DSK wieder in Frankreich

"Es gibt ein echtes Problem in diesem Land"

12. September 2011, 11:34
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    foto: apa/dpa/maxppp/philippe maille

    Gegen Banon haben DSKs AnwältInnen bereits eine Verleumdungsklage eingereicht.

Gewalt gegen Frauen werde banalisiert: Mutmaßliches Opfer von Strauss-Kahn Banon kritisiert dessen "Heldenempfang"

Paris - Tristane Banon (32), französische Schriftstellerin und mutmaßliches Opfer von Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, teilte in einem Schreiben an Medienorganisationen wie den TV-Sender BFM und die Nachrichtenagentur AFP ihre Empörung über den Empfang von DSK in Paris mit.

"Ich kann nicht glauben, dass mein Land einen Mann als Helden empfängt, der nicht (vom Vorwurf der sexuellen Übergriffe gegen ein New Yorker Zimmermädchen) reingewaschen ist ... Es gibt ein echtes Problem in diesem Land, die Dinge müssen sich ändern." Gewalt gegen Frauen dürfe nicht als banal abgetan werden.

Verleumdungsanzeige gegen Banon erstattet

Banon beschuldigt Strauss-Kahn eines Vergewaltigungsversuchs bei einem Interview im Jahre 2003. Der 62-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, seine AnwältInnen erstatteten eine Verleumdungsanzeige gegen die Schriftstellerin.

Die französische Staatsanwaltschaft entscheidet nach Abschluss der Vorermittlungen, ob sie ein offizielles Verfahren einleitet. Falls es sich ihrer Ansicht nach um sexuelle Belästigung handelt, wäre die mutmaßliche Straftat verjährt. Im Fall einer Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung droht Strauss-Kahn dagegen eine Haftstrafe von 15 Jahren.

Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) war nach Einstellung eines Verfahrens gegen ihn am 4. September aus den USA zurückgekehrt, wo er am 14. Mai unter dem Verdacht der Vergewaltigung eines Zimmermädchens festgenommen worden war. (APA/Ag.)

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Thomas Felder1
10
23.9.2011, 12:46
ich seh hier kein mutmaßliches opfer

sondern jemand, der etwas behauptet

Julian Bashir
16
12.9.2011, 21:37
Gewalt gegen Frauen darf nicht banalisiert werden. Gewalt an sich darf nicht banalisiert werden. "Im Zweifel für den Angeklagten" darf ebenfalls nicht banalisiert (oder ausgehebelt) werden!!

Patrizia Cremonini
00
23.9.2011, 15:20

Und wie soll es bei so einem Fall keine Zweifel geben? Was wäre denn ein handfester Beweis für so eine Anschuldigung?

Thomas Felder1
00
25.9.2011, 12:15

zeugen

Patrizia Cremonini
00
25.9.2011, 21:42

Gibt's keine. Und jetzt?

Thomas Felder1
02
28.9.2011, 19:05

das ist dann wohl pech, keine zeugen, keine beweise...

Nusin Arslan
44
12.9.2011, 20:52
"Gewalt gegen Frauen dürfe nicht als banal abgetan werden."

Auch ich denke, daß erstens keine Gewalt nachgewiesen werden konnte und zweitens ist es mir (als Frau!) höchst Suspekt, daß nach dem Fall des wikileaks Mann- Menschen Julian Assange gegen einem weiteren, äußerst links- liberalen Mann- Menschen, Frauen benutzt werden (bzw. sich benutzen lassen, wobei die Lügen letzterer Migrantin- Nobody vielleicht sogar halb entschuldbar wäre. Nicht entschuldbar jedoch sind (Sarkosy & Co
?) die wohl dahinter stecken...

Erimet
13
12.9.2011, 18:08
"Gewalt gegen Frauen dürfe nicht als banal abgetan werden."

In diesem Fall konnte keine Gewalthandlung zweifelsfrei nachgewiesen werden! Ergo wird, in Bezug auf diesen Fall, eben keine Gewalt als banal abgetan.

Patrizia Cremonini
00
23.9.2011, 15:24

Nur, weil sie nicht zweifelsfrei nachgewiesen wurde, weil das gar nicht möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht stattgefunden hat. Strauss-Kahns Unschuld hat auch niemand bewiesen.

Thomas Felder1
00
24.9.2011, 14:20

es heisst aber auch nicht dass es stattgefunden hat

Alter Knacker
00
12.9.2011, 19:57

ein Gericht hat ihn frei gesprochen, das ihn zuerst ins Gefängnis bringen wollte, aber wer hat ihn heldenverehrt ? Wenn er zugegeben hat, mit jeder Prostituierten etwas zu haben, was ist das für ein Heldentum ? Wenn einer z.B. Staatschef ist, muss er ja deswegen alles offen legen, weil es könnten sich ja ausländische Geheimdienste, Mafiosi usw an ihn heran machen und den Staat unter Kontrolle bringen. Und bitte, seit wann ist die Bevölkerung neugierig auf diese Geschichten ?

maxmilgram
14
12.9.2011, 17:25

Ich bin zwar auch der Ansicht dass DSK ein ziemlicher Unsympathler ist, aber dennoch muss ich mich fragen wie sich Frau Banon eine "Reinwaschung" vorstellt.

Und das eine Verleumdungsklage eingereicht wurde ist ja wohl klar. Wäre das nicht passiert würden das sämtliche Medien der Welt als stilles Schuldgeständnis DSKs auffassen.

Pygar
 
82
12.9.2011, 17:32

Für Strauss-Kahn gibt es keine Reinwaschung. Dem wird nie vergeben und seine Schandtaten werden nie vergessen sein.

Mlle. Banon hat sich nur gewählt diplomatisch ausgedrückt und hofft auf Gerechtigkeit.

Thomas Felder1
10
23.9.2011, 12:48

Sie haben ein schweres problem mit dem rechtsstaat und mit dem Gesetz

Pygar
 
21
23.9.2011, 23:39

So wie sich der vermeintliche "Rechtsstaat" darstellt, habe hoffentlich nicht nur ich ein Problem damit. Ich hoffe, dass auch noch mehr Menschen versuchen der Gerechtigkeit wieder eine Basis im Gesetz zu verschaffen.

Thomas Felder1
10
24.9.2011, 13:56

das was sie als "Gerechtigkeit" bezeichnen, ist leider weit davon entfernt

Patrizia Cremonini
11
23.9.2011, 15:25

Sie sind ziemlich naiv, wenn sie in dieser Sache an einen "Rechtsstaat" glauben.

Thomas Felder1
00
24.9.2011, 13:57

absolut nicht. jemanden zu verurteilen ohne jeden beweis, nur aufgrund der aussage eines angeblichen opfers, das sich auch noch als sehr unzuverlässig erweist kann wohl nicht im interesse eines modernen justizwesens liegen.

Patrizia Cremonini
00
24.9.2011, 19:07

Für ein solches Verbrechen kann es kaum einen anderen Beweis geben als die Aussage des Opfers. Welchen könnte es sonst geben?

Ich habe Ihnen ja schon in einem anderen Kommentar geschrieben: man kann jeden Menschen als unglaubwürdig hinstellen, das ist nicht mal besonders schwer.

Thomas Felder1
00
25.9.2011, 12:15

ja, pech, in dem fall halt aussage gegen aussage

Patrizia Cremonini
00
25.9.2011, 21:49

Pech? Mit der Einstellung wünsche ich Ihnen wirklich, dass Sie mal jemanden anklagen. Bin gespannt, ob es für Sie dann noch ok ist, wenn Glück oder Pech über die Sache entscheiden.

Man könnte nämlich auch die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Täters und ein psychologisches Gutachten über den Täter miteinbeziehen. Das würde die Sache etwas ausgewogener machen.

metall81
01
26.9.2011, 15:06
Was ist für Sie schlimmer:

Ein Vergewaltigungsopfer dessen Peiniger freigesprochen wird, oder ein Unschuldiger hinter Gittern mit anschließend lebenslang zerstörtem Ruf?

Die Frage ist ehrlich gemeint.

Patrizia Cremonini
10
28.9.2011, 17:34

Als Einzelschicksale finde ich beides gleich schlimm. Aber dass ein Unschuldiger verurteilt wird, ist bei diesen Fällen sehr, sehr, sehr selten. Im Moment wird noch immer den mutmaßlichen Tätern der Vorzug gegeben. Und all jene, die aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden müssen, können eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, während das bei den mutmaßlichen Opfern kaum der Fall ist.

Ich wäre erst einmal dafür, dass die Glaubwürdigkeit des Täters im Verfahren stärker berücksichtigt wird. Strauss-Kahn ist aufgrund seiner Falschaussagen selbst nicht glaubwürdig- dass das niemanden interessiert, finde ich vollkommen falsch.

metall81
00
29.9.2011, 08:50
Ehe ich mir die (recht kleine) Mühe...

...mache, Ihre weiteren Argumente zu entkräften; lässt sich dieser Satz: "Aber dass ein Unschuldiger verurteilt wird, ist bei diesen Fällen sehr, sehr, sehr selten." irgendwie empirisch belegen, oder entspringt er rein Ihrem Wunschdenken?

Patrizia Cremonini
00
29.9.2011, 15:52
Es wäre ja sooo leicht...

...meine Argumente zu entkräften, aber Sie schaffen es trotzdem nicht?

1. Eine Verurteilung ist generell selten: 2006 lag die Zahl bei 13%. Das liegt daran, dass es eben am Opfer liegt etwas zu beweisen, was man kaum beweisen kann. Wenn Sie aktuellere Zahlen wollen, machen Sie sich gefälligst selbst die Mühe.

http://www.welt.de/die-welt/... ungen.html

2. Falschaussagen kommen sehr selten vor. Ich habe einmal die Zahl 3% gelesen, aber ich werde die Quelle ganz bestimmt nicht suchen und der User Thomas Felder 1 zitiert eine Studie über Bayern im Jahr 2000, die 7,4% als Zahl nennt.

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