Schweiz

"Privatsache" Abtreibung

30. August 2011, 18:24

Abbrüche sollen nicht mehr von Krankenkassen finanziert werden: Volksabstimmung kommt

Bern - In der Schweiz ist die Volksinitiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache" zustande gekommen. Wie die Bundeskanzlei am Dienstag in Bern mitteilte, erwiesen sich 109.597 der über 110.000 von den InitiatorInnen eingereichten Unterschriften als gültig. Damit ist über die Initiative eine Volksabstimmung durchzuführen.

Mit dem Vorstoß wollen christlich-konservative Kreise dafür sorgen, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden.

Die aus den Reihen der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) sowie der evangelischen Parteien EVP und EDU kommenden InitiatorInnen vertreten die Ansicht, dass niemand gezwungen werde dürfe, Abtreibungen anderer zu finanzieren. (APA/Ag.)

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BlackAdder
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04

Dein Senf dazu, ist mir schon abgegangen!

Martin Schwarzbauer
 
32
Das Problem mit "obligatorischen Krankenversicherungen"

Eine Frage, die völlig zurecht gestellt wird ist: "warum sollte die Allgmeinheit für Abtreibungen zahlen?" - und ebenso richtig ist die Gegenfrage "und warum für Geburten?"
Das Problem ist nicht die medinzinische Prozedur, sondern dass Menschen in eine Versicherung gezwungen werden und dabei Vorschriften erlassen werden, was diese Versicherung alles abzudecken hat.
Wären die Versicherungen tatsächlich privat (und nicht nur nominell), könnten sie ihren Kunden individuelle Versicherungspakete anbieten, die je nach Leistungen unterschiedlich bepreist sind. Wer sich gegen "Verhütungsunfälle" (oder jede andere Form von Unfall) versichern will, soll das tun können, aber niemand soll gezwungen werden, Versicherungsbeiträge dafür zu bezahlen.

Black Widdow
02
Und warum muss die Allgemeinheit

auch für Unfälle von sich überschätzenden "Sportlern" und Rasern, Behandlung der Leberzirrhose von Alkoholikern oder des Lungekrebses von Rauchern zahlen?

Shirin Maier
00
24.10.2011, 13:26
schwangerschaft ist keine krankheit - das ist der unterschied...

Martin Schwarzbauer
 
00

Das sollte sie eben nicht müssen. Vor allem, weil "die Allgemeinheit" ein irreführendes Konzept ist - wir sind alle Individuen, die zu einander in Beziehung stehen. Es gibt keine Allgemeinheit als handelndes Wesen, nur einzelne Menschen.

Und wenn jemand andere Menschen dazu zwingen will, sich oder anderen Geld zu geben - für welchen Zweck auch immer - sollte er nur den Mittelfinger gezeigt bekommen.

Freiwillige Risikogemeinschaften sind schon gut und sinnvoll, aber sobald Zwang ins Spiel kommt, gibt es kontraproduktive Anreize - wie eben z.B. mangelnde Vorsicht beim Sporteln, verantwortungsloses Trinken und Kettenrauchen. Private Versicherungen würden entweder Folgeschäden ausschließen oder entsprechend hohe Beiträge verlangen.

Black Widdow
00
10.9.2011, 18:09
Private (Zusatz)-Versicherungen

tun das ja sowieso.

Martin Schwarzbauer
 
00
11.9.2011, 10:09

Das kann schon sein, aber wie Sie eben schreiben sind das Zusatz-Versicherungen. Die Basis-Versicherung hierzulande ist eben die Sozialversicherung, was bedeutet dass fast jeder Leistungen beziehen kann, für die er nicht entsprechend seines Risikos eingezahlt hat, sondern aufgrund seines offiziellen Einkommens - und teilweise gar nicht (kostenlose Mitversicherung).

Es ist eben derzeit so, dass praktisch jeder Erwerbstätige gezwungen ist, die gefährlichen Hobbies und ungesunden Lebensstile anderer Menschen zu subventionieren. Das sollte nicht sein.

noirc80
01

also wie in usa? wer dann geld spart, in dem er sich nicht versichert, wird trotzdem behandelt und kostet und kostet und kostet, zahlt aber nie was ein... oder wie willst du das machen, den kranken vorm krankenhaus liegen lassen und mangels versicherung nicht behandeln? ...sehr sinnvoll.

Martin Schwarzbauer
 
10

Sicher nicht wie in den USA.
Niemand sollte verpflichtet sein, einem anderen eine Leistung zu erbringen. Nur freiwilliger Handel oder ebenso freiwillige Geschenke/Spenden/Wohltätigkeit sollten unser wirtschaftliches Leben bestimmen.

Wer nicht vorsorgt und dann nicht bezahlen kann, muss eben die Konsequenzen seiner Verantwortungslosigkeit tragen: entweder er findet jemand, der ihm die Behandlung freiwillig finanziert, oder er wird eben nicht behandelt.

Wenn ein solches System in Kraft ist, gibt es auch kaum Verrückte, die das riskieren würden. Weiß man hingegen, dass man ohnehin ein Recht auf Behandlung hat, werden einige eben nichts beitragen, sondern nur "Ansprüche" und "wohlerworbene Rechte" geltend machen, für die andere zahlen müssen.

noirc80
00

gut, dann hebelst du die grundsätze des arztseins aus und ich kann mir als arzt nach deiner regelung in zukunft aussuchen, wen ich behandele und wen nicht, wer nicht genug zahlt hat pech gehabt. das fällt ganz schnell auf dich zurück, außer, du bist reich.

Martin Schwarzbauer
 
10

Ärzte bringen eine Dienstleistung. Von niemand anderem wird erwartet, dass er eine Dienstleistung erbringt, ohne dafür bezahlt zu werden. Also sollte es auch von Ärzten niemand erwarten.

Dass sich nur Reiche medizinische Versorgung leisten könnten, ist einfach falsch. Historisch gesehen hatten Arme durch "friendly societies" Zugang zu ärztlichen Dienstleistungen.
Und wenn Sie sich die heutige Situation überlegen, müssen die Leistungen ja trotzdem bezahlt werden - nur dass nicht jeder risikoadäquate Versicherungsbeiträge zahlt, sondern dass die Mittel- für die Unterschicht mitzahlt und durch das Anreizsystem die Kosten viel höher sind als auf einem freien Markt (wo sich auch Arme medizinische Versorgung leisten könnten).

noirc80
00

du, mir ist das jetzt ein bisschen zu doof mit dir: informiere dich einfach mal, zu was ärzte verpflichtet sind und falls du dann noch der meinung bist, dass dein kommentar irgendeinen sinn ergibt, tja, dann ist eh hopfen und malz verloren.

BlackAdder
21

Sie sollten sinnerfassend lesen lernen, denn von "ohne bezahlung" war nicht die rede, da steht ganz klar, deutlich, und für jeden denkfähigen menschen erfassbar

"wer nicht genug zahlt"

Martin Schwarzbauer
 
10

Dann passen Sie eben mein Argument entsprechend an: "Von niemand anderem wird erwartet, dass er eine Dienstleistung erbringt, ohne dafür den von ihm geforderten Lohn zu bekommen. Also sollte es auch von Ärzten niemand erwarten."

Ist doch nicht so schwer.

noirc80
01

doch für dich ist es anscheinend sehr schwer.

fersuchung
10
in systemen

wo es viel zuviele leute gibt, die trotz mehreren jobs kaum genug zum täglichen leben haben, gibts auch eine menge leute für die "vorsorge" etwas total unerschwingliches und utopisches ist. das hat nichts mit verantwortungslosigkeit zu tun, sondern mit mangelnden möglichkeiten.

und die werden dann bestraft. nein danke.

BlackAdder
00

Sind sie intellektuell nicht in der lage zu erfassen daß manche menschen sich einfach nicht selbst versorgen oder vorsorgen KÖNNEN ?

Aber gratuliere, sie schaffen es tatsächlich mit jedem weiteren beitrag noch erbärmlicher menschenverachtend egoistisches abzusondern, schafft auch nicht jeder.

Martin Schwarzbauer
 
11

Diejenigen, die nicht produktiv genug sein *können*, um ihre Grundbedürfnisse selbst zu erarbeiten, sind so wenige, dass diesen locker durch freiwillige Wohltätigkeit - in der Familie oder durch spendenfinanzierte Organisationen - geholfen werden kann.

Der Sozialstaat hingegen bringt Menschen in die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen und fördert ein Anspruchsdenken, dem kaum noch Leistungsbereitschaft gegenübersteht.
Ein Sozialfall ist doch häufig gefangen in der anerzogenen Hilflosigkeit; hätte man ihm nicht die Möglichkeit gegeben, auf unbestimmte Zeit auf Kosten anderer zu leben, wäre es meist nicht dazu gekommen.

Ist es menschenverachtend, diese Aushöhlung des menschlichen Schaffensdranges zu kritisieren?

BlackAdder
00

Die frage ist auch - "produktiv" für wen ?

Bei einer entsolidarisierung wie von ihnen gefordert gibt es nämlich keine gesellschaft mehr, keine werte, nur mehr puren egoismus und überlebenskampf.

BlackAdder
10

Und wer nicht "produktiv" (allein einen menschen ausschließlich daran zu messen ist menschenverachtend) sein kann, oder bloß nicht will, das bestimmen ... sie ?

Martin Schwarzbauer
 
11

Wer hat etwas von "ausschließlich" gesagt? Aber im Großstadtdschungel ist für mich bei einem Fremden erstmal wesentlich, was er für mich tun kann - ist das bei Ihnen wirklich anders? Und steht das im Widerspruch dazu, sich mit Familie, Freunden, Bekannten und anderen solidarisch zu zeigen?

Wer versteht wie ein freier Markt funktioniert weiß auch, dass im Endeffekt jeder (ungefähr) so viel herausbekommt wie er für andere leistet. Insofern ist drückt sich Produktivität durch Einkommen aus. Das Einkommen des Einzelnen bestimmt der Markt, d.h. alle Marktteilnehmer.

Ich will gar nichts bestimmen, außer was mich selbst betrifft. Unter anderem: mit wem ich mein Geld teile.

BlackAdder
00

Meinen sie einen "freien markt" wie in afrikanischen staaten wo westliche konzerne ausbeuten, ein paar korrupte machthaber in saus und braus leben, plus die ausbeuter, und die lokale bevölkerung um einen hungerlohn arbeiten und krepieren darf ?

Martin Schwarzbauer
 
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In Afrika ist es mit der wirtschaftlichen Freiheit nicht weit her:
http://www.heritage.org/index/pdf... 11_map.pdf

Wenn Regierungen bestimmten Unternehmen Privilegien verschaffen, d.h. diese Unternehmen die Staatsmacht nutzen können, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen, dann kommt es zu Ausbeutung. Das ist aber durch die Intervention des Staates aber eben kein freier Markt.

Afrika ist vor allem deshalb in weiten Teilen so arm, weil die politischen Verhältnisse instabil sind (Investitionen können sehr schnell weg sein), Korruption eine bestimmende Größe ist und eben die Märkte stark "reguliert" werden.

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