Polen

Proteste gegen Tagung zur "Heilung" von Homosexualität

1. September 2011, 16:11

Homosexuellenverbände gegen Auftritt des Psychotherapeuten Nicolosi, der Homosexualität für eine Störung hält

Warschau - Eine geplante Konferenz über die psychotherapeutische Behandlung von Homosexuellen in den Räumen der Medizinischen Universität hat in Poznan (Posen) Proteste hervorgerufen. Bei der Veranstaltung in zwei Wochen soll auch der Psychoanalytiker Joseph Nicolosi aus den USA auftreten, der Homosexualität für eine Störung hält, die man heilen könne.

Gegen die Veranstaltung protestieren Homosexuellen-Verbände. "Jeder hat das Recht auf absurde Ansichten, aber wenn sich eine öffentliche Hochschule dafür hergibt, wird es gefährlich", erklärte Greg Czarnecki von der "Kampagne gegen Homophobie" der Zeitung "Gazeta Wyborcza". Bei der von Nicolosi vertretenen Therapie handele sich um eine "pseudowissenschaftliche Methode", so Katarzyna Gajewska von der Gesellschaft, die Schwulen- und Lesbenmärsche organisiert, zur Zeitung "Rzeczpospolita".

Es werde nur "im Auftrag" organisiert

Der Sprecher der Medizinischen Universität, Marek Ruchala, räumte ein, dass die Stiftung der Hochschule die Veranstaltung organisiere - allerdings nur im Auftrag. "Die Stiftung soll für die Hochschule Geld verdienen und mischt sich nicht in den Inhalt von Veranstaltungen ein", so Ruchala. Der Vorsitzende der Stiftung Roman Dworzynski erklärte der "Gazeta Wyborcza", seiner Ansicht nach seien die Aussagen von Nicolosi "eine wissenschaftliche Theorie wie jede andere". Auch Louis Pasteur sei mit seinen Thesen über Bakterien zunächst auf Ablehnung gestoßen, so Dworzynski.

Initiator der Konferenz ist die "Stiftung für gesundheitliche Erziehung und Psychotherapie", die vor drei Monaten gegründet wurde. Deren Vorsitzende, die katholische Publizistin Bogna Bialecka, verteidigte das Thema der Veranstaltung gegenüber der "Rzeczpospolita". Mit der von Nicolosi betriebenen Therapie würden nur Homosexuelle behandelt, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und die gegen sie ankämpfen wollen, so Bialecka.

Die sogenannte "reparative Therapie" von Nicolosi sieht die Ursache für Homosexualität in einem gestörten Verhältnis eines Kindes zu seinen Eltern. Eine Aufarbeitung dieses Verhältnis führt seiner Ansicht nach zu einer sexuellen Umorientierung. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Tipping point
01
10.9.2011, 16:04
Im Profil gabs eben einen Artikel, der zum Thema passt

www.profil.at/articles/... r-therapie

?Der Hammer ist der Umgang seitens des Psychotherapieverband
Verharmlosen und schützen. Eigentlich hätte er ohne eigene Therapie nicht Therapeut
werde dürfen, aber wenn er auffällig wird, muss er das auch nicht nachholen.
Sobald er selbst Therapeut ist hat er offenbar den Freibrief und man hofft, dass er an der Zeit reift.
Man hofft, nimmt an, überprüft nichts. Warum und wodurch sollte etwas besser werden?
Verändert jemand ein Verhalten, wenn es nie Konsequenzen hat und es ein
Bedürfnis befriedigt.
Was hat für eine/n PsychotherapeutIn eigentlich Konsequenzen
Er führt jetzt als Fachgebiet "sexuellen Missbrauch" auf. Ist das Ausdruck
seiner Weiterentwicklung?

NickKnarrkarton
10
23.9.2011, 13:23

Na wundert Sie das ? Der PT-Verband geht mit viel harmloseren Dingen genauso um. Da kratzt keiner dem anderen eine Auge aus - Kontrolle gleich null. Und das beste ist dann noch, daß der Verband sich bei den Vorfällen in der Kirche als erster den Mund zerreißt. Die Vorfälle in der Kirche heiße ich natürlich nicht gut, nur daß sich ausgerechnet jemand als Erster aufregt, der es selbst harrgenauso handhabt, ist eine pure Heuchelei zum Selbstnutz.
M.M. sollte jeder vor einer PT aufgeklärt werden, in welchen unkontrollierten Raum er sich damit begibt. Wenn manche nämlich einmal drinnen sind, ist es zu spät.

Verdammt Coole Schreckschrauwe
01
hier eine google übersetzung eines artikels zum thema

http://tiny.cc/3rde3

Verdammt Coole Schreckschrauwe
01
hab mir grade diese Tante von der grad gegründeten Stiftung, Bialecka,

gegoogelt und den google übersetzen lassen:
http://tiny.cc/g8wax
was hier im Kauderwelsch steht, ist eindeutig! Es geht wie immer um Abtreibung und sonstige Greuel, wozu auch die Homosexualität für diese InquisitorInnen zählt.
Und HLI kann nach mißglückter Umpolungstherapie zynisch von den hohen Selbstmordraten von Homosexuellen schwafeln, da schließt sich dann der Fundikreis.

Pygar
 
13

Jetzt mal im Ernst; wenn es Leute gibt, die so einen Unfug behaupten, dann haben die ein psychisches Problem, denn das ist ja keine "Meinung".

BlackAdder
02

Natürlich ist es eine meinung, denn sie ist per definitionem etwas subjektives, sie muß weder auf fakten basieren noch auch nur ansatzweise etwas mit der realität zu tun haben.

Üblicherweise werden solche faktenfernen meinungen allerdings nur belächelt, sobald man dem schwachsinn allerdings ein religiöses mascherl umbindet finden sich garantiert jede menge nachbeter.

Doppelkeks
01
2.10.2011, 23:07

Das was es von der Meinung unterscheidet sind aber die reelen Taten, unter denen Menschen leiden. Da ist einerseits, dass solche Leute die Homophobie fördern und auf der anderen Seite, dass zu dieser Veranstaltung Leute angeschleppt werden um sich "heilen" lassen zu müssen, ich möchte garnicht wissen was diese "Therapie" für einen Schaden anrichten kann. Das wär mal was, wo die EU einheitliche Gesetze zum Schutz für Minderheiten einrichten könnte.

macstar
15
warum ist so ein drecksland wie polen eigentlich in der EU?

man stelle isch den aufschrei vor, wenn so jemand gegen ausländer, juden oder schwarze hetzen würde. alle würden sie entsetzt aufschreien und sanktionieren!
aber geht es "nur" gegen uns schwule, ist das ja nicht so schlimm, wir sind ja eh menschen zweiter klasse - und das ist es was mich so aufregt: warum muss ich mir als sehr intelligenter und gutaussehender mensch von irgendwelchen alten verkalkten hässlichen säcken sagen lassen, dass mit mir etwas falsch wäre? und dann noch deren rente finanzieren, während ich in 50-60 jahren sicher keinen cent mehr sehen werde.

Timagoras
 
00

ich kann Ihren ärger zwar verstehen und nachvollziehen, allerdings halte ich den ausdruck "drecksland" (egal für welches land) für denkbar unangebracht.

BlackAdder
01

Das mag stimmen, aber irgendwann ist "schluss mit lustig", und diese grenze wurde hier WEIT überschritten.

Pygar
 
11

Für die Menschenrechte tut der Westen eigentlich nichts, ausser sich dafür auszusprechen. Genauso ist es in diesem Fall, wenn er überhaupt wahrgenommen wird in der Polit-Kaste. Sonst sagen viele (Medien) "furchtbar" und morgen ist das Thema schon wieder vergessen.

Das führt dazu, dass sich immer mehr Staaten immer extremere Menschenrechtsverletzungen einfallen lassen, weil sie eh keine Sanktionen zu erwarten haben. Da ist Polen noch harmlos ...

byron sully
00

und das drecksland österreich, wo ein viertel der bevölkerung rechtsextrem wählt? solche pauschalisierungen, wie sie sie da betreiben, sind jenseits jeglicher vernunft.

BlackAdder
02

Wieso, auch das stimmt.

Thoumääääs
00
Welches Land

ist dann kein "Drecksland"?

BlackAdder
00

Ich würde sagen wir leben heutzutage in einem gesellschaftlichen drecksklima weltweit, manifestiert sich in den einzelnenstaaten ähnlich und in schattierungen von grau, aber was hier in polen gefordert wird schießt dann doch den bock ab, allen ernstes zu fordern eine frau habe zu sterben weil ein abbruch aus kranken ideologischen gründen nicht in frage kommt ...

Thoumääääs
00

Das les ich jetzt aus dem Artikel irgendwie nicht raus...

BlackAdder
01

Sorry, da habe ich jetzt den ärger aus dem paralleluniversum herübergezogen ;-)

http://diestandard.at/131465275... verhindert

Ceterum Censeo2
02
Unangebrachte Generalisierung

Wegen einer Veranstaltung, die schlecht ist, kann man nicht ein ganzes Land verunglimpfen.

BlackAdder
01

Die polnische regierung ist, wie die gesamte gesellschaft, konservativkatholisch und rückwärtsgewandt.

Stimmen gegen diesen klerikalfaschistischen wahnsinn vernimmt man eigentlich recht wenige.

byron sully
00

falls es ihnen entgangen sein sollte: die klerikalfaschisten sind seit 2007 zum glück nicht mehr in der regierung, sondern in opposition (und werden es nach den wahlen in ein paar wochen mit hoher wahrscheinlichkeit auch bleiben).

Verdammt Coole Schreckschrauwe
01
aber sie werden offenbar nach wie vor vom Vatikan und vom Opus Dei gepusht!

BlackAdder
00

Falls es ihnen entgangen sein sollte, die regierung habe ich konservativkatholisch und rückwärtsgewandt genannt, nicht mehr ;-)

byron sully
00

die PO würd ich als ein wenig mit der busek-övp vergleichbar betrachten.

der elegante Herr von nebenan1
00

Schon ein Witz das alles. Aber wenn ich mich daran erinnere, dass seinerzeit Norman Finkelstein an der Uni Wien vortragen durfte und sogar der Falter unter dem Titel der Meinungsfreiheit dieses unterstützte, so habe ich den Eindruck dass eine gewisse Doppelmoral vorherrscht.

gottisttot
01

Wenn sie sich richtig erinnern, wurde die Veranstaltung nach Lobbyismus von IKG und dgl. in ein Eventhotel verlegt.

http://derstandard.at/124231590... el-verlegt

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.