Wiener Prostitutionsgesetz

Weniger Bürokratie, mehr Schutz für Sexarbeiterinnen

3. Oktober 2011, 10:59

Am 1. November tritt neue Regelung in Kraft - "Sophie"-Leiterin van Rahden hofft auf höhere Qualitätsstandards der Arbeitsstellen

Wien - Am 1. November tritt das novellierte Wiener Prostitutionsgesetz in Kraft. Für Sexarbeiterinnen beinhaltet es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Diskussion um das neue Gesetz habe dazu geführt, dass "stärker hingeschaut wird", meinte Eva van Rahden, die Leiterin von "Sophie", einer Sozialeinrichtung für Prostituierte in Rudolfsheim-Fünfhaus.

Klare Sperrzonen

Kernstück der neuen Bestimmung ist die Trennung von Straßenprostitution und Wohngebiet. Gemeint sind damit Flächen der Stadt Wien, die mit Wohngebäuden bebaut sind. Bei der Definition des Begriffs "Wohngebiet" wird auch am Flächenwidmungsplan angeknüpft. Es darf keine Anbahnungen im Kleingartengebiet, auf Friedhöfen, in Parks im Wohngebiet, in Bahnhöfen sowie Stationsgebäuden und Haltestellenbereichen öffentlicher Verkehrsmittel geben, heißt es aus dem Rathaus. Durch das neue Gesetz wird die bisherige Schutzzonenregelung obsolet.

Frage der Sicherheit und Infrastruktur

Abwarten müsse man laut van Rahden, wie sich die Verbannung der Frauen aus den Wohngebieten auswirken wird. Immer wieder kommt es gerade rund um den Westbahnhof auf der Felberstraße zu Auseinandersetzungen mit AnrainerInnen oder zu Anfeindungen. Van Rahden schilderte Einzelfälle, wo verärgerte HausbewohnerInnen Wasser aus den Fenstern auf die Frauen schütteten. Unklar sei noch, wie sehr die erlaubten Zonen außerhalb von Wohngebieten angenommen werden. Das hänge mit Gründen der Sicherheit und Infrastruktur zusammen. Wichtig sei, dass es genug Indoor- und Outdoor- Anbahnungsplätze geben müsse.

Bessere Standards

Leise hegte die Leiterin von "Sophie" die Hoffnung, dass mit dem neuen Gesetz auch die Qualität der Arbeitsstellen verbessert werde. Für Lokale, in denen Prostitution ausgeübt werden darf, wird es eine stärkere Reglementierung geben - zum Schutz der Frauen. Einschlägige Lokale unterliegen künftig einer behördlichen Meldepflicht.

Für Prostituierte bringt das neue Gesetz bürokratische Erleichterungen. Sie müssen sich zwar wie bisher bei der Polizei registrieren lassen, die Meldepflicht von Berufsunterbrechungen oder Urlaub entfällt aber.

Strafe für Freier

Positiv zu werten ist aus Sicht der Frauen, dass künftig auch Freier, die außerhalb der erlaubten Zonen mit Prostituierten Kontakt aufnehmen bzw. ein Geschäft anbahnen, bestraft werden können. Bisher wurden nur Prostituierte dafür bestraft. Die Höhe der Strafen für Sexarbeiterinnen sollen mit dem neuen Gesetz im Schnitt um 200 Euro verringert werden. Vorgesehen ist auch eine Strafamnestie für alle dann noch offenen Verfahren. (APA)

Sisa
00
Humbug

Hm mich wundert immer wieder, wie Männer genau wissen wie es uns Frauen geht.

Ich mache meine Arbeit sehr gerne, und doch, kenne ich den Unterschied zwischen Büro und dem Gewerbe, man sollte wirklich nicht alles in einen Topf werfen, aber man sollte wirklich wissen wovon man redet, bevor man sich hier wie ein Pfau auf bauscht.

Grüße

Sisa

Pygar
 
10
3.10.2011, 23:40

Was bedeutet denn "Höhe der Strafen für Sexarbeiterinnen sollen mit dem neuen Gesetz im Schnitt um 200 Euro verringert werden"?

Strafe wofür?

Wie hoch ist denn die sogenannte "Strafe" bisher gewesen?

Prostituierte wegen ihrer Arbeit zu verfolgen ist ähnlich wie einen obdachlosen Junkie die Verbrechen eines Drogenkartells anzulasten. Natürlich sollen nur die Freier verfolgt und bestraft werden!

Helga Echtermeyer
74
3.10.2011, 14:56
Freier unterstützen das Mrd.Geschäft Zwangs-/Prostitution

Erst eine Gesellschaft, in der Männer sich soweit sozialisieren und zur Vernunft kommen, keine Ware Frau bzw. Ware Vagina für ihre sexuellen Bedürfnisse zu kaufen, hat den Namen `Human` im Sinne von `Ethisch hochwertig` verdient. Bis dahin sind es die Freier, die durch ihr Zutun das gesamte Sexgewerbe mit allen negativen und kriminellen Machenschaften unterstützen bzw. aufrecht erhalten. Sie sind es, die Zwangs-/Prostitution, Menschenhandel, Kinderhandel, Kinderprostitution, Kinder-/Pornografie moralisch mit unterstützen.

velvetways
01
3.10.2011, 23:13
Protektionskapitalismus

Hallo Helga, geh mal zB ins goldentime.at und verschaff Dir einen persönlichen Kontakt mit Frauen, die als Prostituierte handeln. Nachdem was Du schreibst kennst Du Prostitution nur aus der Emma und amerikanischen-schwedischen Studien. In unserem Protektionskapitaismus werden Frauen und Männer gleich ausgebeutet und da soll ich mich nach Deiner Pfeife sozialisieren lassen. Danke, da bleib ich lieber Frei(er).

virginia plain
00
10.10.2011, 11:40

dann gehen Sie doch statt ins büro auf den strich, wenns eh keinen unterschied macht.

okami
01
3.10.2011, 19:08
Klar sind nur die Männer daran schuld.

Keine Frau würde sowas freiwillig tun?

rr772
02
3.10.2011, 18:36
Jetzt tu ma aba ein bisserl

viel in einen Topf werfen, gell ?
Aber wenn es hilft...

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