Frankreich

Strauss-Kahn soll wegen illegalen Prostituierten befragt werden

17. Oktober 2011, 10:28

Zuhälterring soll Kunden von Luxushotels mit Frauen beliefert haben - Ex-IWF-Chef weist Vorwürfe scharf zurück

Paris - Nach den Vorwürfen von Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung sieht sich der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn mit einem Bericht über seine möglichen Beziehungen zu einem illegalen Prostitutionsring konfrontiert. 

In dem Fall geht es um eine Callgirl-Affäre in der nordfranzösischen Stadt Lille. Nach Überzeugung der ErmittlerInnen soll ein gut vernetzter Zuhälterring regelmäßig Kunden von Luxushotels in Lille mit Callgirls aus dem nahe gelegenen Belgien versorgt haben. Drei Hotels, darunter das Carlton, wurden am Freitag geschlossen. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen ein angesehener Anwalt, der Direktor des Carlton sowie sein PR-Manager. Sie müssen sich wegen Zuhälterei verantworten.

DSKs Rolle "völlig nebensächlich"

Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Journal du Dimanche" glauben die ErmittlerInnen, der Zuhälterring könnte Strauss-Kahn auch in den USA mit Callgirls aus Belgien versorgt haben, zudem soll der sozialistische Politiker möglicherweise an Sex-Partys in Paris teilgenommen haben, die von einem der Verdächtigen organisiert wurden. Ein mit den Ermittlungen Vertrauter bestätigte Berichte der Wochenzeitung, dass Strauss-Kahn zu dem Fall befragt werden könne. Dies werde jedoch nicht in "naher Zukunft geschehen", da seine Rolle in der Affäre "völlig nebensächlich" sei.

"Bösartige" Unterstellungen

Strauss-Kahn wies die Vorwürfe am Sonntag scharf zurück. Er könne eine Befragung kaum abwarten, um seinen guten Ruf wiederherzustellen, sagte er. In einer Erklärung an die Nachrichtenagentur AFP bezeichnete er die Berichte als "Unterstellungen und Schlussfolgerungen, die gewagt und erneut bösartig" seien.

Banons Vorwurf anerkannt, doch klagen sollte sie besser nicht

Gegen Strauss-Kahn, der bis zum Frühjahr Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) war, läuft derzeit in den USA ein Zivilverfahren wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens. Ein Strafverfahren gegen ihn war wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers eingestellt worden. Ein weiteres Strafverfahren in Frankreich wegen versuchter Vergewaltigung blieb ihm erspart. Die Pariser Staatsanwaltschaft verzichtete am Donnerstag auf ein Ermittlungsverfahren gegen den 62-Jährigen, erkannte aber einen bereits verjährten "sexuellen Angriff" auf die Autorin Tristane Banon an.

Banons Anwalt riet der jungen Frau unterdessen von einem Zivilverfahren gegen Strauss-Kahn ab. Er habe ihr geraten darüber nachzudenken, ein neues Leben aufzubauen, wenn sie die Möglichkeit dazu habe, sagte David Koubbi dem Sender M6. Die 32-Jährige hatte ein Zivilverfahren angekündigt, falls die Staatsanwaltschaft in Frankreich den Fall zu den Akten legen sollte. (APA/Ag.)

Pygar
 
20
17.10.2011, 19:08

Bei Strauss-Kahn wundert es mich nicht, dass man immer wieder neue Leichen in seinem Keller findet. Die Wahrscheinlichkeit etwas Positives von diesem Bonzen zu hören ist allerdings gering.

Eines ist seltsamerweise immer gleich: Strauss-Kahn leugnet alles, selbst wenn es Zeugen und andere Beweise gibt. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn nicht an.

Mit "Zufall" braucht mir da jedenfalls niemand kommen.

rr772
11
17.10.2011, 20:18
Welche Beweise bitte ?

Und in NY hat die Hauptzeugin nachweislich gelogen, die Staatsanwaltschaft daher zurückgezogen. Ist nicht so wie bei uns, wo es trotzdem zu einem Prozess mit zwingendem Freispruch kommt und Steuergelder verkackt werden (Tierschützer, diverse aussichtslose Verfahren der Finanzprokuratur bis zur letzten Instanz,...)
In Frankreich ist es verjährt. Da haben nicht die Behörden jahrlang verzögert, bis es verjährt, da war Banon "selbst schuld".

Im konkreten Fall wäre er bestenfalls selber Zeuge.
Nicht immer Dinge miteinander zu einer Melange vermischen, da kommt selten was Gscheites raus..

Moral ist eine Sache, strafrechtliche Folgen ganz was anderes.
Politisch reisst der eh' nix mehr, das ist eben das Korrektiv der Demokratie..

CL
01
17.10.2011, 11:58
Wer weiß, wie viele Sex-Geschichten von dem noch AUFTAUCHEN!

Und nie war ER ES; komisch!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.