Verhütung am kupfernen Faden

6. Oktober 2011, 07:29
  • Das Kupferkettchen in der Mitte zwischen zwei Kupferspiralen mit Rahmen.
    foto: gynefix.de

    Das Kupferkettchen in der Mitte zwischen zwei Kupferspiralen mit Rahmen.

  • Das kleine Kupferkettchen mit vier Kupferzylindern wird auch für junge Frauen und solche, die noch nicht geboren haben, empfohlen.
    foto: gynefix.de

    Das kleine Kupferkettchen mit vier Kupferzylindern wird auch für junge Frauen und solche, die noch nicht geboren haben, empfohlen.

  • Sitz des Kupferkettchens in der Gebärmutter.
    foto: gynefix.de

    Sitz des Kupferkettchens in der Gebärmutter.

Seit einem Jahr ist das Kupferkettchen in Österreich auf dem Markt - Auch für Teenager und junge Frauen ohne Kinder empfohlen, gilt es als verträgliche Alternative zu Pille und Spirale

"Auf keinen Fall mehr eine Spirale", sagte die Frauenärztin, als Katharina V.* sich bei ihrem letzten Besuch über Verhütung erkundigte. Die 37-jährige Thrombosepatientin, die regelmäßig Blutverdünner schluckt, muss auf hormonelle Methoden verzichten und hatte bisher die Kupferspirale angewandt. Nachdem diese nun das dritte Mal trotz Wechsels verrutscht war, riet die Ärztin von einer neuerlichen Implantierung ab. Nun war guter Rat teuer, denn nur auf das Kondom wollte sich V. auf keinen Fall verlassen: "Die Ärztin verwies mich deshalb auf einen Kollegen, der sogenannte Kupferkettchen einsetzt, die nicht verrutschen und fünf Jahre im Körper bleiben können."

Das in Belgien erfundene und als "Gynefix" bekannte Kupferkettchen, welches in anderen europäischen Ländern schon einige Jahre auf dem Verhütungsmarkt ist, wird in Österreich erst seit August 2010 vertrieben. Es zählt wie die Spiralen zu den sogenannten Intrauterinpessaren (IUPs), die derzeit von 150 Millionen Frauen weltweit angewendet werden, ist aber kleiner und gilt mit einem Pearl Index von 0,1 bis 0,5 als mindestens ebenso sicher. Von 100 Frauen, die Gynefix benutzen, wird laut Herstellerfirma innerhalb eines Jahres weniger als eine Frau schwanger.

Faden mit Kupferzylindern

Anders als die T-förmige Kupferspirale, die mit Kupferdraht umwickelt ist, besteht das Kettchen nur aus einem Faden, auf den je nach Modell vier bis sechs kleine, zylinderförmige Kupferglieder aufgezogen sind, die ständig Kupferionen freisetzen, welche die Spermien abtöten. Auf einer Seite des Fadens befindet sich ein Knoten, welcher durch einen Einstich mit einer feinen Nadel am oberen Teil der Gebärmutter im Muskelgewebe fixiert wird. Da es keinen Rahmen hat, passt sich das Kettchen laut Hersteller flexibler als andere IUPs an die individuelle Form und Größe der Gebärmutter an und wird deshalb auch besser vertragen. Wie bei der Spirale können Trägerinnen gleich nach dem Entfernen wieder schwanger werden. Die Kosten liegen zwischen 250 und 400 Euro für fünf Jahre.

Auch für junge Frauen und im Notfall

Während der Einsatz der Spirale bei jungen Frauen mit kleiner Gebärmutter und/oder Frauen, die noch nicht geboren haben, unter GynäkologInnen nach wie vor umstritten ist und unter manchen deutschen FachärztInnen gar als Kunstfehler gilt, wird das Kupferkettchen aufgrund seiner Flexibilität von den Herstellern auch dieser Gruppe empfohlen. Auch die WHO unterstützt den Einsatz bei Teenagern, vorausgesetzt, sie haben ein geringes Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren.

Neben der vorbeugenden Wirkung gelten Kupfer-IUDs im Notfall auch als Alternative zur "Pille danach": Kupferspirale oder Kupferkettchen können bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingesetzt werden oder bis zu fünf Tage nach dem frühesten Tag des Eisprungs. Sie können die Einnistung verhindern oder, bei Langzeitanwendung, die Befruchtung.

Spirale Tücken

Bei der Spirale wird oft befürchtet, dass sich durch das Aufsteigen von Keimen die Eileiter entzünden und verkleben können, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten erhöhen kann, weshalb viele FachärztInnen Frauen vor dem ersten Kind nach wie vor davon abraten. Neuere Studien zum Risiko der sogenannten "pelvic inflammatory disease" (PID) im Zusammenhang mit Intrauterinpessaren kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass diese die Fruchtbarkeit bei erwachsenen Frauen nicht beeinflussen.

Nebenwirkungen bei der Spirale sind häufig darauf zurückzuführen, dass die Gebärmutterhöhle dafür zu schmal ist und die "Arme" der Spirale zu lang. Ist die Gebärmutterhöhle sehr viel länger als die Spirale, kann diese sich teilweise oder ganz in deren unteren Teil positionieren und dort Kontraktionen auslösen, die zum Ausstoßen oder zu krampfartigen Schmerzen führen können. Außerdem kommt es bei der Spirale, unter anderem durch deren Größe, meist zu einer stärkeren Menstruation. Das flexible und kleinere Kettchen würde solche Nebenwirkungen vermeiden und habe keinen Einfluss auf die Monatsblutung, bezieht sich der Hersteller auf ExpertInnenmeinungen, Erfahrungsberichte von Anwenderinnen und eine Studie der WHO.

Geschulter Einsatz

Da das Einsetzen des Kupferkettchens eine bestimmte Technik und Fingerfertigkeit erfordert, darf es nur von Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Schulung durchgeführt werden. Nicht alle GynäkologInnen sind aber von dieser Verhütungsmethode überzeugt: "Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zur Kupferspirale, die man ja auch in verschiedenen Größen einsetzen kann. Für mich ist das Kettchen nur ein weiteres Produkt, das sich am Markt aber noch nicht durchgesetzt hat", meint etwa die Wiener Frauenärztin Bibiana Kalmar, die in ihrer Praxis nur bei gezielter Anfrage darüber informiert, zu Gynefix. "Dass das Kettchen in der Muskelschicht der Gebärmutter verankert wird, was ich als Verletzung sehe, ist mir persönlich unsympathisch - aber da denkt jeder behandelnde Arzt anders."(isa/dieStandard.at, 6.10.2011)
*Name von der Redaktion geändert

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Die Überschrift passt eigentlich nicht, der Faden ist nicht aus Kupfer

"... die ständig Kupferionen freisetzen .."

Das klingt für mich auf den ersten Blick nach einer Horrorvorstellung - etwas Metallisches im Körper zu tragen, das permanent irgendwas freisetzt. Gibts Langzeitstudien dazu?

Ich würd das meinem Körper nicht antun. Für mich kommen nur nicht-invasive Verhütungsmethoden in Frage - in meinem Fall ein Gerät, das per Urintest den Eisprung und somit fruchtbare und unfruchtbare Tage bestimmt.

hm - wenn es um empfängnis geht, wird es ohne etwas "invasives" nicht möglich sein :-)

wollte das ding auch haben, weil das Internet voll ist mit Lobeshymnen. Diese scheinen aber nicht echt zu sein. Meine Frauenärztin meint, das setzen in wien nur 3-5 Ärzte überhaupt ein, weil das Ding so schlecht ist, und sie hatte schon viele entfernen müssen, weil sie einwachsen. Bin nun mit der Hormonspirale mehr als zufrieden!

Man kann auch die Kette verlieren

Leider ist das wieder eine "Produktpräsentation" und nicht viel was anderes. Es wäre schön, wenn es mal einen großen Artikel über den modernen Stand der Technik bei nicht hormonellen Verhütungsmitteln geben würde. Natürliche Familienplanung (Sensiplan) kommt mittlerweile sehr nahe an den Pearl Index der Pille heran und auch das Diaphragma ist kostengünstige, eine oft vergessene aber sehr gute Verhütungsmethode.

Natürliche Familienplanung

..funktioniert aber wenn dann auch nur mit einem regelmäßigem Zyklus und ich kenne genug Frauen die keinen solchen haben

Sorry ABER ich als Naturwissenschaftler und Chemiker

würde niemals meiner Frau empfehlen sich Metallstücke aus Kupfer in den Körper zu hängen! Die Nebenwirkungen und Probleme damit sind mittlerweile detailliert untersucht und verstanden. Und was soll so schlimm daran sein Kondome zu verwenden?

Bitte um Quellen zu den Nebenwirkungen und Problemen.

Probleme mit Kondomen? - geh, von wegen. Total problemlos die Latexdinger. Ursuper in einer festen Beziehung.

die wären genau?

Bestimmt lustig wenn Frau

damit vor der Induktionsherdplatte steht ...

Also wir machen's lieber im Bett. Oder am Teppich.

Induktionsherdplatte könnten wir mal probieren, aber wie mach ich ihr das schmackhaft ohne ein Stirnrunzeln zu riskieren?

"Naturwissenschaftler und Chemiker"
was passiert mit einem stückerl cu neben dem magnetfeld - ich mein ich hab schon oft beobachtet wie eine frau mit spirale am induktionsherd stand - war total fad.

ich habe es schon seit 7 Jahren

habe schon das zweite GyneFix und bin sehr zufrieden, ich merke gar nicht, dass ich etwas mit Verhütung zu tun habe. Mit der Pille war ich viel lust- und antriebsloser. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, war das "Piecksen" beim Legen, das war auch beim zweiten mal nicht besser.

Kuperkette NICHT besser als Kupferspirale!

Den in diesem Artikel aufgestellten Behauptungen liegen keinerlei wissenschaftliche Belege zugrunde. Es gibt keinen Hinweis, dass die Kupferkette entweder sicherer in der Verhütungswirkung wäre oder weniger Blutungen oder Nebenwirkungen auslöst.

Dazu eine Zusammenfassung der verfügbaren wissenschaftlichen Studien durch Mitarbeiter der Donau-Universität Krems:
http://www.medizin-transparent.at/verhuetungskettchen

Die Gynefix ist das für mich beste Verhütungsmittel :) Mein Ex spürte den Faden anfangs auch, aber nach erfolgreicher Kürzung war auch das Problem beseitigt. In manchen Fällen muss man nicht kürzen, da sich das Teil einrollt. Für den Gyn ist der Faden fürs Entfernen wichtig.

"herr doktor, haben sie meiner frau die spirale eingesetz?"
"ja, wieso?"
"abmachen!" ;)

und der Faden

hängt dann 5 Jahre lang vorne heraus, oder wie muß man sich das vorstellen ?

der muss raushängen - wozu wär er sonst da?

Nein, der wird zurückgeschnitten.

aber es piekst trotzdem beim sex :-)
nehm an das ist nylon oder etwas festeres und kein knopflochzwirn.

Man kann ihn spüren, allerdings sollte er dann eben zurückgeschnitten werden. Der muss nicht unbedingt aus dem Muttermund herauslugen (was bei der Spirale anders ist, da dann die Entfernung einfacher ist; bei der Kette muss man auch bei der Entfernung "medias in res")

für was ist der faden dann gut? und wenn er mit dem muttermund abschliesst wirds wohl trotzdem pieken, ist er kürzer biekts am ende frau selber?

Zunächst einmal, die Kupferzylinder sind am Faden befestigt. Das Ende des Fadens sollte mit dem Muttermund enden (innenliegend), in meinem Fall ist es so und gepiekst hat es weder mich noch meinen Liebsten. Außenliegende Fäden sollten sich einrollen, spüren muss man sie nicht unbedingt. Der Faden hat schon seinen Zweck ;)

sticht das lange drahtstückl eh nicht? aus männlicher sicht hab ich meine bedenken - oder ist just das die empfängnisverhütende komponente?....

Dein Jumping Jack bringts nicht dorthin

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