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Bethesda/London/Wien - Neue Erkenntnisse rund um die Verhütung von Infektionen mit dem Human Papilloma Virus (HPV) und die Verhinderung des von den Viren ausgelösten Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): Die Spirale als Empfängnisverhütung bietet hier offenbar einen zusätzlichen Schutz. Bei einem der beiden Vakzine gegen HPV reicht offenbar auch eine Dosis für eine protektive Wirkung. Dies ist aktuellen Studien in "Lancet Oncology" und im Journal des nationalen US-Krebsinstitutes (JNCI) zu entnehmen.
Spirale soll bereits im ersten Jahr schützen
Frauen, die die Spirale nutzten, hätten ein halb so großes Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, berichtet die britische Fachzeitschrift in ihrer jüngsten Ausgabe. Bei der Untersuchung handelt es sich allerdings nicht um neue Forschungen, sondern um die epidemiologische Analyse von zehn Studien zum Gebärmutterhalskrebs und 16 Studien zum Humanen Papillomavirus (HPV) mit rund 20.000 Frauen durch spanische ExpertInnen.
Das Verhütungsmittel hat den Erkenntnissen zufolge bereits im ersten Jahr, nachdem es in die Gebärmutter eingesetzt wurde, eine gewisse Schutzwirkung vor Gebärmutterhalskrebs, die auch nach einem Jahrzehnt noch anhält. Die meist T-förmige Spirale wird seit den 70er Jahren verwendet und gilt als sichere Verhütungsmethode. Im Vergleich zur "Pille" wird sie allerdings wesentlich seltener angewendet.
Eine Dosis von Cervarix reicht
Prinzipiell am einfachsten zu verhindern wären durch HPV hervorgerufene Zervixkarzinome durch die Impfung, welche vor der Infektion mit den Viren schützt. Hier sind für beide auf dem Markt befindlichen Vakzine bisher drei Teilimpfungen vorgesehen. Mit einem der Impfstoffe - Cervarix (GlaxoSmithKline) - haben Aimee Kreimer von der Abteilung für Krebs-Epidemiologie und Genetik am nationalen US-Krebsinstitut (NCI; übernahm auch Teil-Sponsoring) und ihre Co-AutorInnen in Costa Rica jetzt nachgewiesen, dass auch eine Teildosis offenbar für einen angemessenen Schutz vor HPV ausreicht. Die Wissenschafter nahmen 7.466 Frauen auf, 20 Prozent erhielten weniger als die bisher vorgesehenen drei Teilimpfungen.
Nach einem Zeitraum von vier Jahren wurde nachuntersucht, wie hoch die Schutzrate nach drei, zwei oder auch nur einer Teilimpfung war. Die Frauen, welche weniger Dosen der Vakzine erhalten hatten, waren schwanger geworden oder sonst aus medizinischen Gründen an der vollständigen Impfung gehindert gewesen. Ausgewertet wurden die Daten von 5.967 Frauen, die drei Dosen der Vakzine bekommen hatten, 802 erhielten zwei und 384 eine Dosis.
"Die WissenschafterInnen fanden ähnliche Pegel, was den Schutz vor HPV 16 und HPV 18 (zwei Virus-Stämme, gegen die geimpft wird, Anm.) betrifft - und zwar egal, ob sie eine Dosis, zwei oder drei erhalten hatten. Man könnte also eventuell mit weniger Teilimpfungen auskommen oder diese auf mehr Frauen verteilen", schreiben die ForscherInnen im Fachblatt. (APA/Ag.)
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