43 Prozent finden, es gibt zu wenig Hilfe bei der Pflege von Angehörigen - 48 Prozent sagen: Frauen mit kleinen Kindern sollten am besten zu Hause bleiben
Linz - Beim Thema PartnerInnenschaft geht die Schere zwischen gewünschter
und gelebter Situation auseinander. 38 Prozent der ÖsterreicherInnen
finden ein partnerschaftliches Modell, bei dem beide zu gleichen Teilen
berufstätig und für Haushalt sowie Kinder zuständig sind, am besten.
Aber nur 25 Prozent leben tatsächlich danach. Bemerkenswert ist, dass 32
Prozent der Männer dieses Modell präferieren - 35 Prozent gaben an, es
bereits anzuwenden. Das ergab
eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Linzer market-Instituts
zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Genau umgekehrt ist es bei den Frauen: 43 Prozent halten die gleiche
Aufteilung der Pflichten für das beste Modell, aber nur 15 Prozent leben
so. Das ZuverdienerInnenmodell, bei dem der Mann voll, die Frau
Teilzeit arbeitet und dazu die Kinder- und Haushaltsbetreuung übernimmt,
finden 22 Prozent am besten, 26 Prozent leben danach.
Das AlleinverdienerInnenmodell ist für 19 Prozent am
erstrebenswertesten, nur zwölf Prozent wenden es an. Trotzdem glauben 48 Prozent, dass Frauen mit Kindern unter sechs Jahren ganztägig
zu Hause bleiben sollen - sofern sich das finanziell ausgeht.
Nach der Geburt eines Kindes ist nach Ansicht von 36 Prozent der
weiblichen und 18 Prozent der männlichen Befragten meistens Schluss mit
der partnerschaftlichen Arbeitsteilung in der Familie und die Frau
übernimmt einen Großteil der Hausarbeit. Der Aussage, dass die Partnerin
mehr Zeit und Energie in eine Beziehung investiert als ihr
Lebensgefährte, stimmten 36 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer
voll und ganz zu.
Männer in die Kindererziehung
Dass Frauen in der Arbeit mehr leisten müssen als Männer, wenn sie
weiterkommen wollen, sehen 44 Prozent so. 58 der weiblichen, aber nur 29
Prozent der männlichen StudienteilnehmerInnen sind dieser Meinung. Im
Gegenzug ist ein großes Bewusstsein da, dass es Männern guttue, sich in
die Kindererziehung einzubringen. Von den 427 online Befragten -
repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren - gaben
37 Prozent an, dass es für einen Mann sehr bereichernd sei, wenn er eine
Zeit lang allein für die Versorgung des Nachwuchses zuständig ist. In
der Generation von 16 bis 29 Jahren stimmten sogar 48 Prozent dieser
Aussage zu.
Pflege und Beruf - das geht eigentlich nicht
38 Prozent sind der Meinung, dass die Pflege von Familienangehörigen mit dem Beruf auf keinen Fall zu vereinbaren ist. Es gibt zu wenig Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen, meinen 43 Prozent der Befragten. Kaum ein Thema werde Geschlechter übergreifend als so drängend empfunden, so das Institut. Die Männer reihen die mangelnde Unterstützung bei der Pflege mit 45 Prozent voller Zustimmung sogar auf Rang zwei der Aussagen zur Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. (APA)