Männer im öffentlichen, Frauen im privaten Raum gefährdet

6. Oktober 2011, 13:19
  •  "Die überwiegende Mehrheit der Opfer von Gewalt in der Familie oder 
durch einen Partner waren Frauen", berichtete die UNO.
    foto: apa/uwe anspach

    "Die überwiegende Mehrheit der Opfer von Gewalt in der Familie oder durch einen Partner waren Frauen", berichtete die UNO.

In Europa wurde die Hälfte aller weiblichen Mordopfer von Familienmitgliedern getötet - 80 Prozent aller, die von einem aktuellen oder Ex-Partner umgebracht wurden, waren Frauen

Wien - 80 Prozent aller Mordopfer, aber auch der Täter sind männlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag in Wien veröffentlichte UNO-Studie. Demnach wurden 2010 global 468.000 Morde begangen - 36 Prozent davon in Afrika, 31 Prozent in Amerika, 27 Prozent in Asien und fünf Prozent in Europa sowie ein Prozent in Ozeanien. 42 Prozent der Taten wurden mit Schusswaffen verübt (in Amerika 74 Prozent).

Männer haben ein höheres Risiko, im öffentlichen Raum ermordet zu werden. Frauen dagegen sind eher zu Hause davon betroffen, wie die Studie unterstreicht. In Europa wurde die Hälfte aller weiblichen Mordopfer von Familienmitgliedern getötet. "Die überwiegende Mehrheit der Opfer von Gewalt in der Familie oder durch einen Partner waren Frauen", berichtete die UNO. In Europa waren fast 80 Prozent aller Menschen, die von einem aktuellen oder ehemaligen Partner umgebracht wurden, Frauen.

Mord - "eine seltene Erscheinung"

Die meisten Morde gibt es in Lateinamerika und Afrika. Vergleicht man die Zahlen mit den EinwohnerInnenzahlen der Kontinente, so ist die Zahl der Morde in Afrika und Amerika doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Vor allem in Zentralamerika und der Karibik kann die Mordrate laut dem UNO-Bericht nahezu als "Krise" bezeichnet werden. In Asien, Nordamerika und Europa hingegen sei die Rate seit 1995 so weit zurückgegangen, dass vom Mord als von "einer seltenen Erscheinung" gesprochen werden könne.

Die UNO-Studie zeigt auch eine klare Verbindung zwischen Verbrechen und Entwicklung. In Ländern mit großen Einkommensunterschieden ist die Verbrechensrate viermal höher als anderswo. (APA)

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12 Postings
Damit kann man was anfangen!

Schön beschrieben und in den Zahlen sichtbar sind die beiden Motive von Mord - einerseits ökonomisch, andererseits beziehungsbedingt - die unterschiedlichen "Gesetzen" folgen, und weitgehen voneinander unabhängig sind.
Tabelle auf S. 58 kann z.B. für Europa so umgerechnen werden: 35% sog. Beziehungsmorde unter weibl. Mordopfern stellen 77% aller Opfer von Beziehungsmorden, damit sind rechnerisch ~1/3 aller Mordopfer weiblich, ~2/3 männlich, damit rückrechnen...

Risiko Mordopfer zu werden:

generell: Männer ~doppeltes Risiko

Mord durch (Ex-)PartnerIn: Frauen haben ~4-faches Risiko

Mord durch Verwandte: Frauen/Männer ~gleiches Risiko

Mord durch Bekannte sowie durch Fremde: Männer haben ~4-faches Risiko

Interessant

"UNO-Studie über Gewalt"
Und alle Detaildaten drehen sich um Mord.
Ausser wiederrum: - ein Zitat der UNO - "Die überwiegende Mehrheit der Opfer von Gewalt in der Familie oder durch einen Partner waren Frauen"
und: "In Ländern mit großen Einkommensunterschieden ist die Verbrechensrate viermal höher als anderswo"
Geht es hier jetzt ausschließlich um Mord (dann passt schon die Überschrift nicht); oder doch nicht? Auch um Gewalt ausser Mord (Totschlag, Körperverletzung, etc.etc.), auch um Verbrechen ("Verbrechensrate") anderer Art (Raub, Einbruch, Diebstahl...).
Wäre eine interessente Studie, die kopierte APA Meldung ist so aber nicht ganz unmißverständlich, und ein Link zur Studie täte nicht schaden...

Es dreht sich tatsächlich nur um Mord

Hier ist der Link zur Studie.

http://www.unodc.org/unodc/en/... ml?ref=fs1

Richtig! Danke!

Wohin sind alle Gesetze ausgerichtet?
Was haben die Regierungen im Focus?

Richtig, immer nur den öffentlichen Raum.
Das ist das nächste grosse Problem, denn die Verbrechen im privaten Raum werden damit weniger ernst genommen und sowohl die Dunkelziffer als auch die Aufklärungsquote ist erschreckend hoch.

die aufklärungsquote...

... ist "erschreckend hoch"?
aha..... die angst vor einer hohen aufklärungsquote muss mir mal jemand erklären.

Verzeihung, mein Fehler.

Ich meinte die Quote der Nicht-Aufklärung!

Ähm... Nein. Einfach nur nein.

es wäre schön wenn angesichts der LGBT-Ausrichtung dieser Zeitung

auch die "unglaublichen" Erkenntnisse aus den Untersuchungen über Gewalt in queeren Partnerschaften berichtet würde....

komischerweise ist nämlich häusliche Gewalt in homosexuellen Beziehungen gleich häufig wie in heterosexuellen

und wie passt die 20%ige Täterschaft von Frauen bei Mord dazu dass sie nur 20% der Opfer stellen?

das impliziert ja dass Frauen gleich oft Opfer wie Täterinnen werden.... darüber sollte frau vielleicht auch einmal nachdenken, oder?

wo ist die Studie dazu?

"und wie passt die 20%ige Täterschaft von Frauen bei Mord dazu dass sie nur 20% der Opfer stellen? "

das kommt nur daher, dass du da was verdrehst. besonders logisch denkst du nicht.

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