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Die gläserne Decke: Für viele Frauen gibt es an den Universitäten ab gewissen Karrierestufen kein Weiterkommen.
Wien - Frauenförderung wird an den heimischen Universitäten groß geschrieben - Früchte trägt das aber bisher kaum: So formuliert der Rechnungshof (RH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht seine Kritik. Wie die Überprüfung der Technischen Universitäten Graz und Wien sowie der Unis Linz und Wien zeige, bestehe Nachholbedarf auf allen Universitätsebenen. So seien neben der nicht erreichten Frauenquote in Uni-Leitungsfunktionen auch vereinzelt Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ersichtlich.
Der Frauenanteil bei StudentInnen und wissenschaftlichem Personal ist, laut RH, an den Unis generell zwar gestiegen, die Karriereleiter klettern aber noch immer Männer nach oben. "Je höher die Karrierestufe, desto niedriger der Frauenanteil", so das Bild an den Unis laut RH-Bericht. Vor allem die Bemühungen, wissenschaftliche Leitungsfunktionen mit Frauen zu besetzen, zeige wenig Erfolg. Der Frauenanteil bewegt sich hier zwischen lediglich 5,6 Prozent an der TU Graz und 25 Prozent an der Universität Wien (Uni Linz 7,7 Prozent, TU Wien 12,1 Prozent).
Vorreiter: Universität-Wien
Hintergrund der Kritik: Das Universitätsgesetz (UG) 2002 normierte ausdrücklich ein Frauenförderungsgebot, das bei der Novelle im Jahr 2009 weitere Bestimmungen enthielt, u.a. eine Frauenquote von 40 Prozent für bestimmte Leitungs- und Kollegialorgane. Das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz, das an den Universitäten ebenso gilt, sieht hingegen eine Quote von 45 Prozent vor - eine Verwirrung, deren Klarstellung der RH dem Wissenschaftsministerium in seinem Bericht empfiehlt.
Bei der Beschäftigung von wissenschaftlichem Personal erreichte lediglich die Uni Wien besagte 40-Prozent-Frauenquote. Die größte heimische Hochschule ist es auch, die den höchsten Anteil von Studentinnen und Absolventinnen (2009: 63,8 Prozent bzw. 65,9 Prozent) sowie Professorinnen und Dozentinnen (2009: 21,8 und 22,8 Prozent) aufwies. Schlusslicht ist jeweils die TU Graz mit einem 21,2-prozentigen Frauenanteil unter StudentInnen, 20,5 Prozent unter AbsolventInnen und 5,4 bzw. 2,7 Prozent unter ProfessorInnen und DozentInnen.
Generell wiesen vor allem Unis mit einem stark technisch oder naturwissenschaftlich ausgerichteten Studienangebot in allen Bereichen einen geringeren Frauenanteil auf. Auffällig ist hier vor allem jenes wissenschaftliche Personal, das an Drittmittelprojekten arbeitet und extern finanziert wird. Hier ist der Frauenanteil - ausgenommen der Uni Wien - zwischen 2006 und 2009 zurückgegangen. Das sei laut RH besonders kritisch, weil ebendiese MitarbeiterInnen "in nicht geringem Ausmaß ins Stammpersonal der Universität" wechseln.
Teilweise signifikante Gehaltsunterschiede
Auch bei der Bezahlung ebenjener Mitarbeiter habe es Unstimmigkeiten gegeben. An den Technischen Universitäten Wien und Graz erhielten Drittmittel-finanzierte wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedliche Anteile an Überzahlungen über den Kollektivvertrag für Universitäts-Arbeitnehmer, wobei Männer profitierten. An der Uni Linz zeigten sich - anders als bei den anderen Universitäten - "signifikante Gehaltsunterschiede" zwischen Professorinnen und Professoren, die im Zeitraum von 2006 bis 2009 berufen wurden.
Sünkel: Fortschritte sind sichtbar
Der Rektor der Technischen Universität (TU) Graz und Präsident der Universitätenkonferenz, Hans Sünkel, sieht es um die Frauenförderung an österreichischen Universitäten besser bestellt als der Rechnungshof. "Natürlich haben wir den Plafond unserer hochgesteckten Frauenanteile noch nicht erreicht", so Sünkel, "aber es braucht eine gewisse Zeit, bis die Maßnahmen wirksam werden."
Die TU Graz betreibe "seit vielen Jahren massiv Frauenförderung" und investiere jährlich dafür durchschnittlich eine Million Euro, so Sünkel. In den vergangenen zwei Jahren habe man den Professorinnen-Anteil verdoppeln können, während der Frauenanteil unter den StudienanfängerInnen mittlerweile 27 Prozent betrage. "Der Anteil ist in den letzten Jahren stabil geblieben, anscheinend haben wir hier einen gewissen Plafond bereits erreicht", so Sünkel. Um das zu ändern, müsse man auch an Schulen ansetzen und dort "massiv für MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anm.) Werbung betreiben". Sünkel sieht Fortschritte aber nicht nur an der TU-Graz, sondern an der gesamten heimischen Uni-Landschaft. (APA)
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Jetzt haben wir den Salat.
wo keine absolventINNEN, dort keine professorINNEN...
"In den vergangenen zwei Jahren habe man den Professorinnen-Anteil verdoppeln können"
es geht halt nicht immer alles von heute auf morgen - aber es tut sich ja was... also warum die aufregung?
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