Preisträgerinnen seit 1901

Nur zwölf Literaturnobelpreise gingen an Frauen

6. Oktober 2011, 12:15
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    foto: apa/harald tittel

    Die Gewinnerin 2009: Herta Müller.

Die Schwedin Selma Lagerlöf war 1909 die erste Preisträgerin, Herta Müller bis 2009 bis dato die letzte

Stockholm - Nicht nur der Westen ist dominant unter den mit Literaturnobelpreis ausgezeichneten SchriftstellerInnen - auch die Männer sind es. In der Geschichte der Auszeichnung wurden bis dato lediglich zwölfmal Frauen geehrt. Die erste Preisträgerin war 1909 die Schwedin Selma Lagerlöf. Die bisherigen Preisträgerinnen:

  • 2009: Herta Müller (Deutschland, geb. 1953) - für eine Schriftstellerin, "die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet". Das Werk der in Rumänien aufgewachsenen Autorin, darunter der Roman "Atemschaukel", verarbeitet schmerzhafte Erfahrungen unter der Ceausescu-Diktatur.
  • 2007: Doris Lessing (Großbritannien, geb. 1919) - für die "Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat". Der feministische Roman "Das goldene Notizbuch" gilt als ihr Hauptwerk.
  • 2004: Elfriede Jelinek (Österreich, geb. 1946) - "für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen" und ihre "sprachliche Leidenschaft" als "erbarmungslose Moralistin". Ihr als pornografisch kritisierter Roman "Lust" wurde zu einem umstrittenen Bestseller.
  • 1996: Wislawa Szymborska (Polen, geb. 1923) - für eine Poesie, "die mit ironischer Präzision den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt". Die Lyrikerin veröffentlichte seit ihrer 1945 begonnenen literarischen Laufbahn insgesamt 16 Gedichtbände.
  • 1993: Toni Morrison (USA, geb. 1931) - für ihre durch "visionäre Kraft und poetische Prägnanz" geprägte Romankunst, in der eine "wesentliche Seite der amerikanischen Wirklichkeit verlebendigt" worden sei. Die aus einer schwarzen Arbeiterfamilie stammende Autorin und Hochschullehrerin hat sich mit der Rassenproblematik und den gestörten menschlichen Beziehungen in schwarzen Familien befasst.
  • 1991: Nadine Gordimer (Südafrika, geb. 1923) für "ihre großartige epische Dichtung", in der sie "mit einem intensiven Gefühl der Gegenwärtigkeit die äußerst komplizierten persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Umwelt" behandelt und die Apartheid angreift. Das Werk der Tochter jüdischer Einwanderer aus England und Litauen ist geprägt von der Vision eines gleichberechtigten Zusammenlebens von Schwarz und Weiß.
  • 1966: Nelly Sachs (Schweden, 1891-1970) - "für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren". Die deutschstämmige Jüdin hat in ihren Gedichtbänden "In den Wohnungen des Todes" und "Sternenverdunkelung" das Grauen des Holocaust in Worte gegossen.
  • 1945: Gabriela Mistral (Chile, 1889-1957) - "für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat". Vor allem mit ihren Liebesgedichten ("Wenn Du mich anblickst, werd' ich schöner") wurde Mistral bekannt.
  • 1938: Pearl S. Buck (USA, 1892-1973) - "für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biografischen Meisterwerke". Als das Hauptwerk der in China geborenen Missionarstochter gilt der Roman "Die gute Erde".
  • 1928: Sigrid Undset (Norwegen, 1882-1949) - "vornehmlich für ihre kraftvollen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens". Ihre Romantrilogie "Kristin Lavranstochter" ist ein Hauptwerk der norwegischen Literatur.
  • 1926: Grazia Deledda (Italien, 1871-1936) - "für ihre von hohem Idealismus getragene Autorenschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemein menschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt". Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen die Menschen ihrer Heimat Sardinien.
  • 1909: Selma Lagerlöf (Schweden, 1858-1940) - "auf Grund des edlen Idealismus, des Fantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen". In ihren Werken wie "Gösta Berling" oder "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" zeigte sich Lagerlöf stets heimatverbunden. (APA)
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23 Postings
Bustardo
33
7.10.2011, 16:31

Ich habe noch kein Buch einer Autorin gelesen, dass mich ähnlich beeindruckt hat wie die Werke der großen Männer der Weltliteratur.

Reich Ranicki auf die Frage ob Männer besser schreiben als Frauen: "Homer, Sophokles, Euripides, Horaz, Ovid, Vergil, Dante, Petrarca, Molière, Corneille, Racine, Shakespeare, Cervantes, Calderón, Voltaire, Goethe, Schiller, Balzac, Stendhal, Flaubert, Puschkin, Dostojewskij, Tolstoi, Proust, Brecht. Genügt die Antwort?"

Und kommt mir nicht mit z.B. Jane Austen, der überbewertetste Autorin des angelsächsichen Kulturkreises.

armin delmenhorst
 
00
30.11.2011, 18:11
"Jane Austen"

Recht hat Bustard, wenn man ihr Giganten wie J.Steinbeck, Faulkner, Jack Karouac, Bukowski, etc. gegenüberstellt.

baroli
02
8.10.2011, 14:21

Haben Sie schon einmal überlegt, warum das so war?
Weil die meisten dieser tollen Männer Frauen hatten, die für sie kochten, ihre Unterhosen wuschen, ihre Kinder gebaren und aufzogen.
Hätten die nämlich sich und ihre Kinder selbst versorgen müssen, wäre ihnen keine Zeit zum Schreiben geblieben.
Erst als sich Frauen langsam aus ihren konservativen Rollenbildern befreien konnten, hatten sie auch Kraft und Zeit selbst zu schreiben.
Die endlose Liste hervorragender Autorinnen verschwende ich an Sie hier nicht.

exile in mainstream
01
8.10.2011, 18:14

also mrr schätzt virginia woolf außerordentlich

baroli
01
8.10.2011, 19:08

Wollens mich häkerln?

A.B. Artig1
13
7.10.2011, 23:38

Na was haben Sie denn schon gelesen?

Mc U2
48
6.10.2011, 23:46
Was man im Cafe so bemerken kann, ist dass Frauen lieber reden als schreiben

baroli
22
8.10.2011, 14:24

Und Männer am Stammtisch oder im Beisl.
Viele von ihnen können weder lesen, was über Heute und Sportmagazin oder Autorevue hinausgeht, vom Schreiben rede ich erst gar nicht.

Pygar
 
30
6.10.2011, 22:24

Viel halte ich von den Nobelpreisen ja ehrlich gesagt sowieso nicht. Zumindest nicht, seitdem sie dem Ober-Terroristen, der ungehindert vom Westen Massen von Blut vergiessen durfte, Arafat den Friedensnobelpreis (!!) verliehen haben. Ich meine, was kann dann so ein Preis noch wert sein?

Viele Männer gibt es sowieso nicht, für deren Bücher ich Zeit zum Lesen investieren würde.

Neuer Nick neues Glück
10
7.10.2011, 17:16

Wenn du uns jetzt noch erklärst, was der rein symbolische Friedensnobelpreis mit dem Literaturnobelpreis zu tun hat, wäre allen geholfen.

Gallo Way
39
6.10.2011, 18:58

Bessere Bücher schreiben ;)

Neuer Nick neues Glück
14
6.10.2011, 23:08

Zu einfach! Das kann unmöglich die Lösung sein.

Lady Prudence of Fairfax
03
6.10.2011, 22:56

LOL hier die Begründung für den Lit- Nobelpreis von R. Kipling „in Anerkennung der Beobachtungsgabe, der ursprünglichen Einbildungskraft sowie der männlichen Stärke in Auffassung und Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten Schriftstellers auszeichnen“ Bessere Bücher, my ass. Wenn die Männer sich gegenseitig noch für ihre "männliche Stärke in Auffassung" feiern, dann weiß man was es gespielt hat...uns so bekam der Literat, der den armen weißen Mann von seiner Schuld am Imperialismus rein wusch, von anderen weißen Männern einen Preis.

Mac Smith
16
7.10.2011, 12:58

Sie wählen allen Ernstes die Begründung für einen Lit.Nobelpreis von 1907 (!) als Argument?

Lady Prudence of Fairfax
11
10.10.2011, 21:20

es ging darum warum frauen in der geschichte seltener den literaturnobelpreis erhielten, woraufhin retarded comments kamen wie "bessere bücher schreiben" "die frauen reden lieber als sie schreiben" und andere dumpfbackige uraltherrenwitze. ich wollte zeigen, dass die begründung für männliche literaturnobelpreise auch lachhaft waren. es ging also darum zu begründen warum männer quantitaiv öfter zum zug kamen...deshalb ist das zitat aus 1907 auch legitim. hätte ich nur die jahre 2007 - 2009 in betracht gezogen und gesagt die frauen sind eh in der mehrheit wäre das nicht repräsentativ. wieso glauben eigentlich so viele, dass das was vor 100 jahren passiert ist, nichts mehr mit uns zu tun hat?

Quintus Beckloeffel
216
6.10.2011, 17:07

Und die Vierschanzentournee hat überhaupt noch nie eine Frau gewonnen.

Lady Prudence of Fairfax
20
6.10.2011, 22:57

die wurde bisher nur von Hobbits gewonnen...männlichen Hobbits zugegeben.

Luke-Skywalker
119
6.10.2011, 16:53

Und was sollen wir dagegen machen? Eine Literaturnobelpreis Frauenquote? ^^

napnap1
14
6.10.2011, 18:12

nein... einen männerleistungsabminderungsfaktor

ReinhardS
21
6.10.2011, 16:48
Grundgesamtheit

Das ist nicht viel, absolut wie relativ.
Gibt's eigentlich auch eine Statistik, so als Vergleich, wie gross der Anteil an Autorinnen ist bei:
- Buechern die es in halbwegs brauchbare Bestsellerlisten geschaft haben?
- Buechern die man zu richtiger Literatur zaehlen kann, evtl. sogar aufgeteil in 10-Jahres Abschnitte. (Falls jemand eine Idee hat wie so etwas bestimmt werden kann - mir ist hier nur das Literarische Quartett vom deutschen Fernsehen eingefallen).

pottery
03
6.10.2011, 22:07

Also, ob es Tomas Tranströmer auf eine "halbwegs brauchbare Bestsellerliste" geschafft, hat, bezweifle ich. Das ist - glaube und hoffe ich - keine Bedingung, um den Literaturnobelpreis zu bekommen.

peter schmidt
 
01
6.10.2011, 14:43
Die Toni Morrison war für mich eine fantastische Entdeckung

kann ich jedem/jeder nur empfehlen.

Neuer Nick neues Glück
00
6.10.2011, 23:02

Mir hat "Tar Baby" für alle Zeiten Karotten vermiest.

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