Friedensnobelpreis

Ermutigungspreis

Kommentar | 7. Oktober 2011, 18:16

Das "Friedensereignis" 2011 wurde gewürdigt - Aber nicht, wie erwartet

Viele hatten erwartet, dass der diesjährige Friedensnobelpreis an Vertreter des Arabischen Frühlings geht - und damit das große "Friedensereignis" 2011 gewürdigt wird. (Auch wenn noch längst nicht klar ist, was sich am Ende daraus entwickeln wird.) Nun, das ist auch geschehen. Aber eben nicht so wie erwartet.

In allen sogenannten Revolutionen und Anti-Regime-Protesten haben Frauen eine herausragende Rolle gespielt. Sie sind nicht nur in Tunesien und Ägypten an der Seite ihrer männlichen Mitstreiter auf die Straße gegangen. Unvergessen sind die Bilder der jungen Iranerinnen 2009, die, in die grüne Farbe der Protestbewegung gehüllt, ihre Hände zu Victory-Zeichen in die Höhe reckten. Dass dieses Engagement nicht unbedingt zu gleicher Teilhabe führt, wenn die Ziele erreicht sind, zählt zu den bitteren Lektionen.

Der Nobelpreis für die Jemenitin Tawakul Karman ist eine Anerkennung der Rolle von Frauen in diesem Prozess und eine Ermutigung, diesen Weg weiterzugehen. Gleichzeitig weist er mit der Auszeichnung der Liberianerinnen Leymah Gbowee und Ellen Johnson-Sirleaf darauf hin, dass Frauen in allen Konflikten einen entscheidenden Unterschied machen können und müssen. Schon immer hat der Preis auch ein Anstoß sein sollen, ein Impuls. US-Präsident Barack Obama ist seinen Vorschusslorbeeren nicht gerecht geworden. Zu hoffen ist, dass die diesjährige Botschaft des Nobelkomitees besser gelesen wird. (Julia Raabe, DER STANDARD, Printausgabe 8./9.10.2011)

Schmidi
00
9.10.2011, 11:14
Was hätte Obama denn genau tun sollen?

"US-Präsident Barack Obama ist seinen Vorschusslorbeeren nicht gerecht geworden."

Er hat das "New START" Abkommen geschlossen, Entscheidungen über den Betrieb von Einrichtungen zur Raketenabwehr in Polen und Tschechien seines Vorgängers revidiert. Umstrittene Verhörmethoden verboten und CIA-Gefängnisse schließen lassen. Die demokratische Revolution in Libyen unterstützt und damit ermöglicht bzw. beschleunigt.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er gut gehandelt wie ich finde. Es gelingt natürlich auch nicht alles...

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