Caster Semenya zwischen Ehrgeiz und Emotionen

31. August 2011, 17:02
  • Semenya hat heuer etliche Siege über 800 Meter gefeiert, ihre 
wichtigsten Rennen aber läuft sie bei der WM. Am Donnerstag steigt der Vorlauf.
    foto: apa/karaba

    Semenya hat heuer etliche Siege über 800 Meter gefeiert, ihre wichtigsten Rennen aber läuft sie bei der WM. Am Donnerstag steigt der Vorlauf.

Südafrikanerin will WM-Gold verteidigen - Egal wie schnell sie laufen wird: Sie muss mit "Druck und Verwirrung" umgehen

Daegu - Nun, da Oscar Pistorius ausgeschieden und Usain Bolt fehlgestartet ist, dreht sich alles um Caster Semenya. Die Südafrikanerin, die in Daegu zur Titelverteidigung über 800 Meter antritt, war bei der WM 2009 wegen ihres männlich wirkenden Körpers und Gesichts aufgefallen. Bis ihr Geschlecht eindeutig geklärt war, hatte der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) sie gesperrt. Bei der WM in Südkorea will die 20-Jährige nicht über ihre Emotionen stolpern, sondern zu Gold laufen. Am Donnerstag stehen die Vorläufe an, das Semifinale folgt am Freitag, das Finale am Sonntag.

Im Juli 2010 waren die Untersuchungen zu dem von der IAAF nach dem WM-Sieg Semenyas 2009 in Berlin angeordneten Geschlechtstest abgeschlossen worden. Medizinische Details blieben vertraulich. Als Konsequenz der Affäre, die einen sportpolitischen, juristischen und ethischen Konflikt auslöste, führte der Weltverband eine Regel zum Hyperandrogenismus ein. Athletinnen mit einer Überproduktion männlicher Hormone müssen nun nachweisen, dass sie daraus im Wettbewerb keinen Vorteil ziehen.

An ihre Berlin-Weltklassezeit (1:55,45) ist Semenya nicht mehr herangekommen. Heuer hat sie als Bestleistung 1:58,61 stehen, damit wäre sie im Jahr 2000 der Kärntnerin Stephanie Graf (1:56,64) unterlegen. In Südafrika wurde zuletzt spekuliert, sie sei übergewichtig und außer Form. In Daegu ließ Semenya durch ihren Pressesprecher ausrichten, sie habe hart trainiert. "Eine gute WM-Leistung wird mich für die Olympia-Qualifikation motivieren."

"Druck und Verwirrung"

Semenya werde bei der WM viel innere Stärke benötigen, meint ihr Manager Jukka Harkonen. "Es wird darauf ankommen, wie sie mit den Emotionen umgeht. Es kann wohl niemand den Druck auf Caster und ihre Verwirrung in den vergangenen Jahren nachfühlen." Semenya stand nach Berlin monatelang im Abseits, während Zitate wie jenes von IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss um die Welt gingen. "Es ist klar, dass sie eine Frau ist. Aber vielleicht nicht zu hundert Prozent." Mittlerweile tritt sie nicht nur im Stadion, sondern auch bei Pressekonferenzen wieder auf, Fragen zum Geschlechtstest sind nicht zugelassen. Doch so schnell Semenya auch rennt, die Vergangenheit wird sie immer wieder einholen. (APA, fri, DER STANDARD Printausgabe 1.9.2011)

Warum

ist C. Semenya jetzt auf DIEstandard?? Wenn ich mir einen Rock anziehe schaffe ich's vielleicht auch hehe

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