Grüne wollen Schulreform

Schwächen sind "nichts Naturgegebenes"

13. Oktober 2011, 12:58
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    foto: apa/frank leonhardt

    Internationalen Bildungsvergleichsstudien zeigten: In Österreich haben Buben häufig Probleme beim Lesen, während Mädchen sich in Naturwissenschaften und Mathematik schwertun.

Buben habe Probleme beim Lesen, Mädchen in Naturwissenschaften - Grüne Judith Schwentner fordert geschlechtersensible Bildungsstrategie

Wien - Die unterschiedlichen Chancen von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt haben ihren Anfang im Bildungssystem: Die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsmarkt hat ihren Anfang im Bildungssystem: Aus dieser Überzeugung heraus fordern die Grünen gemeinsam mit dem "Volksbegehren Bildungsinitiative" eine geschlechtersensible Bildungsstrategie als Teil einer "lang überfälligen Schulreform". "Dass Buben laut PISA Lesedefizite haben und Mädchen sich nicht für naturwissenschaftliche Fächer interessieren, ist nichts Naturgegebenes", so die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner bei einem Pressegespräch am Donnerstag. "Hier muss man im Bildungssystem bewusst ansetzen und entgegenwirken."

Wie die internationalen Bildungsvergleichsstudien PISA und TIMSS (zu Mathematik und Naturwissenschaften in der Volksschule) zeigten, haben in Österreich Buben häufig Probleme beim Lesen, während Mädchen sich in Naturwissenschaften und Mathematik schwertun, so Schwentner. In anderen Ländern gäbe es hier keine signifikanten Erfolgsunterschiede, "in Österreich dagegen werden geschlechtsspezifische Unterschiede durch das Bildungssystem verstärkt". 

Fokus auf einzelne SchülerInnen

Um hier entgegenzuwirken, müsse sich der Unterricht an sich ändern - von Trennung der Schüler in technisches und textiles Werken für Mädchen und Buben bis hin zur "Wahrnehmungstrübung" von LehrerInnen, die Mädchen "noch immer seltener aufrufen als Buben" und sie tendenziell besser benoten, so die ehemalige AHS-Direktorin und Bildungsvolksbegehren-Unterstützerin Heidi Schrodt. Sie fordert neben phasenweisem geschlechtshomogenen Unterricht die Abschaffung der Ziffernnoten und die Überarbeitung von Schulbüchern, die "Frauen und Männer noch immer stereotyp darstellen".

"Wir müssen weggehen von einer zweigeschlechtlich gedachten Schule", so Schrodt, "und den Fokus auf den einzelnen Schüler legen." Konkret könnten laut Schrodt Schritte wie die Abschaffung des Frontalunterrichts, die Erhöhung des Personals in den Klassen und eine reflektierte Unterrichtsmethode dazu führen, Mädchen und Buben dieselben Chancen im Bildungsverlauf zu gewähren. "Wie ein Fach unterrichtet wird, stellt bereits die Weichen, wie dieses später rezipiert und verfolgt wird."

Gendersensible Fachdidaktik

Um das zu gewährleisten, gilt es laut Schwentner, bei der Lehrer-Ausbildung anzusetzen. Derzeit sei Gender-Mainstreaming als Querschnittsmaterie nur in vier der acht staatlichen Pädagogischen Hochschulen (PH) implementiert. "Im Regelfall können angehende Lehrer ihre Ausbildung absolvieren, ohne jemals das Gender-Thema zu streifen." Statt der Möglichkeit, sich diesem Thema freiwillig zuzuwenden, müsse gendersensible Fachdidaktik und Pädagogik verpflichtend verankert werden. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
1 2
Mac Smith
12
15.10.2011, 15:58
Warum nicht gleich Elektroschocks?

Wenn ich Begriffe wie "gendersensible Fachdidaktik und Pädagogik" lese, kommen mir die Kleinen eh schon wie Versuchskaninchen vor, dann bitte auch konsequent.

life's a jock
30
16.10.2011, 22:35

Sie als Bursche können lesen?

Bravo.

Jetzt müsste man das auch noch vielen anderen Burschen beibringen.

Lesen Sie eigentlich auch nach, was die Bedeutung dieser Begriffe ist oder wars mit den vier Wörtern für den Tag getan?

Spucks
10
16.10.2011, 14:36

Was haben Sie dagegen, Mädchen bzw. Buben nicht als jeweils homogene Gruppen, mit denselben Fähigkeiten, Talenten und Interessen, zu betrachten, sondern stattdessen gezielt darauf zu achten, mit welchen Vorurteilen man diesen so ganz und gar heterogenen Gruppen begegnet?

verinus
02
17.10.2011, 09:01

weil unsere gender"wissenschaftler" uns auf der einen seite sagen: frauen können alles mindestens so gut wie männer, da gibts keinen biologischen unterschied, aber wenns ihnen reinpasst dann förderung für mädchen und frauen fordern.

Spucks
00
17.10.2011, 15:23

Gendersensible Pädagogik heißt eben NICHT, dass irgendein Geschlecht "bevorzugt" gefördert wird, sondern dass man stereotype Denkweisen ablegt und im Unterricht auf das einzelne Kind an sich achtet und nicht auf das Geschlecht des Kindes.

Carla Sociale
11
14.10.2011, 09:56
Erst nach Erreichen der Volljährigkeit sollte der junge Mensch entscheiden,

ob er Männlein oder Weiblein sein will, oder auch keines von beiden.

Auch bei der Religionszugehörigkeit sollte es so sein.

life's a jock
01
16.10.2011, 22:37

Volle Zustimmung.

Dass man manche Burschen früh zu halben Männlein macht (Vorhautzurechtstutzung) ist eine Beschneidung ihrer Menschenrechte.

zahnloser Tiger
10
14.10.2011, 14:06
da capo

wobei die Volljährigkeit in den letzten Jahren sicherlich weiter nach "hinten" also in ein höheres Alter zu verschieben wäre

nur die Möglichkeit eine Entscheidung OHNE äußere Beeinflussung und Vorvereinnahmung ermöglicht wirkliche Freiheit in der Entscheidung

alles andere ist Gehirnwäsche an einer - in den meisten Fällen - hilflosen Person, die mangels Erfahrung und Alternativen nicht in der Position sein KANN, eine informierte wohlüberlegte Entscheidung zu treffen, die eine solch langfristige Quswirkung auf sein/ihr Leben hat

schwer von Begriff
03
14.10.2011, 09:18
Warum hat Frau Schwentner

dann Slawinistik und Germanistik studiert?
Typisch Frau eben.

Spucks
00
16.10.2011, 14:22

Weil es sie interessiert?

###***###***###
08
14.10.2011, 08:44

Ich, männlich 30j, war in der Pflichtschule immer besser in Deutsch und Englisch. In Mathematik war ich eine ziemliche Pfeiffe. Trotzdem hab ich später ein technisches Studium abgeschlossen. War zwar am Anfang etwas anstrengend, aber es ist trotzdem gut gegangen.
Was ist also das Problem an unserem Bildungssystem? Ich verstehe es nicht.
Und was kommt als nächstes? Verbietet man dann Talente, weil es nicht sein kann, dass wer in Musik begabter ist als jemand anders?

life's a jock
00
17.10.2011, 23:00
Dasselbe spiegelte sich schon früher wider.

Der Physikunterricht im Gymnasium war ein Witz, weil nicht geprüft wurde und alle von Haus aus Noten von 1-2 bekamen.

Der EDV-Unterricht war 10-Finger-Tippsen.

So bekommt man keine Motivation für Mathe/NaWi außer durch Einführung durch andere Interessierte, zumeist älter und männlich.

Das was man bräuchte ist ein Zweisäulensystem: bei der Vermittlung des Wissens wie auch bei der Benotung. D.h. es müsste außerschulische Kurse geben, in denen Schüler den Stoff mit dem Schulstoff vergleichen können und es müsste auch eine externe Testmöglichkeit gegeben sein und beworben werden, damit Schüler ungefähr wissen, wie vergleichbar ihr Wissen mit Schülern anderer Klassen und Schulen ist.

Erst dann kann man sagen, man hat alles versucht.

life's a jock
00
17.10.2011, 22:47
Probleme mit dem Bildungssystem? Genug.

Von meiner HTL-Abschlußklasse hat AFAIK kein einziger ein technisches Studium begonnen. Man hat danach gleich zum Arbeiten begonnen, weil die meisten einfach kein weiteres Interesse an einer Vertiefung außerhalb des Berufs hatten.

Jetzt studieren ein paar BWL.

In der Parallelklasse dagegen haben mehrere ein technisches Studium begonnen.

Was will ich damit sagen?

Ich würde es auf mehrere vernichtende Situationen in den paar Jahren HTL zurückführen: wechselnde Lehrer; unmotivierte Lehrer; laxe Lehrer; teils abwesende Lehrer, die "nebenberuflich" tätig waren; auch ein wenig zu komplexer Stoff, der von den meisten nicht verstanden wurde, weil die meisten keinen Bock mehr drauf hatten.

Und eine Matura, die ein Witz war.

Gerald Hödl
03
14.10.2011, 12:29
Sie haben schon recht!

Der Unterschied zu Ihnen und anderen besteht darin:

Sie sagten "am Anfang war es etwas anstrengend".

Das will aber heute niemand mehr. Anstrengung ist uncool, oida.

Pygar
 
162
13.10.2011, 21:52

Das grösste Problem der Mädchen und Buben sind deren Eltern, denn die Gefahr ist gross, dass die traditionellen, in der Gesellschaft vorhandenen, Geschlechterrollen in die Erziehung einfliessen. Und genau da fangen die Probleme an.

Peda
27
14.10.2011, 09:55

Das grösste Problem der Mädchen und Buben sind deren Eltern, denn die Gefahr ist gross, dass ...

die konstruierten, von 'Feministinnen' aufoktroyierten Geschlechterrollen

... in die Erziehung einfliessen. Und genau da fangen die Probleme an.

Mirabeau
218
13.10.2011, 16:44

"Um das zu gewährleisten, gilt es laut Schwentner, bei der Lehrer-Ausbildung anzusetzen."

Ich finde es sehr irritierend, nur bei der Lehrer-Ausbildung anzusetzen, aber nicht bei der Lehrerinnen-Ausbildung.
Was denkt sich die Schwentner eigentlich dabei?
Geschlechterrollen werden doch nicht nur von Männern transportiert!

Drughi
17
13.10.2011, 15:47

machen wirs halt typisch einfach , schaffen wir einfach naturwissenschaften und lesen ab, dann sollten doch mann und frau endlich gleich (ungebildet) sein. und dann können wir endlich die vorhandenen steinklopferjobs die es dann dank rückentwicklung nur noch geben wird gerecht aufteilen. und die frauen jagen weibliches wild und die männer männliches (wie im sport ) damit die chancengleichheit steigt. und so weiter und so fort. oder wir akzeptiern , dass die die es schaffen es schaffen egal ob m/w und die dies nicht schaffen eben nicht. es wird auch nicht jeder mann arzt oder anwalt oder aufsichtsrat , aber das wird dann immer ausgeblendet...

zahnloser Tiger
118
13.10.2011, 14:27
wenn Buben und Mädchen "völlig gleiche Anlagen" haben

dann ist der Ruf nach "gendersensibler Didaktik" aber ungerechtfertigt

Fr. Schwentner fordert Quotenjobs die die "Besten" erhalten sollen, ausschlaggebend soll aber das Geschlecht sein....

und dann sind Kinder verschiedener Gender zwar gleich, aber trotzdem sollen sie differente didaktische Konzepte anwenden....

erstaunlicherweise gibt die AHS-Direktorin Schrott sogar offen zu was andernorts konsequent geleunget wird

Mädchen haben immer noch Boni bei der Benotung, Buben werden von Geschlechts wegen schlechter beurteilt.

von FRAUEN ebenso wie Männern

zu erwarten dass sich Frauen ihrer Sexismen bewusst würden ist eh viel zu viel verlangt... aber scheinbar gehts ab und zu doch...

Das nur nebenbei!
02
13.10.2011, 16:00

Ich hab' den Satz schon einige Male gelesen und frage mich immer noch, ob das tatsächlich so gemeint war.

Oder wollte sie sagen, dass Buben häufiger aufgerufen würden UND besser benotet - hat sich aber missverständlich ausgedrückt? Es passt einfach nicht ins Schema, zumal ja dann eher etwas für die Jungs getan werden müsste und das nicht über eines ihrer Hauptthemen (etwa die Einrichtung von "Mädchenklassen") erreicht werden könnte.

Ich bin verwirrt. :/

f l o
 
113
13.10.2011, 16:48

nein, das stimmt schon so. dass mädchen besser benotet werden ist aber nicht unbedingt ein vorteil für sie: schließlich geht es um die fähigkeiten, die man erlernt, nicht um die note. braves auswendiglernen und einen einser kriegen ist nicht unbedingt die beste ausrüstung für das leben nach der schule.
diese scheinbare mädchenbevorzugung ist letztendlich also ein schritt richtung benachteiligung von frauen.

zahnloser Tiger
00
14.10.2011, 09:33
hallo?

dann ist das sicherlich auch eine Benachteiligung von Frauen, stimmts?

die wirkliche Frechheit ist dass die unmittelbare Benachteiligung der Burschen hier unter den Tisch zu kehren versucht wird, indem sie die Benachteiligung durch Bevorzugung schlimmer ansehen als jene, die einen Entzug von Möglichkeiten bedeutet...

hallo? was soll das denn?

mehr Möglichkeiten zu haben als man sinnvoll nutzen kann ist ein geringerer Nachteil als wenn jemandem Möglichkeiten VORENTHALTEN werden...

sie haben schon nicht unrecht: nicht zu lernen wie man WIRKLICH Leistung erbringt ist ein Nachteil, aber eine Benachteiligung ist es anbetracht der Benachteiligung von Buben durch eine Missachtung ihrer realen Leistungen keineswegs

Peter Griffin13
00
14.10.2011, 16:32

Auf kurze Sicht ist es sicher ein Vorteil für Mädchen ungerechtfertigt besser benotet zu werden als Burschen (hab ich auch miterlebt) und einige Burschen müssen auf Grund dieses Umstandes sogar die Schule schmeißen, aber die Burschen die es dann hinter sich haben, haben dann eine dickere Haut und können mit Misserfolgen besser umgehen.
So auf die Art: was dich nicht umbringt macht dich härter.

Natürlich fliegt nicht jeder Bursche aus der Schule oder hat schlechte Noten weil er ungerecht benotet wird, aber teilweise trifft das schon zu.

FAIL
00
14.10.2011, 12:36
is doch wurscht WER benachteiligt wird, ...

... das geht doch so am thema vorbei in wahrheit.

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