Deutscher Frauenrat

"Flexiquoten bringen uns nicht weiter"

17. Oktober 2011, 10:40

Forderung nach verbindlicher Quote: "Wir erwarten von der Bundesregierung hier mehr Gestaltungswillen und Durchsetzungskraft"

Berlin - Der Deutsche Frauenrat fordert eine verbindliche Quote zur Förderung von Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft. "Die aktuellen Verhandlungen um Zielvereinbarungen und sogenannte Flexiquoten bringen uns nicht weiter", sagte das Vorstandsmitglied des Frauenrates, Heidi Becherer, in einer Erklärung am Samstag. "Seit über zehn Jahren dreht die Gleichstellungspolitik in Deutschland eine Warteschleife nach der anderen."

Deutsche Regierung und Wirtschaft hatten bereits 2001 eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen zur Frauenförderung vereinbart, ohne dass dies aus Sicht von KritikerInnen Wirkung gezeigt hat. Die 30 Dax-Konzerne wollen an diesem Montag bei einem Treffen mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sowie drei weiteren Ministerinen der Bundesregierung versprechen, in den nächsten Jahren den Frauenanteil in Führungspositionen auf mittlerer und höherer Ebene deutlich zu erhöhen (mehr dazu hier).

40-Prozent-Geschlechterquote ein Muss

Der Deutsche Frauenrat bekräftigte seine Forderung, "dass in den kommenden fünf Jahren eine 40-Prozent-Geschlechterquote in Aufsichtsräten und Vorständen erreicht werden muss". Dies könne sowohl mit einem "Corporate Governance Kodex" verwirklicht werden als auch in einem Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Becherer: "Wir erwarten von der Bundesregierung hier mehr Gestaltungswillen und Durchsetzungskraft."

Der Deutsche Frauenrat ist ein breites überparteiliches Bündnis von 57 Frauenorganisationen in Deutschland. Ihm gehören Frauengruppen der Kirchen, der Parteien, der Gewerkschaften wie auch anderer gesellschaftlichen Organisationen an. (APA/Ag.)

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