Alternatives Wohnen

Wohnraum für selbst gewählte Liebesformen

Isabella Lechner, 12. September 2011, 09:04
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    foto: rosa kalypso

    Auch der Verein [ro*sa]KalYpso brauchte mehrere Anläufe auf der Suche nach einem geeigneten Bauträger. Mittlerweile entsteht bereits deren drittes Frauenwohnprojekt in Wien.

In Wien ist derzeit das erste queere Wohnhausprojekt in Planung - Gemeinschaftlich leben bringt viele Vorteile, birgt aber auch Konflikte

"Jeder für sich und alle zusammen": Unter diesem Motto arbeitet der Verein "Que[e]rbau" derzeit an der Realisierung des ersten queeren Wohnhausprojektes in Wien. Der Verein hat sich um einen Bauplatz in der neuen Seestadt Aspern in Wien-Donaustadt beworben. Das Konzept wurde vom Wohnfonds akzeptiert und eine Zusammenarbeit mit einer anderen Baugruppe empfohlen, fixen Bauplatz gibt es aber noch keinen. "Nun suchen wir einen Bauträger, der den finanziellen Teil sicherstellt", so Initiator und Betriebswirt Andreas Konecny über den Projektstand.

Queere Menschen mit Interesse am gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen können sich bei dem neuen Projekt in einer Baugruppe aktiv an der Umsetzung beteiligen. Bei Baugruppen geht es um das selbstbestimmte Errichten von Wohneinheiten und Gemeinschaftsräumen. Die Mitglieder wirken an der Erstellung ihres Wohnentwurfes mit und planen gemeinsam die Räumlichkeiten für die gewünschten Aktivitäten, die in Haus und Umgebung stattfinden sollen. "Queerbau steht für gelebte Vielfalt in einem neuen Wohnquartier, wo es um das Sichtbarmachen von Menschen mit unterschiedlichen, selbst gewählten Lebens- und Liebesformen geht, die sich nicht in soziale Rollen hineindrängen lassen", sagt Konecny. "Wir sehen uns keineswegs als 'Ghetto für Schwule und Lesben', sondern die Bewohner sollen ihre Identität in einem bunten Haufen von Menschen als 'Selbstverständlichkeit' erleben können."

Flexibel wohnen

Das Baukonzept von Queerbau unterscheidet sich wesentlich von ähnlichen gemeinschaftlichen Wohnprojekten: Geplant sind flexible Wohnmodule von 35 bis 45 m², die sich - je nach Wunsch nebeneinander oder übereinander - zu 25 bis 30 geförderten Wohneinheiten von durchschnittlich 75 m² koppeln lassen. Die Grundstruktur ist ohne Mauern geplant, sodass die Mitglieder der Baugruppe die Aufteilung ihrer Wohnräume nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten können, von Zimmern bis zum Loft. "Queere Menschen brauchen oft andere Raumstrukturen wie die klassische Kleinfamilie. Die Module sollen individuell erweiterbar sein, die Architektur auf sich wandelnde Lebenssituationen reagieren können." Trennen sich PartnerInnen zum Beispiel, so könne man auch die bewohnten Module trennen, ohne dass eine/r der beiden gleich ausziehen muss. Es könne so aber auch leicht Platz für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige geschaffen werden.

Besonderes Augenmerk wird bei Queerbau auf die Gestaltung der Gemeinschaftsräume gelegt. "Urban wie Community Gardening auf der Dachterrasse mit Teehaus und in der übrigen Wohnumgebung sollen dabei eine große Rolle spielen", so Konecny. "'Essbare Landschaften' sollen Selbstversorgung ermöglichen, statt Ziergärten sollen Nutzgärten entstehen."

[ro*sa] KalYpso mal drei

Dass es nicht so leicht ist, einen Bauträger für gemeinschaftliche Wohnprojekte zu finden, bestätigt Ingrid Farag, Obfrau des Wiener Frauenwohnprojektes [ro*sa] KalYpso. 2009 eröffnete der Verein das erste Wohnhaus beim Kabelwerk in Wien-Meidling, es folgte ein zweites in der Donaustadt. "Die Suche nach einem Bauplatz, das 'Wohin?', ist die schwierigste Phase. Wir haben beim ersten Mal viele Bauträger abgeklappert, die Auswahl ist nicht sehr groß", so Farag. "Wir mussten aber auch Angebote ablehnen, weil sie den besonderen Kriterien unseres Projekts nicht entsprachen." Ein drittes Bauprojekt mit 48 Wohneinheiten wurde soeben für 2014 auf den Mautner-Markhof-Gründen in Simmering eingereicht. "Diesmal hatten wir Glück, weil uns der Bauträger direkt angesprochen hat, ob wir an dem Bauplatz interessiert sind."

Miete in Frauenhand

Bei [ro*sa] KalYpso sind die Mietverträge in Frauenhand. Ein Drittel der Wohnungen wird, da von der Stadt gefördert, vom Wiener Wohnservice vergeben. Viele der Bewohnerinnen sind alleinstehend und/oder geschieden und suchen "Gemeinschaft auf Wunsch". Wie bei Queerbau wird auch hier auf Vielfalt und das selbstverständliche Zusammenleben von Frauen mit unterschiedlichsten Lebens- und Liebesformen gelegt.

Wie läuft das Projekt nun, nach über zwei Jahren? "Die Bewohnerinnen sind nach wie vor begeistert, auch wenn die anfänglichen Erwartungen nicht immer der Realität entsprechen", schildert Farag. "Die Phantasie, dass immer alle gemeinsam essen, hat sich schnell verflüchtigt, wem das wichtig ist, der kann es aber jederzeit anbieten."

Yoga, Feiern und mehr

So würde eine Bewohnerin einmal pro Woche gegen Anmeldung gemeinsames Essen anbieten, andere wiederum Yoga oder Shiatsu; im Gemeinschaftsraum finden regelmäßig Feste und Treffen statt, man trifft sich nach Laune am benachbarten Pool, bastelt in der Werkstatt oder arbeitet zusammen im Garten. "Man schaut in so einem Wohnprojekt mehr aufeinander", sagt Farag. "Die Kommunikation funktioniert besser als in klassischen Mehrparteienhäusern und die Privatsphäre ist trotz Gemeinschaft gegeben."

Vorbild aus dem Mittelalter

Erfahrungswerte haben sich die Initiatorinnen von [ro*sa] KalYpso vor Projektstart bei einem Münchner Frauenwohnprojekt geholt. Anders als in Österreich haben sich gemeinschaftliche Wohnprojekte - vom queeren bis zum Mehrgenerationenhaus - in Deutschland als Alternative zur "Mutter-Vater-Kind"-Wohnung bereits viel stärker etabliert. In Berlin etwa hat eine Gruppe älterer, alleinstehender Frauen 2007 ein Frauenwohnhaus nach dem Vorbild der mittelalterlichen Beginen initiiert: Anstatt in einer Ehe oder im Kloster lebten diese, ausgehend von den Niederlanden, in Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaften zusammen.

Von der Idee bis zur Umsetzung sollten jedoch 15 Jahre vergehen - auch hier war es schwierig, einen Bauträger zu finden: "Die Finanzierung des neun Millionen Euro teuren Baus wäre beinahe gescheitert", schildert Bewohnerin Gabriele Garms, die beim Spatenstich zum Projekt dazustieß. Schließlich fand sich aber doch ein holländischer Investor, dem die Idee der Beginenhöfe gefiel. Mittlerweile entsteht in Berlin bereits das zweite Beginen-Wohnhaus.

Im Alter nicht allein sein

Die meisten Bewohnerinnen im Beginenhof in Berlin-Kreuzberg sind in der dritten Lebensphase, die meisten um die 60 Jahre. Die 53 Wohnungen sind auf Eigentumsbasis und werden extern verwaltet. Sie sind von 56 bis 100 Quadratmeter groß und dürfen auch vermietet werden. Viele Frauen haben ihr Haus oder eine andere Wohnung verkauft und sich mit dem Geld hier einen neuen Wohnort geschaffen. Es gibt Arbeitsgruppen, etwa für Garten, Öffentlichkeitsarbeit oder kulturelle Aktivitäten, einmal im Monat gibt es einen "Jour Fixe" für die Bewohnerinnen. "Jeder kennt hier jeden", sagt Garms. "Man gießt einander die Blumen, kauft ein, wenn jemand krank ist."

Gemeinsam, aber wie?

Fast alle Frauen seien hier eingezogen, weil sie im Alter nicht alleine sein möchten, ähnlich wie bei [ro*sa] KalYpso seien "die Vorstellungen von Gemeinschaft aber sehr verschieden". Das berge auch Konfliktpotenzial: "Manche Frauen wollen zum Beispiel keine gemeinschaftlichen Aufgaben übernehmen, da das keine ausdrückliche Bedingung für den Einzug war. Ihnen genügt die gute Nachbarschaft."

Wer an einen Einzug in ein gemeinschaftlich organisiertes Wohnprojekt denkt, sollte sich vorher klarmachen, wie weit er oder sie sich einbringen möchte, sagt Garms, da die Erwartungen vom Leben in Gemeinschaft meist an der Realität vorbeigehen. Das habe sie auch selbst nach ihrem Einzug gemerkt. Ideal seien Wohnhäuser mit mehr als 50 Einheiten, da sich die Konflikte dann verteilen und es wahrscheinlicher ist, dass sich einige Menschen zusammenfinden, die ähnliche Interessen haben. "Man muss konfliktfähig sein und flexibel auf neue Verhältnisse und Entwicklungen reagieren können. Wer klare, gleichbleibende Strukturen und Regeln braucht, für den ist das nichts." (Isabella Lechner, dieStandard.at, 12.9.2011)

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grashopper
00
15.9.2011, 09:37
queer ist viel mehr als lesbisch oder schwul!!

queer möchte doch die von außen zugeordneten grenzen und identitäten überwinden und jedem selbst überlassen wie und als was er sich fühlt, außerdem gehts dabei um mehr als nur sexuelle orientierung. in einer nachbarschaft wieder gemeinschaftlicher zu leben, wo diversität als selbstverständlich erlebt werden kann, wäre das ziel in so einem projekt...

Erimet
02
15.9.2011, 16:42
Seit wann steht "queer" für Gemeinschaftlichkeit?

Auch an diesem Bauprojekt ist wieder einmal ersichtlich, daß "Queer" nichts anderes geworden ist als ein politisches Schlagwort des Staatsfeminismus, richtet sich dieses Bauprojekt doch ausschließlich an "queere Frauen" - ein Widerspruch in sich. Kein Wunder, warum sich homosexuelle, bisexuelle, asexuelle und transsexuelle Männer so stark von "queeren" Strömungen distanzieren, sie fühlen sich nicht ernst genommen, sind nicht mehr als der Spielball einer politischen Strömung.

Wolkengedanken
11
14.9.2011, 17:37

Schade, dass es solche Projekte nur für lesbische Frauen gibt. Heterosexuellen Männern zB würde etwas mehr Gemeinschaft auch nicht schlecht bekommen.

gebt den stevia frei
00
15.9.2011, 22:54

"den Interessen queerer Menschen Alt und Jung, Single, PartnerInnen bis hin zu Familien folgend -Queer: Lesben, Schwule, Bi, Transgender/Transident (LGBT), Regenbogenfamilien, SeniorInnen...und auch alle, die einfach nicht in die statistische Gruppe einer Durchschnittsfamilie passen (wollen)."

Wolkengedanken
00
15.9.2011, 23:08

Also praktisch jeder und jede mit Ausnahme der traditionell christlichen Kleinfamilie und die eigentlich auch , wenn sie "nicht in die statistische Gruppe passen (wollen) " ?

Also vielleicht 60 bis 70 % der Bevölkerung, wenn nicht mehr. Und wieso handelt es sch da um eine kleine Gruppe ?

gebt den stevia frei
00
16.9.2011, 10:22

die kleine gruppe sind diejenigen, die nicht nur queer sind, sondern auch andere queere akzeptieren.

kenne genug die seniorInnen, die "den ganzen tag nur meckern und sonst nichts zu tun haben", oder singles, die die ganze nacht durchfeiern, nicht als nachbarn haben wollen. oder bei regenbogenfamilien fast einen herzinfarkt bekommen.

Captain Smoker
01
14.9.2011, 09:40
"Queere Menschen brauchen oft andere Raumstrukturen wie die klassische Kleinfamilie."

Auch die "klassische Kleinfamilie" bräuchte oft andere Raumstrukturen als sie hat, kann sie sich aber leider oftmals nicht leisten.

gebt den stevia frei
01
14.9.2011, 22:42

dafür gibts ja die wohnbauförderung.

Nennt mich Loretta
 
00
23.9.2011, 09:02
eh...die gibt es für Menschen egal welcher Ideologie

marmeladenfreund
00
12.9.2011, 23:58
Das erste queere Wohnprojekt in Wien war und ist die Rosa-Lila-Villa!!!

An sich finde ich ja solche Projekte gut und sie gehören auch in eine Stadt, die Weltstadt sein möchte. NUR: Welche Teufel haben den Wohnfonds bzw. die InitiatorInnen geritten, das ganze im 22. zu machen?! Vielleicht die gleichen, die die Autofreie City im Donaufeld gebaut haben? Ich kann mir in Wien kein homophoberes Umfeld als den transdanubischen Stadtrand vorstellen. Ich bin dort aufgewachsen - dort herrscht ein rechtsradikaler Mainstream unter Jugendlichen. Wer irgendwie anders ist, wird schnell zum Opfer. Es wird sich bald wer finden, der anzeigt, provoziert, randaliert, schmiert oder schlimmeres. Auch das Frauenwohnprojekt im 22. Bezirk hatte Ärger mit einem fanatischen FPÖler, genau wie die Wagenburg. Aber Trotzdem: Viel Glück!

grashopper
00
15.9.2011, 09:43
baugruppe ist mehr als eine wohngruppe

hier gehts um die gestaltung eines ganzen quartiers, wenn ich das richtig verstanden habe....übrigens im 22. gibts vorallem viel grünraum, platz und neue ubahn stationen für eine neue art von gemeinschaftlichen bauprojekten+gemüsegarten, aber sicher nicht gewalt oder marodierende jugendliche - das ist doch lächerlich und übrigens ich lebe auch hier!

knurrhoernchen
11
12.9.2011, 18:04
Diese Adressen machen sich sicher so gut

auf Bewerbungsschreiben, die das Leerzeichen in der eingetragenen Partnerinnenschaft :)
Von wegen kein 'Ghetto für Schwule und Lesben' ... das wird die "normale Bevölkerumg" ein bisserl anders sehen.

Sind die Wohnungen für die Lesben auch um ein Drittel günstiger, als die Wohnungen für Schwule?

"Geförderte Wohneinheiten"?
Was meint der Gleichbehandlungsanwalt http://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at/site/6459... fault.aspx
dazu?

Erimet
04
12.9.2011, 18:46
"Wie bei Queerbau wird auch hier auf Vielfalt und das selbstverständliche Zusammenleben von Frauen mit unterschiedlichsten Lebens- und Liebesformen gelegt."

VON FRAUEN.

Homosexuelle, bisexuelle, asexuelle und erst Recht heterosexuelle Männer erhalten keinen Mietvertrag. Nur Frauen, diesmal halt nur "queere" Frauen.

Erimet
38
12.9.2011, 15:44

Betreutes Wohnen für kranke Menschen mit besonderen Bedürfnissen? Brauchen wir nicht. Leistbares Wohnen für Obdachlose und Studenten aus einkommensschwachen Verhältnissen? Brauchen wir nicht, machen wir lieber dicht. Wir brauchen mehr feministische Wohnprojekte!

Österreich, das Land, in dem Milch und Honig fließen...

gebt den stevia frei
00
12.9.2011, 19:59

über andere projekte informiert sie wiener wohnen sicher gerne.

catmando
04
12.9.2011, 19:22

es steht allen frei, ein wohnprojekt auf die beine zu stellen, auch dir.

Erimet
07
12.9.2011, 20:14
Habe ich schon.

Lief auch ganz gut, wenn auch in einem kleinen Rahmen, letzten Endes wurde das Projekt wegen finanziellen Problemen eingestellt, wir (Obdachlose) mußten ja ohne Förderungen auskommen, dafür gibt es ja auch kein eigenes Ministerium, keine millionenschweren Subventionen, so gut wie keine mediale Präsenz und damit auch so gut wie keine Aufmerksamkeit...

gebt den stevia frei
00
14.9.2011, 20:08
wie darf man sich das vorstellen?

obdachlos, weil arbeitslos und keinen anspruch auf unterstützung? obdachlos, weil das erarbeitete geld für eine wiener wohnung nicht reicht?

ein obdachloser, der eine unterkunft sucht, unterscheidet sich ja kaum von einem anderen wohnungssuchenden. er hat halt gerade keine gemeldete wohnung. in notfällen rutscht man afaik bei gemeindewohnungen in der liste nach vorne. er hat halt dieselben schwierigkeiten wie studenten mit wenig geld, d.h. größere schwierigkeiten einen willigen vermieter zu finden.

wären das lauter kleine wohnungen mit niedriger miete gewesen? eventuell will man genau das nicht fördern, da doch eh schon genug kleine wohnungen zusammengelegt werden, weil diese in der zukunft schwieriger zu vermieten sind.

Nennt mich Loretta
 
02
15.9.2011, 09:07
"ein obdachloser, der eine unterkunft sucht, unterscheidet sich ja kaum von einem anderen wohnungssuchenden."

Aber queere Frauen unterscheiden sich von anderen Wohnungssuchenden undmüssen dafür mit Steuergeldern gefördert werden?

Erimet
01
15.9.2011, 17:01
Ja.

Wie Sie bereits geschrieben haben: Queere FRAUEN.

Mittlerweile sind über 90% aller obdachlos gemeldeten Menschen männlichen Geschlechts, Tendenz steigend. Männer haben aber eben kein eigenes Ministerium, keine Lobby...

gebt den stevia frei
00
15.9.2011, 09:24

die jährlich 7000 neu errichteten wohneinheiten sind alle für queere mieter?

Nennt mich Loretta
 
03
15.9.2011, 13:50
Was hat das damit zu tun, dass ihr Argument einfach nicht greift?

Es gibt genausowenig spezielle, STAATLICH GEFÖRDERTEN Wohnprojekte für Rothaarige, Rapid-Fans, Vegetarier oder Teetrinkern.

Es gibt keinen sachlichen Grund "queere" Personen im Zusammenhang mit Wohnraum besonders zu fördern und hier Wohnräume zu schaffen, die einer ganz speziellen, ideologischen Gruppe vorbehalten sind.

Bei Obdachlosen gäbe es hingegen einen simplen, offensichtlichen Grund.

gebt den stevia frei
10
15.9.2011, 23:25
obdachlose werden aber nicht ohne grund obdachlos obdachlose werden aber nicht ohne grund obdachlos sein.

die wohnprojekte werden gefördert und nicht verschenkt.

bei interessenten, die während der mehrjährigen planungs- und bauphase einen fixen wohnplatz vorweisen können, wird man eher gewillt sein zu unterstützen, da die mietzahlungen danach gesichert sein dürften.

bei obdachlosen, wo nun nicht klar ist, um wieviel sie sich die mieten nicht leisten können, wird man ev. vorsichtiger sein. sonst stellt man ein gefördertes gebäude hin, findet danach aber wieder keinen obdachlosen, der sich die miete leisten kann.

oder war geplant, die mieten klein zu halten, indem man sehr kompakt baut?

eigentum, wie bei einigen projekten, ist doch eher auszuschließen.

vorrangig wäre eh ihnen JETZT obdach zu geben und nicht in ein paar jahren.

gebt den stevia frei
00
15.9.2011, 15:09

mit minderheiten hatten andere ideologien schon immer ihre probleme.

wüsste nämlich nicht, dass rothaarige oder rapidfans oder teetrinker oder vegetarier in wie so gering vertreten sind.

Nennt mich Loretta
 
03
15.9.2011, 15:17
Also die Opferrolle wiedermal ;-)

Gibt es eigene Zeitungen für Rothaarige? Gibt es eigene Wohnprojekte für Rapid-Fans? Gibt es Förderprojekte für Teetrinker?

Was genau ist an "queer" förderungswürdig?

Inwiefern bedarf "queer" einer eigenen Vertretung und vor allem wo?

Falls Sie es nicht verstanden haben: Diese Grenzziehung zwischen queer und nicht-queer ist genauso unsinnig, wie jene zwischen Tee- und Nicht-Teetrinker...zumindest wenns um Wohnprojekte geht.

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