenden Hintern. Auch beliebt: Ein dickes Kind, das sich einen Burger in den Mund schiebt.

Was ich besonders fatal finde, ist, dass Zahlen und Studienergebnisse, die Dicksein betreffen, von den Medien auf unseriöseste Weise effekthascherisch aufgebläht werden. Als die Nationale Verzehrsstudie II zum Beispiel Thema war, titelte die Stuttgarter Zeitung "Dicke unterschätzen die Gefahren des Übergewichts". Die Studie selbst untersuchte diesen Zusammenhang jedoch noch nicht einmal. Wir haben aus diesem Grund einen Flyer für die Presse herausgebracht, der Hinweise gibt, wie man Katastrophenrhetorik, stigmatisierendes Bildmaterial und diskriminierende Zuschreibungen vermeiden kann. Der Flyer hilft auch dabei, Statements von ÄrztInnen und der Wissenschaft richtig einzuordnen: Was ist der Unterschied zwischen Korrelation und Verursachung, was ist eine relative Wahrscheinlichkeit, warum sollte lieber mit absoluten Zahlen gearbeitet werden - da braucht es Aufklärungsarbeit nicht nur für JournalistInnen.

dieStandard.at: Stört Sie eigentlich der Begriff "Dick/e"?

Von Liebenstein: Im Gegenteil, "dick" ist für uns ein wertneutraler Begriff, im Gegensatz zu anderen wie "übergewichtig" oder "adipös": Der Erstere behauptet, dass es ein "abnormales Gewicht" gäbe, der zweite ruft einen medikalisierten Diskurs auf, der schon viel zu oft verwendet wurde, um uns klein zu halten. Das Wort "fett" wiederum ist im Deutschen negativ besetzt, "fat" im Englischen nicht eindeutig, es bedeutet "fett" und "dick". Wirklich schade, dass es ein Wort wie "fat" im Deutschen nicht gibt, denn es ist einerseits ganz neutral, andererseits hat es ein wunderbar subversives Potenzial. Zwar könnten wir uns auch "fett" nennen (das Wort "schwul" war ja auch einmal ein Schimpfwort, das sich eine Subkultur angeeignet hat, gerade weil es ein Schimpfwort war).

Ich fände den Gedanken ganz reizvoll, befürchte aber, dass die deutschsprachige Dickenbewegung noch zu sehr in den Kinderschuhen steckt, um derart subversiv zu sein. Subversiver Humor wird hier noch nicht genug verstanden: genau das zu tun, was das Vorurteil von einer/m erwartet, nur noch etwas extremer; also öffentlich Essen in sich hineinzustopfen, überquellende Fettrollen in engen Höschen zu präsentieren und dergleichen. Die Comedienne Cindy aus Marzahn geht ja ein wenig in diese Richtung. Ich persönlich fände ein Sahnetorten-Eat-In eine schöne Idee oder grellpinke T-Shirts mit der Aufschrift "FETTE SAU".

dieStandard.at: Was sagen Sie denen, die meinen, alle wollen eigentlich schlank sein und Dicke belügen sich selbst?

Von Liebenstein: Die "Wohlfühlfigur" ist ja eine Illusion. Mich hat keiner gefragt, ob ich so sein will, wie ich bin. Ich finde es nicht toll, dick zu sein, ich bin einfach so; andere haben vielleicht eine große Nase oder sind nur 1,40 m groß. Wahrscheinlich wäre mein Leben einfacher, wenn ich "schnipp" machen könnte und dünn wäre. So einfach ist das aber nicht. Dünn zu sein ist für Menschen wie mich mit einem Einsatz verbunden, der sich für die allermeisten kaum lohnen dürfte: ein Leben lang ununterbrochen zu hungern wie ein/e Magersüchtige/r. Dazu habe ich aber keine Lust, der Preis ist mir zu hoch. Warum sollte ich mir künstlich eine psychische Erkrankung antrainieren, Energie verschwenden auf etwas, das mir Lebensfreude und Leistungsfähigkeit raubt, nur weil irgendwer mich lieber dünn sähe? Lieber lebe ich mit meiner Figur und achte nur ein wenig darauf, gesund zu essen, mich zu bewegen und Spaß am Leben zu haben.

dieStandard.at: Gibt es für Sie eine Gewichtsgrenze, ab der Sie sagen würden: Es muss was passieren.

Von Liebenstein: Eine generelle Gewichtsgrenze, die für alle - oder auch nur für mich selber - gilt, gibt es für mich nicht. Ab wann das Gewicht für den einzelnen Menschen ungesund oder auch nur unangenehm wird, ist wohl eine höchst individuelle Angelegenheit. In unserem Verein gibt es Leute mit 160 kg, die fit sind wie ein Turnschuh und sich wohlfühlen. Andere brechen schon mit 90 kg unter ihrem Gewicht fast zusammen und kommen keine Treppe mehr hoch. Für mich ist alles eine Frage von Alternativen: Leide ich mehr, wenn ich so bleibe, wie ich bin, oder leide ich mehr, wenn ich - auf welche Weise auch immer, denn eine funktionierende Therapie gibt es bisher nicht - mein Gewicht reduziere.

Menschen, die sich mit ihrem Gewicht schlecht fühlen, rate ich zuerst einmal zu ein wenig Sport, denn aus eigener Erfahrung weiß ich: ob man die 762 Stufen des Stuttgarter Fernsehturms hinaufkommt, hat weniger mit dem Gewicht zu tun als mit Training. Wichtig ist natürlich auch die Frage: Bin ich wirklich "zu schwer" oder sind es irgendwelche anderen, die mir das Leben schwer machen? In den allermeisten Fällen ist die Umwelt das gewichtigere Problem.

dieStandard.at: Diät ist keine Option?

Von Liebenstein: Natürlich nicht. Wenn Diäten und Ernährungsumstellungen funktionieren würden, gäbe es nicht so viele davon. Sogar das Kompetenznetz Adipositas, das von der Bundesregierung finanziert wird, zeigt mit der Forschung von Prof.in Martina de Zwaan: Abnehmen ist - langfristig gesehen - ein Ding der Unmöglichkeit. Der Prozentsatz an Diät haltenden, die ihr Gewicht um mehr als fünf Prozent reduzieren und die Abnahme über mehr als ein Jahr halten, ist verschwindend gering. De Zwaan spricht schon vom sogenannten "false hope syndrome" der Dicken, d.h. dem pathologischen Glauben daran, dass die Gewichtsabnahme diesmal endlich gelingen wird. Fazit: Diät ist eine nicht funktionierende Therapie für eine nicht existente Krankheit. Der fast zwangsläufig einsetzende Jojo-Effekt ist gesundheitlich wesentlich schlimmer als das Dicksein selbst.

dieStandard.at: Was braucht es für die Dicken stattdessen?

Von Liebenstein: Wichtig wäre ein gesellschaftliches Klima, das Dicke nicht zu VersagerInnen stempelt, sondern einsieht, dass es von der Natur vorgesehen ist, dass es Menschen ganz unterschiedlicher Kleidergrößen gibt. Dick zu sein ist kein Problem, Dicke haben kein charakterliches oder gesundheitliches Manko - jedenfalls nicht mehr als die meisten Dünnen. Dicke sollten in den Medien, in der Politik, Wirtschaft und im Schwimmbad öfter vertreten sein. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass es dicke Menschen gibt und dass diese genau dasselbe tun wie dünne: Unternehmen repräsentieren, Reden halten, mit FreundInnen ausgehen, mit ihren Kindern toben, flirten, sich schick anziehen.

Die Modeindustrie könnte eine ganze Menge beitragen, aber nicht einmal die Hersteller für Übergrößen setzen wirklich dicke Models ein: Wenn ein Model Größe 42 hat, gilt es schon als "Plus-size". Es braucht attraktive dicke Identifikationsfiguren, kompetente Dicke in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen, dicke ForscherInnen! Forschung von Dünnen über Dicke, das hat etwas von Kolonialisierung. "Nichts über uns ohne uns" ist nicht umsonst ein GgG-Motto. Ein paar "Quotendicke" in den Medien und der Öffentlichkeit können überhaupt nicht schaden. (bto/dieStandard.at, 5.9.2011)


WISSEN: Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Die Schwerpunkte der Vereinsarbeit liegen im Bereich Recht, Kinder, Kultur und Medizin. Neben einer professionellen, anonymen und kostenlosen Rechtsberatung setzt sich die GgG u.a. im Bereich Verbeamtung für ein Umdenken in den Gerichten ein, veröffentlicht Informationen für Kinder und ErzieherInnen, u.a. eine Kinderwebseite (www.dickduenn.de) und ein Kinderbuch, das in den nächsten Monaten erscheinen soll, stellt eine regelmäßige aktualisierte Presseschau zum Thema "Gewicht" zur Verfügung und unterstützt dickenfreundliche Projekte im Bereich Kultur und Forschung. Die AG Medizin der GgG bietet Informationen und Aufklärung für medizinisches Personal, insbesondere in den Bereichen Pflege und Umgang mit dicken PatientInnen, und betreibt ein noch laufendes Projekt zur Recherche dickenfreundlicher Krankenhäuser in Deutschland.

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Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Council on Size and Weight Discrimination

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Zweifellos.

Mir gefällt das beispiel mit den Finanzen sehr gut.

Wieviel Sie einnehmen können, hängt von vielen Faktoren ab. Wofür Sie Geld ausgeben, hängt auch von sehr vielen Fsaktoren ab. Alles sehr komplex.

und am Ende bleibt der einfache Zusammenhang: Wenn Sie mehr ausgeben als Sie einnehmen machen Sie Schulden. Unfehlbar. Ohne Ausnahmen.

Genauso ist es mit dem Körper.

Schön wäre es. Aber es gibt Inflation und Deflation und so in dem Bereich würde ich die Abweichungen auch im körperl. System sehen.

egal...

...ob inflation oder deflation...der betrag auf deinem konto nimmt ja nicht ab, du bekommst nur weniger/mehr für das geld auf dem konto...deswegen ist die differenz zwischen geld am konto und ausgegebenem geld absolut unabhängig von solchen phänomenen ;)

Klar - wenn's älter werden, müssen's die Messlatte verschieben.

Ansonsten stimmt's: Wenn's zunehmen, einfach etwas weniger kcal essen. Es funktioniert - aber weil's unbequem ist, will's keine hören.

exakt mein gedankengang

Und dann gibt es noch die Alkoholiker-Diskriminierung....

die ja nichteinmal Autofahren dürfen, wenn sie betrunken sind, die Nicht-Zähneputzer-Diskriminierung, die ohne Zähne kaum einen Job oder eineN PartnerIn finden, die Nasenbohrer-Diskriminierung usw usw usw...
Einfach lächerlich.

Niemand wird von selbst dick.
Wenn jemand dick sein will, dann muss er halt akzeptieren, dass die Sitze zu schmal sind. PUNKT.
Man muss nicht für jede selbst verursachte Eventualität vorsorgen.
Ich kann mir kein Segelboot ausborgen, weil ich keinen Segelschein habe. Wenn ich ein Segelboot haben will, muss ich halt einen Segelschein machen.
Es gibt halt Voraussetzungen.
Wenn einer im Flugzeug weiter fliegen will, soll er halt nicht fetter werden. Das Fett entsteht ja nicht von selbst.

warens schon mal auf einer geburtenstation?

es gibt voll ausgetragene kinder mit 2 kilo und solche mit 5 kilo. und das hat selten was mit der ernährung der mutter zu tun...

Das Geburtsgewicht hat wenig mit dem Gewicht zu tun, das man später als Jugendlicher oder Erwachsener hat.

Doch, doch

Und hat auch etwas mit dem Stress der Mutter zu tun:

http://tinyurl.com/3f5tnqe

Zitat:

"Fetal Programming" ist ein noch recht junger Zweig der Medizin und bedeutet so viel wie Prägung lebenslanger Krankheitsveranlagungen schon im Mutterleib. Niemals wieder im Leben wächst der Mensch so schnell wie eben im Mutterleib. Deshalb können Störungen während der Schwangerschaft den späteren Gesundheitszustand wie zum Beispiel das Risiko zur Entwicklung von Übergewicht, Diabetes mellitus oder Arteriosklerose beeinflussen.

"Diabetes mellitus oder Arteriosklerose" können's nicht direkt beeinflussen - Fettleibigkeit schon: Weniger essen.

schwachsinn - soll man noch weniger als seinen grundumsatz am tag essen?

Wie Sie darauf kommen, müssten's jetzt erklären. Ich hab nichts vom Grundumsatz geschrieben.

Sie verbrauchen mehr als Ihren Grundumsatz - ich nehm an, sie werden ja nicht den ganzen Tag unbeweglich daliegen und flach atmen, oder?

Wenn's ein paar hundert Kalorien unter Ihrem Kalorienbedarf bleiben, nehmen's langsam und nachhaltig ab. Stören tut's natürlich auch nicht wenn's ein bisschen drunter gehen (insbesondere wenn's stark übergewichtig sind, geht's dann schneller, und nachdem der Grundumsatz vom Gewicht abhängt, bleibt sowieso noch viel über, dass sie dann noch essen dürfen).
Zu viel unter dem Grundumsatz ist natürlich nicht gesund - wenn's Zweifel haben, lassen Sie sich von einem Fachmann einen Plan machen.

Besonders gut

scheinen Sie nicht informiert zu sein.

Die erwähnten Krankheitsbilder entstehen zumeist im Zusammenwirken von Dispositionen und Umwelteinflüssen. Auf beides hat die/der Betreffende keinen Einfluss. Zur Salutogenese (Gesundung) gehören dann viele Faktoren, von denen die "Willensanstrengung" die/der Betreffenden nur einer neben anderen ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Adipositas

I

Klar - die Prädispositopn können's wenig beeinflussen - viele Umwelteinflüsse und die Lebenssituation können's zum Teil beeinflussen.

Am Ende des Tages bleibt aber eines: Die Lösung liegt darin, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen.

So wie Leute mit schlechtem zahnmaterial nichts daran ändern können - aber die Entscheidung treffen SIE, ob sie zum Zahnarzt gehen und das beste draus machen (auch wenn's sehr unangenehm ist), oder eben die Zähne verfallen lassen.

II

Alle Ausreden sind schädlich, weil sie nicht weiter helfen - ich hab an der Grenze von gerade noch Adiopositas 1 die Kurve gekratzt und arbeit mich langsam hinunter. Etwas mehr als 10 kg hab ich schon weggearbeitet, und aus der Perspektive: Lügen Sie sich nicht an - der einzige, der was verändern kann, sind Sie selbst.

Es ist Ihr Leben und Ihr Körper, Sie sind verantwortlich, Sie können was ändern - oder auch nicht. Von aussen können nur Hilfestellungen kommen, wenn sie die wollen und brauchen. Die kilos, die Sie selbst raufgefressen haben, können nur Sie runter arbeiten. Wenn's Ihre Ernährung nicht Ändern, ändert sich nichts.

Wie Gesundheitsschädlich Fettleibigkeit ist, erzählt Ihnen gerne der Arzt Ihres Vertrauens.

Na Ja.....

2,5 kg ham die Babys in Asien und ein 5 Kilo Bröckerl in Österreich....arme Mutti !!!

Auch in Wien gibt's diese unterschiede - und dass hat nichts mit dem Gewicht der Eltern zu tun (ev mit der Grösse?), und bedeutet auch nicht, dass diese Kinder dann dicker oder dünner wären (bezogen auf das ihrer Grösse zugeordnete Perzentil).

diät funktioniert nicht?

ich kenne jede menge menschen, die das sehr wohl geschafft haben, darunter ich selbst, der ich mehr als 10% meines körpergewichts abgenommen habe. dieses geschwafel zeugt einfach von willensschwäche, der man einen name gibt "fals hope syndrom"! das ist wirklich lächerlich!

klar assoziiert jemand, der einen job zu vergeben hat attribute wie konsequenz und dynamik eher mit leuten, die sich offensichtlich körperlich soweit im griff haben!

das rezept jeder diät bleibt am ende ganz einfach: weniger essen (vor allem kohlehydrate und fett) und mehr bewegung. die balance zwischen den beiden kann sich jeder aussuchen! am ende hilft keine diät, sondern nur eine generelle umstellung des lebensstils!! das ist nicht leicht, aber es ist machbar!

versteh nicht, warum das so klar sein soll (bezogen auf Ihren 2ten absatz).

Das kommt daher, dass der Mensch evolutionsbedingt von körperlichen Merkmalen (Proportionen) unterbewusst auf den Gesundheitszustand einer Person schließt. Das ist (oder war zumindest einmal) besonders bei der Wahl des Partners wichtig. Dieses Phänomen ist kultur- und zeitunabhängig. Das heißt, auch wenn es Kulturen oder Zeiten gibt, in denen die "Idealperson" etwas fester oder schlanker ist, bleiben die Körperproportionen annähernd gleich.

Dieser wesentliche unterbewusste Vorgang ist aber natürlich nur ein Kriterium bei der Bewertung. Hinzukommen Sozialisation und persönliche Überformung (Vorlieben).

Der Schluss ist ja auch legitim - es gibt eine starke Korrelation zwischen extremer Fettleibigkeit und (späteren) gesundheitlichen Problemen.

naja, wenn man einen bewerber sucht sind nicht nur die fachlichen qualifikationen sondern auch die charakterlichen attribute interessant.

da man solche sachen aber nicht durch zeugnisse etc. überprüfen kann verlässt man sich auf subjektive eindrücke bzw. einschätzungen.

der subjektive eindruck übergewichtige seien weniger konsequent ist nunmal keine seltenheit.
wenn ein mensch mit solchen eindrücken darüber eintscheidet ob hr. a(94kg) oder hr. b(114kg) aufgenommen werden, wird in diesem bezug wohl der leichtere der beiden vorgezogen.

ohne das zu werten:

SO IST DAS EBEN.

wie kann man diesen umstand ernsthaft anzweifeln?

ich zweifle ja nicht an, dass es das anscheinend das bedürfnis gibt, aber ich nehm mal an, das diese damen genau gegen diesen gedankengang auftritt. sie sagen halt das ist so. sie sagt das auch, sie wills aber eben ändern oder zumindest problematisieren.

und zu mir: ich nehm dicke nicht als weniger konsequent/dynamisch wahr als dünne menschen, vielleicht kenn ich aber auch zuviele hagere kiffer :)

wenn sie also unethisches/unfaires Verhalten

gutheissen, weil sie keine bessere Lösung kennen, dann zweifeln sie NICHT gleichzeitig an ihrem Verstand?

sie tun mir leid...

entschuldigen sie aber jeder mensch beurteilt tausend mal am tag seine umwelt anhand der sinneseindrücke, die er mitgeteilt bekommt.
sicher liegt man mit solchen vorurteilen auch manchmal falsch, aber ohne diese wäre man komplett lebensunfähig, weil man überhaupt nicht schnell genug entscheidungen treffen könnte.
und wenn ich als personaler die wahl zwischen zwei gleichqualifizierten menschen habe, nehme ich natürlich den der fitter aussieht.
dies ist weder unethisch noch unfair.

du schon wieder!

dir hab ich shcon einmal sinnlos versucht den unterschied zwischen "werten" und "aufzeigen" zu erklären.

deswegen werd ichs jetzt gar nicht erst versuchen. lass mich einfach in ruh und unterstehe dich mir in irgendeiner weise übel nachzureden.

"irgendwas stimmt mit ihnen nicht"

richtig! menschen mit einem BMI über 30 sind im medizinischen sinne einfach nicht gesund, da sie eben an adipositas leiden. es gibt hierfür verschiedene therapien, dem grössten teil dieser menschen kann geholfen werden. adipositas heisst nicht umsonst fettuscht!

niemand muss sich selbst als dick akzeptieren und man muss auch für dicke menschen nicht extra breite sitze bauen.

dass dicke menschen sich durch ihre ernährung bewusst gefahren aussetzen und auf raten ihre gesundheit zerstören, ist medizinsch erwiesen und keine gesellschaft muss das als "normal" akzeptieren.

dies ist mittlerweile der zweite aritkel dieser art, den ich in dieser zeitung lese und ich kann nicht nachvollziehen, warum man soetwas so unkritisch bringt!

o ohhh

das forum ist mal wieder der schönste beweis dafür, wie tiefgehend der hass gegen dicke ist. keiner hier hat bedenken, seinen müll abzuladen. kümmert euch doch um euren eigenen dreck, lebt weiter nach euren gesundheitsgesetzen aber gesteht anderen menschen zu, ihr leben nach ihren eigenen regeln zu leben! außerdem, es stimmt einfach NICHT: meine dicken freunde sind superaktive, schlaue leute die sogar regelmässig sport machen und sich hauptsächlich biologisch vegetarisch ernähren. trotzdem sind sie dick...anderer stoffwechsel, was weiß ich, ist doch egal... I LOVE THEM!

Der einzige der hier gar nichts versteht sind sie. Hier wird über die negativen medizinischen Folgen von Übergewicht diskutiert und ihr Kommentar lautet: "...blablabla...Hass gegen Dicke..."

Keiner hier hasst Dicke. Es geht hier um gesundheitliche Folgen. Keiner hat Skrupel Raucher auf ihren Schlechten Lebensstil und die dadurch verursachten Kosten auf das Gesundheitssystem aufmerksam zu machen. Denken sie ernsthaft die ganzen Diabetiker, Herzinfarkte,...usw kosten nichts???

ich hab traumwerte bei blutdruck, cholesterin, blutzucker und im belastungs-ekg, mein fitnesslevel ist zufriedenstellend und meinen bmi bring ich trotzdem nicht unter 28. was nun?

BMI hinterfragen und zufrieden sein.

Möglicherweise würden Sie Ihren schwer adiopösen (?) Freunden einen besseren DIenst erweisen, wenn Sie sie dabei unterstützen würden, ihr gesundheitliches Problem in den Griff zu kriegen.

ich koche lieber mit meinen freunden (oder geh tanzen oder radfahren oder....was menschen halt so gemeinsam machen) oder unterstütze sie, wenn sie wieder einmal von einem von selbstdisziplin zerfressenen menschen ohne herz aufgrund runderer körperformen abgestempelt wurden!
dieses forum widert mich an. oberflächlich, kaltherzig, dumm und klein seid ihr im geist...auch wenn ihr das unter muskeln zu verstecken sucht.

Wie alle Fanatiker spricht diese Frau viel Blödsinn. Es gibt nämlich sehr wohl eine Grenze, wo das sich selbst anlügen (eh alles super) nicht mehr funktioniert, weil sowohl Sozialleben als auch Gesundheit derart in Mitleidenschaft gezogen sind, dass es kein normales Leben mehr gibt. Das sage ich als jemand, dem das mit weit über 200 Kilo passiert ist. Für mich war die Alternative: vorn Zug schmeißen oder was tun.

Seitdem habe ich 130 Kilo abgenommen. Und bin draufgekommen, wie sehr ich mich über 10 Jahre lang selber angelogen habe. Man kann sich einreden, dass alles super ist. Ist es aber nicht. Egal, wie tolerant das Umfeld oder die Gesellschaft sind. Krank bist du selber und ein ScheiX ist in Ordnung.

Gratulation! Tolle Leistung

Eh. Abgesehen davon, dass der menschliche Körper nicht auf Übergewicht ausgelegt ist. Massive Knochen und Knorpelschäden, sowie Problematiken bei der Wirbelsäule, die teils irreparabel sind und teils sündteure Operationen nach sich ziehen. Herzinfarkt und Diabetiker Risiko steigen sprunghaft an. Das sind Medizinische Fakten und keine Diskriminierung. Diese Kosten trägt übrigens die Allgemeinheit. Die jetzt fettsüchtigen Kinder haben ihren Körper schon mit 30 ruiniert. Ist eine Zivilisationskrankheit. Der Körper ist nicht aus Xbox, tv und Zucker ausgelegt.......

Das mit der Allgemeinheit sehe ich als Diskriminierung. Wenn sich einer beim völlig sinnfreien Bungeejumpen die Birne einhaut oder nach dem Kampfsaufen ins Krankenhaus muss oder einfach beim Schifahren die Haxn bricht - ist das dann fahrlässiger, als zu viel zu essen? Wo ist die Grenze?

Das ist nun mal das System. Alle für einen, einer für alle. Das kann man gut oder schlecht finden, aber sobald wir zu differenzieren beginnen, zerfällt es.

Gratuliere, dass Sie beides geschafft haben - die Selbsterkenntnis und das Abnehmen! Respekt vor Ihnen!

respekt vor ihrer leistung!

gratuliere zu dieser gewaltsleistung!

wie lange haben sie dafuer gebraucht/gekaempft?

Ziemlich genau 120 Kilo in zwei Jahren, weitere zehn in den letzten beiden Monaten. Bin noch nicht ganz dort wo ich hinwill. Und ja, wenn man's mal raushat, dann geht es relativ leicht ;)

Stress macht dick

Chronischer (sozialer) Stress treibt das Appetithormon Ghrelin in ungeahnte Höhen, welches gleichzeitig angstreduzierend und antidepressiv wirkt.

http://www.nature.com/neuro/jou... .2139.html

Ja, das gilt für Alle von uns: Und mein erster Reflex wäre auch, mal schnell was einzuwerfen, und zu Eiskasten, Schokolade oder sonst was zu greifen.

Und jeder ist selbst verantwortlich, ob er's tut oder nicht - ich tu's nicht mehr, und spür den Unterschied jeden Tag.

Natürlich wird's schwieriger, je weiter man zunimmt. Aber auch da ist jeder für sein Leben verantwortlich (eltern für Ihre Kinder) - und man kann zwar helfen - aber am Ende des Tages kann nur der Betroffene was ändern.

Der wichtigste Schritt ist, das Problem einzugestehen.

Das Problem eingestehen kann nur

wer es auch erkennt. Aber die meisten Leute sind leider zu wenig bis gar nicht darüber informiert.

Weil eben Zusammenhänge wie in der Untersuchung von Lutter (s.o.) viel zu selten von den Medien aufgegriffen werden und bis das Ganze dann in den allgemeinen Wissenskanon kommt, dürften wohl noch Jahrhunderte ins Land ziehen. Und so wissen die meisten Menschen auch gar nix über die Abwärtsspirale ("Teufelskreislauf"), in die sie durch Armut, Frust und Stress geraten. Gratuliere, dass Sie das erkannt haben und sich selbst helfen konnten!

Naja - arm bin ich nicht so sehr, Frust ist es auch nicht - aber Stress etc ist schon immer ein Thema - wobei ich mit weniger Gewicht und besserer Ernährung auch weniger gestresst bin. ;-)

Und ich hab auch die Kurve gekratzt, bevor es zu extrem wurde. Aber man kann ja das Gewicht der letzten 10 Jahre aufzeichnen und überlegen, wo man in 20 Jahren endet, wenn man so weiter macht.

zu einfach, diese ausrede. man kann aber schon auch durch weniger essen und bewegung dem trend entegenwirken.

Sie kennen schon

den Unterschied zwischen Ausrede und Erklärung?

Insofern das Übergewicht nicht genetisch bedingt oder auf eine Krankheit zurückzuführen ist, gibt es keine Ausrede zuviel Gewicht zu haben.

Dick zu sein ist genauso eine Willensschwäche wie süchtig nach Alkohol, Zigaretten oder anderen Mitteln zu sein, auch wenn man versucht es sich noch so schön zu reden.

Ich verlange ja jetzt nicht von jedem meiner wuchtigen Mitmenschen sich an mich anzupassen und regelmäßig Sport zu betreiben, ein paar Wandertage im Monat wären aber schon eine nette Abwechslung zu den Marathonsitzungen die sie bei sich zuhause mit Chips und Mannerschnitten bewältigen.

moment mal!

Alkoholsucht und Niktoinsucht haben nichts mit Willensschwäche zu tun! Das sind beides schwere Suchterkrankungen, die behandelt werden müssen.

ich bin absolut dagegen "dicke" menschen zu diskriminieren, aber teilweise wird von Frau von Liebenstein hier einfach undifferenziert geschwafelt und tatsachen verdreht:

- ab einem gewissen übergewicht ist das sehr wohl ein erhebliches gesundheitsrisiko (herz kreislauf, verdauung, ...), das ist einfach ein fakt und kann und soll nicht schöngeredet werden.
- diäten und ernährungsumstellung funktionieren nicht? klar, wenn man die 2 wochen diät von nächstbesten hochglanzmagazin macht wird das nichts, aber selbstverständlich ist es möglich sich dauerhaft gesünder zu ernähren und sein gewicht zumindest zu halten

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