Steuerdebatte

"Gender-Budgeting ist nur der Beginn"

Interview | Sandra Ernst Kaiser, 25. September 2011, 20:03
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    foto: matthias cremer

    Gudrun Biffl ist Ökonomin und Dekanin der Donau-Universität-Krems, wo sie das Department Migration und Globalisierung leitet. Sie hat sich nicht nur wissenschaftlich mit Gender-Budgeting beschäftigt, sondern auch verschiedene Ministerien in Sachen Gleichstellung beraten und an Konzepten mitgewirkt. Zwischen 1975 und 2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO).

Die Geschlechterfrage im Budget wird ausgeblendet und verharrt in Analysen, so Ökonomin Gudrun Biffl - Das Grundproblem liege im Rollendenken

Alle reden über die anstehende Steuerreform. Von einer Überprüfung, wie jeder Euro, der im Rahmen des Staatshaushalts eingesetzt wird, auf die Gleichstellung von Frauen und Männer, wirkt, ist jedoch keine Spur. Dabei ist Gender-Budgeting seit 2009 in der Bundesfinanzverfassung verankert und muss nach dem neuen Haushaltsrecht 2013 erstmals umgesetzt sein. Wie soll das gelingen? Wie könnte in Schlüsselressorts wie Finanz- und Wirtschaftsministerium Gender-Budgeting vorangetrieben werden? Was muss geschehen, um dieses gleichstellungspolitische Lenkungsinstrument aus einer Analyse-, hin zu einer Umsetzungsebene zu manövrieren? Diese und andere Fragen richtete dieStandard.at an die Ökonomin Gudrun Biffl, die aufgrund eines überquellenden Terminplans und eines Japan-Aufenthalts die Fragen via Email beantwortete.

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dieStandard.at: Die bevorstehende Steuerreform ist in aller Munde. Wie bewerten Sie diese Debatte aus frauenpolitischer Sicht?

Gudrun Biffl: Steuerreformen sind in regelmäßigen Abständen notwendig. Es bringt Frauen in den unteren Einkommensschichten immer etwas, wenn es zu Reformen kommt - insbesondere, wenn die oberen Einkommensgruppen einen größeren Beitrag leisten müssen.

dieStandard.at: Sowohl Finanzministerin Maria Fekter als auch Stimmen aus EU-Kreisen ist die Präferenz einer Flat-Tax zu entnehmen. Diese Steuer-Vereinheitlichung ist für Frauen aber besonders problematisch.

Biffl: Ich kann nicht glauben, dass es einen Umstieg von einem sehr komplexen System, wie dem österreichischen, zu einer Flat-Tax kommt. Diese macht nur in Ländern Sinn, in denen es eine geringe Steuermoral gibt. Das ist in Österreich ja nicht so sehr der Fall.

dieStandard.at: Fragen der Besteuerung sind immer auch Fragen des Staatsverständnisses: Mit welchem Staatsverständnis haben wir es in Österreich zu tun?

Biffl: In Österreich spielt die Umverteilung von Reich zu Arm, beziehungsweise von Phasen des Einkommens auf Phasen des Einkommensausfalls eine wichtige Rolle. Hier bewegt sich Österreich im internationalen Mittelfeld. Ein Problem ist allerdings der Generationenausgleich, das heißt, das Steuersystem ist nicht generationengerecht. Die Jugend wird immer mehr vernachlässigt und damit ist kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu sichern.

dieStandard.at: Durch die Bundesfinanzverfassung sind PolitikerInnen seit 2009 zu Gender-Budgeting verpflichtet. Bisher entstand nicht der Eindruck, dass das wirklich geschieht - auch die Arbeiterkammer vermisst Ergebnisse. Teilen Sie diese Ansicht?

Biffl: Ja, der Meinung bin ich auch. Das Grundproblem liegt im starken Verharren von Rollendenken. Es wird automatisch zu mehr Gleichbehandlung kommen, wenn das Schulsystem auf Ganztagsschulen umstellt und die Kindergärten zu flexiblen Einrichtungen werden, die die Kombination von Beruf und Familie erleichtern. Solange über Transferleistungen und Alleinverdienerabsetzbeträge das Zuhause-Bleiben gefördert wird, quasi ein Haushaltslohn bezahlt wird, der allerdings nicht mit einer eigenständigen sozialversicherungsrechtlichen Absicherung gekoppelt ist, wird es nicht zu einer Gleichstellung der Lebenschancen und Einkommen der Frauen kommen.

dieStandard.at: Initiativen in Schlüsselressorts wie dem Finanz- und dem Wirtschaftministerium fehlen aber bisher weitgehend.

Biffl: Eine Kombination von Faktoren die pari-passu (im gleichen Schritt; Anm.) zu ändern sind, ist notwendig. Die Organisation der sozialen Dienste über den Markt wäre ein wichtiger Ansatz. Das heißt, mit sozialversicherungsrechtlich abgesicherter Beschäftigung, flexibel, mobil und unter Einbeziehung der Haushalte, sowie der Vernetzung sozialer Dienste.

dieStandard.at: Um die Notstandshilfe beziehen zu können, wird nach wie vor das PartnerInnen-Einkommen als Bemessungsgrundlage herangezogen (dieStandard.at berichtete). Von dieser Radikalkürzung sind zu 82 Prozent Frauen betroffen. Wie rechtfertigt man so ein Gesetz vor dem Hintergrund des Gender-Budgeting?

Biffl: Notstandshilfe wird zwar aus dem Arbeitslosen-Versicherungstopf bezahlt, ist aber quasi eine Sozialleistung - sprich Bedürftigkeit zählt. Dafür gilt aber die Familieneinkommenslage. Daran wird man so schnell nichts ändern können. Eine Alternative liegt in ihrem Wegfall und der Anwendung der Sozialhilfe-Regelung. Das wäre keine Verbesserung für Frauen.

dieStandard.at: Gender-Budgeting verfassungsrechtlich zu verankern scheint nicht zu reichen. Was läuft in der Umsetzung schief?

Biffl: Gesetze beziehungsweise Regelungen braucht es in einer Gruppe von Bereichen gleichzeitig. Das ist schwierig umzusetzen, daher haben wir einen extrem langsamen Prozess, der dazu führt, dass Beruf und Familien schwer vereinbar sind, was sich in einer geringen Kinderzahl ebenso spiegelt wie in einem großen Gender-Pay-Gap, der im mittleren Alter, wenn sich Frauen für Kind und Pflege aus der Karriereschleife nehmen, indem sie auf Teilzeit gehen, einsetzt. Die 'verlorenen' Jahre sind nicht mehr einzuholen, nicht zuletzt weil wir keinen gut organisierten Arbeitsmarkt für Ältere haben. Der Frühaustritt aus dem Erwerbsleben bedeutet, dass die Karriere auch nicht mit einer Verzögerung einsetzt, da ja schon mit 60 Jahren der Abgang geplant wird.

dieStandard.at: Wie kann bei Gender-Budgeting der Übertritt von einer Analyse- hin zu einer Umsetzungsebene vonstattengehen?

Biffl: Tatsächlich muss in allen Gebietskörperschaften, in allen Ressorts gleichzeitig daran gearbeitet werden. Das heißt zu untersuchen, welche Barrieren es Vorort für Frauen gibt, sich voll einzubringen. Mein Mantra lautet: Vermarktung und Vernetzung sozialer Dienste, also aus dem Haushalt outsourcen. Dazu braucht es eine Vielzahl von Politiken und Ressorts, um das zu unterstützen - wahrscheinlich auch eine Startup-Finanzierung. Wenn Minister Mitterlehner und Minister Hundsdorfer gemeinsam Schritte in Richtung Vermarktung und Vernetzung der sozialen Dienstleistungen machen würden, Startup-Finanzierungen ins Auge fassen würden, dann könnte man schon jetzt, ohne viele gesetzliche Veränderungen, eine neue gesellschaftliche Organisationsform der Arbeit in haushaltsnahen Diensten umsetzen. Das wäre wohl der rascheste Weg.

dieStandard.at: 2013 soll Gender-Budgeting nach dem neuen Haushaltsrecht erstmals umgesetzt sein. Wird das Ihrer Meinung nach gelingen?

Biffl: Gender-Budgeting ist nur der Beginn. Dieser macht sichtbar, wo die Probleme liegen und liefert Anhaltspunkte für eine 'Steuerungsumstellung'. Aber die Herausforderung liegt im gesellschaftspolitischen Wandel, der mit einer anderen Organisationsform haushaltsnaher Dienste Hand in Hand geht.

(Die Fragen stellte Sandra Ernst Kaiser, dieStandard.at 25.9.2011)

Weiterlesen:

Biffl: "Familienpolitik nicht nachhaltig"

Studie "Frauen und die Wirtschaftskrise. Vernetzung sozialer Dienstleistungen als Antwort auf Konjunktur- und Strukturkrise" von Gudrun Biffl und weiteren zum Download

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Der Kluge
00
30.9.2011, 04:05

Die Frau/Mann/Mensch sollte sich mit modernem Genderismus beschäftigen:
Geschlechter gibt es laut neuesten genderwissenschaftlichen Erkenntnissen gar nicht, also brauchen wir auch keine Gender-budgeting/mainstreaming/quoten/Redelisten/...

Ernst Hirschmugl
 
02
28.9.2011, 12:06
na super,

auf diese Genderisierung warte ich. Meine Frau, wegen dreier Kinder zeitweise zuhause geblieben, mit 45 J. ff wollte sie keiner mehr einstellen, bekommt jetzt nur 163.- Euro Pension, ist also bitter arm. Mir umgekehrt geht es recht gut .... wenn meine Frau dann Notstandshilfe bekommt, geht es uns noch viel besser.
Wollen die Emanzen etwa, daß das Geld in einer Familie weiterin zwischen Mann und Frau sauber getrennt bleibt? Nurmehr Patchworking, jeder macht dasselbe, keine familiäre Aufgabenteilung, keine gemeinsame Kassa, keine gemeinsame Entscheidung über deren Inhalt?
Es wird immer über Umverteilung von reich zu arm gefordert - eine solche von Männern zu Frauen, egal ob begründet oder nicht, wäre den Emanzen recht.

Freigeistin1
00
28.9.2011, 09:35

Wir haben ja sonst gar keine Probleme!
Bald ist der € Geschichte ... da werden noch ganz andere Dinge auf uns zukommen.
Reine Zeit/Geldverschwendung!

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
00
26.9.2011, 19:19

das grund"problem" liegt darin, dass frauen und männer nicht das selbe sind.

Ida Veles
78
26.9.2011, 14:54
Solange über Transferleistungen und Alleinverdienerabsetzbeträge das Zuhause-Bleiben gefördert wird, quasi ein Haushaltslohn bezahlt wird, der allerdings nicht mit einer eigenständigen sozialversicherungsrechtlichen Absicherung gekoppelt ist, wird es

Es gibt den Kollektivvertrag. Sollten Verträge abseitz des Kollektivvertrags abgeschlossen werden, dann hängt es vom jeweiligen Verhandlungsgeschicks ab. Und da sind Frauen wie Männer gerfragt. Daß der ganze Genderwahnsinn nur von einer Handvoll kinderlosen, frustrierten und männerlosen Emanzen in die Welt gezerrt worden ist sage nicht nur ich. Sehr viele Frauen sind glücklich mit ihren Kindern, Ehemann und vielleicht auch Beruf.

Ernst Hirschmugl
 
00
28.9.2011, 12:11

Mitversicherung, nicht nur KV sondern auch SV ist für Ehen mit Kindern geselschaftlich sinnvoll.
Wenn kinderlose Frauen zuhause bleiben, so soll das finanziell und aus Sicht Absicherung ihre Sache sein.
Wer die Mitversicherung finanzieren soll? Na klar, alle Arbeitenden, d.h. auch der arbeitender Mann soll es zahlen, aber eine Familie mit Kindern bekommt es ja über die Frau zurück.

politisch verfolgt
714
26.9.2011, 14:04
ganz abgesehen davon

daß ich grundsätzlich der meinung bin, daß der staat NICHT dafür zuständig ist, jeder und jedem seine wünsche von einem schönen leben zu erfüllen, ist es natürlich unsinn, immer mehr einrichtungen zu fordern, in denen kinder abgegeben werden können und gleichzeitig die entwurzelung, die beziehungslosigkeit der kinder/jugend zu kritisieren.
wie verblendet muß man sein, um da keinen zusammenhang zu sehen?

Freigeistin1
01
28.9.2011, 09:36

100% Zustimmung.

Nennt mich Loretta
 
24
26.9.2011, 15:48
Naja, da muss man die Kirche schon ein bisserl im Dorf lassen.

Der Kindergarten ist für Kinder ein sinnvoller Entwicklungsanreiz. Ab einem gewissen Alter (bei unserem Großen wars so ab 2) kommt man einfach kaum mehr nach mit dem "Fördern". Kinder großzuziehen, heißt auch sie schrittweise loszulassen damit sie sebstständig die Welt erkunden können. Gleichzeitig heißt Kinderkriegen nicht, dass man selbst als Mensch nicht mehr existent ist und garnix mehr in seinem eigenen Leben zu melden hat.

...und nein, das heißt nicht, dass ich es gut finde, wenn Kinder quasi vom Kreissaal in die Krippe geschoben werden.

curieux
00
29.9.2011, 06:05
Sie haben mir geantwortet.

Habe ich direkt erhalten, hier im Post leider verschwunden. Na ja. In Ihrem Post sagen Sie etwas ganz anderes als in Ihrer Antwort an mich, Herr Loretta. Auf diese Weise ist eben eine Diskussion schwierig, Sie reden (ich glaube, ganz bewußt,) an mir vorbei.

Einen schönen Tag noch!

Nennt mich Loretta
 
00
29.9.2011, 13:24
Es kommt hier öfters vor, dass Antworten zwar gemailt, jedoch erst später oder garnicht veröffentlicht werden.

Ich nehme an, Sie beziehen sich auf meine Antwort, die nun weiter unten veröffentlicht wurde?

Ich seh hier allerdings keinen Widerspruch zwischen meinen 2 Postings.

curieux
00
29.9.2011, 16:03
Einmal versuche ich es noch.

In Ihrem ersten Posting schreiben Sie klar: "Ab einem gewissen Alter (bei unserem Großen wars so ab 2) kommt man einfach kaum mehr nach mit dem "Fördern"."

Also, ab 2 schafften Sie es nicht mehr, Ihr Kind zu fördern.

Im zweiten Posting schreiben Sie;"dass mein Zweijähriger für seine Weiterentwicklung möglichst viel Kontakt zu Gleichaltrigen benötigt."

Das ist doch etwas ganz anderes.

Und Ihre hämische Bemerkung, dass ich hoffentlich nicht 24 Stunden mit meinen erwachsenen Kindern verbringe zeigt, dass Sie entweder nicht lesen können oder mir bewusst das Wort verdrehen.
Beides ist einer sinnvollen Diskussion nicht förderlich.

Nennt mich Loretta
 
00
30.9.2011, 16:20
Hier scheint es wohl Verständnisprobleme zu geben. Ab einem gewissen Alter reicht es mMn einfach nicht mehr, wenn sich NUR die Eltern aktiv die Förderung übernehmen -->

-->deshalb "kommt man einfach kaum mehr nach mit dem "Fördern"".

Bei unserem war es einfach ab 2 Jahren merkbar, dass ihm der Kindergarten sehr gut tun würd. Und nein, dass heißt mit Sicherheit nicht, dass ihn irgendjemand loswerden wollte. Nur ist es einfach mühsam, quasi jeden Tag eine Spielgruppe zu organisieren, wo es doch zielführender ist, eine bestehende, professionell betreute Spielgruppe (Kindergarten) zu verwenden.

Wenn Sie den Förderungsbedarf von 2jährigen mit jenen von selbstständigen Erwachsenen vergleichen, brauchen Sie sich über einen etwas sarkastischen Unterton nicht wunder. Sry, falls das als Beleidigung rübergekommen ist.

curieux
00
28.9.2011, 18:00
Traurig,

wenn Sie bi einem Zweijährigen "nicht mehr mit dem Fördern nachkommen", wie Sie selbst sagen. Schämen Sie sich da nicht? Was sagt das über Ihre Intelligent und / oder über Ihre Beziehung zu Ihrem Kind.

Aber ich bin ein Mann, ich verstehe das wahrscheinlich nicht. Aber ich fördere meine Kinder (Sohn, 34 und Tochter, 30) noch heute, wenn sie das wollen (und überraschenderweise wollen sie das relativ oft). Sie haben also mindestens 30 Jahre verschenkt, wenn Sie mit 2 Jahren schon nicht mehr nachkommen.

Aber Sie werden halt so viel Gendern müssen!

Nennt mich Loretta
 
00
28.9.2011, 23:32
Sie sind einfach ein toller Hecht ;-) Sagen Sie mir doch, was es über meine Intelligent (sic!) aussagt, wenn ich erkenne, dass mein Zweijähriger für seine Weiterentwicklung möglichst viel Kontakt zu Gleichaltrigen benötigt.

Sie werden hoffentlich mit Ihrem 34jährigen Sohn und Ihrer Tochter nicht mehr 24 Stunden täglich verbringen und mit ihnen auf den Spielplatz gehen um ihnen Kontakt mit anderen Kindern zu ermöglichen. ;-)

Kinder zu fördern heißt, sie schrittweise, ihrem Alter entsprechend die Welt selbstständig erkundigen zu lassen, ihnen dabei zur Seite zu stehen und Reize zu setzen um ihre natürliche Neugier auf interessante Dinge zu lenken.

Ich nehme an, Sie waren in Karenz und haben Ihre Kinder 24 Stunden täglich im Auge gehabt?

PS: Bin ein Mann.

PPS: Was das mit Gendern zu tun haben soll, sollten Sie erklären.

simax
00
3.10.2011, 15:04
Richtig - Kinder brauchen gleichaltrige Spielgefährten !

Sehe ich bei meinem 2. Sohn jeden Tag - er ist verrückt nach anderen Kindern, und nur diese können auch einen bestimmten sozialen Abgleich liefern. Als Vater bin ich nun mal kein Kind. Kinder unter sich regulieren viele Sachen aus - und das ist ist für ihr soziales Lernen.

politisch verfolgt
42
26.9.2011, 16:04
ich meine nicht nur

kindergärten. aber auch in diese gehen manche kinder gerne und manche weniger gern.
ganz grundsätzlich besteht für mich aber ein zusammenhang zwischen dem trend, kinder immer früher und länger fremdbetreuen zu lassen und den mängeln, die an kindern und jugendlichen von verschiedenen stellen festgestellt werden.

Etrillard
24
26.9.2011, 15:02

Ich glaube, Beziehungslosigkeit der Kinder hat wenig damit zu tun, dass Kinder in den Kindergarten gehen. Im Gegenteil, aus eigener Wahrnehmung in meinem Umfeld kann ich ihnen berichten, dass Kleinkinder, die früher in Kindergärten gehen, wesentlich besser sozialisiert sind und deutsch sprechen können (v.a. bei Migrantenkindern wichtig).
Faktum ist, dass wir in Ö gut ausgebildete Kinder brauchen und diese (und natürlich die Eltern, die diese großziehen sollen) gefördert werden müssen. Ein Kind ist finanziell und organisatorisch eine große Belastung für Familien, umso mehr, als heutzutage meistens ohnehin beide Partner arbeiten gehen müssen, um sich finanziell über Wasser zu halten.

politisch verfolgt
42
26.9.2011, 15:24
wie schön für sie

studien und zeitungsberichte erzählen aber von überforderten und manchmal nicht genügend qualifizierten kindergärtnerinnen mit viel zu großen kindergruppen.
faktum ist, daß der staat liebevolle und persönliche kindererziehung nicht garantieren soll, kann und in zukunft immer weniger können wird.

Etrillard
46
26.9.2011, 16:07

In welchem Jahrhundert leben Sie denn? Soll nach Ihrer Vorstellung ein Partner (also zu 99% die Frau) jahrelang finanziell unterversorgt zuhause mit dem Kind sitzen? Selbst wenn das Einkommen des Partners ausreicht (leider heutzutage meistens nicht mehr), möchte ich mir (Mann) mir das nicht vorstellen und wünsche das auch keiner Frau.

politisch verfolgt
43
26.9.2011, 16:11
aha

für sie ist die alternative zur maximalen fremdbetreuung nur "jahrelang finanziell unterversorgt zuhause mit dem Kind sitzen".
da muß ich ihre frage zurückgeben: in welchem jahrhundert leben sie eigentlich?

Lectrice
12
26.9.2011, 21:47

Dieser Mythos der Exklusivbetreuung durch eine selbstlose Mutter ist wirklich nur ein Wimpernschlag in der Geschichte. Auch wenn es aus einem bürgerlichen Ideal kommt, hat gerade das Bürgertum dieses Ideal mit den Ammen, Gouvernanten und Hausmädchen selbst nie gelebt.

politisch verfolgt
00
28.9.2011, 20:17
interessanter exkurs

nur hat das mit meinen postings wenig bis nichts zu tun.

baroli
33
26.9.2011, 15:48

Wer garantiert denn liebevolle und kompetente Kindererziehung daheim?

simax
01
3.10.2011, 15:14
Auch Väter !

Wenn man sie denn läßt. Aber solange OLG Richterinnen Sätze sagen wie diesen: "Das Kind bleibt bei der Mutter damit ihr Lebensunterhalt gewährleistet ist" erübrigen sich Fragen nach der Motivation der meisten "Alleinerziehenden.

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